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Europäische Auswanderung nach Amerika

Hausarbeit 2005 11 Seiten

Soziologie - Kultur, Technik und Völker

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Gründe für die deutsche Auswanderung

2. Die Wahl des Auswanderungshafens

3. Die deutschen Schifffahrtsgesellschaften

4. Die Siedlungsviertel in der „Neuen Welt“

5. Gründe für die Verlagerung und Auflösung der deutschen Zentren

6. Deutschland; das jetzige Einwanderungsland

7. Fazit

8. Literaturverzeichnis

1. Gründe für die deutsche Auswanderung

Die deutsche als auch europäische Massenauswanderung nach Amerika lässt sich nur vor dem Hintergrund der großen wirtschaftlichen und technischen Veränderungen des 19. Jahrhunderts erklären. Dieses bezieht sich vor allem auf die Napoleonische Herrschaft (Ende 1815) und den Ausbruch des ersten Weltkrieges. Dabei wurde die Schifffahrt vor diesen eben genannten Ereignissen zwangsweise unterbrochen und kam 1815 erst wieder in Gang.[1]

Eine weitere Erklärung liegt in der Unterscheidung zwischen männlichen und weiblichen Auswanderern im Auswanderungsvorgang.

In diesem Fall spielten damals bei den männlichen Auswanderern vor allem politische Gründe eine sehr große Rolle. Dieses bezieht sich auf die Zeit von 1858-1864 (die gescheiterte Revolution von 1848) und von 1880-1893 (die Zeit der Jahrhundertmitte).[2]

Sowohl Gründe wie Abenteuerlust und die Flucht vor strafrechtlicher Verfolgung müssen hier Berücksichtigung finden.

Bei den weiblichen Auswanderern hingegeben sah die Erklärung der Massenauswanderung nach Amerika etwas anders aus. Sie wanderten eher nach dem Tod ihres Ehemannes oder der Eltern aus oder mussten sich ihrem Ehemann bei der Auswanderung zwangsläufig anschließen.[3]

1815, wie oben erwähnt, erfolgte nun die erste Phase der deutschen Auswanderung nach Amerika, wobei hier erwähnt werden muss, dass diese Auswanderung mit deutschen Schiffen vollzogen wurde.

2. Die Wahl des Auswanderungshafens

Die bevorzugten Auswanderungshäfen in Europa für die Deutschen sind Le Havre, Liverpool, Antwerpen, Bremerhafen und Hamburg gewesen, wobei hier gesagt werden muss, dass die Häfen in Frankreich im Jahre 1815 immer mehr an Bedeutung für die Auswanderer gewannen, vor allem der Hafen Le Havre.

1847 war es dann möglich Bremen mit der Eisenbahn zu erreichen und somit fand dieser Einschiffungshafen immer größere Beliebtheit, obwohl die Auswanderer von Bremen nach Bremerhafen transportiert werden mussten.[4]

Die Aufzeichnungen über deutsche Auswanderungen aus Bremen setzten im Jahre 1832 ein, in Hamburg im Jahre 1836. Somit kann man sagen, dass Bremen von 1840 bis 1849 eine Auswanderungszahl von ca. 211.000 Auswanderern hatte und weit vor Hamburg lag mit nur ca. 27.000.[5]

In den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts stand der Warenhandel von Amerika nach Deutschland, bei dem hauptsächlich Tabak, Reis und Baumwolle nach Bremen und Hamburg transportiert wurden und umgekehrt, Glaswaren, Leinen und Spielsachen, im Vordergrund. Der Tourismusboom an sich setzte erst weitaus später ein.

Erwähnenswert ist, dass eine Reise in die Vereinigten Staaten zur damaligen Zeit noch nahezu 7 Wochen gedauert hat und Ende des 19. Jahrhunderts, zur Einführung der Dampfschiffe, nur noch 14 bis 17 Tage, mit Schnelldampfern sogar nur 9 Tage.[6] Dazu später mehr.

3. Die deutschen Schifffahrtsgesellschaften

Anfang des 19. Jahrhunderts, also bis ca. 1847/57, erfolgte die Gründung der zwei großen Schifffahrtsgesellschaften „HAPAG“ und „Norddeutsche LLOYD“. In dieser Zeit hatte für gewöhnlich die Frachtbeförderung noch vor der Personenbeförderung Vorrang. Der Auswanderungsboom ist noch nicht allzu publik gewesen, wobei sich dieses im Laufe der Zeit schnell änderte.[7]

1840 dann stiegen die deutschen Auswanderungszahlen stetig an, aufgrund von Zeitungen, Ratgebern, oder Annoncen von Maklerfirmen und somit sahen Reedereien ein neues lukratives Geschäft in der Tourismusbranche von Deutschland nach Amerika.[8]

1847 wurde dann zum ersten Mal eine Aktiengesellschaft namens „Hamburg-Amerikanische-Paketfahrt-Aktien-Gesellschaft“ oder kurz „HAPAG“ gegründet. Wobei 1848 das erste Schiff der HAPAG, genannt „Deutschland“, mit insgesamt 90 Passagieren an Bord in See stach.[9]

[...]


[1] Vgl. Engelsing (1961), in: Just et al. (1992), S. 9.

[2] Vgl. Steinbrink (1983), in: Mikoletzky (1988) , S. 138.

[3] Vgl. Mikoletzky (1988), S. 138 ff.

[4] Vgl. Krohn (1992), S. 165 ff.

[5] Vgl. Engelsing (1961), S. 181-182, in: Just et al. (1992), S. 16.

[6] Vgl. Just et al. (1992), S. 10 ff.

[7] Vgl. Just et al. (1992), S. 11.

[8] Vgl. Bromme (1846), in: Just et al. (1992), S. 21.

[9] Vgl. Jahresberichte und Bilanzen der Hamburg-Amerika Linie (1903), S. 2-8, in: Just et al. (1992), S. 19.

Details

Seiten
11
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638418218
ISBN (Buch)
9783638750455
Dateigröße
422 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v44170
Institution / Hochschule
Fachhochschule für Wirtschaft Berlin
Note
1,3
Schlagworte
Europäische Auswanderung Amerika Politische Sozialstruktur Gesellschaft

Autor

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Titel: Europäische Auswanderung nach Amerika