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Grundprobleme der Tierethik

Hausarbeit 2014 21 Seiten

Ethik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geschichtlicher Abriss
2.1 Mensch-Tier-Beziehung aus christlich-jüdischer Sicht
2.2 Mensch-Tier-Beziehung aus kulturgeschichtlicher Sicht

3. Begriff der Tierethik

4. Die moralische Bewertung des menschlichen Umgangs mit dem Tier

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Diese Hausarbeit hat die zwiespältige Mensch-Tier-Beziehung zum Thema. Im Mittelpunkt steht die Beantwortung der Frage danach, ob die Art und Weise wie der Mensch mit seinen nicht-menschlichen Mitlebewesen umgeht, aus moralphilosophischer Sicht zu rechtfertigen ist. Das paradoxe Verhältnis des Menschen zum Tier, das in Form der beiden Extremszenarien Tierliebe und Tierausbeutung zum Ausdruck kommt, soll somit einer ethischen Bewertung unterzogen werden. Im Rahmen dessen, dienen neben dem Prinzip der Moral auch ethische Paradigmen, wie z.B. der Utilitarismus, als Wertungsinstrumente. Insoweit soll eine mögliche Rechtfertigung grundsätzlich an den Leitbegriffen Dürfen und Sollen gemessen werden, um so letztlich eine Antwort auf die Frage zu geben, ob Tieren ähnliche moralische Rechte zustehen sollten wie dem Menschen. Diesbezüglich dienen ebenfalls die Theorien des Philosophen Peter Singer als Bezugspunkte. Diesem Hauptteil wird jedoch ein einleitender geschichtlicher Abriss vorangestellt, in dem die Entwicklung der Mensch-Tier-Beziehung in ihren kultur-historischen und religiösen Ausprägungen dargestellt wird. Das Augenmerk wird hier in erster Linie auf die westliche Gesellschaft gelegt. Dies zielt darauf ab, einen wesentlichen Überblick über die wechselhaften und vielschichtigen Ausprägungen der Bedeutung des Tieres für den Menschen innerhalb verschiedener Epochen und Kulturen, aber auch im Christentum, zu schaffen. Die Beleuchtung dieses ambivalenten Verhältnisses auf geschichtlicher Ebene, soll dieses in einen weiterreichenden Kontext stellen, so dass die gegenwärtige Sachlage nicht alleine für sich einer ethischen Beurteilung unterzogen wird, sondern vor dem Hintergrund einer dem Rahmen dieser Arbeit angepassten Würdigung tiefergreifender Umstände. Dem soll auch die sich hieran anschließende Auseinandersetzung mit dem Begriff der Tierethik dienen, wobei die gegensätzlichen Ansichten der Moralphilosophen Immanuel Kant und Jeremy Bentham einander gegenübergestellt werden sollen.

2. Geschichtlicher Abriss

Tiere sind unzweifelhaft ein fester und auch wichiger Bestandteil unserer westlichen Gesellschaft. Sich dem Kontakt zu ihnen gänzlich zu entziehen, dürfte äußerst schwer fallen, angesichts ihrer scheinbar allgegenwärtigen Präsens. Der Mensch begegnet ihnen auf denkbar unterschiedlichster Art und Weise. Sei es als Gefährten und Spielkameraden, als bewundernswerte exotische Wesen in Zoos und Zirkusen, als treue Helfer in der Arbeitswelt, als Rohstofflieferanten für Kleidung und Schuhe, als Objekte zum Zwecke der medizinischen Forschung, auf dem Speiseplan als Nahrung oder gar als Gottheiten und heilige Wesen, denen man höhere Kräfte zuschreibt. Bereits eine solche grobe Aufzählung gibt deutlich zu erkennen, wie vielgestaltig, aber auch zutiefst zwiespältig das Verhältnis des Menschen zum Tier ist. Ein Mensch, der sich liebevoll um sein eigenes Kaninchen kümmert und genüßlich das Kaninchen aus der Metzgerei verspeist, ist also keineswegs ein undenkbares Szenario. Eben diese gravierende Widersprüchlichkeit im Umgang mit Tieren ist es, die grundlegende ethische und gesellschaftliche Wertvorstellungen berührt und den Menschen dazu bewegt, sich Gedanken über das eigene Selbstverständnis zu machen. Allerdings reicht es nicht aus, moralische Überlegungen alleine in Bezug auf gegenwartskulturelle Ausprägungen anzustellen, da man sich ansonsten lediglich der so genannten Spitze des Eisberges zuwenden würde, ohne dabei die geschichtskulturellen Aspekte zu berücksichtigen. Der Blick in die eigene Geschichte, die Rekonstruktion der vielfältigen Wandlungen des Verhältnisses von Mensch und Tier zeigt, wie und warum sich im Westen die Mensch-Tier-Beziehung von Anfang an überwiegend anthropozentrisch, also „prekär“ entwickelt hat.1 Fest steht, dass kein Tier von Natur aus funktional, geboren zum Schlachten, Verjagen, Verfolgen, Vergiften, Liebkosen, Dressieren, Gruseln, oder Bestaunen ist.2 Die Grundlage für solche Praktiken bildet die allgemein herrschende Ansicht, Menschen und Tiere würden sich grundlegend unterscheiden. Hieraus resultiert die Unterstellung einer fundamentalen Differenz und Grenzziehung zwischen Mensch und Tier. Zunächst soll nun hinterfragt werden, wie eine solche Betrachtung des Tieres überhaupt entstehen konnte. Dazu wird zunächst kurz dargelegt welche allgemeine Position die christlich-jüdische Schöpfungstheorie im Hinblick auf die Mensch-Tier-Beziehung einnimmt. Daran anschließend wird auf die gesellschaftlichen Vorstellungen und Positionen eingegangen, die in den jeweiligen relavanten Epochen vorherrschend waren.

