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Die Ergotherapeutenausbildung im Fachbereich Alten- und Pflegeheim. Eine Aufstellung von Klientenberichten

Ergotherapiepraxis und Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM)

Ausarbeitung 2016 110 Seiten

Physiotherapie, Ergotherapie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1: Klientenbericht-Alten- und Pflegeheim (vom 04.02.2016)..
1. Klientenbeschreibung
1.1. Daten des Klienten
1.2. Diagnose (lt. Krankenblatt)
1.3. Erstgespräch mit COPM und Anamnese
a) Durchführung und Benennung der Betätigungsperformanzprobleme des COPM`s
b) medizinische Anamnese
c) Familienanamnese
d) soziale Anamnese
e) Berufs- und Schulanamnese
1.4. Verordnung des Arztes allgemein und für die Ergotherapie
1.5. Hilfsmittel, Prothesen, Orthesen
2. Auswahl geeigneter Befunderhebungsinstrumente
3. Befunderhebung
3.1. Motorisch-funktioneller Befund
3.2. Sensorisch-perzeptiver Bereich
3.3. Psychisch, sozialer, kommunikativer Befund
3.4. Kognitiv-intellektueller Bereich
3.5. Lebenspraktischer Befund
4. Befundzusammenfassung
5. Planung des Therapieverlaufs
5.1. Zielsetzung
5.2. Auswahl geeigneter Verfahren, Methoden, Mittel, Technik
6. Durchführung der Behandlung
7. Kurzbericht
8. Anhang
8.1. Datenschutzerklärung
9. Literatur und Quellenverzeichnis

Kapitel 2: Klientenbericht-Ergotherpiepraxis (vom 04.10.2016)
1. Klientenbeschreibung
1.1. Daten des Klienten
1.2. Diagnose (lt. Krankenblatt)
1.3. Erstgespräch mit COPM und Anamnese
a) COPM und Betätigungsperformanzprobleme
b) medizinische Anamnese
c) Familienanamnese
d) soziale Anamnese
e) Berufs- und Schulanamnese
1.4. Verordnung des Arztes allgemein und für die Ergotherapie
1.5. Hilfsmittel, Prothesen, Orthesen
2. Auswahl geeigneter Befunderhebungsinstrumente
3. Befunderhebung
3.1. Motorisch-funktioneller Befund
Haltungsanalyse
Beweglichkeit
Muskelfunktionsüberprüfung
Bewegungsanalyse
Sonstiges
3.2. Sensorisch-perzeptiver Bereich
a) Taktile Wahrnehmung
b) Propriozeptive Wahrnehmung
c) Stereognosie (taktil-propriozeptiver Bereich)
d) vestibuläre Wahrnehmung
e) visuelle Wahrnehmung
f) auditive Wahrnehmung
g) gustatorische Wahrnehmung
h) olfaktorische Wahrnehmung
3.3. Psychisch, sozialer, kommunikativer Befund
3.4. Kognitiv-intellektueller Bereich
3.5. Lebenspraktischer Befund
4. Befundzusammenfassung
5. Planung des Therapieverlaufs
5.1. Zielsetzung
5.2. Auswahl geeigneter Verfahren, Methoden, Mittel, Technik
6. Durchführung der Behandlung
7. Anhang
7.1. Datenschutzerklärung
8. Literatur und Quellenverzeichnis

Kapitel 3: Klientenbericht-Werkstatt für behinderte Menschen (vom 09.06.2017)
1. Klientenbeschreibung
1.1. Daten des Klienten
1.2. Diagnose (Krankenblatt)
1.3. Erstgespräch mit COPM und Anamnese
a) COPM und Betätigungsperformanzprobleme
b) medizinische Anamnese
c) Familienanamnese
d) soziale Anamnese
e) Berufs- und Schulanamnese
1.4. Verordnung des Arztes allgemein und für die Ergotherapie
1.5. Hilfsmittel, Prothesen, Orthesen
2. Auswahl geeigneter Befunderhebungsinstrumente
3. Befunderhebung
3.1. Grundarbeitsfähigkeiten/Elementare Fähigkeiten
3.1.1. Motorisch-funktioneller Bereich
a) Haltungsanalyse im Stehen und Sitzen
b) Beweglichkeit
c) Muskelfunktionsüberprüfung
d) Bewegungsanalyse
e) Sonstiges
3.1.2. Sensorisch-perzeptiver Bereich
a) taktile Wahrnehmung
b) propriozeptive Wahrnehmung
c) Stereognosie (taktil-propriozeptiver Bereich) und Körperschema
d) vestibuläre Wahrnehmung
e) visuelle Wahrnehmung
f) auditive Wahrnehmung
g)gustatorische Wahrnehmung
h) olfaktorische Wahrnehmung
3.1.3. Ausdauer
3.1.4. Konzentration
3.1.5. Aufmerksamkeit
3.1.6. Belastbarkeit
3.1.7. Sorgfalt, Genauigkeit und Arbeitsqualität
3.1.8. Ordnungsbereitschaft
3.1.9. Flexibilität und Umstellungsfähigkeit
3.1.10. Arbeitstempo
3.1.11. Reaktionsgeschwindigkeit
3.1.12. Merkfähigkeit
3.1.13. Auffassungsgabe
3.1.14. Orientierung
3.1.15. Lern- und Leistungsfähigkeit
3.1.16. Arbeitsplanung
3.1.17. Pünktlichkeit
3.2. Spezielle Fähigkeiten
3.2.1. Kulturtechniken
3.2.2. Handwerklich-Gestalterische-Techniken (HGT)
3.2.3. Berufsspezifische Fähigkeiten
3.2.4. Vorstellungsvermögen/Räumliches Vorstellungsvermögen
3.2.5. Lebenspraktische Fähigkeiten
3.2.6. Kreativität
3.3. Soziale Fähigkeiten
3.3.1. Teamarbeit
3.3.2. Rücksicht/Toleranz
3.3.3. Anpassung
3.3.4. Integration
3.3.5. Kommunikation
3.3.6. Kontaktverhalten
3.3.7. Durchsetzungsvermögen
3.3.8. Kritikfähigkeit
3.3.9. Entscheidungsfähigkeit
3.4. Emotionaler Bereich
3.4.1. Antrieb/Motivation
3.4.2. Interesse
3.4.3. Nähe/Distanz
3.4.4. Frustrationstoleranz
3.4.5. Gefühlsausdruck/Aggression
3.4.6. Affektive Verstimmtheit
3.4.7. Angst
3.5. Selbstbild
3.5.1. Rollenverhalten
3.5.2. Selbstwertgefühl, Selbstbewusstsein und Selbstsicherheit
3.5.3. Selbstständigkeit
3.5.4. Verantwortung
3.5.5. Selbsteinschätzung
3.6. Leistungsverlauf
3.7. Pädagogisch-therapeutischer Aufwand
3.8. Stärken und Ressourcen bezogen auf die Arbeitsfähigkeiten
4. Befundzusammenfassung
5. Planung des Therapieverlaufs
5.1. Zielsetzung
5.2. Auswahl geeigneter Verfahren, Methoden, Mittel, Technik
6. Durchführung der Behandlung
7. Anhang
7.1. Datenschutzerklärung
8. Literatur und Quellenverzeichnis

