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Psychologie des Gesundheitsverhaltens. Einsendeaufgabe zu den Schwerpunkten Selbstwirksamkeitserwartung, Stress und Beratungsgespräch

Einsendeaufgabe 2018 13 Seiten

Psychologie - Allgemeine Psychologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 SELBSTWIRKSAMKEITSERWARTUNG
1.1 Definition
1.2 Messung der spezifischen Selbstwirksamkeitserwartung zum Thema gesunde Ernährung
1.3 Wissenschaftliche Studien

2 STRESS

3 BERATUNGSGESPRÄCH
3.1 Das Transtheoretische Modell und Ziele
3.2 Rolle des Beraters und erste Schritte
3.3 Gesprächsverlauf Beispiel

4 LITERATURVERZEICHNIS

1 Selbstwirksamkeitserwartung

1.1 Definition

Die Selbstwirksamkeitserwartung oder auch die Kompetenzerwartung ist die subjektive Überzeugung, dass man mithilfe der eigenen Ressourcen eine bestimmte Situation bewältigen kann. Sie beeinflusst Menschen in Ihrer Leistung und Motivation (Bandura, 1997, zitiert nach Bierhoff & Frey, 2011, S.32).

1.2 Messung der spezifischen Selbstwirksamkeitserwartung zum Thema gesunde Ernährung

Ich ernähre mich gesund, wenn…

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Ergebnis Fragebogen zu gesunder Ernährung

Zur Messung der spezifischen Selbstwirksamkeitserwartung wurde ein Fragebogen mit 18 Fragen zum Thema gesunde Ernährung von 5 unterschiedlichen Personen ausgefüllt. Es wird deutlich, dass Personen mit einer hohen Selbstwirksamkeitserwartung einen hö- heren Wert in dem Fragebogen erreicht haben. Sie können auch in schwierigeren Situati- onen, wie beispielsweise auf einer großen Feier, Ihr positives Gesundheitsverhalten auf- rechterhalten. Dadurch erkennen Sie leichter gesundheitliche Risiken und haben genug Motivation, um gesundheitsförderndes Verhalten über einen längeren Zeitraum zu halten. Sie sind erfolgsorientiert und geben sich selbst auch den Grund für den Erfolg. Sobald Sie einen Misserfolg erleben, schreiben Sie diesen Ihrer Umgebung zu, z.B. schlechter Einfluss von Freunden.

Dementsprechend erreichen Personen mit einer wenig ausgeprägten Selbstwirksamkeitserwartung einen niedrigen Wert. Für Sie ist der Misserfolg eher internal und stabil. Sie geben sich also selbst die Schuld, dass Sie nicht genug Disziplin, Motivation und Überzeugung in sich selbst haben.

1.3 Wissenschaftliche Studien

Tab. 1: Vergleich wissenschaftlicher Studien

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Obwohl in beiden Studien mit anderen Fragestellungen gearbeitet wurde, kann man zusammenfassend sagen, dass beide die gleichen Ergebnisse haben.

Den größten Einfluss haben die körperlichen Schmerzen und Beschwerden. Je geringer die Schmerzen waren, desto höher war die Selbstwirksamkeitserwartung. Die Steigerung von Schmerzbewältigungsstrategien führt also zu einer besseren Erfolgseinschätzung.

Je geringer die Selbstwirksamkeitserwartung, desto höher die emotionalen Beeinträchti- gungen und desto geringer der Einsatz von Schmerzbewältigungsstrategien. Das verhin- dert, dass die Erfolgserlebnisse einem selbst zugeschrieben werden. Das heißt, je besser das emotionale Wohlbefinden, desto höher die Selbstwirksamkeitserwartung. Die Patienten sollten also gut aufgeklärt werden und es sollten Strategien vermittelt wer- den, die zeigen, dass die Patienten auch selbst Einfluss auf die Ergebnisse haben.

2 Stress

Das Wort „Stress“ stammt von dem lateinischen Wort „Stringere“ ab, das so viel wie zusammenziehen oder zusammenschnüren bedeutet (Furnham, 2010, S.28). Allerdings gibt es keine einheitliche Definition des Wortes. Delph definiert Stress wie folgt: Anfor- derungen und Belastungen die bei einem Menschen Stressreaktionen auslösen können (2014). Für mich selbst bedeutet Stress, dass Ich mich in einer Situation überfordert fühle und denke, dass Ich diese gar nicht oder nur bedingt meistern kann. Ein typischer Satz dafür ist „Das schaffe Ich nie!“. Jedoch hat jeder Mensch eine andere Auffassung und Reaktion von Stress, da jeder eine individuelle Wahrnehmung hat (Delph, 2014). Situati- onen an denen manche schon verzweifeln, ist für manch andere noch gar keine Stresssi- tuation.

Zunächst muss man allerdings zwischen positivem Stress (Eustress) und negativem Stress (Disstress) unterscheiden (Hartig, 2015, S.7). Eustress entsteht bei motivierten Situatio- nen, z.B. einem Wettkampf. Durch Ihn werden Aufmerksamkeit und Leistungsfähigkeit gesteigert und es entstehen Glücksgefühle. Positiver Stress ist also gut für uns, er treibt und an und gibt uns die nötige Motivation, um bestimmte Situationen besser zu meistern. Disstress entsteht durch Situationen mit nicht genug oder gar keinen Ressourcen zur Be- wältigung (Hartig, S.7). Leider kann man den Disstress nicht vermeiden, früher oder spä- ter kommt jeder in eine stressige Situation, z.B. auf der Arbeit. Man fühlt sich in diesen Momenten nicht wohl und möchte diese Situation so schnell wie möglich aus dem Weg räumen.

