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Qualitative und quantitative Forschung im Vergleich

Hausarbeit 2018 28 Seiten

Pädagogik - Allgemein

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1.Historischer Rückblick

2. Qualitative Forschungsmethoden
2.1 Kernkriterien der qualitativen Forschung
2.2 Typische Erhebungsinstrumente der qualitativen Forschung

3. Quantitative Forschungsmethoden
3.1 Das typische Erhebungsinstrument der quantitativen Forschung
3.2 Gütekriterien quantitativer Forschung

4. Kurze Gegenüberstellung quantitativer und qualitativer Forschung
4.1 Unterschiede quantitativer und qualitativer Forschung
4.2 Vorteile und Nachteile der jeweiligen Forschungsmethode

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Einleitung

Was sind Forschungsmethoden? Wie sind sie zu definieren? Eine generelle Definition für Forschung ist: der generelle Erwerb von neuen Kenntnissen. Unter Forschung versteht man im Allgemeinen also den Wunsch nach neuen Erkenntnissen in einem speziellen Themengebiet. Forschung impliziert den Willen etwas genauer zu betrachten, wofür man keine einfache Erklärung findet, oder man genauere Hintergründe für spezielles Verhalten sucht.

Aber Forschung wäre nicht wissenschaftlich, wenn man ihr keine Methoden zur Grunde legt, die nachprüfbar sind und für andere das Ergebnis der Forschung verständlich machen. In der Forschung gibt es verschiedene Methoden. Die Definition von Methoden im Allgemeinen kann man so beschreiben: Methoden bestehen aus Regeln, nach denen dann zielgerichtet gehandelt wird. Methoden legen fest, wie die Regeln und ihre Bestandteile verstanden werden sollen. Methoden müssen mittelbar sein und nachvollziehbar. Methoden haben einen vorschreibenden Charakter und einen normativen. Die Befolgung der Regeln wird verlangt.

Forschung kommt ohne vorher festgelegte Methoden nicht aus, sie wäre nicht nachprüfbar und würde kein wissenschaftliches Ergebnis hervorbringen, sie wäre nutzlos, da sie keine Hintergrundinformationen über die Gewinnung der Ergebnisse liefern würde und von keinem anderen Wissenschaftler begutachtet, nachgeprüft oder verbessert werden könnte.

In der Erziehungswissenschaft haben sich zwei Forschungsmethoden durchgesetzt. Die qualitative Forschung und die quantitative Forschung.

Bei quantitative Forschung kommen einem als erstes Daten, Zahlen und Umfragen in den Sinn.

Hingegen denkt man bei qualitativer Forschung sofort an Beschreibungen, Interviews und Erklärungen der individuellen Weltansicht des Befragten.

Bei der einen Methode denkt man also an rein wissenschaftliche Untersuchungen, bei der anderen an etwas menschlicheres, greifbareres für den Einzelnen.

Die Methoden könnten kaum unterschiedlicher sein, aber sie haben eine Gemeinsamkeit: ihre Ziele. Ziel der Forschung war es schon immer, die Wirklichkeit in der wir leben, zu beschreiben, zu erklären und uns verständlich zu machen, und zwar in einem Sinne, wie es mit dem bloßen Auge nicht erkennbar ist . Und weil ohne die Forschung die Welt immer noch in ihren mittelalterlichen Vorstellungen des Universums, der Menschen, dem Aberglauben, der Medizin und der Religion als Ursprung von alle dem stecken würde ist Forschung so wichtig.

Deshalb habe ich mich entschlossen in dieser Hausarbeit zwei Forschungsmethoden einander gegenüber zu stellen.

Beide Methoden wollen Hypothesen überprüfen, Fragen beantworten, gesellschaftliche Phänomene analysieren und die soziale Wirklichkeit beschreiben. (Burzan, N (2015) Q., S.21)

In der vorliegenden Arbeit sollen die unterschiedlichen Herangehensweisen der verschiedenen Forschungstypen vorgestellt werden.

Die einzelnen Arbeitsschritte werden dargestellt.

Gütekriterien der jeweiligen Methode werden vorgestellt und es wird näher auf die verschiedenen Erhebungsmethoden eingegangen.

Am Ende der Arbeit werden die beiden Forschungsmethoden miteinander verglichen, Unterschiede und Gemeinsamkeiten herausgearbeitet, positive sowie negative Seiten der Methoden einander gegenübergestellt. In meinem abschließenden Fazit werde ich dann eine Stellungnahme zu meinen gewonnenen Erkenntnissen geben.

Am Anfang werde ich einen kurzen historischen Rückblick beginnen, um die Entstehung der unterschiedlichen Methoden besser darstellen zu können.

1.Historischer Rückblick

In der Vergangenheit bestand eine sehr klare Trennung von Geistes- und Naturwissenschaften.

Die Pädagogik wurde lediglich als eine Teildisziplin der Philosophie gesehen; dies änderte sich in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, als in Halle im Jahr 1779 die erste Professur für Pädagogik an einer deutschen Universität eingerichtet wurde.