1. Klientenbeschreibung

1.1. Daten des Klienten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.2. Diagnose (lt. Krankenblatt)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.3. Erstgespräch mit COPM und Anamnese

a) Durchführung und Benennung der Betätigungsperformanzprobleme des COPM`s

-Die Durchführung in 11 Schritten:

1. um Genehmigung für die Durchführung des COPM`s bei der Klientin erfragen
2. Klienteninformationen eintragen, welche ich aus der Akte entnommen habe
3. die 3 Bereiche mit Unterpunkten erklären, damit die Klientin einen Überblick bekommt
4. Bereich für Bereich nacheinander abarbeiten, wobei man hier auf die Betätigungsperformanzwünsche der Klientin eingegangen werden muss
5. nachdem die Bereiche abgearbeitet worden sind, muss die Skala für die Wichtigkeit er klärt werden und anschließend jedes Problem danach bewertet werden
6. wenn das bewerten abgeschlossen ist, müssen die fünf wichtigsten Probleme ermittelt werden, welche ich gelb markiert habe
7. die fünf Probleme auf der Rückseite ergänzen und die anderen beiden Skalen der Klientin erklären
8. Problem für Problem nacheinander nach Ausführung und Zufriedenheit bewerten
9. ausrechnen und Bemerkungen ergänzen sowie neuen Termin für Zweiterhebung festlegen
10. bei der Zweiterhebung nochmals alles vom letzten Mal kurz erklären und die fünf Prob- leme erneut bewerten
11. erneut ausrechnen und Bemerkungen ergänzen

-Die 5 Betätigungsperformanzprobleme meiner Klientin:

1. längere Strecken im Außenbereich laufen können
2. selbstständiger mit Geld umgehen können
3. durchschlafen können
4. beim Chor alle Lieder auswendig mitsingen können
5. selbstständig die Tochter besuchen können

b) medizinische Anamnese

-Eigenanamnese: Die Schwangerschaften und Geburten der beiden Kinder sind problemlos und gut verlaufen. Frau H. `s Kindheit verlief ebenfalls gut, denn es traten keine Entwicklungsstörungen oder Entwicklungsverzögerungen auf. Sie hatte als Kind Masern und Keuchhusten, welche jedoch ohne Folgen für das spätere Leben ausheilten.

-Fremdanamnese mit Hilfe der Krankenakte:

Frau H. war vom 21.07.2010 – 04.08-2010 wegen ihrer schizoaffektiven Störung im Sächsischen Krankenhaus Großschweidnitz in stationärer Behandlung. Vier Jahre danach hatte noch einen ebenfalls stationären Krankenhausaufenthalt vom 21.05.2014 – 01.06.2014 wegen einer Brustkrebsoperation im Klinikum Oberlausitzer Bergland in Ebersbach. Im Moment ist auf Hinsicht des Brustkrebses alles gut und ohne Beschwerden. Auch der Verlauf des Brustkrebses war schmerzfrei. Nachdem sie einen Knoten in der rechten Brust feststellte, ist sie zum Arzt gegangen, welcher sie für weitere Diagnostik zum Onkologen schickte. Dort wurde der Krebs erkannt und bis heute medikamentös behandelt (Letrozol). Danach erfolgte die Amputation der rechten Brust. Frau H. besitzt die Pflegestufe 1.

c) Familienanamnese

-Eigenanamnese:

Die Mutter von Frau H. hatte ebenfalls Brustkrebs.

d) soziale Anamnese

-Fremdanamnese mit Hilfe des Biografiebogens:

Frau H. lebte in ihrer Jungend in Olbersdorf mit Vater, Mutter und ihrem Zwillingsbruder. Beide Elternteile sind bereits verstorben, wobei der Vater Suizid (Strangulation) begangen hat, was meine Klientin bis heute noch zum negativen hin prägt. Der Zwillingsbruder lebt jedoch noch in Zittau. Frau H. `s Ehemann ist im Jahr 2006 verstorben. Sie selbst empfand ihre Ehe sehr gut. Die Kinder Petra (52) und Grit (62) sind ihr ein und alles. Beide Töchter wohnen ganz in ihrer Nähe in Waltersdorf sowie hat Tochter Petra zwei Enkelkinder, was meine Klientin mit Stolz erfüllt. Die andere Tochter (Grit) ist außerdem Frau H.'s gesetzlich bestellte Betreuerin.

