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Der Zuckerkonsum und seine Auswirkungen

Ausarbeitung 2017 15 Seiten

Gesundheit - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Welche Bedeutung hat Zucker in unserer Gesellschaft

3. Der steigende Zuckerkonsum und wie es dazu kommt

4. Unterschiede des Zuckerkonsums auf der Welt

5. Unterschiede im Zuckerverbrauch abhängig vom sozialen Status

6. Warum zu viel Zucker ein Gesellschaftliches Problem werden kann

7. Hat die Einführung einer Zuckersteuer Einfluss auf den Zuckerkonsum?

8. Maßnahmen gegen einen erhöhten Zuckerkonsum

9. Fazit

Literaturverzeichnis

1.Einleitung

Bei dem Thema Ernährung gibt es verschiedene Erkenntnisse, die je nach Interessenlage verschieden interpretiert werden. Bei dem Thema Zucker sind sich alle einig, dass zu viel Zucker schlecht für unseren Körper ist.

Den letzten Forschungen nach, wird Zucker in unserem Gehirn wie Kokain oder Nikotin verarbeitet. Doch warum steigt der Zuckerkonsum immer weiter an und welche Auswirkungen bringt dies mit sich?

In den 70er Jahren fand der Forscher John Yudkins heraus dass eine Zusammenhang zwischen dem Zuckerkonsum und den „neuen“ Gesellschaftskrankheiten wie Herzkrankheiten, Typ-2-Diabetes, Krebsentwicklungen und Übergewichtigkeit besteht. (Yudkins, 1972). Seine Erkenntnisse wurden von der Zuckerindustrie heftig in Frage gestellt. Die Zuckerindustrie behauptet Fett sei der Grund allen Übels.

In nahezu jedem Lebensmittel befindet sich Zucker, selbst in einer Scheibe Wurst.

Zucker ist wichtig für unseren Körper, unser Gehirn benötigt ca. 180g Glucose um richtig arbeiten zu können. Entscheidend ist, in welcher Form wir den Zucker zu uns nehmen. Nehmen wir ihn in langkettiger Form zu uns, wie er in Vollkornprodukten vorkommt oder in kurzkettigen Molekülen wie Schokolade.

Die empfohlene Menge Zucker der WHO liegt bei einem Erwachsenen bei ca. 25g pro Tag (WHO, 2017).

Zucker gehört zu den wichtigsten Energielieferanten des Körpers, er wird über die Darmschleimhaut als Blutglukose ins Blut aufgenommen und gelangt mit Botenstoffen wie Insulin zu den Körperzellen (Mosetter, Probost, Simon, & Cavelius, 2013, S. 22).

Doch der Energieschub hält nicht lange an, „denn je schneller der Blutzuckeranstieg nach einer Mahlzeit, desto höher die Insulinausschüttung, und die positiven Effekte sind Vergangenheit. Nachschub ist gefragt (Mosetter, Probost, Simon, & Cavelius, 2013, S. 23).“

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der Zuckerkonsum ist ein viel diskutiertes Thema. Es ist nicht gerade einfach eine klare, präzise Antwort zu finden, weshalb der Zuckerkonsum stetig steigt. Insbesondere soll untersucht werden welche Konsequenzen der steigende Zuckerkonsum für die Gesellschaft mit sich zieht. Gleichzeitig muss geprüft werden ob eine Steuer für zuckerhaltige Getränke sinnvoll ist oder welche Alternativen es gegen den erhöhten Zuckerkonsum noch gibt.

2. Welche Bedeutung hat Zucker in unserer Gesellschaft

Zucker ist überall. Ein Abend auf dem Sofa ist ohne Süßigkeiten oder Chips, für viele undenkbar. Aber wieso hat Zucker in unserer Gesellschaft so einen wichtigen Stellenwert bekommen?

Zucker ist ein süßlich schmeckendes Nahrungs- und Genussmittel und spielt in unserer Gesellschaft eine große Rolle. Die Zuneigung zum Zucker muss man nicht erlernen. Sie ist „in unserem Biologischen Programm verankert“, schon Babys schmeckt der Milchzucker Laktose in der Muttermilch (Mosetter, Probst, Simon, & Cavelius, 2013, S. 11).

Zucker liefert dem Körper schnell Energie und ist gleichzeitig ein Geschmacksträger. Er ist in fast allen Lebensmitteln enthalten, wie zum Beispiel Cola, Schokolade oder Gummibärchen. Nicht nur in den süßschmeckenden Lebensmitteln ist Zucker enthalten. Auch Milch, Fleisch oder Wurst enthält Zucker.

