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Soziale Integration und Ausgrenzung der inkludierten Kinder im Primarbereich in Deutschland

Forschungsbefunde zur aktuellen Situation und den Bedingungsfaktoren

Hausarbeit (Hauptseminar) 2017 23 Seiten

Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Soziale Integration von Kindern mit SFB im Primarbereich in Deutschland
2.1. Aktuelle Forschungsbefunde
2.1.1. Aktuelle Situation der sozialen Ausgrenzung von ErstklässlerInnen mit SFB (Krull, Wilbert & Hennemann, 2014)
2.1.2. Soziale Ausgrenzung von Dritt- und ViertklässlerInnen mit SFB und schwachen Schulleistungen (Huber & Wilbert, 2012)
2.2. Zusammenfassung und Diskussion der Ergebnisse

3. Bedingungsfaktoren der sozialen Ausgrenzung von Kindern mit SFB im Primarbereich in Deutschland
3.1. Aktuelle Forschungsbefunde
3.1.1. Soziale Referenzierungsprozesse und soziale Integration (Huber, 2011)
3.1.2. Der Einfluss von Freundschaften und eine angemessene emotional-soziale Entwicklung auf die soziale Akzeptanz (Voß, Blumenthal, Marten & Hartke, 2016)
3.2. Zusammenfassung und Diskussion der Ergebnisse

4. Pädagogische Konsequenzen für den Schulalltag
4.1. Mögliche Fördermaßnahmen im schulischen und vorschulischen Alltag

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

Durch die Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention im Jahre 2009 durch die BRD gewann das Thema Inklusion eine nicht vorherzusehende Präsenz (Ellinger & Stein, 2011). Seitdem wurde die Integration behinderter Menschen in die Regelschulen flächendeckend umgesetzt. Auf Bundesebene gibt es in 54% der Schulen integrative Lerngruppen. In NRW arbeiten bereits 69% der Schulen integrativ (Schule heute, 2017). Die Umsetzung erweist sich jedoch als schwierig. Dies zeigt sich nicht zuletzt daran, dass der Chef des Philologenverbands NRW ein Gegenlenken fordert, denn sonst „fahren die Inklusionsbestrebungen in NRW vor die Wand“ (rp-online, 2016). Ein Risikofaktor ist in diesem Rahmen die soziale Integration der behinderten Kinder. Internationale Metaanalysen konnten nachweisen, dass Lernstörungen mit sozialer Ausgrenzung einhergehen (Kavale & Forness, 1996; Bless, 2000).

Vor diesem Kontext sollen in der folgenden Hausarbeit zwei Fragen beantwortet werden. Zunächst wird die Problemlage untersucht, inwieweit inkludierte Kinder in der Primarstufe sozial integriert sind. In einem weiteren Schritt soll die Frage beantwortet werden, welche Bedingungsfaktoren die soziale Ausgrenzung der Kinder mit SFB in der Grundschule beeinflussen.

Die Eingrenzung der Fragestellung auf die Primarstufe ist neben den beruflichen Ambitionen des Autors durch die großen kognitiven und sozialen Entwicklungsunterschieden zwischen den Kindern und Jugendlichen in der Primarstufe und den weiterführenden Schulen begründet. Aufgrund der international unterschiedlichen Bildungssysteme wurden nur Studienergebnisse aus Deutschland berücksichtigt. Eine Einbeziehung der schulischen Leistungen würde den Umfang der Hausarbeit überschreiten und wurde deshalb ausgeklammert. Eine Beschränkung auf einzelne Krankheitsformen wurde nicht vorgenommen, da es aktuell zu wenige Forschungsarbeiten gibt, die sich auf einzelne Formen des sonderpädagogischen Förderbedarfs beziehen.

Das Ziel der folgenden Hausarbeit ist eine Untersuchung aktueller Forschungsergebnisse der empirischen Sonder- und Heilpädagogik bzgl. der sozialen Integration, Ausgrenzung und Entwicklung von integrierten Kindern in der Primarstufe. In einem weiteren Schritt wird die Forschungsliteratur hins. der Fragestellung analysiert, welche Ursachen die soziale Ausgrenzung haben könnte. Anschließend werden die Ergebnisse zusammengefasst und in Hinblick auf die Forscherfrage diskutiert. Zudem sollen pädagogische Konsequenzen für die Schulpraxis gezogen werden. Mit einem abschließenden Fazit wird die Hausarbeit abgeschlossen.