-Eigenanamnese: Im Laufe ihres Lebens lebte Frau H. in einem Mehrfamilienhaus in Olbersdorf. Als sie durch den Verlust des Ehemannes und der Alzheimerdemenz, im Haushalt nicht selbstständig agieren bzw. handeln konnte, musste sie ins Pflegeheim Lazarus in Walterdorf, wobei sie mit dieser jetzigen Wohnsituation sehr zufrieden ist. Sie hat viele Freunde (andere Klienten) im Lazarus gefunden und sich gut eingelebt. Des Weiteren bekommt sie auch regelmäßig Besuch einer Freundin von außerhalb.

Ihre Hobbys sind lesen, Singen im Chor und allgemeine Handarbeiten wie z.B. sticken.

e) Berufs- und Schulanamnese

-Eigenanamnese:

Frau H. beendete ihren Schulabschluss erfolgreich mit einem Volksschulabschluss und ging anschließend auf eine Hauswirtschaftsschule. Nachdem sie diesen Lebensabschnitt abgeschlossen hatte, fing sie in einer Textilfabrik als Zwirnerin an zu arbeiten. Danach war sie bei der Modelleisenbahnherstellung beschäftigt, was auch ihre zuletzt ausgeführte Tätigkeit bis zur Rente war. Weiterbildungen waren zu diesen Zeiten nicht üblich bzw. wurden nicht angeboten. Sie ist seit 2008 im Pflegeheim Lazarus in Waltersdorf.

Anmerkung: Die fehlenden Aspekte der Anamnesen waren leider bei meiner Klientin nicht mehr zu erfragen, da sie diese nicht mehr wusste und keine Stellungnahme dazu abgeben konnte. Desweiteren gingen diese fehlenden Informationen weder bei den Pflegefachkräften oder Therapeuten zu erfragen, denn auch denen war nichts darüber bekannt sowie war auch in der Patientenakte von Frau H. nichts weiter dazu notiert. Auch die Angehörigen, habe ich befragt welche mir auch nicht weiter helfen konnten.

1.4. Verordnung des Arztes allgemein und für die Ergotherapie

Therapien: -Ergotherapie (nicht ärztlich verordnet)

-Physiotherapie (ärztlich verordnet)

Medikamente:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.5. Hilfsmittel, Prothesen, Orthesen

-Brille für die Hypermetrophie (persönliches Eigentum)

-Rollator (von Krankenkasse gestellt)

-Zahnprothese

2. Auswahl geeigneter Befunderhebungsinstrumente

- Geriatrische Depressionsskala nach Yesavage

Ich habe die geriatrische Depressionsskala nach Yesavage zum einen wegen der Befundung im kognitiven Bereich gewählt, wo auch meine Klientin große Einschränkungen vorweist, vor allem in Hinsicht ihre schizoaffektive Störung, welche Symptome einer Depression beinhaltet und zum anderen weil dieses Befunderhebungsinstrument auf die Geriatrie abgestimmt ist, was es ermöglicht, es in einer guten Zeit, mit geringen Zeitaufwand durchzuführen.

- Barthel Index (für ADL-Bereich)

Den Barthel Index habe ich gewählt, weil meine Klientin teilweise Einschränkungen im lebenspraktischen Bereich hat und ich damit analysieren möchte, wie weit sich diese Einschränkungen ausgeprägt haben, ob sie Ersatzstrategien entwickelt hat und um eine optimale Therapie zur Schulung des ADL-Bereiches gewährleisten zu können.

- Mini-Mental-Status-Test (MMST)

Den Mini-Mental-Status-Test habe ich angewandt um die kognitiven Leistungen meiner Klientin, vor allem auf die Demenz bezogen, ermitteln kann, um zu analysieren wieviel Einschränkungen sie in welchen Bereichen hat und um herauszufinden welche Bereiche man trainieren sollte um das voranschreiten der Erkrankung eindämmen zu können. Desweiteren kann man anhand des MMST gut nachvollziehen, in welchem Stadium sich die Klientin ungefähr befindet.

- Uhrentest

Den Uhrentest habe ich ausgewählt, um zu überprüfen in welchem aktuellen Stadium der Demenz sich meine Klientin befindet, weil es Anhand der Vorstellung der Uhr mit Zeiger und Zahlen deutlich wird. Außerdem wird der Uhrentest meist in Kombination mit dem Mini Mental Status Test ausgeführt oder auch mit eingearbeitet.

- Geldzähltest

Den Geldzähltest habe ich ausgewählt, weil meiner Klientin der Umgang mit Geld noch sehr wichtig ist sowie dient das zählen von Geld der Aufrechterhaltung von kognitiven Leistungen als auch der Förderung im ADL-Bereich.

- Canadian Occupational Performance Measure (COPM)

Das COPM habe ich zum einen benutzt, weil es im Lehrplan meiner Berufsfachschule so eingearbeitet ist und zum anderen, weil es hilft eine klientenzentrierte Therapie zu gewährleisten. Dabei werden auf die einzelnen Wünsche und Bedürfnisse des Klienten eingegangen, als auch Problembereiche der Betätigungsperfomanz erkannt und wenn möglich behoben werden kann.