Dies entstand durch das geweckte Interesse der Bevölkerung an Erziehungsfragen. Es kam eine öffentliche Debatte zu Erziehungsfragen von Waisenkindern auf. Mit dem nun geweckten Interesse der Gelehrten und der Bevölkerung spaltete sich die Pädagogik von der Philosophie immer weiter ab und wurde zur eigenen Wissenschaft. (vgl.Tenorth,Heinz-Elmar (2010): Geschichte der Erziehung Beltz Juventa, S.108)

Zu diesem Zeitpunkt bestand aber eine klare Trennung von Geisteswissenschaft und Naturwissenschaft in der Pädagogik.

Der geisteswissenschaftliche Gedanke sollte in der Pädagogik bis nach dem zweiten Weltkrieg vorherrschen. Ein Wandel entstand danach und wurde erst in den 1960 Jahren zu einem wichtigen Thema.

Die Pädagogik wurde im Hinblick der Geisteswissenschaft betrachtet. Es wurde versucht, komplexe Zusammenhänge anhand von historischen Gegenständen zu verstehen und daraus neue Erziehungsweisen herauszubilden. Die Erziehung des Menschen sollte durch Verständnis und Verbesserung der Vergangenheit optimiert werden.

Dies beschrieb Imanuel Kant so:

„Ein Prinzip der Erziehungskunst, das besonders solche Männer, die Pläne zur Erziehung machen, vor Augen haben sollten, ist: Kinder sollen nicht dem gegenwärtigen, sondern dem zukünftig möglich bessern Zustande des menschlichen Geschlechts, das ist: der Idee der Menschheit, und deren ganzer Bestimmung angemessen, erzogen werden. Dieses Prinzip ist von großer Wichtigkeit. Eltern erziehen gemeiniglich ihre Kinder nur so, daß sie in die gegenwärtige Welt, sei sie auch verderbt, passen. Sie sollten sie aber besser erziehen, damit ein zukünftiger besserer Zustand dadurch hervorgebracht werde“.(Kant, Immanuel: Über Pädagogik. Königsberg 1803)

Kant wollte einen Nutzen aus dem Vergangenen ziehen, um eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Was in den Grundzügen jedes Forschers und jedem Menschen steckt. Der Wunsch nach einer besseren Zukunft.

Die Naturwissenschaft wurde damals als eine Wissenschaft verstanden, die nicht interpretierbar ist, sondern nur nach allgemeingültigen Gesetzen sucht, die sie durch Messungen belegen können.

Doch die naturwissenschaftlichen Methoden waren weit mehr, so vielfältig wie die Geisteswissenschaft selbst. Dies wird anhand eines Zitats von Vannevar Bush einem Ingenieur und Analogrechner-Pionier dargestellt:

„Wenn wissenschaftliches Denken auf die logischen Prozesse der Arithmetik beschränkt wäre, würden wir in unserem Versuch, die physikalische Welt zu begreifen, nicht weit kommen. Ebenso gut könnte man versuchen, den Reiz des Pokerspiels einzig und allein mittels der mathematischen Wahrscheinlichkeitsrechnung nachzuvollziehen“. (Aussage von Vannevar Bush)

Erst durch die „realistischen Wenden“ (1960 Jahre), die durch Heinrich Roth hauptsächlich angestoßen wurde, wurde hinterfragt, ob die Methodentrennung, von der beschreibenden, verstehenden, interpretierbaren Geisteswissenschaft und der hauptsächlich erklärenden, nach allgemeingültigen Gesetzen und Regeln suchenden Naturwissenschaft weiterhin als sinnvoll betrachtet werden kann, oder ob sich die beiden Wissenschaften nicht sinnvoll ergänzen könnten.

Heinrich Roth wollte die geisteswissenschaftliche Realität empirisch abbilden, es sollte ein kontrollierter, wissenschaftlicher Zugang entstehen, der belegbar ist. Die Belegbarkeit von Phänomenen und Erkenntnissen ist eine Grundvoraussetzung für deren Verständnis, da sie sonst nicht nachvollziehbar wäre.

Es fand eine Kehrtwende von den spekulativen subjektiven Beurteilungen der historischen Kontexte, hin zu einer Geisteswissenschaft, die die Wirklichkeit nachvollziehbar abbildet, statt.

Durch diese Änderung des Verständnisses der Geisteswissenschaften wurde der Grundstein für ein qualitatives Forschen gelegt.

Es bildeten sich zwei Forschungsmethoden für die Pädagogik: Die qualitative und die quantitative Forschung.

2. Qualitative Forschungsmethoden

Die qualitativen Forschungsmethoden gehören zu den jüngeren Methoden. Erst seit den 1980 er Jahren gehört qualitative Forschung zu einem festen Bestandteil der Forschung in der Erziehungswissenschaft. (vgl.Flick, Uwe (2015): Qualitative Forschung. Ein Handbuch. Auflage 11., Hamburg, rowohlts enzyklopädie. S.26)

Es wird von einem Verständnis ausgegangen, dass die soziale Welt durch das interaktive Handeln jedes Einzelnen eine konstituierte Welt darstellt, die es zu begreifen gilt. (vgl. Krüger, Heiz H., 1994, S.204)

Im Folgenden wird die qualitative Forschungsmethode in ihren Grundzügen dargestellt.