Im Folgenden werden aktuelle Forschungsergebnisse im Kontext der sozialen Integration von Kindern mit SFB im Primarbereich in Deutschland vorgestellt, um zu einem differenzierten Bild der aktuellen Situation zu gelangen.

2. Soziale Integration von Kindern mit SFB im Primarbereich in Deutschland

2.1. Aktuelle Forschungsbefunde

Die vorliegenden Studien wurden ausgewählt, da sie einen reichhaltigen Überblick über den aktuellen Zustand der sozialen Integration von Kindern mit SFB im P­ri­marbe­reich geben. Sie besitzen ausreichend große Stichproben (n=448 & n=463) und verwenden bewährte Methoden der soziometrischen Datenerhebung durch Wahl- und Ablehnungsverfahren. Es ist daher anzunehmen, dass ihre Ergebnisse zuverlässig sind. Die Untersuchungen sind zudem lediglich 3 bzw. 5 Jahre alt und ergänzen sich gut, da sie unterschiedliche Altersgruppen untersuchen (Klassenstufen 1., 3. & 4.). Es können daher Aussagen über die gesamte Altersspanne im Primarbereich getätigt werden. Kritisch anzumerken ist, dass beide Studien vor der flächendeckenden Einführung der Inklusion an Regelschulen in NRW durchgeführt wurden und sich die heutige Situation gravierend geändert hat. Es ist anzunehmen, dass sich aufgrund der massiven Probleme bei der Integration behinderter Kinder negative Tendenzen sogar noch verstärkt haben.

Der Autor beschränkt sich bei der Beschreibung der Untersuchungen auf metho-dische Kerninformationen und deskriptive Ergebnisse. Eine umfangreichere Darstellung der Studien würde mit dem Umfang der Hausarbeit kollidieren.

2.1.1. Aktuelle Situation der sozialen Ausgrenzung von ErstklässlerInnen mit SFB (Krull, Wilbert & Hennemann, 2014)

Insgesamt nahmen 19 integrativ arbeitende Klassen in Nordrhein-Westfalen zwischen Mai und Juni 2011 an der Untersuchung teil. Die Gesamtstichprobe enthielt 712 ErstklässlerInnen. Allerdings war nur das Datenmaterial von 448 Kindern relevant, da von den restlichen ProbandInnen keine Angaben über den spezifischen Förderbedarf vorlagen. Das Geschlechterverhältnis lag bei 52% männlichen zu 48% weiblichen ProbandInnen. Im Durchschnitt waren die Kinder 6,8 Jahre alt. Die Datenerhebung fand mithilfe einer soziometrischen Methode und dem FEESS 1-2 zur Erkundung sozialer und emotionaler Schulerfahrungen statt.

Ein zentrales Ergebnis der Untersuchung ist, dass Kinder mit vermutetem SFB sowohl nach der Auswertung der sozialen Wahlkriterien als auch der sozialen Ablehnung unbeliebter sind als SuS[1] ohne vermutetem SFB. In 18 von 19 Klassen werden die Kinder von ihren MitschülerInnen häufiger als Kinder ohne vermutetem SFB als Sitznachbarn abgelehnt. Ein ähnliches Bild ergibt sich bei den Items Ablehnung Arbeitspartner/Arbeitspartnerin, Wahl stört und Wahl gemein. In diesem Kontext zeigen sich in 16 bzw. 17 von 19 Klassen positive Effektstärken, was ein Indikator für eine stärkere soziale Ablehnung der Kinder mit vermutetem SFB ist. Nur in einer Klasse wurden die Kinder als weniger gemein eingeschätzt, was auf eine höhere soziale Akzeptanz hindeutet. Im Bereich der sozialen Wahl (Wahl Sitznachbarin/Sitznachbar, Wahl Arbeitspartnerin/Arbeitspartner) schneiden die Kinder mit vermutetem SFB in 12 von 19 Klassen schlechter ab als ihre MitschülerInnen. Jedoch zeigt sich in 6 Klassen ein entgegengesetzter Effekt. Zwischen den einzelnen Schulen und Klassen konnte kein bedeutender Unterschied bzgl. der soziometrischen Daten festgestellt werden.

