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Leitfaden für Menschen mit Übergewicht bis hin zu Adipositas

Hausarbeit 2018 13 Seiten

Ernährungswissenschaft / Ökotrophologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

A. Einleitende Worte

B. Allgemeine Merkmale von Übergewicht und Adipositas
1. Diagnose und Unterscheidung
2. Ursachen
3. Symptomatik und Folgeerscheinungen

C. Therapie
1. Grundlagen und allgemeine Ernährungsempfehlungen
2. Formuladiät – Schnell zum Erfolg
3. Ernährungsumstellung auf Grundlage der Energiedichte – Schritt für Schritt zum Traumgewicht
4. Operative Eingriffe

D. Fazit und Ausblick

E. Literaturverzeichnis

A. Einleitende Worte

Eines der fünf Existenzbedürfnisse des Menschen ist die Ernährung. Die Suche und Sicherung der Nahrung – unserer Energiequelle – ist seit Anbeginn der Zeit eine der Haupttriebkräfte in unserem Leben.[1]

In unserer heutigen digitalisierten und schnelllebigen Zeit herrscht eine große Veränderung des Lebensstils vieler Menschen.[2] Unterwegs wird etwas vom Bäcker oder Schnellimbiss gegessen, für zu Hause werden möglichst zeitsparend zubereitbare Produkte eingekauft.[3] Es wird häufig vor dem Fernseher oder Computer gegessen. Dabei werden dem Körper unbewusst gewaltige Mengen an Kalorien zugeführt.[4]

Menschen verlieren immer mehr das natürliche Gefühl von Hunger und Sättigung[5] Es entsteht ein gestörtes Verhältnis zum Essen. Durch einen Energieüberschuss und Bewegungsmangel konsumieren Menschen mehr Nahrung, als der Körper verbraucht, und nehmen zu.[6] Immer mehr Menschen leiden mit steigender Tendenz an Übergewicht und Adipositas, deshalb ist dies ein ernstzunehmendes Thema.[7]

Dieser Leitfaden soll Patienten mit Übergewicht und Adipositas als Orientierungshilfe dienen. Es wird der Unterschied beider ernährungsbedingten Krankheiten erklärt und deren Ätiologie, Symptomatik, Diagnose, Therapie sowie mögliche Komplikationen und Folgeerscheinungen dargelegt.

B. Allgemeine Merkmale von Übergewicht und Adipositas

Übergewichtung und Adipositas sind Formen der Essstörung. Dabei handelt es sich um seelisch bedingte Verhaltensstörungen im Zusammenhang der Nahrungsaufnahm.[8] Die Betroffenen essen übermäßig viel, bewegen sich wenig und es entsteht dadurch „eine über das Normalmaß hinausgehende Vermehrung des Körperfettes“[9].

In diesem Teil des Leitfadens werden die allgemeinenMerkmalen von Übergewicht und Adipositas vorgestellt.

1. Diagnose und Unterscheidung

Übergewicht und Adipositas werden bei einem Body-Mass-Index (BMI) von über 25 diagnostiziert.

Dieser wird ganz einfach berechnet: Das Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch die Körpergröße in Metern zum Quadrat.[10] Ob eine Person übergewichtig ist oder bereits einen Grad der Adipositas erreicht hat, kann anhand folgender Tabelle der Weltgesundheitsorganisation WHO entnommen werden:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Klassifikation der Adipositas bei Erwachsenen gemäß dem BMI [11]

Aus Gründen der Vereinfachung wird im Folgenden nur noch der Begriff „Übergewicht“ benutzt, es werden damit aber sowohl Übergewicht als auch jeder Grad von Adipositas gemeint.

2. Ursachen

Oft beginnt Übergewicht mit dem „Versuch, Schwierigkeiten im Leben in den Griff zu bekommen, die man auf andere Art und Weise nicht bewältigen kann.“[12] Dabei handelt es sich um ein komplexes Zusammenspiel unterschiedlicher Faktoren. Mögliche Ursachen von Übergewicht können genetische Dispositionen, familiäre Hintergründe, Stress, Individuelle Erfahrungen (wie Beispielsweise Hänseleien), Schlafmangel, psychische Schwierigkeiten, ein ungesunder Lebensstil oder auch die ständige Verfügbarkeit von Nahrung sein.[13] [14]

3. Symptomatik und Folgeerscheinungen

Das Leben übergewichtiger Menschen stellt einen Teufelskreis dar. Aufgrund der Schwierigkeit ihr Essverhalten zu kontrollieren, essen Menschen mit Übergewicht über ihren Hunger hinaus. Die übermäßige Kalorienzufuhr führt zu einem immer weiter steigenden Gewichtszuwachs. Es folgen Schamgefühle, Aktivitätsverlust und sozialer Rückzug. Durch den sozialen Rückzug fehlt es diesen Menschen an Zuwendung und sie essen aus Frust oder als Trost. Heißhungerattacken sind keine Seltenheit.