2.1 Mensch-Tier-Beziehung aus christlich-jüdischer Sicht

Die Heiligen Schriften des Judentum und des Christentum bilden die substanzielle Grundlage für das heutige Verhältnis des Menschen zum Tier in der westlichen Welt. Im Speziellen basiert dieses vor allem auf das religiöse Bewusstsein und Selbstverständnis des alttestamentlichen Menschen bezüglich seiner Umwelt.3 Wo das Welt- und Selbstverständnis des Polytheismus von der Überzeugung der Existenz vieler verschiedener Gottheiten bestimmt wurde, was hauptsächlich auf menschliche Erfahrungen mit Naturereignissen beruhte4, setzte der biblische Monotheismus an die Stelle der vielen Mythen, die Idee der Heilsgeschichte, die Gottes und seines auserwählten Volkes, deren Formen individueller Teilhabe dem einzelnen in Gestalt der Gesetze genau vorgeschrieben sind.5 Welche Teilhabe dem Tier hierbei zugemessen wird, lässt sich wohl am besten anhand des alttestamentlichen Schöpfungsberichts beurteilen. Hier stößt man zu Zeugnissen vor, die das Verhältnis von Mensch und Tier von seiner Radix her reflektieren, nämlich so, wie Gott es von seiner Schöpfung her angelegt hat und verstanden wissen will.6 Zur Beurteilung des jüdisch-christlichen Verständnisses des Mensch-Tier-Verhältnisses gilt es insbesondere den priesterschriftlichen als auch den jahwistischen Schöpfungsbericht in Augenschein zu nehmen. Im ersten Buch Mose – Genesis heißt es: „Dann sagte Gott: „Nun wollen wir den Menschen machen, ein Wesen, das uns ähnlich ist! Er soll Macht haben über die Fische im Meer, über die Vögel in der Luft und über alle Tiere auf der Erde.“ […] Er segnete die Menschen und sagte zu ihnen: „Vermehrt euch! Breitet euch über die Erde aus und nehmt sie in Besitz! […]“.7 Der Mensch wird einerseits durch Gott ermächtigt, die Erde in Anspruch zu nehmen, andererseits wird ihm die Herrschaft über die Tierwelt übertragen. Diese Machtübertragung Gottes auf den Menschen, stellt seit jeher den Nährboden für zahlreiche gegensätzliche Auslegungen dar. So gehen die verschiedenen Einschätzungen, wie die Herrschaftsform über die Tiere zu bewerten ist, weit auseinander und scheinen derweil sogar unvereinbar zu sein.8 Bedeutungsvolle Bezugspunkte für diese Interpretationsansätze bilden vor allem das hebräische Verb , welches mit „herrschen“ zu übersetzen ist, und das Theologumenon9 vom Menschen als Ebenbild Gottes. Das Selbstverständnis des Menschen, das hieraus hervorging, ist ausschließlich anthropozentrisch10 gefärbt, obwohl das Alte Testament an sich theozentrisch11 ist. Zwei wesentliche Deutungsweisen haben sich aus dieser menschlichen Selbstreflexion herausgebildet. Der einen liegt die Annahme zugrunde, Gott habe dem Menschen in seiner Gottebenbildlichkeit, uneingeschränkte Verfügungsgewalt übertragen. Das Charakteristikum der Stellung des Menschen zum Tier ist demnach ein gewaltbehaftetes, hartes und schonungsloses Unterjochen. Diese herrische Auslegung stützt sich auf eine Vielzahl von alttestamentlichen Belegstellen, die das Verb als eine von oben nach unten gerichtete und mit Gewalt verbundene Aktion zu verstehen geben sollen.12 Fraglos erinnert diese machtvolle und autoritäre Haltung in ihrem Grundwesen dem gegenwärtigen Umgang mit Tieren. Es wird als fast einmütige Auffassung der Gläubigen und Nicht-Gläubigen angesehen, dass alles auf Erden auf den Menschen als seinen Mittel- und Höhepunkt hinzuordnen ist.13 Nichtsdestotrotz lässt diese Auslegung Zweifel hinsichtlich einer hinlänglichen Entsprechung mit der tatsächlichen Auskunft der beiden Schöpfungstexte aufkommen. Unbestritten ist, dass die beiden Schöpfungstexte sowohl Gemeinsamkeiten als auch Differenzierungen zwischen Mensch und Tier nennen, aus denen wiederum eine Sonderstellung des Menschen abzuleiten ist.14 Dass diese Sonderstellung als universeller Herrschaftsanspruch, der von Unterwerfung und Ausbeutung begleitet wird, zu interpretieren ist, erscheint doch sehr widersinnig, in Anbetracht der engen natürlichen Verbundenheit des Menschen zum Tier, die allem voran aus dem gemeinsamen Geschaffenseins aus der Ackererde hervortritt, wie es in der Priesterschrift beschrieben wird. Doch auch der zweite Schöpfungstext, der des Jahwisten, welcher die Aufgabe des Menschen innerhalb der Schöpfung mit der Metapher des Gartens beschreibt, fungiert nicht als Billigung einer despotischen Herrschaft über die Natur. Schließlich ist dem Menschen auferlegt den Garten zu bebauen und zu bewahren, und nicht seine Ressourcen schonungslos auszubeuten. Vielmehr ist der Herrschaftsauftrag als universale Ordnungsfunktion zu verstehen. Insofern besteht der Auftrag des Menschen nicht darin eine spezielle Herrschaftsmaßnahme vorzunehmen, wie etwa das Unterjochen, Domestizieren oder Leiten, sondern als Sachverwalter für das Ganze der natürlichen Schöpfungswelt Verantwortung zu übernehmen.15 Dieser Gedanke ist ebenfalls vereinbar mit der anthropozentrischen Sichtweise, die heutzutage von der Kirche vertreten wird. Ihre anthropozentrische Ausrichtung hat nichts zu tun mit der Legitimation menschlicher Herrschaft über die Natur. Anthropozentrik bedeutet in diesem Kontext vor allem Sensibilität gegenüber dem Leiden der Mitmenschen und keineswegs die Rechtfertigung menschlicher Willkür gegenüber der außermenschlichen Natur.16