3. Befunderhebung

3.1. Motorisch-funktioneller Befund

Die Haltung von Frau H. im Sitzen ist teils pathologisch als auch physiologisch. Sie kann im sitzen ihr Gleichgewicht sehr gut halten, was man bei der Seniorengymnastik sowie Sturzprophylaxe beobachten kann, weil sie zum einen auf einen Stuhl ohne seitliche Armlehnen sitzt und zum anderen bei jeglichen Bewegungsarten der Sportrunden gerade bzw. gut ausbalanciert auf ihren Stuhl sitzt. Da sie leicht adipös ist und ihr Bauch die Beine beim Sitzen in eine Fehlposition bringt, neigen diese leicht nach außen, wodurch dieses Defizit entsteht. Ihr Übergewicht kommt von den Nebenwirkungen ihres Humaninsulin. Eine weiter sehr große Einschränkung von Frau H. ist ihr Schultergürtelbereich inklusive ihrer Arme, weil diese beim Sitzen immer leicht nach vorn geneigt sind. Desweitern hat sie eine ungesunde Nackenhaltung wodurch im Sitzen ein nach vorn geneigter Hals entsteht. Ihre Wirbelsäulenform, Kopfstellung und Beckenstellung ist im Sitzen ist trotzdem nicht beeinträchtigt und weißt keine Defizite auf. Dies habe ich beim sitzen (z.B. am Mittagstisch) analysiert.

Beim Stehen ist die Haltung meiner Klientin ebenfalls teils pathologisch und teils physiologisch. Die Wirbelsäulenform in allen Ebenen sowie die Beckenstellung ist sehr gut und nicht krankhaft verändert, was man gut beim Laufen beobachten konnte. Ihre Thoraxform ist allerdings rechts leicht nach vorn geneigt, was auf ihre Brustamputation zurückzuführen ist, wodurch sie ihre Haltung selbstständig dahingehend verändert hat. Ihr Schultergürtel und ihre Arme sind genau wie im Sitzen leicht nach vorn geneigt. Ein weiteres Defizit ist ihre Halsstelleng, weil diese nach vorn geneigt ist, wodurch ein "Geiernacken" entstanden ist. Im Bereich der Kopfstellung sowohl auch Fußstellung hat sie keine Beeinträchtigung. Der Kopf ist beim Stehen in einer geraden bzw. aufrechten Position. Die Füße allerdings sind wegen des adipösen Bauches leicht nach außen geneigt.

Bei einer Positionsänderung vom Sitzen ins stehen und umgekehrt ist keine Veränderung zu beobachten. Die Beweglichkeit meiner Klientin ist im Großteil noch sehr gut ausgeprägt. Als ich sie bei Alltagsbewältigungen beobachtet habe, konnte sie den Großteil an Problemen lösen, z.B. konnte sie selbstständig mit Hilfe ihres Rollators sich hinsetzen und jederzeit wieder aufstehen. Nur bei Gegenständen die sie aus ihrem Regal haben wollte, hatte sie Schwierigkeiten aufgrund ihres Gleichgewichtes. Da sie sich am Rollator aufstützen muss, kann sie weder nach oben auf ein Regal greifen, noch auf eine Erhöhung steigen um einen Gegenstand aus dem Regal holen zu können. Ich konnte dies gut feststellen, weil mich Frau H. immer gefragt hat, ob ich ihr bitte die besagten Gegenstände aus dem Regal reichen könnte.

Bei den Grobgreifformen hat meine Klientin keine Einschränkungen. Den Hakengriff konnte man gut beim tragen ihrer Handtasche sehen, die sie immer bei sich trägt. Beim Öffnen und greifen einer Wasserflasche konnte man wiederum erkennen das sie den Zylindergriff noch fehlerfrei ausführt. Den Sphärengriff habe ich gut bei der Seniorengymnastik befunden können, wo sie einen kleinen Ball von oben mit der ganzen Hand bzw. der Innenseite der Finger griff. Beim Plätzchen backen zur Weihnachtszeit habe ich den Faustschluss beobachten können, da sie eine Teigball mit der ganzen umfasste.

Auch bei den Feingreifformen, wies Frau H. keine Funktionseinschränkungen auf. Den Dreipunktgriff konnte ich bei der Stifthaltung meiner Klientin beobachten. Ebenfalls ging auch der Schlüsselgriff gut zu analysieren, da Frau H. nach jedem Verlassen des Zimmers die Tür zuschließt und um hinein zu gelangen wieder aufschließt. Beim umschlagen der Zeitungsblätter verwendete sie immer den Pinzettengriff. Den Interdigitalgriff konnte ich gut beobachten indem ich meine Klientin einen Bleistift wie eine Zigarette halten lassen hab.

Die Kombinationsgriffe kann Frau H. nur noch zum Teil ausführen. Teilweise gut gelingt ihr noch der Schürzengriff. Da sie beim HGT oder auch beim Backen von Kuchen immer eine Schürze ummachen muss habe ich beobachtet, dass sie zwar die Schürze zumachen kann, jedoch bückt sie sich mit ihrem Oberkörper nach vorn um diese zusammen knoten zu können. Den Nackengriff beherrscht sie ebenfalls einwandfrei, weil sie jeden Tag sich eine neue Kette ummacht. Die Kombinationsgriffe Schultergriff, Überkopfgriff und kombinierter Schulternackengriff habe ich bei meiner Klientin auf einer imitierenden Basis beobachtet. Ich habe die Bewegungen vorgezeigt und sie sollte sie so gut wie möglich nachmachen. Beim Schultergriff hatte sie keinerlei Schwierigkeiten und führte diesen sehr gut aus. Schwierigkeiten hatte sie jedoch beim Überkopfgriff. Sie bekommt zwar den linken Arm bis fast auf den gegenüberliegenden seitlichen Kopfbereich, kann jedoch den Kopf dabei nicht gerade halten. Noch mehr Probleme gab es mit der rechten Seite, wo auch ihre Brustamputation stattfand. Auf dieser Seite bekommt die den Arm nur bis auf den Kopf und nicht weiter. Beim kombinierten Schulternackengriff hat sie eine komplette Funktionseinschränkung und kann diesen nicht mehr ausführen, was auf die Fehlstellung des Schultergürtelbereiches zurück zu führen ist. Schonhaltungen oder Ausweichbewegungen weißt Frau H. allerdings bei keine der Beweglichkeitsaspekte auf.

