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Die Kleinsiedlung. Ihre Entstehung und ihre nationalsozialistische Indienstnahme

Hausarbeit (Hauptseminar) 2015 22 Seiten

BWL - Wirtschafts- und Sozialgeschichte

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.) Einleitung

2.) Die Entwicklung der Kleinsiedlung

3.) Die Indienstnahme durch die Nationalsozialisten
3.1) Die Blut & Boden Theorie Darrés
3.2) Die Überlagerung des Fürsorgecharakters durch den Rassegedanken
3.3) Siedlerauswahl am Beispiel München-Ramersdorf

4.) Die politische Indienstnahme eines Siedlungsgedankens

5.) Literaturverzeichnis

1.) Einleitung

Die Kleinsiedlung, eine preußische Erfindung, die erstmals im Reichsheimstättengesetz der Weimarer Verfassung zum Tragen kam, stellt den Untersuchungsgegenstand der vorliegenden Arbeit dar. Ihre Entwicklung beginnt in der Weimarer Republik und erreicht ihren Höhepunkt unter den Nationalsozialisten, wo sie zu Propagandazwecken missbraucht wurde. Dies geschah infolge ihrer ideologischen Aufladung und den übergeordneten siedlungs-, sowie bevölkerungspoltischen Zielen der NSDAP.

„Siedeln heißt nicht bauen, sondern viel mehr!“[1] (J.W. Ludowici)

Das Zitat des stellvertretenden Reichskommissars für das Siedlungswesen spiegelt die Leitfrage der folgenden Untersuchung zusammenfassend wieder. Warum avancierte gerade die Kleinsiedlung zum Vorzeigeprojekt der Nationalsozialisten? Was unterschied diese Wohnform maßgeblich von anderen Wohnprojekten?

Der Grundgedanke des Nationalsozialismus war der Rassengedanke. Hitler war überzeugt von dem Gedanken, dass jeder Rasse ein individueller sittlicher sowie kultureller Wert zukam. Die nordische Rasse befand sich, seines Erachtens nach, an der Spitze der Hierarchie und stellte somit die hochrangigste da. Sie galt es daher zu schützen und zudem war dieser Rasse jegliche Art kultureller Reichtümer zu verdanken.

Diese Rasse oder auch Herrenrasse galt es zu schützen und ihren Fortbestand zu sichern. Inwiefern sich dieser Gedanke in Bau- und Wohnprojekten des Dritten Reichs wiederfindet, wird an einigen Mustersiedlungen deutlich: Dr.-Robert-Ley-Siedlung, München-Ramersdorf, Stuttgart-Weilimdorf, Lehrsiedlung Braunschweig-Mascherode, oder Hamburg-Wellingsbüttel. Die Siedlerauswahl am Beispiel München-Ramersdorf liegt dieser Arbeit zugrunde und dient zur Veranschaulichung der tatsächlichen Umsetzung des nationalsozialistischen Siedlungsgedankens.

Die Hauptakteure in dieser Debatte sind Gottfried Feder, Reichskommissar für das Siedlungswesen, Johann Wilhelm Ludowici, sein Stellvertreter und Leiter des Reichsheimstättenamtes und Guido Harbers, Architekt und Baubeamter sowie Dr. Robert Ley, Vorsitzender der Deutschen Arbeitsfront. Sie beriefen sich fast ausnahmslos auf die Blut und Boden Theorie Richard Walther Darrés und knüpften damit an die in der Weimarer Zeit bereits aufkeimenden anti-urbanen Tendenzen an. Eine ausführliche Erläuterung eben dieser Theorie ist daher unerlässlich und findet daher im Folgenden ebenfalls ihren Ausdruck.