Im Bereich des sozial-emotionalen Schulerlebens zeigen sich ergänzend zu den soziometrischen Daten ähnliche Ergebnisse. Die Kinder mit vermutetem SFB fühlen sich tendenziell weniger gut von ihrer Lehrkraft angenommen und besitzen ein signifikant schlechteres akademisches Selbstkonzept. Für das Klassenklima konnte jedoch ein schwacher, positiver Zusammenhang gefunden werden:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Verteilung der Differenzen im sozial-emotionalen Schulerleben zwischen SchülerInnen mit und ohne vermutetem SFB über die Klassen

Auffällig sind die zum Teil erheblichen Schwankungen zwischen den einzelnen Klassen. In den Bereichen des akademischen Selbstkonzepts, dem Gefühl des Angenommenseins und der Wahrnehmung des Klassenklimas gibt es deutliche Unterschiede, die von schwach positiven bis zu stark negativen Effekten reichen.

2.1.2. Soziale Ausgrenzung von Dritt- und ViertklässlerInnen mit SFB und schwachen Schulleistungen (Huber & Wilbert, 2012)

Im Rahmen der Studie wurden 463 SuS aus 20 Grundschulklassen des 3. und 4. Schuljahrs im Juni und Juli 2011 untersucht. Dass mittlere Alter betrug 10,0 Jahre und 51% der ProbandInnen waren weiblich. Die Schulen lagen in Regionen, in denen seit 4 Jahren gemeinsam unterrichtet wurde. Die soziale Integration der o. g. Schülergruppen wurde anhand einer soziometrischen Befragung untersucht. Hierbei wurden die Kinder gefragt, neben wem sie gerne sitzen möchten. Zudem wurde ein Fragebogen eingesetzt, der zur Erfassung emotionaler und sozialer Schulerfahrungen dient (FEESS 3-4).

Die beiden Forscher fanden nach Auswertung der Daten heraus, dass es einen moderaten Zusammenhang zwischen tatsächlichem Integrationsstatus und gefühltem Integrationsstatus gibt. Zudem zeigte sich ein bedeutendes Wechselspiel zwischen dem Gefühl des Angenommenseins durch die Lehrkraft und dem Gefühl der sozi-alen Integration im Klassenverband. Der Integrationsstatus, sowohl tatsächlich wie auch gefühlt, nimmt jedoch mit zunehmendem Förderbedarf ab. Dies gilt nicht für alle Kinder mit hohem Förderbedarf. Es konnten statistische Ausreißer entdeckt werden, die eine gute Peerintegration aufweisen und die von ihnen und den Lehrkräften als gut beurteilt wird. Trotz dessen gibt eine signifikante Passung zwischen den Variablen tatsächlicher Integrationsstatus, gefühltem Integrationsstatus, Gefühl des Angenommenseins (durch die Lehrkraft) und dem Förderbedarf. Zum Ziele einer qualitativen Untersuchung der soziometrischen Situation von Kinder mit SFB wurde eine Einteilung in integrationsbezogene Statusgruppen vorgenommen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2:Statusgruppen nach Förderbedarf

Deutlich erkennbar ist ein Zusammenhang zwischen dem Förderbedarf und dem Integrationsstatus. 53% der Kinder mit hohen SFB befinden sich in der Extremposition Abgelehnt, im Gegensatz zu 22% der Kinder mit geringen Einschränkungen und 32% mit moderaten Behinderungen. Zudem sind Kinder mit ausgeprägterem SFB deutlich seltener beliebt (17%) als ihre MitschülerInnen mit niedrigem (41%) oder mittlerem Förderbedarf (29%). Huber (2012) schätzt das Ausgrenzungsrisiko auf Grundlage dieser Daten somit um das 1,7-2,4-fache für Kinder mit hohem SFB ein.

