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Zuckerstoffwechsel beim Menschen. Der Einfluss verschiedener Lebensmittel auf den Blutzuckerspiegel

Facharbeit (Schule) 2012 19 Seiten

Biologie - Sonstige Themen

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Zur Konzeption und Zielsetzung

2 Zuckerstoffwechsel
2.1 Was ist Zucker?
2.2. Verdauung von Kohlenhydraten
2.3 Die Bauchspeicheldrüse
2.4 Die Hormone Insulin und Glukagon

3 Zuckerstoffwechselstörungen
3.1 Normale Blutzuckerwerte
3.2 Diabetes mellitus

4 Versuch – Wirkungsweise verschiedener Lebensmittel auf den Blutzuckerwert
4.1 Versuchsgrundlage
4.2 Versuchsergebnisse
4.3 Bewertung der Ergebnisse in Bezug auf die These

5 Literaturverzeichnis

6 Anhang

Zuckerstoffwechsel beim Menschen – Der Einfluss verschiedener Lebensmittel auf den Blutzuckerspiegel

1 Zur Konzeption und Zielsetzung

Mit dem Fortschritt der Medizin in den letzten Jahren wurde immer deutlicher, wie sehr sich der Blutzucker auf die Lebensqualität eines Menschen auswirken kann. Blutzuckererkrankungen wie Diabetes können durch ganz simple Faktoren ausgelöst werden und spielen eine immer größere Rolle. Die Jugend von heute wird beeinflusst vom technischen Fortschritt und verbringt die meiste Zeit vor dem Computer oder dem Fernseher. Als neues Haupt-nahrungsmittel gilt mittlerweile Fastfood, und die Süßwarenproduzenten verdienen besser denn je. Bewegung scheint völlig aus der Mode gekommen zu sein, die Anzahl an Kindern und Jugendlichen, die sich mehrmals wöchentlich sportlich betätigen, sinkt rapide. Das hat leider zur Folge, dass bereits 10 Prozent der deutschen Bevölkerung von Diabetes betroffen sind, und dass die Zahlen deutlich steigen.[1]

Daher ist es äußerst wichtig, die Menschen darüber zu informieren, welche Vorgänge im Körper ablaufen und vor allem, wie die körpereigene Blutzuckerregulierung funktioniert.

In dieser Facharbeit sollen einige dieser Grundlagen angesprochen werden. Zu Beginn wird deshalb auf die Kohlenhydrate selbst und ihre Verdauung eingegangen. Außerdem wird die Funktion der Bauchspeicheldrüse sowie des Hormons Insulin genauer erläutert. Anschließend soll dem Leser eine der wichtigsten Stoffwechselerkrankungen beschrieben werden. Mit Hilfe eines Versuches, bei welchem unter Einnahme verschiedener Lebensmittel der Blutzuckerspiegel gemessen wurde, wird verdeutlicht, wie unterschiedlich sich Kohlenhydrate auf den Blutzucker auswirken können, und wie wichtig eine richtige Ernährung ist.

2 Zuckerstoffwechsel

2.1 Was ist Zucker?

Zucker ist lediglich eine Untergruppe der Kohlenhydrate. Sie sind, neben Fett, unser Hauptenergielieferant und nahezu in allem enthalten, was wir zu uns nehmen. Entweder liegen sie in Form von Einfachzuckern (Monosaccharide) vor, zu denen Traubenzucker (Glukose) und Fruchtzucker (Fruktose) gehören, als Doppelzucker (Disaccharide), wie zum Beispiel Malzzucker (Maltose), oder in Form von Mehrfachzuckern (Polysacchariden), zu denen Stärke gehört.[2]

Der Name „Kohlenhydrate“ für Zucker leitet sich aus der chemischen Summenformel ab, da Zucker chemisch aus Kohlenstoff und Wasser besteht (Cn(H2O)n n=Anzahl der Kohlenstoffatome).[3]