Die nationalsozialistische Propaganda fokussierte das Projekt Kleinsiedlung bereits kurz nach der Machtergreifung Hitlers. Der Erste Weltkrieg hatte nachwievor Spuren im Reich hinterlassen und neben Armut und Hunger war auch die Wohnungsnot ein markantes Problem. Aufgrund der Bombardierungen fehlte es an Wohnraum und da Elend in den Städten verschlimmerte sich fortwährend im Laufe der Weltwirtschaftskrise. Die Entstädterung schien daher die einzige Lösung und auch die sozialhygienischen Ansätze der Zwanzigerjahre trugen ihren Teil dazu bei, dass sich erstmals seit der Industriealisierung eine Art Großstadtfeindschaft herauskristallisierte.

Im Zuge der Wiederaufrüstung wetteiferten die Vertreter des Siedlungswesens, der Deutschen Arbeitsfront und des Reichsheimstättenamtes mit den Bauherrn und Architekten um die besten Ideen und Konzepte für die ideologische Zweckentfremdung des Siedlungsphänomens Kleinsiedlung. Das übergeordnete Ziel der Arbeit ist demnach die Klärung der Frage, warum sich gerade dieses Konzept für eine nationalsozialistische Indienstnahme eignete und in welcher Form die Umsetzung erfolgte.

Der erste Teil der Untersuchung befasst sich mit der Entstehung und Entwicklung der Kleinsiedlung. Ihre ursprüngliche Funktion wird an dieser Stelle deutlich. Des Weiteren steht ihre nationalsozialistische Indienstnahme im Fokus. An dieser Stelle rückt die Blut und Boden Theorie Darrés ebenfalls in den Fokus und stellt gleichzeitig die Überleitung zum nächten Thema dar: Die Überlagerung des Fürsorgecharakters durch den Rassegedanken. Die Siedlerauswahl am Beispiel München-Ramersdorf verdeutlicht die widersprüchliche und problematische Umsetzung des Unterfangens.

Das Konzept Kleinsiedlung gliederte sich darüber hinaus mühelos in die konservative Familienpolitik der NS-Diktatur ein: Ein Eigenheim im ländlichen Idyll, das außerdem eine partielle Selbstversorgung ermöglichte und ausreichend Platz für zahlreiche Nachkommen gewährte. Auch die Geschlechterrollen waren klar verteilt: Die Frau als Hausfrau und Mutter, der Mann als Versorger und Familienoberhaupt. Aber inwiefern implizierte das Projekt einen bevölkerungspolitischen Charakter? An welcher Stelle kam der für Hitler ausschlaggebende Rassegedanke zum Vorschein? Die Untersuchung gibt Antwort auf diese Fragen.

2.) Die Entwicklung der Kleinsiedlung

Schon die Wohnbaupolitik der Zwanzigerjahre hatte im Artikel 155 der Weimarer Verfassung festgeschrieben, dass jedem Deutschen das Recht auf eine gesunde Wohnung gebührt. Die Wohnung sollte dabei auf die jeweiligen Bedürfnisse abgestimmt sein, was im Fall einer kinderreichen Familie eine Wohn- und Wirtschaftsstätte bedeutete. Etwas Vergleichbares hatte es jedoch auch im Kaiserreich gegeben: die Kriegerheimstätte. Als „Dank der Nation“ betrachtete man diese primitiven Kleinhäuser inklusive Nutzgarten für Kriegsveteranen.[2]

Erstmals tauchte der Begriff „Kleinsiedlung“ im Reichsheimstättengesetz der Weimarer Verfassung auf. Das Reichsheimstättengesetz war Teil der Notverordnungen des Kabinett Brünings und zielte auf die „Seßhaftmachung der Bevölkerung auf dem Lande“ sowie der Verlegung der Siedlungstätigkeit auf den Stadtrand ab.[3] Die Grundlage für den Kleinsiedlungsbau bildete folglich die „Brüningsche Notverordnung.“[4] Genauer gesagt war es die 3. Notverordnung vom 06.10.1931, die die Erwerbslosensiedlung zum bevorzugten staatlichen Wohnbauprogramm erklärte. Das Siedlungsleitbild des „Kleinhäuslertums“ wurde bereits zur Jahrhundertwende mit besonderer Aufmerksamkeit bedacht und in den Nachkriegsjahren als verpflichtendes Modell staatlich akkreditiert. Fortan versuchte man die einfachen Unterkünfte inklusive Ackerfläche propagandistisch aufzuwerten und für die Siedler attraktiv zu machen.[5]