Ein Liter Apfelsaft enthält 40 Stück Würfelzucker oder in einem 150g Fruchtjoghurt sind sechs Würfelzucker enthalten (Mosetter, Probost, Simon, & Cavelius, 2013, S. 16).

Nicht nur die wohlschmeckend- und tuende Eigenschaft des Zuckers ist es, was ihn so beliebt macht. Auch der günstige Preis macht Zucker in der Gesellschaft so beliebt. So kostet 1Kg Zucker beim Discounter gerade einmal 0,29€

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

https://www.innsbruck.gv.at/page.cfm?vpath=verwaltung/statistiken--zahlen/preise--preisindizes

Das angefügte Schaubild beschreibt die Veränderungen der Preise von Brot, Vollmilch und Zucker. Es zeigt wie grob die Preise von Milch und Brot in den letzten Jahren steigen und die Preise für den Zucker fast konstant bleiben.

3. Der steigende Zuckerkonsum und wie es dazu kommt

Dass der Zuckerkonsum in den letzten Jahren drastisch angestiegen ist kein Geheimnis. Noch vor fünfzig Jahren lag der Zuckerkonsum in Deutschland bei ca. 28 Kilogramm pro Kopf und Jahr. Heute liegt der Zuckerverbrauch pro Kopf bei circa 36 Kilogramm pro Jahr, Tendenz steigend (Wolf & Krieft, 2017). Doch warum ist das so? Diese Frage lässt sich nicht in einem Satz beantworten, denn es gibt neben dem krankheitsbedingten Übergewicht viele weitere Gründe, die zu einem hohen Zuckerkonsum führen.

Die Liebe zum Zucker liegt in der Natur des Menschen. Bereits die Neandertaler, die jede verfügbare Nahrung brauchten, erkannten den Zucker als Energielieferant. Der dringende Bedarf an Nahrung ist nichtmehr vorhanden, die Liebe zum Zucker schon. Bereits Babys kann man ein Lächeln entlocken, wenn man ihnen süß schmeckende Lebensmittel gibt. Die Tendenz zur Zuckervorliebe ist also natürlich. Demnach ist es kein Wunder, dass Menschen zu hohem Zuckerkonsum tendieren. Jedoch gibt es weitere Gründe warum der Zuckerkonsum so drastisch hoch ist. Die Ess- und Kochgewohnheiten der Menschen haben sich in den letzten 70 Jahren verändert. Statt frisch zubereiteten Gerichten kommen heute auch öfter mal Fertiggerichte oder Fastfood auf den Tisch. Auch die Nahrungsmittelauswahl hat sich verändert. Heute gibt es für fast jedes Gericht ein Fertigprodukt, dass die Arbeit des Kochens deutlich erleichtert. In nahezu jedem industriell hergestellten Lebensmittel wird heutzutage Industriezucker verarbeitet. Wieso heute in so vielen Lebensmittel Zucker verarbeitet wird liegt daran, dass die Hersteller Ihren Umsatz steigern wollen, denn „wer Zucker isst, isst mehr“.

Ein weiterer Grund ist die fehlende und/oder falsche Beschriftung auf den Verpackungen, bis Ende 2016 musste keine genaue Mengenangabe zum Zuckergehalt gemacht werden. Eine weitere Möglichkeit den Inhalt von Zucker zu verstecken ist, den Zucker zu tarnen. Es wird einfach der Fachbegriff der jeweiligen Zuckerart, wie zum Beispiel Glucose angegeben (Groot & Farhadi, 2009, S. 54). Viele Verbraucher wissen nicht, bzw. es fällt ihnen nicht auf, dass es sich bei Glucose auch um eine Zuckerart handelt.

Zucker gibt es in verschiedenen Varianten, zum Beispiel: Saccharose = Haushaltszucker, Glucose = Traubenzucker oder Lactose = Milchzucker (Valentin, 2008, S. 25). Die meisten Unternehmen nutzen diese Art der Tarnung, denn Lebensmittel mit vermeintlich wenig Zucker werden besser verkauft.

Aufdrucke wie „Zuckerreduziert“ oder „ohne Zuckerzusatz“ sollen zum Kauf verlocken. Kaum ein Verbraucher kennt die wahre Bedeutung. So bedeutet zum Beispiel „Ohne Zuckerzusatz“ lediglich, dass kein zusätzlicher Zucker hinzugefügt wurde. Trotzdem kann das Produkt bereits von Natur aus Zucker enthalten (Verbraucherzentrale Sachsen, 2010).