Es gibt Lebensmittel, deren Kohlenhydrate sehr schnell vom Darm ins Blut gelangen. Sie zeichnen sich durch einen hohen Anteil von Monosacchariden aus und werden als Lebensmittel mit einem hohen glykämischen Index bezeichnet. Dieser Index stellt ein Maß für die Blutzuckererhöhung, die durch ein Lebensmittel ausgelöst wird, dar. Mehrfachzucker hingegen bewirken einen langsamen Blutzuckeranstieg, da die Verdauung deutlich länger dauert. Ihre langkettige Struktur muss in viele Einzelbausteine zerlegt werden, bevor sie ins Blut abgegeben oder eingespeichert werden können. Sie haben deshalb einen niedrigen glykämischen Index.[4]

Die wichtigsten Speicher-Kohlenhydrate sind Pflanzenstärke und tierische Stärke (Glykogen). Aus ihnen wird Energie in Form von ATP (Adenosintriphosphat) gewonnen.[5]

2.2. Verdauung von Kohlenhydraten

In der Nahrung befinden sich viele komplexe Inhaltsstoffe wie zum Beispiel tierische und pflanzliche Eiweiße, Fette und natürlich auch Kohlenhydrate, also Zucker. Die Aufnahme aller dieser für den Menschen lebenswichtigen Bestandteile erfolgt im Wesentlichen über den Magen-Darm-Trakt. Unsere Verdauung ist jedoch insgesamt abhängig von der Zusammenarbeit aller Verdauungsorgane, dem Gehirn, das alle Vorgänge steuert, sowie dem peripheren Nervensystem.

Kohlenhydrate machen den größten Anteil in der normalen Ernährung aus. Ihre Verdauung beginnt bereits im Mund. Die im Speichel enthaltene α-Amylase spaltet sie in kleinere Bausteine. Im Dünndarm werden diese durch das gleiche Enzym schließlich zu Monosacchariden abgebaut.[6] Über die Pfortader gelangen diese Glukosebausteine in die Leber. Bei der Weiterverarbeitung des Zuckers spielt die Bauchspeicheldrüse eine entscheidende Rolle.[7]

2.3 Die Bauchspeicheldrüse

Die Bauchspeicheldrüse, in der Fachsprache auch Pankreas (griechisch) genannt, spielt eine große Rolle bei der Verdauung, da sie wichtige Verdauungsenzyme, sowie die Hormone Insulin und Glukagon produziert. Sie liegt beim Menschen waagerecht hinter dem Magen, oberhalb des Dünn- sowie des Dickdarms. In ihrer unmittelbaren Umgebung befinden sich außerdem die Leber und die Gallenblase. Das schlanke, längliche Organ erreicht ein Gewicht von 70-100 Gramm. Die Bauchspeicheldrüse wird mittig von dem etwa drei Millimeter weiten Pankreasgang (Ductus pancreaticus) durchzogen, welcher sich in alle Richtungen feinmaschig verzweigt. Des Weiteren setzt sie sich aus vielen Drüsenläppchen zusammen, deren winzige traubenförmige Drüsenzellen den Pankreassaft bilden. Von diesem Verdauungssaft werden hier täglich bis zu anderthalb Liter produziert und über den Pankreasgang in den Darm abgegeben, wo er wirkt. Der Pankreassaft besteht hauptsächlich aus Wasser und den Verdauungsenzymen, aber auch aus basischen Salzen, die die Verdauungsenzyme aktivieren und die empfindliche Dünndarmschleimhaut schützen, indem sie den sauren Magensaft neutralisieren.[8] Die Enzyme spalten sehr spezifisch die mit der Nahrung aufgenommenen Fette, Eiweiße und auch Kohlenhydrate. Die Zuckerstoffe werden in Monosaccharide, überwiegend in Glukose, aber auch in Fruktose und Galaktose, aufgespalten.[9] Die Langerhans-Inseln, von denen ein gesunder Erwachsener ca. eine Million besitzt, beherbergen die eigentlichen insulinbildenden Zellen, die Betazellen. Diese Betazellen machen rund 70 Prozent aller Inselzellen aus.[10] Insulin (von lateinisch insula, übersetzt „Insel“) erhielt seinen Namen aufgrund der inselartig gruppierten, über das gesamte Organ verteilten Zellhaufen, die dieses produzieren. Das Hormon wird in speziellen Bläschen gespeichert, damit es bei Bedarf ins Blut abgegeben werden kann. Die ebenfalls in den Langerhans-Inseln gelegenen Alphazellen stellen das Peptidhormon Glukagon her. Seine Wirkung ist gegensätzlich zu der des Insulins und agiert daher als sein direkter Antagonist.[11]