Darüber hinaus implizierten die Notverordnungen auch einen ideologischen Aspekt: die Entradikalisierung der Arbeiterschaft. Indem man ihre soziale Not linderte und sie aus großstädtisch bedenklichen Vierteln entfernt, erhoffte man sich eventuell aufkommenden Arbeiteraufständen entgegenzuwirken.[6] Brüning selbst bezeichnet seine grundlegenden Reformen zur Änderung des gesamten Wohnungswesens als großen Erfolg, obwohl tatsächlich nur 10 000 Siedlerstellen geschaffen wurden.[7]

Die Entwicklung der Kleinsiedlung fußte auf der nationalistischen Großstadtkritik, die bereits unter Brüning im Zuge der sozialhygienischen Ansätze zum Vorschein kam. Die Großstadt als Ursprung allen Elends sowie Begegnungsort des Nomaden- und Judentums, ebenso wie die Heimat liberaler und marxistischer Ideen, stellte eine große Gefahr in den Augen der Regierung dar. Offiziell bediente man sich dieser nationalistischen Aspekte jedoch erst nach der Machtergreifung Hitlers.

So kam es das Reichskommissar Feder und der Leiter des Reichsheimstättenamtes sowie Siedlungsbeauftragte der Partei Ludovici, auf der Blut und Boden Theorie Richard Walther Darrés basierend, das Projekt Kleinsiedlung mit seiner kontrollierten Siedlerauswahl und ideologischen Aufladung in den Vordergrund stellten. Der Regulierungswahn findet an dieser Stelle erneut seinen Ausdruck und verdeutlicht die utopischen bevölkerungspolitischen Ziele, die die nationalsozialistische Propaganda beinhaltete. Die Arbeit des Reichsheimstättenamtes konzentrierte sich demnach bis 1937 auf die Kleinsiedlung. Bereits im Frühjahr 1934 wurden die „Richtlinien zur Heimstättensiedlung“ festgelegt. Diese Richtlinien definierten die Kleinsiedlung wie folgt:

„Die Heimstättensiedlung ist die Wohn- und Werkform des deutschen Arbeiters, die es ihm ermöglicht, von dem heiligen Recht auf ein Stück der Heimaterde einen solchen Gebrauch zu machen, daß der Familie daraus gesunde Kräfte für Leib und Seele erwachsen. Durch die Bewirtschaftung soll ihre Lebenshaltung wesentlich verbessert und in Krisenzeiten drückendste Not von ihr ferngehalten werden. Sie verdient daher als bevölkerungspolitische wie auch als nationalwirtschaftliche Notwendigkeit bevorzugte Förderung von jeder anderen Wohnform.“[8]

Die daraus resultierenden Maßstäbe und Kriterien bei der Siedlerauswahl kontrollierten fortan den Aufbau der Volksgemeinschaft. Selbst der schwankende Einfluss des Reichsheimstättenamtes konnte dies nicht verhindern. Dementsprechend manifestiert sich an dieser Stelle der ausschlaggebendste Unterschied zur Siedlungspolitik und –praxis bis 1932.[9]

Die drei folgenden charakteristischen Merkmale des Wohnungsbaus hatten ihren Ursprung jedoch bereits vor der Machtergreifung Hitlers. Zum einen war die allgemeine Verringerung der Subventionierung des Wohnungsbaus ein Ziel, welches durch Umbau statt Neubau erreicht werden sollte. Des Weiteren sollte die Eigeninitiative von Bauherrn erhöht werden und darüber hinaus waren Wohnungsteilungen sowie Modernisierungen Neubauten zu bevorzugen. Zum anderen verlagerte sich das Baugeschehen von den Städten auf die Landgemeinden und Landstädte (unter 5000 Einwohner). Hier gab es schließlich die Möglichkeit in Form von Kleinsiedlungen die Möglichkeit der Selbstversorgung einzurichten.