Für Kinder mit schwachem Schulleistungsniveau zeigt sich ein fast identischer Zusammenhang. Sie werden deutlich häufiger abgelehnt (71%) als Kinder mit sehr gutem Schulleistungsniveau (13%). Es konnte kein einziges beliebtes Kind unter ihnen gefunden werden. Auch bei dieser Schülergruppe gibt es einen signifikanten Zusammenhang zwischen dem tatsächlichen Integrationsstatus, gefühlten Integrationsstatus, und dem Gefühl des Angenommenseins (durch die Lehrkraft).

Im folgendem Teil werden die Ergebnisse der beiden Studien vor dem Kontext der Fragestellung, inwieweit die soziale Integration von Kindern mit SFB im Primarbereich in Deutschland aktuell charakterisiert werden kann, diskutiert.

2.2. Zusammenfassung und Diskussion der Ergebnisse

Die höhere Gefahr der sozialen Ausgrenzung von SuS mit SFB in der Primarstufe in Deutschland ist unstrittig und empirisch gut belegt. In den Regionen, in denen die Studien durchgeführt wurden, wurde z. T. seit 4 Jahren gemeinsam unterrichtet (Huber & Wilbert, 2012). Es kann daher nicht mehr von Übergangshürden gesprochen werden, sondern sie sind Ursache systemischer Probleme. Dritt- und ViertklässlerInnen mit SFB sind im Durchschnitt unbeliebter bei ihren MitschülerInnen, sind tatsächlich und gefühlt weniger gut integriert und fühlen sich weniger von der Lehrkraft angenommen. Mit zunehmendem Förderbedarf nimmt die Ausgrenzung im statistischen Mittel zu. Die Problematik ist nicht auf die Aufbaustufe begrenzt, sondern betrifft auch die SuS in der Eingangsstufe (Krull u.a., 2014, S. 67):

„Sowohl in der Auswertung der sozialen Wahlkriterien als auch in den Kriterien der sozialen Ablehnung sind Schülerinnen und Schüler mit vermutetem SFB sozial unbeliebter als solche ohne vermuteten SFB“

Integrationshemmnisse von Kindern mit SFB sind also ein durchgängiges Problem in der Primarstufe, die bereits zu frühem Beginn der Grundschulzeit vorhanden sind.

Eine offene Frage ist nun, wieso die Kinder mit SFB ein höheres Risiko haben sozial ausgegrenzt zu werden. Diesem Problem wird das nächste Kapitel gewidmet.

3. Bedingungsfaktoren der sozialen Ausgrenzung von Kindern mit SFB im Primarbereich in Deutschland

3.1. Aktuelle Forschungsbefunde

Die beiden Studien wurden ausgewählt, da sie unterschiedliche Dimensionen der sozialen Integration von Kindern mit SFB darstellen. Wie sich in der späteren Analyse zeigen wird, ergänzen sich die beiden Studien inhaltlich gut. Darüber hinaus sind sie vor 6 bzw. vor einem Jahr veröffentlicht worden und können Rückschlüsse über die aktuelle Situation geben. Die Stichprobengrößen beider Studien werden von den Autoren nicht als problematisch angesehen.

Da es Hauptziel dieses Kapitels ist Wirkungszusammenhänge darzustellen, ist dem theoretischen Hintergrund nun ein größerer Stellenwert zugesprochen worden. Zudem werden methodische Rahmendaten und die zentralen Ergebnisse präsentiert.

