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Realwirtschaftliche Wirkungen des Brexit bei einem flexiblen Arbeitsmarkt

Hausarbeit 2018 20 Seiten

VWL - Fallstudien, Länderstudien

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungs- und Symbolverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung und Aufbau der Arbeit

2. Nachfrage- und angebotsseitige Wirkungen
2.1. Handelshemmnisse
2.2. Downgrading

3. Gesamtwirtschaftliche Wirkungen
3.1. Kurze Frist
3.2. Lange Frist

4. Resümee

Literatur- und Quellenverzeichnis

Kurzfassung

Die Europäische Union ist ein Staatenverbund. Die Entwicklungen der letzten 70 Jahre definieren die EU zu dieser europäischen Sonderlösung. In dieser Zeit wurden immer neue und weitreichendere Verträge zur Zusammenarbeit der einzelnen EU-Staaten geschlossen. Der Nutzen und der Wert dieses Staatenverbundes werden von Befürwortern einer noch stärkeren EU-Integration immer wieder betont. Während in den meisten EU-Staaten stabile politische Verhältnisse in Bezug auf die nationale Staatsform herrschen, ist die Frage der Definition der EU weiterhin dynamisch und scheint noch lange nicht abgeschlossen. Innenpolitische Veränderungen in souveränen EU-Staaten erschweren die Konsensfindung zu europäischen Fragestellungen regelmäßig. Entscheidungen nationaler Regierungen, die andere EU-Staaten direkt oder indirekt beeinflussen, sorgen für eine Verminderung des Vertrauens der Bevölkerungen in den Staatenverbund. Ein ausuferndes Beispiel der Rückkehr zu mehr nationaler Souveränität stellt der Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU, der Brexit, dar. Diese Arbeit beschäftigt sich mit den kurz- und langfristigen realwirtschaftlichen Wirkungen des Votums in Großbritannien, die anhand bekannter makroökonomischer Modelle dargestellt werden und so einen Ausblick zu den möglichen realen Folgen der theoretischen Erkenntnisse geben.

Abkürzungs- und Symbolverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Das IS-LM-FE-Modell in der Ausgangslage

Abbildung 2: Die Wirkung von Handelsbeschränkungen im IS-LM-FE-Modell

Abbildung 3: Wirkungen einer Abstufung des Sovereign Rating

Abbildung 4: Wirkung von Handelshemmnissen und einer Abstufung des Sovereign Rating im Totalmodell

1. Einleitung und Aufbau der Arbeit

Die Ursprünge der Europäischen Staatengemeinschaft gehen auf das Allgemeine Zoll- und Handelsabkommen im Jahr 1948 zurück. Dieses wurde unter anderem dafür geschaffen, eine Wiederholung der Ereignisse, die zum Zweiten Weltkrieg geführt haben, zu verhindern.[1] In der Diskussion um die Entwicklung der Europäischen Union in Zusammenhang mit aufgetretenen offenen Fragen in der Zusammenarbeit der Staaten wird aktuell innenpolitisch in Deutschland immer wieder auf diesen Grundpfeiler verwiesen.[2] In Großbritannien wurde dieses Argument von den Remain-Befürwortern ebenfalls als einer der Hauptgründe für den Verbleib in der Europäischen Union angeführt.[3] Das Abstimmungsergebnis und das Erstarken von EU-kritischen Parteien in vielen EU-Staaten zeigen jedoch, dass solche Argumente bei einem großen Teil der Bevölkerung nicht wirken. Der Friede in Europa wird von vielen Menschen mittlerweile als eine Selbstverständlichkeit wahrgenommen. Themen wie die Euro- und Migrationskrise, die die Schwächen des EU-Staatenverbundes aufzeigen, sowie langwierige Diskussionen auf europäischer Ebene, die mit wenigen Übereinstimmungen enden, sind gegenwärtig und haben unter anderem zu dem Ergebnis dieses Referendums beigetragen.

