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Warschauer Pakt und NATO. Eine politikwissenschaftliche Analyse

Bachelorarbeit 2014 35 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Neueste Geschichte, Europäische Einigung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Ereignisgeschichtliche Darstellung und Analyse des Weges zur Bipolaren Weltordnung
1. Hinführung zum Thema und Erläuterung der Vorgehensweise
2. Vorgeschichte
3. Der Beginn des Kalten Krieges und die Anfänge der Blockbildung
3.1 Aus sowjetischer Sicht
3.2 Aus Sicht der USA und der Westmächte
3.3 Erster Höhepunkt des Kalten Krieges
4. Marshall-Plan und Abschluss der Blockbildung

II. Analyse der Darstellung der Kubakrise in einem Artikel des Time Magazine vom 2. November 1962, unter Bezugnahme der Theorie des politischen Realismus
1. Theoretische Grundlagen zum Politischen Realismus
1.1 Objektivität, Vernunft und Analyse
1.2 Anthropologische Vorüberlegungen zum politischen Realismus
1.3 Grundannahmen zur Beschaffenheit und zu den Handlungszielen von Nationalstaaten
1.4 Problematik der realistischen Politik
2. Zusammenfassung der Ereignisse bis zum Ende der Blockbildung unter Berücksichtigung der Theorie des politischen Realismus
3. Analyse der Darstellung der Kubakrise in dem am 2. November 1962 im Time Magazine erschienenen Artikel The Showdown unter Berücksichtigung der Theorie des politischen Realismus

III. Fazit

IV. Quellen- und Literaturverzeichnis

I. Ereignisgeschichtliche Darstellung und Analyse des Weges zur Bipolaren Weltordnung

1. Hinführung zum Thema und Erläuterung der Vorgehensweise

Mit der Gründung der NATO und dem Abschluss des Vertrages „der Freundschaft, der Zusammenarbeit und des gegenseitigen Beistandes“, besser bekannt als der Warschauer Pakt, wurde nach dem 2. Weltkrieg endgültig eine bipolare Weltordnung geschaffen, in der sich die beiden Bündnissysteme, jederzeit zur Eskalation und zur Durchsetzung der eigenen Ideologie bereit, gegenüberstanden. Diese mehr als drei Jahrzehnte andauernde Phase sollte als „Kalter Krieg“ in die Geschichte eingehen.

Der erste Teil der vorliegenden Arbeit widmet sich der ereignisgeschichtlichen Darstellung der Blockbildung und beginnt mit dem Vorstellen von Ereignissen und Begebenheiten, welche die Entwicklung der Beziehungen zwischen den Großmächten, die den Bündnissen vorstanden (USA und UdSSR), aufzeigen. Die Abkehr vom partnerschaftlichen Verhältnis der Anti-Hitler-Koalition wird als logische Konsequenz der bereits seit der Gründung der Sowjetunion bestehenden ideologischen Reibungspunkten der Systeme genannt, und anhand von Ausführungen von Historikern wie Bernd Stöver und des ehemaligen Stabschefs des Warschauer Paktes Anatoli Gribkow belegt.

In einem nächsten Schritt werden der Beginn des Kalten Krieges und die Anfänge der Blockbildung untersucht. Die Darstellung erfolgt zunächst aus Perspektive der Sowjetunion, welcher darauf die Sicht der USA und der Westmächte gegenübergestellt wird. Neben Originalzitaten politscher Größen wie Winston Churchill und der Bezugnahme fachwissenschaftlicher Literatur, wird die außenpolitische Ausrichtung der USA und der UdSSR untersucht, auf das gegenseitige Droh- und Gefahrenpotential hingewiesen und die daraus resultierende erste Krise in Berlin aufgezeigt.