2.4 Die Hormone Insulin und Glukagon

Insulin ist ein Eiweißhormon, das aus zwei Aminosäureketten besteht, die als A- und B-Kette bezeichnet werden, von denen sich die eine aus 15 und die andere aus 30 Eiweißbausteinen zusammensetzt. Diese beiden Ketten sind durch zwei Schwefel-Brücken miteinander verbunden. Bei seiner Entstehung wird zunächst die Vorstufe Präproinsulin aus 114 Aminosäuren aufgebaut. Durch die Abspaltung eines terminalen Peptids entsteht das Proinsulin aus nur noch 84 Aminosäuren, aus welchem anschließend noch das C-Peptid (connecting peptide) herausgespalten wird um das aktive Insulin freizusetzen. Damit das Hormon wieder inaktiviert werden kann, müssen die beiden Disulfid-Brücken durch enzymatische Reduktion in der Leber wieder gelöst werden.[12] Glutathion wirkt dabei als Reduktionsmittel.[13]

Insulin spielt eine zentrale Rolle im Stoffwechsel des Menschen. Es ist zum einen zuständig für die Regulation des Blutzuckerspiegels, hat aber auch Einfluss auf den Eiweiß- und Fettstoffwechsel. Insulin bewirkt die Aufnahme von Zucker ins Gewebe, sowie dessen Verbrennung, wodurch Energie für den Körper bereitgestellt wird.[14] Besonders unsere Nervenzellen sind auf Blutzucker als Energieträger angewiesen, wie auch unsere Muskeln.[15] Allein unser Gehirn verbraucht im Ruhezustand 60 Prozent des vorhandenen Blutzuckers.[16] Um den Transport von der Darmwand über die Blutbahn in die Zellen zu ermöglichen, agiert Insulin als „Schlüssel“, der die Körperzellen für den Zucker durchlässig macht. Dafür bindet es an Rezeptoren, die in der Zellmembran verankert sind.

Das aktive Peptidhormon wird schnell wieder abgebaut und hat eine Halbwertszeit von nur ca. 5 Minuten.[17]

Der Insulinspiegel hat außerdem Auswirkungen auf das Hungergefühl. Wenn ein Mensch Kohlenhydrate zu sich nimmt, wird Insulin ausgeschüttet, um diese abzubauen. Oft wird allerdings zu viel von dem Hormon ausgeschüttet, so dass mehr Zucker abgebaut wird, als aufgenommen wurde. Der Körper benötigt nun zusätzlichen Zucker, um dieses Defizit auszugleichen und löst deshalb ein Hungergefühl aus.[18]

Als weitere wichtige Funktion regt Insulin die Speicherung von Traubenzucker (Glukose) an. Dazu wird dieser entweder in Glykogen umgebaut und anschließend in Leber- und Muskelgewebe eingelagert, oder zuerst in Fettsäuren und dann in Fett umgewandelt. Bevor der Zucker bei Bedarf wieder ins Blut abgegeben werden kann, ist eine Rückumwandlung, welche durch Glukagon, dem Antagonisten des Insulins, angeregt wird, erforderlich. Dieses Hormon stimuliert die Glukoneogenese (Neubildung von Glukose) aus Laktat und fördert somit den Abbau von Glykogen-Reserven in der Leber und auch die Ausschüttung von Glukose.[19] Desweitern fördert Glukagon die Lipolyse (Fettabbau) und die Abgabe der dabei entstehenden Fettsäuren, die anschließend im peripheren Gewebe, also in den Muskeln, verbrannt werden. Glukagon besteht aus einer Kette von 29 Aminosäuren, wobei die Sequenz große Unterschiede zu der des Insulins aufweist. Die beiden Hormone sind nicht homolog zueinander.[20] Zu einer Glukagonausschüttung kommt es bei einem Absinken des Blutzuckerwertes, wie es bei einem normalen Menschen zwischen den Mahlzeiten oder auch nachts, der Fall ist.