Sie widmet sich Einzelphänomene.

Das heißt aber nicht, dass die Fragestellung nur einen einzelnen Fall erklären soll, sondern vielmehr, dass durch die Beobachtung von einem Einzelfall allgemeingültige Erkenntnisse für dieses Thema gesucht werden, so versucht man von einem speziellen Fall allgemeine Schlüsse zu ziehen, dies steht aber nicht immer im Mittelpunkt der Forschung. (Dieckmann 2007, S.16)

Offene Fragestellungen, Beobachtungsstudien oder offene Interviews, Einzelfallanalysen oder qualitative Inhaltsanalysen zählen zu den Erhebungsinstrumenten, der qualitativen Forschung.

Für all diese Methoden gibt es eine offenere Zugangsweise zum Forschungsgegenstand. Wie die offene Fragestellung, die sich dann selbst noch im eigentlichen Forschungsprozess ändern kann. Die ursprüngliche Fragestellung, mit der der Forscher seine Untersuchung startet, ist nur ein Leitfaden, an dem er sich orientieren kann, der aber angepasst werden darf, wenn es seiner Forschung zu Gunsten ist.

Dies ist für die qualitative Forschung wichtig, da sie sich zur Aufgabe gesetzt hat, das Forschungsobjekt selbst zu Wort kommen zu lassen und so eine subjektive Sichtweise des Einzelnen erfassen zu können.

Dies geschieht, weil die Forscher, die diese Methode anwenden, davon ausgehen, dass der Mensch ein selbstreflexives Wesen ist, das als Experte seiner selbst agiert und auch so verstanden werden soll, dies wäre nicht möglich, wenn kein Spielraum bei z.B. der Befragung einer Person vorhanden wäre. (Strübing 2013, S.20)

Es gibt drei allgemeine Kennzeichen von qualitativer Forschung:

1. Es sollen ausschließlich Methoden zum Einsatz kommen, die fähig sind, die Komplexität der Wirklichkeit wiederzugeben.
2. Die subjektive Bedeutung eines Gegenstandes muss für den Betroffenen erfragt werden, denn die subjektive Wahrnehmung des Befragten, der an dieser Forschung teilnimmt, stellt ihre wahrgenommene Wirklichkeit der Welt dar.
3. Es muss berücksichtigt werden, dass auch die subjektive Meinung des Forschers nicht ausgeschlossen werden kann und in die Forschung einfließt. (vgl. Dörpinghaus, Poentisch & Lother, 2006. S.132)

Da das Ziel der qualitativen Forschung die Entwicklung neuer Theorien und Modelle ist, weist die Forschung eine große Tendenz zu einer induktiven Vorgehensweise auf.

Da aber aufgrund des nicht vollkommen neutralen Forschers, so hat jeder Mensch seine inneren Alltagstheorien, die sich auf sein Verhalten, seine Wahrnehmung und auch seine Analyse auswirken, eine reine induktive Vorgehensweise ist daher nicht möglich. Deshalb gilt heute die Maxime der analytischen Induktion.

Dies stellt eine Verbindung zwischen deduktionslogischen Schritten mit induktionslogischen Schritten dar. (Bühler-Niederberger, Doris, Analytische Induktion als Verfahren qualitativer Methoden, Zeitschrift für Soziologie, Jg. 14, Heft 6, Dezember 1985 S.475-482)

Als Beispiel dafür eignet sich die Grounded Theory.

2.1 Kernkriterien der qualitativen Forschung

Jede Art der Forschung benötigt Bewertungskriterien, damit andere Forscher oder neutrale Leser Rückschlüsse über die Forschung anstellen können und nicht nur auf das Wort des Forschers angewiesen sind.

Deshalb kann auch die Qualitative Forschung nicht ohne Bewertungskriterien bestehen, auch wenn diese anders ausfallen, als bei der quantitativen Forschung, denn diese sind nicht eins zu eins übernehmbar. Die Gütekriterien der quantitativen Forschung wurden für beispielsweise Experimente erschaffen und können deshalb nicht eins zu eins für die qualitative Forschung eingesetzt werden.

Aber auch die qualitative Forschung hat Kernkriterien entwickelt, die zu Überprüfbarkeit der Ergebnisse dienen sollen und die Forschung nachvollziehbar machen sollen, wie auch die Gefahr der Willkür und der Beliebigkeit entgegenwirken sollen. All dies macht seriöse Forschung aus.

Im Folgenden werden diese Kriterien kurz dargestellt und näher auf die wichtigsten Punkte eingegangen.

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Details

Seiten
28
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783668798670
ISBN (Buch)
9783668798687
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v441535
Note
3,0
Schlagworte
Forschungsmethoden Qualitative Forschung Quantitative Forschung Forschungsmethoden Erziehungswissenschaft

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Titel: Qualitative und quantitative Forschung im Vergleich