Daraufhin erfolgen die Darstellung der Absichten und Auswirkungen des Marshall-Plans und das Aufzeigen dessen Ursprungs in den Forderungen der Truman-Doktrin. Die langfristige Kopplung der europäischen Wirtschaft, Sicherung der eigenen Devisen und die Isolierung der kommunistischen Einflusssphäre in Europa werden als langfristige strategische Fixpunkte der USA erörtert und belegt. Die Einbindung in die westliche Staatengemeinde und die Wiederbewaffnung Deutschlands wird als wesentlicher Auslöser für die Gründung des Verteidigungsbündnisses im Osten genannt, sowie auf den damit verbundenen Abschluss der dortigen Blockbildung hingewiesen. Darüber hinaus wird die Dominanz der Sowjetunion in der Entscheidungsfindung der östlichen Staatengemeinde deutlich gemacht.

Der zweite Teil der Arbeit beschäftigt sich mit der politikwissenschaftlichen Analyse des Kalten Krieges, unter Bezugnahme der Theorie des politischen Realismus. In einem ersten Schritt werden theoretische Grundlagen und aus der Theorie abgeleitete politische Gesetzmäßigkeiten genannt. Diese werden dann in einem nächsten Schritt auf Kernpunkte der ereignisgeschichtlichen Darstellung des ersten Teils angewandt, um damit zu beweisen, dass sich die nationalstaatlichen Akteure gemäß der Theorie des politischen Realismus verhalten haben. Darauf erfolgt die stilistische, historische und politikwissenschaftliche Untersuchung der Darstellung eines der herausragenden Ereignisse des Kalten Krieges - der Kubakrise - in dem Artikel The Showdown, der am 2. November 1962 im Time Magazine erschienen ist. In der Analyse wird der aktuelle historische Forschungsstand zum Thema Kubakrise berücksichtigt und mit der Darstellung im Artikel abgeglichen. Anhand der Untersuchung des Wettstreits der Supermächte um Kuba werden die Gefahren realistischer Politik im Atomzeitalter aufgezeigt und damit die historische Relevanz der Krise deutlich gemacht.

In einem letzten Schritt werden die in der Arbeit genannten Sachverhalte nochmals aufgegriffen und in einem Fazit geschlossen.

2. Vorgeschichte

Die geopolitische Zweiteilung der Welt, durch die Blockbildung in NATO- und Warschauer-Pakt-Staaten, war keineswegs und lediglich auf Ereignisse zurückzuführen, welche nach dem 2. Weltkrieg stattfanden. Als sich 1922 die „Union der sozialistischen Sowjetrepubliken“ gründete, erkannten die USA, in welchen bereits zu diesem Zeitpunkt eine antikommunistische Stimmung herrschte, die UdSSR diplomatisch nicht an.[1] Zwar nahmen die USA 1933 unter Roosevelt offiziell diplomatische Beziehungen zur Sowjetunion auf, doch blieb das Verhältnis zwischen den Staaten weitestgehend reserviert.[2]

Auch wenn Roosevelt bald Hitler und den Nationalsozialismus als größere Bedrohung ansah, führte die Furcht vor undemokratischem Gedankengut dazu, dass die Amerikaner die Landesverratsbestimmungen des „Smith Act“ bis 1945 weit häufiger gegen vermeintliche und echte Kommunisten, als gegen Nationalsozialisten anwandten.[3] Allein diese Tatsache macht deutlich, dass das sich ab 1940 anbahnende Bündnis zwischen der UdSSR und den USA eher zweckmäßiger Natur war, um sich gegen den gegenwärtig gefährlicheren Gegner, Hitlerdeutschland, zu konsolidieren. Bereits im September 1940, also über 1 Jahr vor dem Kriegseintritt der Amerikaner, begannen diese die Sowjetunion durch die Lieferung von Zerstörern und Waffen („Lend-and-Lease-Act“ vom März 1941) zu unterstützen.[4] Vom Beginn der Invasion der 6. Armee im Sommer 1941, bis zum Ende des 2. Weltkrieges belief sich der Wert der gesamten Hilfslieferungen auf 43,6 Milliarden US-Dollar.[5]