Weitere Faktoren, die den Blutzuckerspiegel deutlich beeinflussen, sind Sport und jegliche Art von körperlicher Arbeit. Hier verbrauchen die Zellen deutlich mehr Energie und damit auch Glukose. Das Absinken des Blutzuckerspiegels, innerhalb kürzester Zeit ist das Signal für die hormonbildenden Zellen der Bauchspeicheldrüse Glukagon freizusetzen.

Das Hormon Adrenalin fördert ebenfalls die Freisetzung von Glukose und Fett und hemmt die Insulinausschüttung.

Da die Leber auch zwischen den Mahlzeiten kleine Mengen an Glukose in das Blut abgibt, produzieren die Inselzellen auch im nüchternen Zustand immer eine kleine Menge Insulin, die so genannte Basalsekretion. Diese soll sicherstellen, dass die Leber nicht zu viel und nicht zu wenig Glukose freisetzt. Somit wird gewährleistet, dass die Zellen jeder Zeit, also auch bei Stress oder erhöhter Anstrengung, auf einen ausreichenden Zuckervorrat aus dem Blut zurückgreifen können.[21]

Gemessen wird der Blutzuckerstand von biologischen Sensoren an den Betazellen. Ist dieser nicht im Normalbereich zwischen 60 mg/dl (nüchtern) und 140 mg/dl (nach den Essen) wird dementsprechend Insulin oder Glukagon ausgeschüttet um den Wert wieder auszugleichen.

3 Zuckerstoffwechselstörungen

3.1 Normale Blutzuckerwerte

Blutzuckerwerte werden meistens in Milligramm pro Deziliter (mg/dl) angegeben. In seltenen Fällen auch in Millimol pro Liter (mmol/l). Bei den Normalwerten wird unterschieden zwischen jenen, die im venösen Blutplasma, also dem flüssigen Teil des Blutes aus zum Beispiel der Armvene, gemessen werden, und denen im kapillaren Vollblut aus der Fingerkuppe. Die venöse Plasmaglukose sollte bei einem gesunden Menschen im nüchternen Zustand einen Wert von 100 mg/dl nicht überschreiten. Als nüchtern gilt ein Mensch, sobald seine letzte Nahrungsaufnahme mindestens 12 Stunden zurückliegt. Wird hier im kapillaren Vollblut gemessen, liegt die Höchstgrenze des Blutzuckerwertes bei 89 mg/dl.

Nach dem Essen darf der Wert unabhängig davon, ob kapillares Vollblut oder venöses Blutplasma getestet wird, auf bis zu 140 mg/dl ansteigen, sollte diesen Wert jedoch nicht überschreiten.

Von „Frühdiabetes“ ist die Rede bei einem Nüchternglukosewert von bis zu 125 mg/dl im venösen Blut und bis 109 mg/dl im kapillaren Vollblut. In diesem Fall liegt der Blutzuckerwert nach der Nahrungsaufnahme zwischen 140 und 199 mg/dl.