Man unterscheidet zwischen kurzzeitigem, mittellangem und langzeitigem Stress (Delph, 2014). In schlimmen Fällen oder bei häufigem negativen Stress kann es gesundheitliche Folgen haben und zu Krankheiten wie beispielsweise Kopfschmerzen oder sogar dem Burn-Out Syndrom kommen.

Zudem unterscheidet man Stressoren, also die Gründe, die zu einer Stressreaktion führen (Delph, 2014), zwischen inneren und äußeren Stressoren (Müller, 2014). Beide Arten der Stressoren werden subjektiv wahrgenommen. Innere Stressoren werden größtenteils durch die Erziehung, also beispielsweise durch zu hohe Ansprüche erzeugt (Müller, 2014).

Äußere Faktoren sind Umwelteinflüsse, z.B. Stau. Je nachdem wie der Umgang mit die- sen Stressreaktionen ist, können diese allerdings auch als Motivation und Ansporn gese- hen werden.

Man merkt also, dass jeder Mensch anders mit Stress umgeht und jeder hat eine individuelle Wahrnehmung davon, abhängig von dem Charakter, der Lebenssituation und der Herangehensweise (Delph, 2014).

Im Jahr 2016 waren mit 16,3% psychische Erkrankungen die zweithäufigste Ursache für Arbeitsunfähigkeit (Knieps &Pfaff, 2017, S.17). Mit durchschnittlich 27 Behandlungsta- gen im Jahr 2016 erreichen psychische Erkrankungen damit den ersten Platz bei der sta- tionären Versorgung (Knieps &Pfaff, 2017, S.18). Diese sind am häufigsten in Berufen mit Kundenkontakt, z.B. im Einzelhandel, vertreten (Knieps &Pfaff, 2017, S.21). Doch wie kann man mit Stress umgehen? Hier kommt das Stichwort „Stressmanagement“ ins Spiel. Der wichtigste Punkt dafür ist, wie in Aufgabe 1 bereits erwähnt, die Selbst- wirksamkeitserwartung. Wenn man diese nicht besitzt, ist die Versuchung hoch, den Stress mit Alkohol oder Drogen auszublenden. Außerdem passiert es in solchen Situatio- nen leichter, dass man den Stress in sich reinfrisst und sich selbst daran die Schuld gibt.

Ziel von Präventionsmaßnahmen ist die Förderung körperlicher und psychischer Gesund- heit durch individuelle Stressbewältigung.

Zur Vorbeugung gibt es drei Ebenen von Interventionen. „Strukturelle Präventionsmaßnahmen zielen auf eine Veränderung von überindividuellen belastenden Strukturen, die außerhalb des unmittelbaren Einflussbereichs des Einzelnen liegen“ (Kaluza, 2014). Es sollen also Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben erfolgen. Ziele sind die Organisation von Arbeitsabläufen und die Entwicklung einer gesundheitsförderlichen Arbeits- und Leistungskultur (Kaluza, 2014).

„Interpersonale Präventionsmaßnahmen gehen von der Erkenntnis aus, dass zwischenmenschliche Beziehungen einerseits eine häufige Quelle von Belastungen (Konflikte, Konkurrenz, Verluste), andererseits aber auch eine wichtige Ressource der Stressbewältigung darstellen“ (Kaluza, 2014). Ziele dieser Präventionsmaßnahmen sind der Abbau von belastenden Kommunikations- und Interaktionsstrukturen und die Förderung sozialer Unterstützungspotenziale (Kaluza, 2014).

Personale Präventionsmaßnahmen beruhen meist auf der transaktionalen Stresstheorie. Ob und wie sich Belastungen auf die Gesundheit auswirken wird durch individuelle Bewertungs- und Bewältigungsprozesse geprägt. Das Ziel ist zum einen die Durchführung von strukturellen, interpersonalen und personalen Maßnahmen in umschriebenen Lebenswelten, wie beispielsweise im Betrieb, in der Schule oder im Krankenhaus. Weitere Ziele sind die Vermeidung von einseitigen Schuldzuweisungen und die Aufzeigung von der Komplexität des Stressgeschehens (Kaluza, 2014).

Zu den Strategien individueller Stressbewältigung gehören das instrumentelle, das men- tale und das Palliativ-regenerative Stressmanagement. Das instrumentelle Stressmanage- ment setzt an den Stressoren an, mit dem Ziel diese zu reduzieren oder ganz auszuschal- ten. Es kann reaktiv auf bestimmte aktuelle Belastungssituationen erfolgen und ist auf möglichst stressfreie Arbeits- und Lebenssituationen ausgerichtet. Beispiele hierfür sind, dass man sich Grenzen setzt, lernt „Nein“ zu sagen oder Klärungsgespräche führt (Kaluza, 2014).

Das mentale Stressmanagement setzt an persönlichen Einstellungen und Denkmustern an und hat das Ziel, sich diese bewusst zu machen, sie zu reflektieren und nach einer Lösung dafür zu suchen. Zum Beispiel, dass man Schwierigkeiten nicht als Bedrohung, sondern als Herausforderung ansieht und weniger Vorstellungen und Erwartungen an bestimmte Situationen hat (Kaluza, 2014).

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Details

Seiten
13
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783668810709
ISBN (Buch)
9783668810716
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v442815
Institution / Hochschule
Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement GmbH
Note
1,7
Schlagworte
psychologie gesundheitsverhaltens einsendeaufgabe schwerpunkten selbstwirksamkeitserwartung stress beratungsgespräch

Autor

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Titel: Psychologie des Gesundheitsverhaltens. Einsendeaufgabe zu den Schwerpunkten Selbstwirksamkeitserwartung, Stress und Beratungsgespräch