Als der gemeinsame Feind schließlich geschlagen war, waren die unvereinbaren Gegensätze zwischen der Sowjetunion und der USA wieder offensichtlich. Der langjährige Stabschef des Warschauer Pakts Anatoli Gribkow äußerte sich diesbezüglich wie folgt:

“In den Jahren des Zweiten Weltkrieges traten die ideologischen und geopolitischen Widersprüche zwischen den Verbündeten der Antihitlerkoalition in den Hintergrund, doch sie verschwanden nicht von der Tagesordnung, sondern wurden lediglich für gewisse Zeit eingefroren. Sofort nach den Siegesparaden und Salutschüssen des Jahres 1945 kamen die Widersprüche allmählich wieder zum Vorschein. Die geopolitischen und ideologischen Ambitionen der westlichen Demokratien und der kommunistischen Ideologie führten zum „Kalten Krieg“.“[6]

Als ideologische Widersprüche standen aus westlicher Sicht vor allem Freiheit und Demokratie einer totalitären Diktatur gegenüber, die durch ihre aggressive Annexionspolitik im Osten die westlichen Industrienationen zunehmend verunsicherte. Auf die Frage, inwiefern der Aufbau sowjetideologisch kompatibler Satellitenstaaten von der Sowjetunion erzwungen wurde und im welchem Grad die Bereitschaft zur Institutionalisierung eines Staatsapparates nach sowjetischem Vorbild bei den betreffenden Staaten bereits vorherrschte, wird in der Arbeit noch eingegangen. Die UdSSR wiederum beklagte am imperialistischen Kapitalismus die Ausbeutung des Individuums, welches sich im Sozialismus vermeintlich entfalten könne. Auch die Wirtschaftssysteme, Markt- und Planwirtschaft, sollten sich im Zuge des „Marshallplans“ als unvereinbar herausstellen.

3. Der Beginn des Kalten Krieges und die Anfänge der Blockbildung

3.1 Aus sowjetischer Sicht

Aus sowjetischer Sicht beginnt der Kalte Krieg mit der Rede Churchills in Fulton am 6. März 1946. In dieser Rede stellte der damalige britische Premier Minister fest, dass die USA durch den Besitz von Atomwaffen zur führenden Weltmacht geworden sei und damit dem Rest der Welt ihre Bedingungen diktieren könne. Außerdem rief er die USA und Großbritannien zum Bündnis gegen die UdSSR und mit ihr verbündete Länder auf. Desweiteren geht aus einem Dokument aus dem Jahr 1948 hervor, dass Churchill darauf bestand, durch Androhung eines Atomschlags, die UDSSR zum Abzug aus Berlin und Ostdeutschland zu zwingen.[7] Damit war für die sozialistischen Völker deutlich gemacht worden, dass sie im Spiel um die Vorherrschaft in der Weltordnung, neben diplomatischen Sanktionen der Westmächte, auch mit dem Einsatz nuklearen Drohpotentials zu rechnen hatten. In Washington war diese Haltung indes bereits vor Ende des Krieges vertreten. US-Kriegsminister Steam etwa hatte sich bereits 1945 wie folgt geäußert: „Washington erachtet es für notwendig, die Lösung der europäischen Nachkriegs -und anderer Probleme so lange hinauszuzögern, bis die USA die Kernwaffe als entscheidenden Trumpf in den Händen haben.“[8] Zudem ist heute bekannt, dass das Pentagon zur selben Zeit Pläne eines möglichen Atomschlags gegen die UDSSR ausgearbeitet hat, also 4 Jahre bevor die Sowjets selbst in den Besitz von Atomwaffen gelangt waren.[9] Die genannten Fakten weisen also darauf hin, dass sich die USA des machtpolitischen Vorteils, durch den alleinigen Besitz von Nuklearwaffen, bewusst waren und versucht haben diesen, bei der Aufteilung der Welt nach dem Krieg, auszuspielen. Selbst renommierte Gelehrte der westlichen Hemisphäre, wie der amerikanische Historiker und Pulitzerpreisträger Martin J. Sherwin vertreten heute die These, dass die USA die Atombombe primär zur Machtdemonstration und aus geostrategischen Gründen eingesetzt hätten.[10] Seiner Auffassung nach wussten die USA, dass Japan kurz vor der Niederlage stand und ein Ende des Krieges auch ohne Atomwaffen zu erreichen war. Die Atombomben seien über Hiroshima und Nagasaki abgeworfen worden, um zu verhindern, dass die Sowjets vor den USA den Krieg gegen Japan beenden und in der Folge Anspruch auf Gebiete erheben, die ihnen von Roosevelt auf der Konferenz in Yalta im Februar 1945 zugesichert worden waren. Zwar kann gegenargumentiert werden, dass durch den Einsatz von Atomwaffen viele Leben auf Seiten der Alliierten gerettet wurden, doch kann kein Zweifel darüber bestehen, dass die Ausweitung der kommunistischen Machtbereichs der westlichen Welt ein Dorn im Auge gewesen sein muss.