2.2 Mensch-Tier-Beziehung aus kulturgeschichtlicher Sicht

Festzustellen ist, dass eine solch unumstößliche Überzeugung, dass der Mensch kein Tier, sondern ein weitaus überlegenderes Wesen ist, wie sie in der gegenwärtigen Zeit weitgehend vertreten wird, in der prähistorischen Zeit noch nicht existierte. Im Gegenteil, der Mensch verstand sich, soweit überhaupt ein solches Bewusstsein vorhanden war, als Teil der Natur und des Tierreichs. Das Gemeinsame von Tier und Mensch stand bedeutend stärker im Vordergrund als heute. In den frühen Jagdkulturen waren Jäger und Beute gezwungenermaßen in einer natürlichen engen Beziehung durch eine relative Gleichverteilung der Kräfte, wodurch Tier und Mensch in einem symmetrischen Verhältnis zueinanderstanden, in dem sie sich mit Ebenwürdigkeit begegneten.17 Erst mit dem Aufkommen des Denkvermögens und der damit einhergehenden Unterdrückung des natürlichen Triebs, trennte sich der Mensch vom Tier, indem er sich das Bewusstsein seiner selbst als Natur abschnitt.18 In Folge dessen, war es ihm möglich sich über das Tier zu stellen und dieses zunehmend zu beherrschen. Dies manifestierte sich in der Domestikation19, die etwa vor 10.000 bis 14.000 Jahren begann und die Wandlung des Verhältnisses von einer Jagd- zu einer hierarchisierenden Nutztierbeziehung einleitete. Das fortschreitende Denken führte zu stetig rationalerer Selbstbehauptung und Erforschung der Natur zum Zwecke ihrer Nutzbarmachung und Beeinflussung, was damit einherging, dass die Trennungslinie zwischen Mensch und Tier immer deutlicher hervortrat. Durch Denken als Instrument der Selbsterhaltung versuchte der Mensch seit jeher, sich gegen die Willkür der Natur zu behaupten und die Angst vor ihr zu überwinden, indem er sie objektivierte und sich an ihre widrigen natürlichen Verhältnisse anpasste. In der Antike dienten Tiere sodann nicht mehr ausschließlich als Nahrungs- und Rohstofflieferanten sowie als Beförderungs- und Transportmittel, sondern darüber hinaus als Unterhaltungsmittel und Prestigeobjekte für Tierschauen und Jagden.20 Im alten Griechenland wurde die Grundhaltung maßgeblich von der aristotelischen Philosophie bestimmt. Aristoteles war der Ansicht, Tiere seien ohne Vernunft und Glaube, so dass es im Umgang mit ihnen auch keiner Gerechtigkeit bedürfe. Weiterhin war er davon überzeugt, es bestünde eine Hierarchie innerhalb der Natur, in der jene mit geringerer Urteilsfähigkeit zum Nutzen derer mit größerer Urteilsfähigkeit existieren.21 Der Anthropozentrismus erlebte in dieser Epoche seinen ersten großen Aufschwung. Eingriffe in Populationen wurden stets mit dem Freisein des Menschen von jeglicher moralischer Verpflichtung gegenüber Tieren gerechtfertigt. Diese geistigen Strömungen wirkten sich später auch auf das Christentum aus.22 Nach Immanuel Kant (1724-1804) vollzog sich die Menschwerdung nach dem Konzept der Vernunft. Demzufolge vollzog sich der Übergang aus der Rohigkeit eines bloß tierischen Geschöpfes in die Menschheit durch die Regung der Vernunft, welche den Instinkt verdrängte, die Stimme Gottes, der alle Tiere gehorchen, wodurch sich der Mensch aus der Vormundschaft der Natur in den Stand der Freiheit erhob.23 Die Sonderstellung des Menschen im Kosmos wurde ferner mit den Merkmalen