Zuletzt sollte der Versuch unternommen werden, Kapitalsubventionen durch Reichsbürgschaften für den Bau kleiner Wohnungen zu ersetzen um auch Geringverdienern eine Chance zu bieten, sich ein Eigenheim leisten zu können.[10] Hierfür wurden niedrig verzinste Darlehen zur Verfügung gestellt. Des Weiteren hielten die Kommunen Grundstücke zwischen 600 und 5000 Quadratmeter bereit, mit dem Ziel Erwerbslosen sowie kurzarbeitenden Bauarbeitern sowie Bauhandwerkern zum Eigenbau zu animieren und ihnen dadurch eine partielle Selbstversorgung zu ermöglichen. Die Kleinsiedlung umfasste schließlich einen Garten und Kleintierhaltung.[11]

Warum die nationalsozialistische Ideologie ihren Ausdruck gerade in der Kleinsiedlung fand, lässt sich folgendermaßen erklären: Der Heimstättenbau stellte die wichtigste ideologische Bindung der Arbeiterschaft an den Betrieb dar und symbolisierte die autoritären Gesellschaftsvorstellungen, ebenso wie die Bewusstseinsstrukturen des Nationalsozialismus. Darüber hinaus verkörperte der Heimstättenbau das ständische Prinzip des „ganzen Hauses“.[12]

Joachim Petsch teilt den Wohnungsbau ab 1933 in drei Phasen ein. 1.Phase: (1933-35/36) Fortsetzung des Kleinsiedlungsbaus. 2.Phase: (1936-40) Übergang zur Kriegswirtschaft. 3.Phase: (ab 1940) Wohnungsaufbau im Krieg. Die im Nationalsozialismus übliche Überregulierung fand auch im Bauwesen seinen Ausdruck.

Die bäuerlichen Siedlungsstellen waren dem Reichsernährungsministerium als landwirtschaftliche Vollerwerbsstellen unterstellt und gehörten zu dem per Gesetz erlassenen Programm „Neubildung deutschen Bauerntums“ (14.07.1933). Die Stadtrand-, Erwerbslosen- und Kurzarbeiter- sowie Heimstättensiedlung hingegen reduzierten sich fortwährend in ihrer Größe, verfolgten jedoch ebenfalls das Ziel der Ernährungsunabhängigkeit für den bevorstehenden Krieg. „Liebe zur Scholle“ und „Verbundenheit zur Heimaterde“ waren die offiziellen ideologischen Begründungen hierfür.[13]

Das übergeordnete Ziel war die Reprivatisierung der Finanzierung bei gleichzeitiger politischer, sozialer, räumlicher und architektonischer Lenkung und Kontrolle. Das viel größere Problem waren jedoch die hohen Rüstungsausgaben, weshalb schnell klar wurde, dass das Volk das nötige Kapital für den Wohnungsbau aufbringen sollte. Betrachtet man die zeitgenössischen Lohnverhältnisse wird jedoch schnell deutlich, dass es sich hierbei um unrealistische Forderungen handelte.[14]

Andererseits ist es an dieser Stelle unerlässlich zu betonen, dass es keine geschlossene NS-Wohnungspolitik und –programmatik gegeben hat. Bei den Schlagworten Großstadtfeindlichkeit, Großstadterweiterung, Agrarromantik und Massenwohnungsbau handelte es sich demnach um Konzepte, die nicht parallel dafür aber konkurrierend verliefen.[15]