Bei der Muskelfunktionsüberprüfung habe ich mir zunächst den Tonus, die Kraft und die Kraftdosierung angeschaut. Der Tonus meiner Klientin ist vor allem im Schulter-Nacken-Bereich sehr hyperton. Sie selbst klagt oft über starke Schmerzen in diesen Bereich und hat als Behandlung physiotherapeutische Massagen verordnet bekommen. Beobachten kann man dies sehr gut anhand ihrer Fehlstellung die immer leicht nach vorn geneigt ist in diesen Bereich. Außerdem regiert sie auf Druck an diesen Stellen sehr empfindlich und beklagt sich über Schmerz. Die Kraft konnte man bei ihr gut beim Flaschen aufdrehen beobachten, weil im Vergleich zu anderen Klienten, sie eine der wenigen ist die diese noch selbstständig öffnen können, was also bedeutet das die Kraft noch voll ausgeprägt ist. Frau H. `s Kraftdosierung, was einen wichtiger Aspekt der Muskelfunktionsüberprüfung darstellt, funktionier einwandfrei und ohne Probleme. Gut verdeutlicht hat sie dies beim Plätzchen backen wo sie den Teig geknetet und ausgerollt hat, weil dabei die Kraftdosierung eine große Rolle spielt. Als letzten Bereich vom Motorisch-funktionellen Befund habe ich ihre Bewegungen analysiert, wo sie Funktionseinschränkungen aufweist. Ihr größtes Defizit ist ihr Gleichgewicht, was sie aber durch ihren Rollator, ohne den sie nicht laufen könnte, gut managt. Das Gangbild bei ihr ist als kleinschrittigen Gang zu bezeichnen, welcher als Funktionseinschränkung für die verschiedenen Arten der Gangbilder gilt. Ihr Bewegungsablauf ist normal, außer das durch die Veränderung der genannten Gangbildveränderung ihre Schritte sehr kurz macht. Dies liegt wahrscheinlich ebenfalls an dem Gleichgewichtproblem, da sie sich am Rollator abstützen muss und sie bei zu großen Schritten stürzen würde. Ihre Bewegungsüberbergänge von Bewegung zu Ruhe sowie von Ruhe zu Bewegung gehen fließend ineinander ein. Ihre Bewegungsabläufe sind teils pathologisch und teils physiologisch, da sie beim Aufstehen gewissen Anlaufschwierigkeiten nach längeren Ruhepausen aufweist. Andererseits bewegt sie sich sehr ökonomisch fort und kann ihre Kraft sowie den entsprechenden Zeitaufwand, den sie beim Laufen benötigt exakt abschätzen und eintakten. Beim gehen lässt sich Frau H. nicht beeinflussen. Selbst wenn man sie aufhält beim Gehen und sie unerwartet ins stehen bringt, läuft sie zielstrebig weiter.

Bei den grobmotorischen Bewegungen der oberen Extremität hat sie wie bereits erwähnt teilweiße Funktionseinschränkungen, welche aber bei der Ausführung nicht verschlimmert werden. Beispielsweiße Schürzengriff hat Frau H. ein Problem. Sie bekommt wie schon bereits geschrieben die Schürze nur zu, wenn sie sich nach vorn bückt. In der Realität bzw. Alltag gibt es dabei keinerlei Veränderungen, was so viel bedeutet dass sie es so gut ausführt wie sie es auch kann. Ähnlich ist das auch bei feinmotorischen Handlungen von Frau H.. Sie kann beispielsweise den Dreipunktgriff sehr gut und benutzt diesen auch wirklich zum Schreiben, was ich bei der Durchführung der Befunderhebungsinstrumente feststellte. Die anderen Fein- und Grobgreifformen kann sie gleichfalls genauso gut ausführen wie sie sie beherrscht. Ich habe aus Dopplungsgründen allerdings die Beobachtungsbeispiele weggelassen, das ich zu jeder dieser einzelnen Greifformen bereits ein Beispiel notiert habe.

Bei ihrer Koordination überprüfte ich die Hand-Hand-Koordination, Hand-Fuß-Koordination, Hand-Auge-Koordination und die Diadochokinese. Die Hand-Hand-Koordination führt sie sehr gut aus, was ich bei der Seniorengymnastik feststellte, als sie einen Ball gefangen hat und bei gewissen Übungen in die Hände klatschte. Die Hand-Fuß-Koordination weißt ebenfalls keine Probleme auf, da sie bei der Sturzprophylaxe eine dafür ausgelegte Übung gut ausführte (rechter Arm und linkes Bein heben, linker Arm und rechtes Bein heben). Probleme weißte sie allerdings bei der Diadochkinese auf, da sie Bewegungen nicht schnell hintereinander ausführen kann. Das liegt wahrscheinlich auch an ihrem Übergewicht sowie an den Problemen der vestibulären Wahrnehmung welche die Ausführung der Diadochokinese verhindern. Die Hand-Auge-Koordination habe ich im sensorisch perzeptiven Befund genauer befundet.

Frau H. ist von ihrer Lateralität eine Rechtshänderin. Dies habe ich getestet indem ich sie einen Gegenstand von der Tischmitte greifen lassen hab (Schere). Unabhängig von mir hatte sie die rechte Hand benutzt, wodurch mir die auch in den Akten vermerkte Händigkeit klar wurde. Im Bereich der Mundmotorik hat sie keine Einschränkungen. Befundet habe ich das, als ich sie bei der Nahrungsaufnahme beobachtet habe, wobei sie keine Defizite aufweist.