Auf diese Weise fängt der Kreislauf von vorne an.[15]

Nicht nur psychische Folgen wie beispielsweise Depressionen, Angststörungen, Minderwertigkeitskomplexe und eine verminderte Lebensqualität begleiten eine Essstörung. Durch das starke Übergewicht und der damit verbundene extrem hohe Körperfettanteil kommt es ebenfalls zu gravierenden körperlichen Begleit- und Folgeerscheinungen.[16] Durch das „Überangebot an Glukose und den dauerhaft erhöhten Insulinspiegel sinken die Sensibilität sowie die Anzahl der Insulinrezeptoren“[17] und es entsteht ein erhöhtest Diabetes Typ 2 Risiko. Aufgrund von Überbelastung des Skeletts kommt es zu einer erhöhten Arthrose- und Unfallgefahr sowie zu Schmerzen in Gliedern und Gelenken, daher tritt Arbeitsunfähigkeit auf. Weiterhin kann es zu koronare Herzkrankheiten, Hypertonie und Gicht kommen. Außerdem wird oft die Leberfunktion beeinträchtigt, eine sogenannte Fettleber entsteht.

Essgestörte Patienten haben Probleme mit Haut, Haaren und Fingernägeln. Das Ausbleiben der Periode ist ebenfalls häufig festzustellen, da viele Veränderungen des Hormonhaushalts stattfinden. Im schlimmsten Fall kann aufgrund von Übergewicht ein komplettes Organversagen und der Tod folgen.[18]

C. Therapie

Übergewicht ist wie jede Krankheit keine rein körperliche Beschwerde, sondern beeinträchtigt auch die Psyche des Betroffenen. Um einen Menschen erfolgreich zu unterstützen bedarf es einer ganzheitlichen Behandlung. Eine zielführende Therapie sollte stets den Grundsatz „so wenig wie möglich und so viel wie nötig“[19] verfolgen. Bei der Behandlung von Übergewicht sind drei Therapiesäulen zu beachten: Die Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltensstherapie.[20] Im Folgenden wird auf die Ernährungssäule eingegangen.

1. Grundlagen und allgemeine Ernährungsempfehlungen

Eine erfolgreiche Ernährungstherapie basiert auf einer individuellen, zielorientierten und praxisnahen Ernährungsumstellung. Der Patient nimmt gezielt weniger zu sich als er verbraucht und nimmt dadurch ab. Die Gewichtsreduktion muss langsam und geplant durchgeführt werden, denn nur dann kann das neue Gewicht langfristig gehalten werden.[21]

Allgemein lässt sich sagen, dass folgende Regeln im Zusammenhang mit einer richtigen Ernährung zu beachten sind:[22] [23]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2. Formuladiät – Schnell zum Erfolg

Die sogenannte Formuladiät ist eine mögliche Vorgehensweise, um Übergewicht entgegenzuwirken. Bei dieser Ernährungstherapie handelt es sich um eine Mahlzeitenersatzstrategie.[24]

Es werden eiweißhaltige Nahrungssubstrate auf Basis von Milchprotein in flüssiger Form aufgenommen. In der ersten Woche wird nur Flüssignahrung zu sich genommen. Suppen, Säfte und der Diätshake stehen auf dem Speiseplan. Zwar ist das die schwerste Phase der Diät, aber auch die in der man am schnellsten Gewicht verliert. Durch die starke Gewichtsreduktion in den ersten zehn Tagen, bleibt die Motivation aufrecht.[25] Später werden täglich insgesamt maximal 1200 Kalorien in Form von hypokalorische Mischkost aufgenommen. Das bedeutet es wird auch feste Nahrung gegessen. „Leichte, kohlenhydratarme Mahlzeiten mit viel Eiweiß und Gemüse [werden] verzehrt“[26]. Die Shakes werden nach und nach durch feste Nahrung ersetzt.

Diätdrinks sind nur für den kurzfristigen Gebrauch geeignet. Mit dieser Ernährungsform wird zwar auf kurze Zeit sehr viel und schnell abgenommen, dem Körper wird jedoch keine ausreichende Nährstoffzufuhr und Sättigung gewährleisten. Um auf Dauer sein Gewicht zu reduzieren und halten zu können, ist eine Ernährungsumstellung notwendig. Der Fokus sollte also auf eine gesunde ausgewogene Ernährung gesetzt werden. Besser nimmt man etwas langsamer ab, aber dafür bewusst und ohne Jojo-Effekt als Folge.[27] Im nachfolgenden Kapitel soll eine Diätform vorgestellt werden, bei der man sich satt isst und trotzdem abnimmt.