3.) Die Indienstnahme durch die Nationalsozialisten

Nach der Machtergreifung Hitlers im Jahr 1933 gewann der ideologische Aspekt der Kleinsiedlung immer mehr an Bedeutung. Robert Ley, Leiter des Verbands Deutsche Arbeitsfront, sowie seine DAF-Untergliederungen brachten immense Siedlungspläne an die Öffentlichkeit und forderten zugleich den Führungsanspruch im Siedlungswesen.[16] Leys arroganter Charakter und seine utopischen Vorstellungen das Siedlungswesen betreffend fanden in seiner großspurig-totalitären Sozial- und Wohnungspolitik, die alle Bereiche des täglichen Lebens kontrollieren sollte, ihren Ausdruck. Die Presse kritisierte seine Pläne dafür öffentlich.[17]

Die ursprüngliche Zielgruppe der Erwerbslosen und Geringverdiener wurde ausgetauscht. Fortan standen die „rassisch wertvollen Stammarbeiter“ im Fokus. Ziel war es, bedingt durch die krisenbedingte Hochkonjunktur, eine sogenannte „Vollbeschäftigtensiedlung“ zu schaffen. Ein weiterer Grund hierfür war darüber hinaus die Großstadtfeindschaft der Nationalsozialisten.[18] So kam es schließlich, dass gerade sozialpolitische Versprechen für die nationalsozialistische Propaganda 1933 instrumentalisiert wurden und auskömmliche sowie gesunde Lebensverhältnisse auf dem Land, vorzugweise in der Kleinsiedlung, postulierten. Eine gesunde Volks- und Leistungsgemeinschaft war folglich die Bedingung für den nationalen Wiederaufstieg.[19]

Mit der Machtübernahme Adolf Hitlers und seinem zentralem Ziel, die Aufrüstung in den Vordergrund zu stellen, verloren seine sozialpolitischen Versprechungen jedoch schnell ihren Stellenwert.[20] Ab 1933 folgten konkrete Überlegungen, wie dem Kleinsiedlungsprogramm ein nationalsozialistisches Profil verliehen werden konnte.[21] Dies geschah, wie bereits erwähnt, in Anlehnung an das Siedlungsprogramm Heinrich Brünings in der Weltwirtschaftskrise. Die Kleinsiedlung avancierte zu dem Siedlungsprojekt, da es als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme galt und somit eine privilegierte Stellung inne hatte. Es handelte sich zudem um eine öffentliche Ausgabe, für das alle Reichsmittel bis 1934 verplant worden waren. Das Kleinsiedlungsprojekt lag infolgedessen siedlungs- sowie bevölkerungspolitisch im Interesse des Volkes. Der ursprüngliche Fürsorgecharakter, den die Kleinsiedlung unter Brüning inkludierte wurde infolgedessen vom Rassegedanken der Nationalsozialisten überlagert.[22]

Die Kleinsiedlung stand fortan im Zentrum der NS Wohnraumpolitik, was 1934 die Gründung des Deutschen Siedlungswerkes unter der Leitung Gottfried Feders zur Folge hatte. Feder wurde in diesem Jahr außerdem zum Reichskommissar für das Siedlungswesen benannt. Sein Stellvertreter, Johann Wilhelm Ludowici, war zugleich Leiter des Reichsheimstättenamtes.[23]

Das Reichsheimstättenamt hatte es sich zur Aufgabe gemacht, die Popularität des Siedelns mit propagandistischen Mitteln zu steigern. Hierfür vereinnahmte er alle Siedlungsprojekte mit Ausnahme der spezifisch bäuerlichen Belange. Zudem bot seine Organisation eine praktische Beratung, Förderung und Unterstützung siedlungswilliger Einzelpersonen, Verbänden sowie privaten und staatlichen Einrichtungen. Der zugleich Siedlungsbeauftragte der Partei erhob darüber hinaus Anspruch auf die Auswahl, Schulung und exklusive Betreuung von Siedlungswilligen. Ebenso die Durchführung der Projekte oblag seinen Anweisungen und ließ infolgedessen wenig bis keinen Spielraum bei deren Umsetzung.[24]

[...]