In Kapitel 2 dieser Arbeit werden Handelshemmnisse und das Downgrading der Bonität eines Wirtschaftssubjektes beschrieben. Die nachfrage- und angebotsseitigen Wirkungen werden auch anhand des Brexit thematisiert und in einen politischen Zusammenhang gebracht. Der dritte Teil der Arbeit beschreibt die realwirtschaftlichen Wirkungen des Brexit anhand von Annahmen zur Entwicklung von Handelshemmnissen sowie der real eingetretenen Abstufung der Bonität von Großbritannien in der kurzen Frist anhand des IS-LM-FE-Modells[4],[5],[6],[7] mit flexiblen Wechselkursen. Die EU wird im Modell als ein Staat angenommen. Die beiden Parameter Preise und Löhne werden in der kurzen Frist in Kapitel 3.1 als exogen gegeben vorausgesetzt. In der anschließenden Betrachtung der langen Frist in Kapitel 3.2 werden sie zu modellendogenen Variablen und somit flexibel. In dieser neoklassischen Variante ergibt sich ein gesamtwirtschaftliches Gleichgewicht. Die Darstellung erfolgt in einem t/Y-Diagramm.[8] Die Arbeit schließt mit einem Resümee, in dem die gewonnenen Erkenntnisse aus den makroökonomischen Modellen mit realen Entwicklungen verglichen werden.

2. Nachfrage- und angebotsseitige Wirkungen

2.1. Handelshemmnisse

Es wird zwischen tarifären und nichttarifären Handelshemmnissen unterschieden. Beide Arten haben das Ziel heimische Leistungen vor Substitution aus dem Ausland zu schützen.[9] Definierte tarifäre Beispiele sind Einfuhrzölle und –abgaben für importierte Waren sowie staatliche Subventionen für exportierte Waren. Nichttarifäre Beispiele sind Einfuhrkontingente, Einfuhrlizenzen, Standards und Zertifizierungen, Auftragsvergaberegelungen zugunsten heimischer Unternehmen, Nichtverfolgung von Urheberrechtsverletzungen, Einschränkungen bei Lizenzvergaben und für ausländische Investoren.[10] Während die tarifären Hemmnisse wie Import- und Exportzölle durch Handelsvereinbarungen zwischen Staaten und der Einführung von Zollunionen rückläufig sind, spielen die nichttarifären Beschränkungen eine wichtige Rolle und können nicht selten tarifäre Beschränkungen substituieren. Nichttarifäre Beschränkungen können unterteilt werden in[11]

- Protectionist Policies dienen dem Schutz des heimischen Marktes zulasten anderer Länder. Hierunter fallen Einfuhrkontingente oder die Auftragsvergabe durch öffentliche Auftraggeber mit Bevorzugung heimischer Unternehmen. Dies hat volkswirtschaftlich ähnliche Effekte wie tarifäre Beschränkungen.

- Assistance Policies unterstützen vordergründig die heimische Wirtschaft durch staatliche Hilfen ohne andere Länder zu belasten. Nothilfen (Bailouts) für insolvente oder beinahe insolvente Institutionen (Beispiele: Opel, Air Berlin, Commerzbank) haben zwar den Charakter einer direkten Hilfe, sind volkswirtschaftlich übersetzt jedoch staatliche Subventionen, die in den freien Wettbewerb eingreifen. Die staatlichen Hilfen an Air Berlin wurden hinsichtlich möglicher Wettbewerbsverzerrungen von der EU-Kommission überprüft und genehmigt.[12] Die Überprüfung und die Mitteilung der EU-Kommission zeigen jedoch, dass grundsätzlich eine Wettbewerbsverzerrung vorliegt.

- Non-protectionist Policies gelten als Beschränkungen zum Schutz der Bevölkerung hinsichtlich Gesundheit und Sicherheit sowie dem Umwelt- und Tierschutz. Hier werden Standards definiert und durch Verträge zwischen Staaten ratifiziert. Bei Nichteinhaltung von Standards des importierenden Landes kann die Einfuhr beschränkt werden.