Unabhängig von den vier Bereich des Motorisch-funktionellen Bereichs habe ich noch zu ergänzen das meine Klientin über Ödeme ihrer beiden Beine klagt. Diese strahlen allerdings keinerlei Schmerz aus und werden mit Kompressionsverbänden behandelt. Desweitern hat Frau H. eine sehr trockene Haut, was wahrscheinlich am Alter liegt. Außerdem wurde Frau H. wie bereits erwähnt die Brust abgenommen bzw. amputiert und sie hat e Schmerzen vor allem im Rückenbereich, welchen sie als stechend, ziehender Schmerz umschreibt.

3.2. Sensorisch-perzeptiver Bereich

Im taktilen Bereich weist Frau H. keinerlei Defizite aus. Ihr Temperaturempfinden funktioniert noch fehlerfrei, was ich anhand ihrer Nahrungsaufnahme beobachtet habe. Sie beschrieb mir unter anderem wie heiß doch die Suppe war oder auch wie kalt das Eis als Nachspeise war, als ich sie befragt hatte. Ebenso beschrieb sie mir beim Hände waschen die ungefähre Temperatur des Wassers. Das Druckempfinden meiner Klientin habe ich mit der 2-Punkt-Diskriminierung getestet, wobei ich eine Büroklammer aufgebogen hatte und die Spitzen mit unterschiedlichen Abstand ohne Augenkontrolle auf verschiedensten Körperregionen testete, was sie fehlerfrei beherrschte. Den Unterschied zwischen stumpf und spitz nahm sie ebenfalls gut wahr. Ich habe dies getestet, indem ich ihr einen Touchpat-Kugelschreiber zeigte, wo ich einmal die Mine drin und einmal draußen war (drin=stumpf, draußen=spitz). Die Antwort auf, "was ist stumpf" und "was ist spitz", konnte sie mir innerhalb von wenigen Sekunden geben. Zuletzt habe ich bei Frau H. die Druckwahrnehmung auf den Rücken- und Handbereich getestet, um auszuschließen, dass sie wirklich keine Funktionseinschränkug beim Druckempfinden hat. Ich drückte mal mit mehr Druck, mal mit weniger Druck, mal mit visueller Kontrolle und mal ohne visuelle Kontrolle auf den entsprechenden Körperbereichen und ließ mir den genauen Standpunkt des Drucks beschreiben, was sie ebenfalls alles fehlerfrei beherrschte. Wo sie auch keine Probleme aufwies, war im Bereich der Schmerzempfindung sowie der Tastempfindung. Das Schmerzempfinden habe ich beobachtet als sie sich beim nähen in den Finger stach. Das Tastempfinden wiederum habe ich getestet mit einem Tastmemomory, welches sie problemlos löste. Da in den Memory allerlei verschiedenste Gegenstände enthalten waren und sie keinerlei unangenehme Reaktionen verspürte, konnte ich eine Hyper- sowie Hyposensibilität ausschließen.

Als zweiten Wahrnehmungsbereich überprüfte ich die proprizeptive Wahrnehmung, wo sich ebenfalls herausstellte, dass sie keine Defizite hatte. Ich habe meine Klientin die Augen schließen lassen, wobei sie mir währenddessen beschreiben sollte wo sich ihr Körper gerade im Raum befindet, was sie für Berührungen wahrnimmt sowie in welchen Stellungen sich unter anderen ihre Gliedmaßen befinden. Diese Aufgabe bewältigte sie problemlos, womit ich zu dem Entschluss kam das sie keine Funktionseinschränkungen beim Stellungsinn aufwies. Anschließend überprüfte ich den Kraft- und Spannungssinn, welchen sie noch gut ausgeprägt hat. Zu beobachten war das gut bei der Sturzprophylaxe, da sie Gewichte aufrecht halten muss und wieder absetzen muss, wodurch wiederum bewiesen ist, dass sie Spannungen halten kann,

Als ich dann die Stereognosie testete, habe ich mir zunächst eine Tastbox aus bekannten Gebrauchsgegenständen (Schlüssel, Geld, Kamm,..) zusammengestellt. Frau H. musste nun ohne visuelle Kontrolle in die Box greifen und mir die Gegenstände benennen, was sie fehlerfrei ausführte. Bei dem Körperbewusstsein weißt Frau H. zum Großteil keine Schwierigkeiten auf. Ihren Körper bezeichnete sie fehlerfrei, was ich anhand einer Befragung durchführte und damit überprüfte. Das Körperimago ist zwar teilweiße negativ, jedoch überwiegen mehr die positiven Aspekten. Sie selbst findet sich dick und immer unausgeschlafen. Dick fühlt sie sich, da sie früher mal schlank war und jetzt leicht Adipositas auffällig ist. Das Unausgeschlafenheitsgefühl liegt an ihren ständigen Schlafenproblemen. Sie ist zwar meist wirklich unausgeschlafen, jedoch wenn sie wirklich ausschläft ist dieses Gefühl immer noch da. Befundet habe ich dies anhand einer Befragung. Das Körperschema in Bezug auf die drei Basissinne von meiner Klientin, weißt keine Defizite auf. Befundet habe ich das, indem ich sie einzelnen Gliedmaßen (z.B. Beine oder auch Finger) bewegen lassen habe, wobei sie keine Probleme hatte.