3.1.1. Soziale Referenzierungsprozesse und soziale Integration (Huber, 2011)

Zentraler theoretischer Bezugspunkt der Untersuchung ist der aus der Entwicklungspsychologie stammende Begriff der sozialen Referenzierung (engl. social referencing). Dieser bezeichnet das Phänomen, dass sich Kinder in unbekannten Situationen an der Reaktion und dem Verhalten der Eltern orientieren (z. B. McAuliffe, Hubbard & Romano, 2009). Je unsicherer eine neue Erfahrung ist, desto eher greifen Menschen auf eine soziale Referenz zurück (z. B. Asch, 1952). Auf die Schule übertragen heißt dies, dass die Kinder in der Schule einen Fixpunkt suchen, an dem sie ihr eigenes Verhalten ausrichten (z. B. Chang, 2003). Nach Webster & Foschi (1992) nimmt in der Grundschule insb. die Lehrkraft diese Rolle ein. Huber zieht folgenden Schluss aus dieser Perspektive (2011, S. 23):

„[…] dass Schüler insbesondere in der Gründungsphase einer Schulklasse besonders häufig nach sozialen Referenzen suchen, könnte dem Verhalten der Lehrkraft gegenüber den einzelnen Schülerinnen und Schülern der Klasse eine entscheidende Rolle bei der Bildung sozialer Hierarchien zu kommen.“

In einigen Studien konnte bereits nachgewiesen werden, dass die soziale Attraktivität eines Kindes insb. durch negatives Lehrerfeedback verändert werden kann (z. B. White & Jones, 2000). Daraus folgert Huber (2011) drei Hypothesen:

Hypothese 1: Die soziale Interaktion zwischen den SchülerInnen hängt von der Wertschätzung ab, die eine Lehrkraft bewusst oder unbewusst einem Kind gegenüber zeigt.
Hypothese 2: Da im Unterrichtsalltag der größte Teil des Lehrerfeedbacks leistungsbezogen ist, erhalten schulleistungsstarke Kinder eher positives Feedback, während schwächere SchülerInnen tendenziell negative Rückmeldungen bekommen. Daraus lässt sich folgern, dass schulleistungsstarke SchülerInnen beliebter sind als Schulleistungsschwache.
Hypothese 3: Für die Kinder sind weniger die tatsächlichen Intentionen der Lehrkraft bei Rückmeldungen entscheidend, sondern vielmehr die subjektive Wahrnehmung und Interpretation derselben. Huber (2011) folgert daraus, dass der in Hypothese 1 genannte Zusammenhang kleiner ist als der zwischen der von den Kindern vermuteten Sympathie bei der Lehrkraft und dem sozialen Rang in der Klasse.

Zur Überprüfung der Hypothesen nahmen 325 SchülerInnen sowie 13 Lehrerinnen aus 13 Grundschulklassen an der Querschnittsstudie teil. Die Klassen verteilen sich auf insgesamt 7 Schulen in Leverkusen und Köln. 52% der Kinder waren weiblich. In der Studie wurden 7 vierte Klassen, 4 dritte Klassen und 2 zweite Klassen berücksichtigt. Durch eine Plausibilitätsprüfung verringerte sich der relevante Datensatz auf insgesamt 296 Stichproben. Die Durchführung fand pro Klasse an einem Tag im Juni 2010 statt. Methodisch orientierte sich Huber an Moreno (1974), um die soziometrischen Daten zu erheben. Dieser definiert die soziale Integration als das Gesamtergebnis von gegenseitigen Wahlen und Ablehnungen in einer Gruppe.

Nach Auswertung der Daten konnten alle drei genannten Hypothesen bestätigt werden. Die drei Variablen Sympathie (Lehrerangaben), Schulleistung und Sympathie (Schülersicht) besitzen einen eigenständigen und signifikanten Zusammenhang mit der Kriteriumsvariable soziale Integration. Die Hypothese 1 kann bestätigt werden, da es eine Beziehung zwischen der Lehrersympathie und der sozialen Integration gibt. Eine noch größere Korrelation gibt es, wie in Hypothese 3 vermutet, zwischen der Sympathie aus Schülersicht und der sozialen Integration:

[...]


[1] SuS: Schülerinnen und Schüler

Details

Seiten
23
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668811805
ISBN (Buch)
9783668811812
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v444236
Institution / Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster – Institut für Erziehungswissenschaft
Note
1,3
Schlagworte
Inklusion Schulentwicklung Integration Ausgrenzung Sonderpädagogischer Förderbedarf Primarstufe Grundschule

Autor

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Titel: Soziale Integration und Ausgrenzung der inkludierten Kinder im Primarbereich in Deutschland