der Intelligenz, der Vernunft und der Reflexionsfähigkeit begründet, die den Abstand zwischen Mensch und Tier letztlich hervortreten ließen.24 Im Zuge der sich hieraus entwickelten Überlegenheit des Menschen in Form von Fortschritten in den Bereichen Wissenschaft und Technik, die nicht zuletzt der Beherrschung der Natur dienten, und der Befriedigung nahezu unbegrenzter Bedürfnisse, kristallisierten sich erstmals moralische Gebote und Verbote heraus.25 Die Auseinandersetzung über den Stellenwert des Tiers für den Menschen vollzog sich im Mittelalter weitgehend im Horizont biblischer Vorgaben. Die Bibel stellte jenen wirkungsmächtigen kulturellen Text dar, der zugleich die Reflexion über die Welt, über Natur und Geschichte, Moral und Gesellschaft orientierte.26 Allerdings waren die mittelalterlichen Herrschaftskonzepte hinsichtlich des Umgangs mit der Natur nicht durchgehend homogen, da neben die Bibel als zweiter wirkungsmächtiger kultureller Text die aristotelische Politik trat.27 So verband Thomas von Aquin (1225-1274) die aristotelische Affirmation28 des eigenen Seinswertes der physischen Wirklichkeit mit einer transzendenten Schöpfungsperspektive. Gemäß dem Denken Thomas von Aquins' ist Gott als unendliche Seinsmacht auf diskret verborgene Weise in allem anwesend, ohne das andere zu verdrängen oder sich verflüchtigen zu lassen, sodass jedes Geschöpf im Kosmos zunächst um seiner selbst willen existiert und somit eine relative Selbstzwecklichkeit besitzt. Erst sekundär sind die nicht-menschlichen Geschöpfe auf den Nutzen für Menschen hingeordnet.29 Auf diesen Gedanken gründet die Tradition der Schöpfungstheologie, die besagt, dass vom Menschen und seinen Mitgeschöpfen, keine Verschiedenheit ausgesagt werden kann, die nicht von einer jeweils größeren Gemeinsamkeit als die des Geschaffenseins von Gott, übertroffen werden kann. Im weiteren Entwicklungsverlauf der Mensch-Tier-Beziehung, fand in der frühen Neuzeit der vermutlich schwerste Einbruch dieser christlichen Tradition statt. Verwantwortlich dafür war insbesondere das Denken von Réne Descartes (1596 - 1650). Dieser vertrat die Meinung, Tiere seien lediglich emotions- und seelenlose Automaten, die wie ein Uhrwerk funktionieren und deren Leidensäußerungen als bloße mechanische Reflexe zu deuten seien. Aus dieser Auffassung, der sich nicht nur ein Großteil der bürgerlichen Gesellschaft anschloss, sondern ebenfalls Einfluss auf die Theologie ausübte, resultierte die weitgehende Legitimation von Tierquälerei und Tierausbeutung. Descartes strebte nach einer fortschreitenden Erkenntnis der Mechanik der Natur. Dadurch wollte er die Menschen zu „Herren und Eigentümern der Natur“ erheben. Er hat einem Naturverständnis den Weg bereitet, in dem die Natur ausschließlich als ein Ding und ein Ressourcenlager betrachtet wird, das dem Menschen zur unbeschränkten Ausbeutung zur Verfügung steht.30 Die Versachlichung und systematische Verwertung von Tieren wurde in der Folgezeit zum Leitbild der Mensch-Tier-Beziehung. Gleichzeitig kam es zu einer sukzessiven Verdrängung des Tötungs- und Verarbeitungsprozesses aus der Wahrnehmung der Menschen, obwohl bis heute ein industrialisierter Produktions- und Tötungsapperat gigantischen Ausmaßes herangewachsen ist.