Ein weiterer Faktor, der dazu führt, dass der Zuckerkonsum steigt, ist die Verknüpfung von Zucker, vor allem mit Süßigkeiten als Belohnung oder zum Trösten. Allen voran Kinder werden, zum Beispiel bei guten Noten oder bei Verletzungen mit Süßem belohnt bzw. getröstet (Mosetter, Probost, Simon, & Calevius, 2013, S. 17). Gerade Großeltern wollen sich Zuneigung und lieb sein der Kinder durch süßes erkaufen. Durch die natürliche Affinität zum Zucker, lässt dieses Verhalten die Kinder eine Assoziation zwischen Süßigkeiten und dem Besuch bei den Großeltern herstellen. Der Zuckerkonsum wird zur Gewohnheit (Valentin, 2008, S. 27).

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der erhöhte Zuckerkonsum verschieden Ursachen hat. Für die Lebensmittelindustrie ist Zucker ein lukratives Geschäft. Genau deshalb hat die Industrie kein großes Interesse daran den Zuckeranteil besonders zu kennzeichnen. Die Unwissenheit und das Desinteresse vieler Bürger nicht auf die Zutatenliste zu achten und des Öfteren auf Fertigprodukte zurück zu greifen, kommen der Industrie ebenfalls entgegen. Im Gegensatz zu Frischeprodukten benötigen die Fertigprodukte den Zucker als Energie- und Geschmacksträger. Auch die fehlende Aufklärung über die möglichen Folgen trägt zu einem erhöhten Zuckerkonsum bei.

4. Unterschiede des Zuckerkonsums auf der Welt

Der Zuckerkonsum nimmt auf der ganzen Welt zu. Vor allem in den Entwicklungs- und Schwellenländern ist der Zuckerkonsum drastisch gestiegen. Man spricht schon von Übergewicht als „Epidemie der Armen“. Lebensmittel aus dem eigenen Land werden immer mehr durch importierte Fertigprodukte ersetzt. Diese enthalten mehr Fett und Zucker als die frischen, lokalen Produkte. Da diese Fertigprodukte viel günstiger sind, steigt der Konsum vor allem bei ärmeren Menschen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2

Zucker ist ein beliebter, kostengünstiger Energielieferant. Schon früher hat er auf der ganzen Welt „das Kalorienloch einer stets armen Arbeiter ausgefüllt und ist zu einem der wichtigsten Nahrungsmittel aufgestiegen“ (Mintz, 1987, S. 180).

Wie auch schon im vorherigen Abschnitt genannt, ist die Liebe zum Zucker natürlich. Dies gilt genauso für Menschen im Ausland. Natürlich lassen sich die Gründe für einen Erhöhten Zuckerkonsum aus Deutschland auch auf andere Länder, wie beispielsweise die USA projizieren. Dazu kommt, dass die Amerikaner ein ganz anderes Ernährungsbewusstsein haben, als zum Beispiel die Europäer. Dies zeigt auch die Tatsache, dass es in Amerika mittlerweile mehr übergewichtige als normalgewichtige Menschen gibt. Trotz allem liegt die USA im Weltweiten Ranking des Zuckerkonsums nur im Mittelfeld mit ca. 33 Kg pro Kopf und Jahr und somit sogar hinter Deutschland.

Länder die mit Abstand am wenigsten Zucker Konsumieren, findet man im asiatischen Raum. Dies hängt mit der traditionellen Esskultur der Asiaten zusammen. Die Hauptzutaten der asiatischen Küche sind frisches Gemüse, Soja und Reis. Hier werden die notwenige Energie durch natürliche Kohlenhydrate abgedeckt.

Jedoch ist im Zeitraffer auch hier der Zuckerkonsum stark angestiegen. Dies hängt vor allem mit der Globalisierung zusammen. Viele westliche Produkte, auch solche mit viel Zucker, finden ihren Weg in den fernen Osten. So hat sich der Zuckerkonsum auch in Asien von 1962 bis 2015 nahezu vervierfacht.

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Details

Seiten
15
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668793019
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v440890
Institution / Hochschule
Pädagogische Hochschule Heidelberg
Note
2,3
Schlagworte
zuckerkonsum auswirkungen
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