Angesichts der genannten nuklearen Bedrohung durch die USA, mussten die Sowjetunion und die Ostblockstaaten fast zwangsläufig entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten, um ihre Souveränität gegenüber dem Westen zu waren. Als Reaktion der Sowjets auf eine Rede Trumans, vom 12. März 1947, in der er ein offensives Vorgehen zur Eindämmung des sowjetischen Machtbereichs forderte,[11] wird von dem Historiker Bernd Stöver etwa die Gründung des Kommunistischen Informationsbüros (Kominform) genannt, das als weltweite Koordinierungsstelle der kommunistischen Bewegung dienen sollte.[12] Der renommierte amerikanische Historiker John Lewis Gaddis vertritt, bezüglich der Motivation der UdSSR, eine andere These, aber darauf wird in der Arbeit später noch eingegangen. Auf der Gründungsfeier wurde vom Vorsitzenden des Kominform, Sergej Schadonov, die neue, auf seine „Zwei-Lager-Theorie“ basierende strategische Ausrichtung der UdSSR bekanntgegeben. Demnach seien nach dem 2. Weltkrieg zwei Weltlager entstanden: das imperialistisch-antidemokratische (USA) und das antiimperialistisch-demokratische (UdSSR).[13] Das von den USA geführte Lager bereite einen neuen Krieg vor, unterstütze faschistische Systeme und bekämpfe den Sozialismus.[14] Daher müssten sich die UdSSR und die übrigen Ostblockstaaten bereithalten, um gegen den Imperialismus zu kämpfen.[15] Der Kalte Krieg war damit auch von Seiten der Sowjets und deren Verbündeten eröffnet.

3.2 Aus Sicht der USA und der Westmächte

Die von den Amerikanern und deren Verbündeten als aggressiv gewertete Annexionspolitik der Sowjets in Osteuropa, die am Ende des Krieges einsetzte, war von der westlichen Welt rasch als ernstzunehmende Gefahr wahrgenommen worden. Am 22. Februar 1946 sendete der amerikanische Botschaftsrat in Moskau, George F. Kennan, mit dem sogenannten „Langen Telegramm“, seine Einschätzung der Lage an den damaligen Außenminister James Brynes.[16] Kennan zufolge sei die sowjetische Außenpolitik weiterhin und grundsätzlich aggressiv und ziele darauf ab, die westliche Demokratie auf jede erdenkliche Weise zu schwächen.[17] Ein friedliches Miteinander, also ein modus vivendi, war seiner Meinung nach mit einem solchen Staat nicht möglich.[18] Seine Analyse und Forderung nach geeigneten Gegenmaßnahmen fanden in Washington ungeteilte Zustimmung, so dass sich die USA genötigt sahen, außenpolitische und militärische Maßnahmen zu ergreifen, um eine weitere Ausbreitung des kommunistischen Machtbereichs in der Welt, aber vor allem in Europa zu verhindern.[19]