3. Ernährungsumstellung auf Grundlage der Energiedichte – Schritt für Schritt zum Traumgewicht

Was ist Voraussetzung, um zu verhindern, dass der böse Jojo-Effekt zuschlägt? - Sättigung auch während der Diät. Wenn der Körper ausreichend gesättigt und mit notwendigen Nährstoffen versorgt ist, braucht er auch nicht Heißhungerattacken zubekommen oder Energiedepots anzulegen. Sättigung entsteht nicht aufgrund von Kalorien, sondern wenn der Magen gefüllt ist. Man spricht auch von dem Volumen bzw. der Energiedichte von Lebensmitteln. Unter dem Begriff Energiedichte ist die Energiemenge (in kcal / kJ), die in 100g eines Lebensmittels enthalten ist, gemeint.[28]

Das heißt, um schrittweise zu seinem Wunschgewicht zu gelangen, sollte man statt zu hungern, sich satt essen. Satt essen und trotzdem abnehmen, funktioniert auf Grundlage dieser „Energiedichte“. Die Idee hinter einer Diät auf Grundlage der Energiedichte ist es, Mahlzeiten zu sich zu nehmen, die möglichst wenige Kalorien pro Gramm oder Portion besitzen, trotzdem aber den Magen füllen. Erst wenn der Magen ausreichend gefüllt ist, werden Sättigungssignale aktiviert. Auf die Energiedichte von Essen Rücksicht zu nehmen, ist keine Diät, denn es gibt keine Verbote, sondern nur einige Regeln die man zu beachten hat.

Man kann Lebensmittel beispielsweise in zwei Kategorien aufteilen. Lebensmittel mit hoher und niedriger Energiedichte (siehe Tabelle).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Eine geringere Kalorienanzahl bei Mahlzeiten kann man bereits durch kleine Änderungen auf dem Speiseplan erreichen. Viele Produkte mit hoher Energiedichte lassen sich durch andere energiedichte-arme Lebensmittel austauschen:[29]

In der vorliegenden Tabelle können einige Beispiele entnommen werden:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


[1] vgl. Bundeszentrale für politische Bildung. (o.J.)

[2] vgl. Gesundheit und Wohlbefinden. Tipps für seelisches und körperliches Wohlbefinden. (2017)

[3] vgl. Ehrenstein, C. (2017)

[4] vgl. Focus Online. (o.J.)

[5] vgl. Milojevic, Mag. L. (2017)

[6] vgl. Schulz, T. J. (2016)

[7] vgl. Simmank, J. & Riemann, J. (2017)

[8] vgl. Hofferer, M. & Fölkl, H. (2002)

[9] Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG) e.V. (2015), S.2.

[10] vgl. Gerrig,R. J. & Zimbardo, P. (2015), S. 429 ff.

[11] Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG) e.V. (2014), S.15.

[12] vgl. Hofferer, M. & Fölkl, H. (2002)

[13] vgl. Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG) e.V. (2014), S.17.

[14] vgl. Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V. Kinder- & Jungendärzte im Netz. Ihre Haus- & Fachärzte von der Geburt bis zum vollendeten 18. Lebensjahr. (2016)

[15] vgl. ANAD. (o.J.)

[16] vgl. Tischendorf, R., Toellner, C., Ahnert, J. & Faller, H. (2015), S. 3.

[17] Diabetes Deutschland. (2005).

[18] vgl. Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG) e.V. (2014), S.19 ff.

[19] Winkter, T. (o.J.)

[20] vgl. In Form. Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung. (o.J)

[21] vgl. FET e.V. Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention. (2015)

[22] vgl. DGE. (2014)

[23] vgl. Schek, A. (2013), S. 21.

[24] vgl. Nestle Health Science. (2007)

[25] vgl. Abnehmen mit Shakes. (o.J.)

[26] Fit FOR FUN. (o.J.)

[27] vgl. Brigitte. (o.J.)

[28] vgl. Bi PHiT (o.J.)

[29] DGE. (2014)

Details

Seiten
13
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783668793231
ISBN (Buch)
9783668793248
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v439446
Institution / Hochschule
Pädagogische Hochschule Weingarten
Note
2,0
Schlagworte
Übergewicht Therapie Symptome Adipositas BMI Fettleibigkeit dick Essstörung Sucht WHO

Autor

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Titel: Leitfaden für Menschen mit Übergewicht bis hin zu Adipositas