Die Entscheidung für oder gegen Außenhandelsbeschränkungen ist stark politisch und von der Einflussnahme von Branchenlobbyisten geprägt. Vordergründige Argumente für eine Beschränkung zum vermeintlichen Schutz von Teilen der Bevölkerung werden nicht selten für den wirtschaftlichen Schutz einer Branche genutzt.

2.2. Downgrading

Das Downgrading bezeichnet das Herabstufen der Einstufung zur Bonität eines Wirtschaftssubjektes. In dieser Arbeit wird die Abstufung des Sovereign Ratings[13] von Großbritannien behandelt. Die drei großen Ratingagenturen Standard and Poor`s (S&P), Moody`s und Fitch teilen sich 95 % des kompletten Ratingmarktes.[14] Alle drei bewerten grundsätzlich nach den folgenden Bewertungskriterien[15]

- Institutionelle und politische Stabilität
- Volkswirtschaftliche Stärke
- Staatsverschuldung

Die Mitteilungen von Ratingagenturen zu einer Hoch- oder Abstufung eines Ratings wirken auf die Märkte. Dies ist empirisch nachgewiesen. Hierbei entstehen durch Negativmeldungen zu Abstufungen größere Wirkungen, als durch Positivmeldungen zu Hochstufungen.[16]

Die Ratings von Großbritannien wurden mehrfach in Zusammenhang mit dem Brexit runtergestuft. Die Ausblicke der drei großen Ratingagenturen für Großbritannien lauten einheitlich „negativ“.[17],[18] Die Gründe sind hauptsächlich Bedenken zu Wirkungen auf die Staatsverschuldung sowie zur volkswirtschaftlichen Stärke und zur bestehenden Unsicherheit in Zusammenhang mit der künftigen Zusammenarbeit mit der Europäischen Union.[19]

3. Gesamtwirtschaftliche Wirkungen

3.1. Kurze Frist

Handelshemmnisse

Die Wirkungsweise von Handelshemmnissen wird anhand des IS-LM-FE-Modells mit flexiblen Wechselkursen[20] betrachtet. Zur Betrachtung in dieser Arbeit werden auf Importgüter Zölle (tarifär) erhoben. Für Exportgüter werden nichttarifäre Zertifizierungskosten fällig.[21]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Das IS-LM-FE-Modell in der Ausgangslage[22],[23]

Im ersten Schritt wird unterstellt, dass die Zertifizierungskosten für Exporte höher liegen als die von Großbritannien erhobenen Importzölle.[24] Die Zertifizierungskosten verringern den Außenbeitrag Großbritanniens, da Güter aus Großbritannien im Wettbewerb mit EU-Staaten ohne Zertifizierungskosten teurer werden. Die Nachfrage aus dem Ausland[25] sinkt. Der Rückgang des Außenbeitrages löst einen kontraktiven Multiplikatorprozess aus. Die IS-Kurve verschiebt sich nach links (IS1A). Durch Importzölle werden auch ausländische Güter teurer. Die Nachfrage nach Gütern aus dem Ausland sinkt. Da die Importzölle geringer sind als die Zertifizierungskosten wird die Verringerung des Außenbeitrages nur zum Teil kompensiert (IS1B). Im Zwischenergebnis verringern sich das gesamtwirtschaftliche Einkommen und der Zinssatz in Großbritannien, bis der Wechselkurs reagiert.[26] Durch den im Vergleich zum Inlandszins höheren Auslandszins herrscht eine Überschussnachfrage nach Devisen (Euro), die durch Kapitalexporte und die Verringerung des Außenbeitrages ausgelöst wird. Die FE-Kurve verschiebt sich nach links (FE1). Nun reagiert der Wechselkurs. Die heimische Währung wertet ab. Britische Güter werden günstiger. Die Exporte steigen. Der Außenbeitrag erhöht sich wieder. Es herrscht ein Überschussangebot an Devisen, das zu einem Zinsanstieg im Inland führt. Die FE-Kurve (Rechtsverschiebung) und die IS-Kurve (Rechtsverschiebung) kehren in ihre Ausgangslage (IS und FE) zum Gleichgewicht Q0 zurück. Y und i haben sich nicht verändert. Im Ergebnis sind durch Importzölle und Exportkosten keine Wirkungen erzielbar, da der flexible Wechselkurs den Störungen entgegenwirkt.[27]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Die Wirkung von Handelsbeschränkungen (Kosten) im IS-LM-FE-Modell[28]