Diabetiker erreichen nüchtern sogar einen venösen Wert von über 126 mg/dl und im kapillaren Vollblut einen von über 110 mg/dl. Zuckerbelastungstests zeigen, dass Diabetiker einen Blutzuckerwert von weit über 200 mg/dl haben können.[22]

Die Höchstwerte an Blutzucker und Insulin im Blut sind etwa eine Stunde nach der Nahrungsaufnahme erreicht. Nach zwei Stunden beginnt der Wert langsam wieder zu sinken, bis die Nüchternwerte wieder erreicht sind.[23]

3.2 Diabetes mellitus

An Diabetes mellitus, auch Zuckerkrankheit genannt, sind in Deutschland mehr als 6 Millionen Menschen erkrankt. Es handelt sich hierbei um eine Stoffwechselerkrankung, die auf einen relativen Insulin-Mangel, also eine Unterproduktion von Insulin oder eine Immunität gegen das Hormon, zurückzuführen ist.[24] Die Veranlagung an Diabetes zu erkranken kann vererbt werden, jedoch sind auch äußere Faktoren nötig, damit es zu einer Ausprägung der Krankheit kommt.

Bei Diabetikern kann Insulin seiner Aufgabe, dem Zucker den Weg in die Körperzellen und somit auch seine Verbrennung zu ermöglichen, nicht mehr nachkommen. Grund dafür kann sein, dass der Körper das Hormon in zu geringen Mengen oder auch gar nicht mehr produziert. Außerdem kann eine Konformationsänderung der Rezeptoren an den Zellen dazu führen, dass das Insulin nicht mehr in der Lage ist, an diese zu binden und die Zellmembran für den Zucker durchlässig zu machen. Somit fehlt dem Körper der Zucker als Energieträger.

Als wichtigstes Symptom gilt ein erhöhter Blutglukosespiegel (Hyperglykämie). Der Blutzuckerspiegel sollte daher, besonders im hohen Alter, regelmäßig kontrolliert werden. Oft tritt bei Betroffenen eine Glukosurie auf, da der nicht verarbeitete Zucker über die Nieren in den Urin abgegeben und ausgeschieden wird.[25] Daher kommt auch der Fachbegriff „Diabetes mellitus“, welcher übersetzt „honigsüßer Durchfluss“ bedeutet. Bevor Ärzte in der Lage waren, den Blutzuckerwert zu messen, konnte am süßlichen Geschmack des Urins die Krankheit diagnostiziert werden.[26]

Des Weiteren ist ein Auftreten von Ketonkörpern, wie zum Beispiel Aceton, und ein erhöhter Anteil an nichtveresterten Fettsäuren im Blut ein verlässliches Zeichen für das Vorliegen von Diabetes.[27]

Da diese Symptome in den meisten Fällen nur von einem Arzt festgestellt werden können, kann auch auf andere Anzeichen von Diabetes geachtet werden. Verdächtig sind eine plötzliche Gewichtsabnahme, das Nachlassen der Leistungsfähigkeit, sowie Müdigkeit und Erschöpfung. Außerdem haben Diabetiker einen deutlich stärkeren Harndrang und daher oft auch übermäßigen Hunger und Durst.[28]

Wer feststellt, dass diese Beschreibung auf ihn zutrifft sollte möglichst schnell einen Arzt aufsuchen, denn sich bei einer Erkrankung nicht behandeln zu lassen kann schwere Folgen haben. Ein dauerhaft erhöhter Blutzucker führt zu schweren Schäden an Geweben und an den Organen. Grund dafür ist der Zucker, der nicht verarbeitet wird und sich daher überall im Körper ablagert. Besonders oft davon betroffen sind die Blutgefäße in den Augen. Die Schäden, die die Netzhaut davonträgt, können in den schlimmsten Fällen zum vollständigen Erblinden führen.

Die Nieren sind ebenfalls sehr anfällig. Betroffene, die nicht rechtzeitig entsprechend behandelt werden, leiden daher nicht selten an Nierenversagen (Nephophatie). Eine mögliche weitere Folge ist eine gestörte Nervenfunktion (Neuropathie) die zu Missempfindungen und Schmerzen führt. Oft ist eine Neuropathie auch die Ursache für eine nötige Fuß- oder sogar Beinamputation.[29]

Es gibt viele verschiedenen Arten von Diabetes. Die wichtigsten und bekanntesten davon sind Typ-1 und Typ-2 Diabetes. Sie unterscheiden sich hauptsächlich in ihren Ursachen, den spezifischen Problemen, sowie in ihrer Behandlung.