Die Furcht des Westens war sicherlich nicht unbegründet. Bereits vor Ende des Krieges setzte Stalin zur Sicherung der Sowjetunion, neben dem Ausbau der Militärmaschinerie und Industrie, auf eine Ausweitung des Territoriums der UdSSR.[20] So kam es mit Einsatz der sowjetischen Armee unter anderem zur Annexion der baltischen Staaten, des westlichen Polens, Moldawiens, sowie der Bukovina und es existierten Pläne sich strategisch günstig gelegene Gebiete in Japan und der Mandschurei anzueignen.[21] Neben der Gebietserweiterung des eigenen Territoriums, begann Stalin spätestens nach Ende des Krieges Einfluss auf die benachbarten Staaten zu nehmen, indem die dort wirkenden kommunistischen Parteien und Verbände, in ihrem Kampf gegen konkurrierende politische Strömungen, massiv unterstützt wurden. Bis 1948 waren in allen Ländern des sowjetischen Machtbereichs kommunistische Regierungen an die Macht gekommen, „[…] wobei der Widerstand anderer Parteien „scheibchenweise“ gebrochen worden war. Das überall gleich wirksame Rezept der kommunistischen Machtübernahme hatte der ungarische KP-Chef Mátyás Rákosi sarkastisch als „Salamitaktik“ bezeichnet.“[22] Darüber hinaus kam es in den Ostblockstaaten zu sogenannten „Säuberungen“, in deren Folge man sich politischer Gegner entledigte. Beispielsweise wurde gegen den ungarischen Innenminister László Rajk 1949 ein Schauprozess geführt, in dem man ihm unter anderem Spitzeltätigkeit für die Amerikaner vorgeworfen hatte. Nach demselben Muster entledigte man sich des stellvertretenden bulgarischen Premiers Traitschow Kostow und in der Tschechoslowakei des Parteisekretärs Rudolf Slánský, sowie des ehemaligen tschechoslowakischen Außenministers Vladimir Clementis. Auch in der DDR und in Polen fanden zur politischen Gleichschaltung Prozesse dieser Art statt, doch spielt die Tschechoslowakei, bezüglich der sowjetischen Annexionspolitik im Ostblock, eine besondere Rolle, da sich dort bis Februar 1948 eine demokratische Ordnung bewahren konnte und erst durch einen von Stalin unterstützten Putsch tschechoslowakischer Kommunisten die politischen Vorzeichen geändert hatten.[23] Ob der kurz nach dem Staatsstreich gefundene, zerschmetterte Körper des Außenministers Jan Masaryk durch Dritte von einem Gebäude gestoßen wurde oder ob der Politiker durch Selbstmord ums Leben kam, ist bis heute nicht geklärt.[24] „Es hätte auch nichts geändert, denn die Chancen auf Unabhängigkeit in Stalins Einflusssphäre waren mit Masaryk gestorben.“[25] Gleichzeitig wurde die Sowjetisierung der Ostblockstaaten durch die Verstaatlichung von Banken, Versicherungen, der Eisen- und Stahlindustrie, sowie der Bergwerke, weiter vorangetrieben. Als weitere Maßnahmen wurden die Landwirtschaft kollektiviert, bis 1949 hatten alle sowjetischen Satellitenstaaten eine Verfassung nach sowjetischem Muster und „[…] die nach stalinistischem Vorbild durchgeführte Industrialisierung zog zwangsläufig die aus der Sowjetunion bekannten Gleichschaltungseffekte auf wirtschaftlich-sozialem Gebiet nach sich.“[26]