[1] J. W. Ludowici, NSDAP. und Siedlung, in: Zeitschrift für Wohnungswesen, Berlin, 32.Jg. 1934, Heft 10, S.191

[2] Vgl.: Weinberger, Ingeburg: „Siedeln heißt nicht bauen, sondern viel mehr!“ Ideologietransfer im Siedlungsbau des Nationalsozialismus in Groß-Wien, (unv. Diss.) Universität Wien, 2010, S.62.

[3] Schildt, Axel: Wohnungspolitik, in: Hockerts, Hans Günter (Hrsg.): Drei Wege deutscher Sozailstaatlichkeit, NS-Diktatur, Bundesrepublik und DDR im Vergleich, in: Schriftenreihe der Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte, Oldenbourg Verlag, München 1998, S.159.

[4] Vgl.: Harlander, Tilmann: Kleinsiedlungspolitik zwischen 1930-1950 – eine deutsche Geschichte, in: Schulz, Günther (Hrsg.): Wohnungspolitik im Sozialstaat. Deutsche und europäische Lösungen 1918–1960 (Forschungen und Quellen zur Zeitgeschichte 22), Düsseldorf 1993, S.125.

[5] Vgl.: Weinberger 2010, S.64f.

[6] Vgl.: Schildt 1998, S.159.

[7] Vgl.: Ebenda, S.159f.

[8] Laub, Die Siedlung (1939) −Reichsheimstättenamt der DAF (Hg.), Planungsheft 9, Die Siedlung(bearbeitet von G. Laub), Berlin 1939, S.9.

[9] Vgl.: Baade, Rudolf: Kapital und Wohnungsbau in Berlin 1924-1940. Die öffentliche Förderung in der Weimarer Republik und im NS-Staat, Berlin Forschungen der Historischen-Kommission zu Berlin (Bd.3), BVW 2004, S.183.

[10] Vgl.: Schildt 1998, S.157f.

[11] Vgl.: Ebenda, S.159.

[12] Vgl.: Petsch, Joachim: Baukunst und Stadtplanung im Dritten Reich, Hanser, München 1976, S.152.

[13] Vgl.: Weinberger 2010, S.68.

[14] Vgl.: Petsch 1976, S.165.

[15] Vgl.: Schulz, Günther: Kontinuitäten und Brüche in der Wohnungspolitik von der Weimarer Zeit bis zur Bundesrepublik, in: Teuteberg, Hans Jürgen (Hrsg.) Städtewachstum, Industrialisierung, Sozialer Wandel. Beiträge zur Erforschung der Urbanisierung im 19. Und 20. Jahrhundert, Schriftenreihe des Vereins für Socialpolitik (Band 156), Duncker & Humboldt, Berlin 1986, S.151.

[16] Vgl.: Harlander, Tilmann: Zwischen Heimstätte und Wohnmaschine. Wohnungsbau und Wohnungspolitik in der Zeit des Nationalsozialismus, Birkhäuser-Verlag, Basel 1995, S.53.

[17] Vgl.: Harlander 1995, S.54.

[18] Vgl.: Schildt 1998, S.160.

[19] Vgl.: Ebenda, S.160.

[20] Vgl.: Ebenda, S.161.

[21] Vgl.: Haerendel, Ulrike: Kommunale Wohnungspolitik im Dritten Reich. Siedlungsideologie, Kleinhausbau und „Wohnraumarisierung“ am Beispiel Münchens, Institut für Zeitgeschichte, Oldenbourg Verlag, München 1999, S.228.

[22] Vgl.: Haerendel 1999, S.230.

[23] Vgl.: Harlander 1993, S.126f.

[24] Vgl.: Baade 2004, S.180.

Details

Seiten
22
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668806634
ISBN (Buch)
9783668806641
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v442752
Institution / Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn – Geschichtswissenschaft, Neue Geschichte
Note
2,0
Schlagworte
Blut&Boden Theorie Nationalsozialismus Kleinsiedlung

Autor

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