3.2.1 Diabetes Typ-1

Diese Art wird auch jugendlicher oder juveniler Diabetes genannt, da sie hauptsächlich bei unter 40-Jährigen auftritt. In Deutschland sind etwa 300 000 Menschen an Diabetes Typ-1 erkrankt.

Die Krankheit entsteht, wenn sich das Immunsystem gegen die insulinbildenden Betazellen wendet. Auf Grund dieser Tatsache wird die Krankheit auch als Autoimmunerkrankung bezeichnet. Das Immunsystem dient eigentlich dazu, die für uns gefährlichen Viren, Bakterien und anderen Krankheitserreger unschädlich zu machen. Warum sich die Abwehrzellen und Antikörper aber in manchen Fällen gegen die lebenswichtigen Betazellen wenden, ist noch ungeklärt.

Erst wenn 90 Prozent des gesamten Inselgewebes zerstört sind bricht die Krankheit schlagartig aus. Von diesem Punkt an sind die Betroffenen, für den Rest ihres Lebens, abhängig von Insulininjektionen. Lediglich während einer so genannten „Remissionsphase“, in der sich die Inselzellen kurzzeitig erholen, springt die körpereigene Insulinproduktion wieder an. In diesem Zeitraum muss demnach weniger von dem Hormon injiziert werden. Nach einigen Monaten, selten mehr als nach zwei Jahren, muss wieder mehr gespritzt werden, da die Betazellen nun endgültig zerstört werden. Von einem absoluten Insulinmangel-Diabetiker ist die Rede sobald die körpereigene Produktion ganz weg fällt und das gesamte benötigte Insulin injiziert werden muss.

Die Betroffenen neigen zu sehr starken Blutzuckerschwankungen. Daher ist es wichtig, dass die Injektionen und die Dosis an Insulin sehr genau verabreicht werden. Nur mit einer optimalen Therapiesteuerung ist es möglich die Insulinfeinregulierung des Körpers zu ersetzen. An diesem Diabetestyp erkranken nur Menschen mit einer genetischen Disposition, die also dazu veranlagt sind.[30]

3.2.2 Diabetes Typ-2

95 Prozent aller Diabetiker haben Typ-2 Diabetes. Damit ist dies die häufigste Diabetesform. Sie tritt vor allem bei Menschen auf, die über 40 Jahre und/oder übergewichtig sind. Sie entwickelt sich mittlerweile jedoch auch deutlich unter Jugendlichen und Kindern, was mit vermehrter ungesunder Ernährung, Bewegungsmangel und daraus resultierendem Übergewicht zusammenhängt.

[...]


[1] Bopp, Annette: Diabetes. Früh erkennen, Richtig behandeln, Besser leben. 15. Auflage, Berlin 2007. S. 7 und 13

[2] Bopp, Annette: Diabetes. Früh erkennen, Richtig behandeln, Besser leben. 15. Auflage, Berlin 2007. S. 13

[3] Karlson, Peter: Kurzes Lehrbuch der Biochemie für Mediziner und Naturwissenschaftler. 12. Auflage, Stuttgart 1960. S. 186

[4] Bopp, Annette: Diabetes. Früh erkennen, Richtig behandeln, Besser leben. 2. Auflage, Berlin 2007. S. 144 f.

[5] Karlson, Peter: Kurzes Lehrbuch der Biochemie für Mediziner und Naturwissenschaftler. 12. Auflage, Stuttgart 1960. Nachfolgend zitiert als „Karlson a. a. O.“. Hier: S. 305

[6] Vgl. Karlson a. a. O., S. 219

[7] Ruhland, Bernd: Diabetes. Bescheid wissen – besser leben. 15. Auflage, 2009. Hrsg. S. Hirzel Verlag. S. 18

[8] Teich, Niels/ Mössner, Joachim: Die Funktion der Bauchspeicheldrüse. Recherche am 05.03.2013, http://www.gastro-liga.de/download/bauchspeichel-0806web.pdf S. 3 f. (siehe Anhang S. 16 ff.)