Das beschriebene, außenpolitische Vorgehens der UdSSR im Ostblock führte dazu, dass die Satellitenstaaten der Sowjetunion nicht unter den Vertragspartnern des Brüsseler Paktes, dem ersten Pakt nach dem Krieg, vertreten waren.[27] Ausschließlich demokratisch regierte Länder der Westmächte (Großbritannien, Frankreich, Belgien, die Niederlande und Luxemburg) schlossen sich im März 1948 zur Westeuropäischen Union zusammen, um sich gegen die Bedrohung aus dem Osten gegenseitig abzusichern und damit die Basis für ein noch mächtigeres, militärisches und wirtschaftliches Bündnis zu stellen, das kurz darauf folgen sollte.

[...]


[1] Vgl. Stöver, Bernd: Der Kalte Krieg, München 2003, S.13.

[2] Vgl. ebd. S.14.

[3] Vgl. ebd. S.15.

[4] Vgl. ebd. S.16.

[5] Vgl. ebd. S.16f.

[6] Vgl. Gribkow, Anatoli: Der Warschauer Pakt. Geschichte und Hintergründe des östlichen Militärbündnisses,

Berlin 1995, S. 17.

[7] Vgl. ebd.

[8] Ebd. S. 21.

[9] Vgl. ebd. S.17f.

[10] Vgl. Sherwin, J. Martin: The Atomic Bomb and the Origins of the Cold War, in: Leffler, P. Melvyn; Panter, S. David (Hg.). Origins of the Cold War. An International History, New York 1994, S.77.:

„Suggesting that the Japanese were on the verge of surrender, and asserting that US officials knew they would surrender […] President Harry S. Truman and his Secretary of State, James F. Byrnes, could have ended the war without atomic weapons. But [...] they dropped the atomic bombs on Hiroshima and Nagasaki because they wanted to end the conflict before the Soviet Union had an opportunity to declare war on Japan, march into Manchuria, and lay claim to concessions [...] that Roosevelt had promised Stalin at the Yalta Conference in February 1945.”

[11] Stöver: Der Kalte Krieg, S. 23.

[12] Vgl. ebd. S. 24.

[13] Vgl. ebd. S. 25.

[14] Vgl. ebd.

[15] Vgl. ebd.

[16] Vgl. ebd. S. 21.

[17] Vgl. ebd.

[18] Vgl. ebd.

[19] Vgl. ebd.

[20] Pechatnov, O. Vladimir: The Soviet Union and the World. 1945-1953, in: Leffler, P. Melvyn; Westard, Odd Arne (Hg.)The Cambridge History of the Cold War. Origins (Band 1), Cambridge 2010, S. 91f.

„Now was the time […] to convert the gigantic losses and victories into lasting security for the Soviet Union and its ruling circle. One key precondition for so doing was building up its military-industrial base. The other had to do with space. Quite conventional in his geopolitical rationality, Stalin […] had an outmoded concept of security in terms of territory – the more you have got, the safer you are.”

[21] Vgl. ebd. S. 92.

[22] Vgl. Kleßmann, Christoph; Stöver, Bernd: Das Jahr 1953 als Krise des kommunistischen Systems in Osteuropa, in: Kleßmann, Christoph; Stöver, Bernd (Hg.). Krisenjahre des Kalten Krieges, Köln 1999, S.16.

[23] Vgl. Gaddis, John Lewis: Der Kalte Krieg. Eine Neue Geschichte, München 2007, S.48.

[24] Vgl. ebd.

[25] Vgl. ebd.

[26] Vgl. Kleßmann; Stöver: Krisenjahre, S. 17.

[27] Vgl. Gribkow: Der Warschauer Pakt, S. 26.

Details

Seiten
35
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668828902
ISBN (Buch)
9783668828919
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v445442
Institution / Hochschule
Universität Augsburg – Lehrstuhl für Neueste Geschichte
Note
1,0
Schlagworte
warschauer pakt nato

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