Als ich die vestibuläre Wahrnehmung prüfte, hatte ich im Voraus schon die Vermutung das diese stark beeinträchtigt ist, weil sie einen Rollator zum Gehen benötigt. Bei der Analysierung des statischen- und dynamischen Gleichgewichts stellte sich dann heraus, dass meine Vermutung zutraf. Das sitzen beherrscht sie zwar noch sehr gut, jedoch stehen kann sie nur noch wenn sie sich festhalten kann (z.B. Rollator, Geländer). Beim dynamischen Gleichgewicht beim Gehen bzw. In der Bewegung hat Frau H. ein großes Sturzgefahrrisiko, was wie schon im Motorisch-funktionellen Befund erwähnt, an ihren Gleichgewichtsproblemen liegt. Ohne Rollator könnte sie sich nicht mehr selbstständig bewegen, da sie stürzen würde. Da sie einen kleinschrittigen Gang hat, ist natürlich auch die Funktion des Rennens ausgeschlossen. Die Beobachtungen des Gleichgewichts habe ich bereits im Motorisch-funktionellen Befund erläutert und benannt, weshalb ich die Beispiele herausgelassen habe, um eine Dopplung zu vermeiden. Die visuelle Wahrnehmung meiner Klientin funktionier an sich noch fehlerfrei, vorausgesetzt sie hat ihre entsprechende Brille für die Weitsichtigkeit (Hypermetrophie) auf. Untersucht habe ich die Visuomotorik, Form-Konstanz-Wahrnehmung, Figur-Grund-Wahrnehmung, Raum-Lage-Beziehungen, die Farbwahrnehmung und die Wahrnehmung von räumlichen Beziehungen. Die Hand-Auge-Koordination habe ich beim Schreiben und nähen von Frau H. beobachtet und bin zu dem Ergebnis gekommen, das sie dies noch sehr gut beherrscht. Mit verschiedensten Stiften in unterschiedlicher Form, Farbe und Größe testete ich anschließend die Form-Konstanz-Wahrnehmung. Da sie alle Stifte erkennen und benennen konnte, zog ich den Entschluss, dass sie keine Probleme in diesen Aspekt hat. Für die Figur-Grund-Wahrnehmung fertigte ich mir ein paar Arbeitsblätter an, wo sie zum einen Gegenstand (Auto) ergänzen sollte und zum anderen wo sie ein Bild aus einem punktierten Hintergrund herausfiltern sollte. Die Arbeitsblätter bewältigte sie ohne große Anstrengung. Die Ausführung ihrer Raum-Lage-Wahrnehmung testete ich in Form einer Befragung. Ich stellte ein Vogelhaus und eine Nähmaschine auf den Tisch und sie sollte die Lage der beiden genannten Gegenstände beschreiben. Frau H. beschrieb mir anschließend und in einer guten Ausführung, wo sich welcher Gegenstand befand (Vogelhaus rechts neben Nähmaschine). Als ich die Raum-Lange-Wahrnehmung testete, habe ich im gleichen Moment auch die Wahrnehmung von räumlichen Beziehungen getestet, was in Form eines Puzzles geschah. Das Puzzle war an die Geriatrie angepasst und löste sie relativ schnell. Als letzten Teil der Visuellen Wahrnehmung testete ich die Farbwahrnehmung. Ich spielte "ich sehe was, was du nicht siehst" mit Benennung der Farben. Da sie alle Gegenstände im Raum erkannt hat, wusste ich, dass sie keine Defizite bei der Farbwahrnehmung sowie im kompletten Bereich der visuellen Wahrnehmung hatte.

Die Auditive Wahrnehmung von Frau H. ist frei von negativen Einschränkungen die den Hörapparat beeinträchtigen. Zuerst testete ich die auditive Merkfähigkeit inklusive der auditiven Aufmerksamkeit, indem ich ihr die Zeitung vorgelesen habe und sie mir zuhören musste. Anschließend sollte sie mir ungefähr berichten, was der Inhalt von der Zeitung war, was sie auch problemlos machte. Als nächstens beobachtete ich die Auditive-Figur-Grundwahrnehmung. Dies geschah bei der Seniorengymnastik oder auch bei der Sturzprophlaxe, weil dabei immer im Hintergrund Musik läuft. Ich platzierte meine Klientin genau vor das Radio, wobei sie sich aber trotzdem auf meine Stimme konzentrieren sollte um die Sportübungen mitzumachen. Frau H. konnte die Musik, was in dem Fall das Nebengeräusch war, sehr gut herausfiltern. Am Ende der Seniorengymnastik fragte ich sie nochmal aus welcher Richtung die Musik und meine Stimme kommt. Meine Klientin hatte schnell die richtige Antwort parat, womit ich gleich ausschließen konnte, dass sie keine Beeinträchtigungen bei der Auditiven Lokalisation hat. Die auditive Lokalisation habe ich beim Gedächtnistraining (Name-Stadt-Land-Fluss) beobachtet, weil man dabei ja einen Buchstaben vorgegeben bekommt und zu diesen dann ein entsprechendes sowie passendes Wort zuordnen muss. Dabei hatte Frau H. eine Menge Spaß und wies keinerlei von Einschränkungen auf. Zuletzt testete ich das Verstehen von Sinnbezügen. Ich fragte sie verschiedene Fragen die auf Reaktionen bezogen waren (unter anderem wie man bei hupen eines Autos reagieren sollte oder wie man handeln sollte wenn man Sirenen bzw. ein Martinshorn hört). Zuletzt gab ich ihr Wörter vor, bei denen die Buchstaben zwar identisch waren, aber verschiedene Bedeutungen hatten (z.B. Bank zum sitzen oder für finanzielle Angelegenheiten). Beide Befragungen führte sie gut und fehlerfrei aus. Desweiteren ist bei auditiven Merkfähigkeit, das verstehen von Sinnbezügen teilweiße mit integriert. Die gustatorische- und olfaktorische Wahrnehmung von Frau H. ist noch gut ausgeprägt. Gut beobachten konnte man dies am Mittagstisch. Sie roch meist schon vor den Mahlzeiten ungefähr was es gab. Oftmals beschrieb sie mir die Gerüche, wenn etwas gut oder schlecht roch. Bei der Nahrungsaufnahme konnte ich dann feststellen, dass sie noch gut schmeckt, da sie sich oftmals beschwert hat wenn etwas zu süß, sauer, salzig oder bitter wäre.

