Lade Inhalt...

Sind autonome Fahrzeuge ethisch vertretbar, wenn dadurch die Zahl der Verkehrstoten abnimmt?

Hausarbeit 2018 9 Seiten

Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung

2. Situations- und Phänomenanalyse

3. Interessenanalyse

4. Abwägen der Verhaltensalternativen

5. Normenprüfung
5.1 Quantitativer Utilitarismus
5.2 Deontologie

6. Güterabwägung

7. Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

Die Welt, in der wir leben, ist ständig im Umbruch. Wir versuchen möglichst vieles zu automatisieren und wollen dabei gleichzeitig unsere Sicherheit erhöhen. Fehler sind durch die Automation jedoch nicht ausgeschlossen und müssen korrigiert werden. Der Verantwortung hierfür können und dürfen wir uns nicht entziehen. Dabei Stoßen wir auch auf ethische Fragestellungen. Das brisanteste Thema rund um maschinelles Flandeln ist derzeit das Autonome Fahren. Es wurde in den letzten Jahren reichlich diskutiert und steht heute mehr denn je im Fokus. Zwar wird die Technologie (u.a. durch die schnelle Reaktionszeit) als wegweisend und zukunftssicher eingestuft, dennoch hört man immer öfter von Vorfällen, bei denen es zu einem tödlichen Crash im Autopilotmodus kam.

Auch wenn in vielen Fällen die Anzahl der Verkehrstoten zwar reduziert werden könnte, stellt sich uns dennoch die Frage, ob wir die Flandlung generell Maschinen überlassen sollen und dabei u.u. unschuldige Personen getötet werden, welche ansonsten u.u. noch am Leben wären.

2 Situations- und Phänomenanalyse

Weltweit haben wir das Problem, dass es zu viele Unfälle auf unseren Straßen gibt. Manche enden in einem Sachschaden, andere wiederum fordern Todesopfer.

Viele dieser Unfälle werden durch menschliches Versagen ausgelöst. Allein 2017 gab es in Deutschland knapp über 3.000 Verkehrstote.1 Diese Zahl gilt es zu verringern. Es wird damit gerechnet, dass Autonomes Fahren diese Zahl um die Hälfte reduzieren könnte und dabei immer smarter werden würde, was die Zahl kontinuierlich herabsetzen würde.2 Die Regierung ist bestrebt, die Zahl der Verkehrstoten möglichst gering zu halten, denn sie ist dem Schutz für das Volk verpflichtet. Viele Autofahrer hingegen möchten zwar ein sicheres Auto, aber auch der Spaß am Fahren ist ihnen wichtig. Angehörige sind darum besorgt, dass ihren Verwandten nichts passiert und die Automobilbauer hoffen sich voneinander abgrenzen zu können und den Fahrern ein möglichst entspanntes und vielfältiges Fahren zu ermöglichen. Logistikunternehmen erhoffen sich Einsparungen von Treibstoff (z.B. durch Konvois, welche den Windschatten der vorigen LKWs ausnutzen können). Informationen über das Fahrverhalten werden untereinander ausgetauscht.3

Für Automobilhersteller und Zulieferer ergeben sich dadurch neue Profitquellen, wie Z.B. die Produktion von Sensoren und die Entwicklung von Software. Allein durch die Hardware wird ein Marktpotenzial von 40 Mrd. USD bis 2030 geschätzt.4 Datenschützer hingegen haben Sorgen, dass zu viele Informationen über den Fahrer und die Insassen gesammelt werden und diese möglicherweise in falsche Hände gelangen könnten.

3 Interessena na lyse

Die Politik will einerseits die Verkehrssicherheit erhöhen, jedoch auch die Bürger vor unausgereifter Technik schützen. So sind Z.B. die Sensoren noch nicht in der Lage, sehr weite Strecken zu Überblicken, um ein sicheres Fahren bei hohen Geschwindigkeiten zu ermöglichen. Die Anzahl der Unfälle ist noch zu hoch.