Downgrading

Ausgehend vom Ausgangsgleichgewicht aus Abbildung 1 werden die Folgen einer Abstufung des Sovereign Rating von Großbritannien betrachtet. Die Abstufung ist ein exogener Schock und drückt zunächst ein höheres Risiko für Investitionen in Großbritannien aus. Bei unverändertem Zinssatz sind demnach Investitionen im Ausland[29] attraktiver. Dies führt zu Nettokapitalexporten seitens Großbritanniens. Es kommt daher zu einer Überschussnachfrage nach Devisen. Die inländische Währung (britisches Pfund) wertet ab. Dies wirkt expansiv auf den Gütermarkt. Das Einkommen Y steigt. Die IS-Kurve verschiebt sich nach rechts. Der Außenbeitrag steigt. Es kommt zu einer höheren Nachfrage nach Transaktionskasse. Die Überschussnachfrage nach Devisen wird über eine Zinssteigerung im Inland gelöst, die dem höheren Risiko von Investitionen in Großbritannien Rechnung trägt (Risikoaufschlag). Die FE-Kurve verschiebt sich nach links[30]. Alle Märkte sind wieder im Gleichgewicht im Punkt Q1. Im Ergebnis haben sich das Inlandseinkommen Y und der Inlandszins i erhöht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Wirkungen einer Abstufung des Sovereign Rating.

3.2. Lange Frist

Handelshemmnisse
Bei der kurzen Frist wurden mögliche Preisänderungen nicht berücksichtigt und als exogen angenommen. Die lange Frist berücksichtigt als Totalmodell nun auch den Arbeitsmarkt und das Preisniveau P, das zu einer endogenen Variablen wird.[31] Die Löhne w und Preise P werden als flexibel vorausgesetzt (neoklassischer Ansatz). Die Effekte von Handelshemmnissen und der Abstufung des Ratings des Staates werden als aufeinanderfolgende Ereignisse betrachtet. Die terms of trade drücken die Importgüter in inländischer Währung aus. [32],[33]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Wirkung von Handelshemmnissen und einer Abstufung des Sovereign Rating im Totalmodell[34]

Bei den Wirkungen von Handelshemmnissen gehen wir von den gleichen Voraussetzungen aus wie in der kurzen Frist aus Kapitel 3.1. Durch die Einführung von Importzöllen und der Abwertung der Inlandswährung müssen mehr Pfund aufgewendet werden, um Güter aus dem Ausland zu kaufen. Das Preisniveau für ausländische Güter steigt. Der Konsumentenreallohnsatz sinkt in Folge einer Senkung der terms of trade.[35] Es wird aufgrund des geringeren Reallohnsatzes weniger Arbeit angeboten. Die Produzenten erhöhen daraufhin den Lohnsatz w bis Arbeitsnachfrage und -angebot wieder im Gleichgewicht sind. Im Ergebnis verschiebt sich die Yd –Kurve nach links und es kommt zum neuen Gleichgewicht bei niedrigerem gesamtwirtschaftlichem Einkommen Y im Punkt Q1.[36]

Downgrading

Die aus Kapitel 3.1 beschriebenen Effekte einer Abstufung von Großbritannien führen zu einer Abstufung der Inlandswährung. Der Konsumentenreallohnsatz und die terms of trade sinken. Ausländische Güter werden für das Inland teurer. Dies verstärkt die Effekte in Abbildung 4 weiter. Bei Annahme eines konstanten Inlandspreisniveaus kommt es zu einer weiteren Verringerung des gesamtwirtschaftlichen Einkommens Y und neuem Gleichgewicht in Punkt Q2.