[...]


1 Vgl. Badura 1999. S. 13.

2 Vgl. Precht, 1997. S. 20-21.

3 Aus heutiger Sicht werden unter dem Oberbegriff „Umwelt“, die Gruppen „unbelebte Natur“, „pflanzliches“ und „tierisches“ zusammengefasst, während das „menschliche Leben“ eine eigenständige Größe bleibt.

4 Vgl. Rohls, 1997. S. 188.

5 Vgl. Assmann, 2006. S. 60; zitiert nach Bloch, 2011. S. 67.

6 Schmitz-Kahmen, 1997. S. 11.

7 1. Buch Mose Kap. 1, Mt 1,26-30

8 Vgl. Schmitz-Kahmen, 1997. S. 17.

9 Die von Gott verkündete Glaubensaussage bzw. Glaubenswahrheit.

10 Anthropozentrismus bedeutet, dass sich der Mensch selbst als Mittelpunkt der weltlichen Realität sieht.

11 Theozentrismus bezeichnet eine Weltanschauung, die Gott in den geistigen Mittelpunkt der Welt stellt.

12 Vgl. Schmitz-Kahmen, 1997. S. 18.

13 Bedford-Strohm, 2001. S. 51.

14 Vgl. Weiler, 2011. S. 327.

15 Vgl. Janowski, 1993. S. 191; zitiert nach Schmitz-Kahmen, 1997. S. 21.

16 Bedford-Strohm, 2001. S. 53.

17 Vgl. Badura, 1999, S. 14 .

18 Vgl. Adorno / Horkheimer, 1988. S. 55, S. 66.

19 Domestikation bezeichnet die genetische Isolierung einzelner Tierarten von ihrer Wildform durch den Menschen, die das Zusammenleben mit diesen Tieren und deren Nutzung ermöglichte.

20 Vgl. Thommen, 2009. S. 47.

21 Vgl. Singer, 1986. S. 13.

22 Vgl. Thommen, 2009. S. 50.

23 Vgl. Mante, 2007. S. 153.

24 Vgl. Kang, 2003. S. 32.

25 Vgl. Badura, 1999, S. 15.

26 Vgl. Friedrich, 2009. S. 39.

27 Ebd. S. 146.

28 Bejahung bzw. positive Wertung der aristotelischen Philosophie.

29 Vgl. Weiler, 2011. S. 336.

30 Ebd. S. 338.

Details

Seiten
21
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668828681
ISBN (Buch)
9783668828698
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v444782
Institution / Hochschule
Leuphana Universität Lüneburg
Note
1,0
Schlagworte
grundprobleme tierethik

Autor

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Titel: Grundprobleme der Tierethik