[9] Ruhland, Bernd: Diabetes. Bescheid wissen – besser leben. 15. Auflage, 2009. Hrsg. S. Hirzel Verlag. S. 17

[10] Erdmann, Andrea et al.: Neurobiologie. Bad Sachsa 2005. S.94

[11] Schmeisl, Gerhard-W.: Schulungsbuch für Diabetiker. 6. Auflage, München 2009. S. 3

[12] Karlson, Peter: Kurzes Lehrbuch der Biochemie für Mediziner und Naturwissenschaftler. 12. Auflage, Stuttgart 1960. Nachfolgend zitiert als „Karlson a. a. O.“. Hier: S. 32 f.

[13] Vgl. Karlson a. a. O., S. 340

[14] Schmeisl, Gerhard-W.: Schulungsbuch für Diabetiker. 6. Auflage, München 2009. S. 3

[15] Bopp, Annette: Diabetes. Früh erkennen, Richtig behandeln, Besser leben. 2. Auflage, Berlin 2007. S. 13

[16] Erdmann, Andrea et al.: Neurobiologie. Bad Sachsa 2005. S. 94

[17] Karlson, Peter: Kurzes Lehrbuch der Biochemie für Mediziner und Naturwissenschaftler. 12. Auflage, Stuttgart 1960. S. 340

[18] Betz, Eberhard: Biologie des Menschen. 15. Auflage, Hamburg 2007. S. 725

[19] Ruhland, Bernd: Diabetes. Bescheid wissen – besser leben. 15. Auflage, 2009 Hrsg. S. Hirzel Verlag. S. 17 ff.

[20] Karlson, Peter: Kurzes Lehrbuch der Biochemie für Mediziner und Naturwissenschaftler. 12. Auflage, Stuttgart 1960. S. 341

[21] Bopp, Annette: Diabetes. Früh erkennen, richtig behandeln, Besser leben. 2. Auflage, Berlin 2007. S. 14

[22] Ruhland, Bernd: Diabetes. Bescheid wissen – besser leben. 15. Auflage, 2009 Hrsg. S. Hirzel Verlag. S.19 f.

[23] Bopp, Annette: Diabetes. Früh erkennen, Richtig behandeln, Besser leben. 2. Auflage, Berlin 2007. S. 14

[24] Bopp, Annette: Diabetes. Früh erkennen, Richtig behandeln, Besser leben. 2. Auflage, Berlin 2007. S. 7

[25] Karlson, Peter: Kurzes Lehrbuch der Biochemie für Mediziner und Naturwissenschaftler. 12. Auflage, Stuttgart 1960. S. 340 f.

[26] Bopp, Annette: Diabetes. Früh erkennen, Richtig behandeln, Besser leben. 2. Auflage, Berlin 2007. S. 12

[27] Karlson, Peter: Kurzes Lehrbuch der Biochemie für Mediziner und Naturwissenschaftler. 12. Auflage, Stuttgart 1960. S. 340 f.

[28] Ruhland, Bernd: Diabetes. Bescheid wissen – besser leben. 15. Auflage, 2009 Hrsg. S. Hirzel Verlag. S. 14

[29] Bopp, Annette: Diabetes. Früh erkennen, Richtig behandeln, Besser leben. 2. Auflage, Berlin 2007. S. 15 f.

[30] Ruhland, Bernd: Diabetes. Bescheid wissen – besser leben. 15. Auflage, 2009. Hrsg. S. Hirzel Verlag. S. 22

Details

Seiten
19
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783668821439
ISBN (Buch)
9783668821446
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v445696
Note
1,3
Schlagworte
Zuckerstoffwechsel Insulin Insulinspiegel Blutzucker Blutzuckerspiegel Verdauung Bauchspeicheldrüse Glukagon Diabetes Blutzuckerwert

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Titel: Zuckerstoffwechsel beim Menschen. Der Einfluss verschiedener Lebensmittel auf den Blutzuckerspiegel