4. Resümee

Durch den Brexit ist Großbritannien mehr volkswirtschaftlichen Variablen ausgesetzt, die als Mitgliedsstaat der Europäischen Union keine Rolle spielten. Das mögliche Aufkommen von Handelshemmnissen sorgt für Unsicherheit im Handel und bei Investitionen in Zusammenhang mit Großbritannien. Durch Verlassen des europäischen Binnenmarktes kann der Handel mit den EU-Staaten mit Kosten und Beschränkungen verbunden sein, die flexibler angepasst werden können und dadurch unkalkulierbar sind. Dies birgt Risiken, die als EU-Mitgliedsstaat nicht vorhanden waren. Am Beispiel von Griechenland und anderen EU-Krisenländern zeigt sich jedoch, dass die EU-Mitgliedschaft und die Einführung des Euro volkswirtschaftliche Stellschrauben (Abwertungsmöglichkeit der Inlandswährung) außer Kraft setzen, die in Krisen mögliche Vorteile bieten könnten. Dies zeigt sich auch in der Betrachtung der kurzen Frist in dieser Arbeit. Die flexiblen Wechselkurse wirken eingeführten Handelshemmnissen entgegen. Die Betrachtung der kurzfristigen Wirkungen einer Abstufung führen zu positiven volkswirtschaftlichen Effekten im Inland.

[...]


[1] Vgl. Whyman/Petrescu (2017), S. VII ff.

[2] Vgl. Bolzen, S. (2016), URL: http://www.welt.de/

[3] Vgl. Cogan. P. (2016), URL: http://www.economist.com/

[4] Wird in der Literatur und der makroökonomischen Lehre oft als Mundell-Fleming-Modell, als IS-LM-Z-Model oder IS-LM-ZZ-Modell bezeichnet

[5] Vgl. Keynes J.M. (1936) (Primärliteratur)

[6] Vgl. Mundell, R.A. (1963) (Primärliteratur)

[7] Vgl. Fleming, J.M. (1962) (Primärliteratur)

[8] Vgl. Wohltmann, H.-W. (2016), S. 301 ff.

[9] Vgl. Lübers, T. (2004), URL: http://www.uni-muenster.de/

[10] Vgl. Webfinance Inc. (Hrsg.) (2017), URL: http://www.businessdictionary.com/

[11] Vgl. Deardorff, A. (2012), URL: http://www.tradeforum.org/

[12] Vgl. Communication department of the European Commission (Hrsg.) (2017),
URL: http://www.europa.eu/

[13] Sovereign Rating, auch: Sovereign Credit Rating ist ein Länderrating zur Bewertung der Solvenz eines Staates, das neben ökonomischen auch politische Risiken einschließt.

[14] Vgl. Council on Foreign Relations (Hrsg.) (2015), URL: https://www.cfr.org/

[15] Vgl. Barthels B. (2015), S. 17

[16] Vgl. Barthels B. (2015), S. 23 ff.

[17] Vgl. British Broadcasting Corporation (Hrsg.) (2016), URL: http://www.bbc.com/

[18] Vgl. Guardian News and Media Limited (Hrsg.) (2017), URL: https://www.theguardian.com/

[19] Vgl. The Financial Times Limited (Hrsg.) (2017), URL: https://www.ft.com/

[20] Aus Vereinfachungsgründen werden Wechselkurserwartungen als statisch angenommen.

[21] Begründung: Großbritannien könnte als Nicht-EU-Staat Zertifizierungspflichten zur Prüfung der Einhaltung von Standards durch die EU auferlegt bekommen.