Daher ist es den Autobauern noch nicht möglich, autonom fahrende Fahrzeuge auf deutschen Straßen zivil zuzulassen. So ist auch die rechtliche Situation für Autonomes Fahren noch nicht geschaffen, wer bei einem Unfall die Schuld trägt und sich zu verantworten hat. Automobilbauer wollen möglichst die Fahrzeuginsassen beschützen, um so das Sicherheitsgefühl beim Fahren mit ihren Fahrzeugen zu erhalten. Das wiederum widerspricht dem Deutschen Recht, welches besagt, dass jegliche Wertung und Klassifizierung von Menschen und Gewichtung von Menschenleben unzulässig ist. Datenschützer befürchten, die Menschen könnten durch Autonomes Fahren profiliert werden. Die Autobauer halten personenbezogene Informationen jedoch für wichtig und kostbar, um so schnell auf Gewohnheiten zu reagieren und somit auch das Fahrerlebnis erhöht wird. Humanisten fürchten, dass ethische Entscheidungen, welche von Computern getroffen werden müssen, unschuldige Menschen in Gefahr bringen können. Einige Autofahrer wollen den Fahrspaß behalten. Es ist ihnen wichtig, Autonomes Fahren in Zukunft nicht zur Pflicht zu machen. Viele vertrauen jedoch einem System ohne eine Möglichkeit zum Engreifen noch nicht und wünschen sich daher noch eine Wahl über die Automationsstufen.

4 Abwägen der Verhaltensalternativen

Es gibt 5 Stufen der Automatisierung beim Fahren. Mit zunehmendem Level erhöht sich die Automatisierung des Fahrzeuges. Ethische Entscheidungen selbst zu treffen funktioniert noch in den ersten drei Levein. Hierbei hat der Mensch die Kontrolle über das Fahrzeug (entweder zu jeder Zeit oder in brenzligen Situationen) und kann somit eigenständig handeln und die Verantwortung über das Geschehene übernehmen. Dieses System ist mittlerweile langfristig erprobt und führt zu einer hohen Zahl an Verkehrstoten im Land. Bei Stufe 1 ist der Fahrer ständig gefordert. Er kümmert sich entweder um die Geschwindigkeit oder um das Lenken. Die Fahrsicherheit wird schon dadurch erhöht, dass der Mensch sich nur noch auf eines der beiden Aufgaben konzentrieren muss. Langfristig könnte eine kleine Abnahme der Zahl der Verkehrstoten erwartet werden. Ab Stufe 2 ist der Mensch nicht mehr dauerhaft in das

Geschehen involviert. Daher kann er sich geradezu leicht ablenken lassen und das Fahren ggf. vernachlässigen. Das kann bei unausgereifter Technik zu erhöhtem Verkehrschaos führen. Bei Stufe 3 muss der Mensch nur in brenzligen Situationen eingreifen; hier sind ethische Entscheidungen kurz- und langfristig meist noch selbst zu treffen. Ab Stufe 4 handelt das Fahrzeug dann ohne jegliche Beteiligung des Fahrers von selbst.5 Ein Eingriff des Fahrers bzw. des Passagiers ist ab dieser Stufe nicht mehr möglich. Die technischen Voraussetzungen sind für diese Stufen jedoch noch nicht geschaffen. Durch die Künstliche Intelligenz könnten kurzfristig die Zahl der Unfälle wahrscheinlich etwas reduziert werden und langfristig wäre eine kontinuierliche Reduktion der Zahl der Verkehrstoten möglich.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2

[...]


1 vgl. Baumann, и li : Zahl der Verkehrstoten gesunken: https://www.auto-motor-und-sport.de/verkehr/unfallstatistik-2017-zahl- der-verkehrstoten/?block=l (entnommen am 20. Mal 2018)

2 vgl. Rosekind, Mark: NHTSA: Autonomes Fahren reduziert Verkehrstote um die Hälfte: https://www.autonomes- fahren.de/nhtsa-autonomes-fahren-reduziert-verkehrstote-um-die-haelfte/ (entnommen am 24. Mal 2018)

3 vgl. Daimler: Daimler Trucks erprobt Lkw-Platoonlng auf öffentlichen Highways In den USA, dalmler.com: http://media.daimler.com/marsMediaSite/de/instance/ko/Daimler-Trucks-erprobt-Lkw-Platooning-auf-oeffentlichen- Highwavs-in-den-USA.xhtml?oid=29507091 (entnommen am 4.Juni 2018)

4 vgl. Statista: Prognose zum weltweiten Marktpotenzlai für neue Hard- und Software durch autonomes Fahren bis zum Jahr 2030 (In Milliarden US-Dollar), statlsta.com: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/453975/umfrage/autonome- fahrzeuge-marktpotenzial-hard-und-software-bis-2030/ (entnommen am 5. Juni 2018)

5 vgl. Dahlmann, Don: DIE Fü NF LEVEL DES AUTONOMEN FAHRENS: https://www.dondahlmann.de/?p=24974 (entnommen am 18. Mai 2018)

Details

Seiten
9
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783668798731
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v441746
Note
Schlagworte
automom Fahrzeuge künstliche Intelligenz automatisch Autos Verkehrstote
Zurück

Titel: Sind autonome Fahrzeuge ethisch vertretbar, wenn dadurch die Zahl der Verkehrstoten abnimmt?