[22] In Anlehnung an Gärtner/Lutz (2009), S. 32 ff; Wohltmann, H.-W. (2016), S. 242

[23] Die Steigung der FE-Kurve gibt die Kapitalmobilität und Substituierbarkeit von Kapitalanlagen zwischen der EU und Großbritannien wieder. Umso vertikaler die Kurve verläuft, umso geringer sind Kapitalmobilität und Substituierbarkeit. Es wird angenommen, dass durch Risikoaufschläge (Spreads) das Risiko von Kapitalanlagen adäquat abgebildet wird, was für die Substituierbarkeit von Kapitalanlagen spricht. Zwischen der EU und Großbritannien werden geringe Beschränkungen im Kapitalverkehr (zum Beispiel Wechselkurskosten) angenommen. Vollkommene Kapitalmobilität wird daher angezweifelt und als nicht gegeben vorausgesetzt, wenngleich die Kapitalmobilität hoch sein sollte. Ferner wird angenommen, dass der Devisenmarkt zwischen Großbritannien und der EU nur gering von Importen und Exporten beeinflusst wird. Im Ergebnis wird daher von einer hohen Kapitalmobilität und Substituierbarkeit ausgegangen (leicht steigende FE-Kurve).

Siehe auch: Gärtner/Lutz (2009), S. 14 ff und 32 ff; Wohltmann, H.-W. (2016), S. 229 ff

[24] Begründung: Die EU könnte zu Beginn hohe Beschränkungen für Güter aus Großbritannien einführen, um das im Vergleich zur EU kleine Großbritannien zum Abbau von Importzöllen zu bewegen (Politikum). Des Weiteren könnte die Importquote geringer sein als die Exportquote. Dies spricht ebenfalls für eine stärkere Wirkung der Exportkosten in Form der Zertifizierungskosten.

[25] Die EU-Staaten sind im Modell als Staat die einzigen Handelspartner für Großbritannien und werden als Ausland definiert.

[26] Der Transaktionskassenbedarf im Inland verringert sich.

[27] Die Wechselkursanpassung kompensiert die vorherigen Wirkungen vollständig.

[28] Eigene Darstellung

[29] Die EU wird vereinfachend mit einem einheitlichen Sovereign Rating angenommen.

[30] Der höhere Inlandszins verringert grundsätzlich die Investitionen inländischer Unternehmen. Es wird davon ausgegangen, dass dieser Rückgang schwächere Wirkungen hat als die Steigerung der Güterexporte in Folge der Abwertung der Inlandswährung.

[31] Vgl. Wohltmann, H.-W. (2016), S. 301 ff.

[32] Vgl. Obstfeld, M. / Rogoff, K. (1996), S. 199

[33] Formel nach Wohltmann, H.-W. (2016), S. 218

[34] Eigene Darstellung. Ausgangsgrafik ohne Effekt in Anlehnung an Wohltmann, H.-W. (2016), S. 367

[35] Dies trifft zu, wenn der Geschlossenheitsgrad der Volkswirtschaft Großbritanniens als konstanter Gewichtungsfaktor berücksichtigt wird. Realitätsnaher ist die Unterstellung der Substituierbarkeit von inländischen und ausländischen Güterbündeln. Damit würde sich der Geschlossenheitsgrad erhöhen, da inländische Güter nun verhältnismäßig günstiger sind und auf diese ausgewichen wird.

[36] Durch die Erhöhung des Lohnsatzes w kann das Preisniveau für inländische Güter steigen. Ausschlaggebend ist daher die Erhöhung des Reallohnsatzes, der das Preisniveau berücksichtigt. Das Arbeitsangebot steigt und es kommt zu einem neuen Gleichgewicht auf dem Arbeitsmarkt.

Details

Seiten
20
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783668810846
ISBN (Buch)
9783668810853
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v442964
Institution / Hochschule
Hochschule der Sparkassen-Finanzgruppe Bonn – Fachhochschule für Finanzwissenschaften
Note
2,0
Schlagworte
Brexit IS-LM-ZZ IS LM ZZ Rating Abstufung Sovereign Sovereign Rating Mundell-Fleming-Modell Mundell Flemming Modell Großbritannien EU Europäische Union Währungsunion Handelsbeschränkungen Zoll Zölle Downgrading

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Titel: Realwirtschaftliche Wirkungen des Brexit bei einem flexiblen Arbeitsmarkt