3.3. Psychisch, sozialer, kommunikativer Befund

Die Grundstimmung von Frau H. ist immer freundlich. Sie ist, wenn alles in ihrem Ermessen ist, motiviert und nimmt gern an jeder Therapie oder auch Veranstaltung teil. Sie freut sich sehr über ein Lob, ist aber nicht zwangsläufig der Grund für ihre Motivation. Gut beobachten konnte ich ihre Motivation im HGT Bereich, da sie nach Abschluss eines Werkstücks, selbstständig fragt, was sie als nächstes machen kann. Der Antrieb von Frau H. ist gut ausgeprägt, weil sie wie bereits erwähnt gern an jedem Tagesangebot bzw. Therapie oder Veranstaltung teil nimmt, da sie unter anderen neugierig ist und immer auf den neusten Stand sein möchte. Ein großes Defizit weißt Frau H.`s Selbstwertgefühl bzw. Selbstbewusstsein sowie ihre Selbstsicherheit auf. Sie ist sehr unsicher und traut sich teilweiße nichts ohne Anleitung zu. Zum Teil ist sie auch ratlos und fragt manchmal wie etwas gemacht wird (im HGT-Bereich). Beobachten konnte man dies ebenfalls gut im HGT-Bereich, da sie z.B. bei der Herstellung von etwas neuem, was sie vorher noch nicht gemacht hat, sehr unsicher ist und es sich erst zutraut, wenn man sie dahingehend anleitet. Wenn sie allerdings erstmal einen Anfang hat beim Arbeiten, ist ihre Motivation wieder auf dem positiven Anfangsstadium.

Ihre Affektlabilität ist stark an ihren Umgang mit Kritik gekoppelt. Sie ist sehr gereizt sowie launisch, wenn ihr jemand seine Meinung sagt und diese nicht in ihren "Plan" bzw. in ihr Konzept passt. Bei einem solchen Vorfall, wenn jemand sich kritisch äußert blockt sie außerdem ab und macht das Gegenteil von dem was ihr gesagt wird oder sie verlässt bzw. beendet sofort diese für sie unangenehme Situation, indem sie beispielsweiße den Raum verlässt. Ich selbst habe diese Erfahrung gemacht, als ich eine Klientin zu einer Therapiestunde dazu geholt habe, mit der sie aber persönliche Differenzen hatte. Sie brach sofort die Therapie ab und ging auf ihr Zimmer.

Wie sich bei einer meiner Befragungen herausstellte hat Frau H. keine Angst vor dem Alleinsein oder Angst abgelehnt zu werden. Außerdem besitzt sich auch keinerlei Phobien. Die einzige Angst die sie hat ist das ihr zu viel zugemutet wird und sie versagt, wobei das an ihrem Selbstvertrauen liegt, da sie bisher noch keine großartigen Versagenserfahrungen gemacht hat. Bei der Frustrationstoleranz, weist teilweiße Funktionsbeeinträchtigungen auf. Wenn die Sache die ihr nicht gelingt Spaß sowie Freude bereitet bzw. diese schon sehr lang kennt und deren Ausführung ihr eigentlich bekannt ist, hat sie viel Geduld, Ausdauer und Motivation. Ist die Sache die ihr nicht gelingt aber neu und noch unbekannt, dann hat sie wenig Geduld und reagiert gereizt oder es geht gegebenenfalls bis zu einer starken Aggression über. An sich ist Frau H. eine ruhige und freundliche Person. Tritt aber eben eine bereits genannte für sie unangenehme Situation auf, äußern sich ihre Aggressionen im Zeichen von einen gereizt, missmutigen und wütenden Auftreten. Handgreiflich wird sie allerdings nicht. Beobachtet habe ich dies ebenfalls bei einer meiner Therapien, als sie die ganze Zeit sich lautstark über eine andere Klientin beschwerte.

Das Kontaktverhalten von ihr ist noch gut ausgeprägt. Mit den ihr bekannten Personen die sie persönlich gern hat bzw. mag tritt sie schnell und zielstrebig in Kontakt. Bei Klienten die sie aus persönlichen Gründen nicht mag, tritt sie zwar nicht großartig in Kontakt, redet jedoch wenn es erforderlich ist, kurze prägnante Sätze mit ihnen. Bei neunen Klienten die sie noch nicht kennt, tritt sie sehr entschlossen entgegen und baut wenn die Sympathie stimmt ein Gespräch auf. Sehr gut beobachten konnte ich dies wieder bei der HGT-Stunde, weil da alle Klienten sind die sie mag und auch welche auf die sie nicht so gut anzusprechen ist. Bei der Kommunikation ist das ähnlich, wenn die Person sympathisch ist, redet sie viel und lässt sich in Gespräche einbinden. Ist die Person allerdings ihr unsympathisch, lässt sie sich in kein Gespräch einbinden bzw. redet nur das nötigste, bis hin das sie es komplett abblockt. Frau H. `s Mimik ist relativ einfach zu deuten. Wenn ihr etwas gefällt oder missfällt, erkennt man das an ihren Gesichtsausdruck (z.B. Essen schmeckt oder auch nicht). Bei der Gestik ist das ähnlich. Wenn etwas nicht ihren Vorstellungen entspricht, äußert sie sich nicht nur verbal oder mimisch, sondern auch gestisch in Form von abwinken. Beobachtet habe ich das beim Gedächtnistraining, als eine andere Klientin sich auf ihren Platz gesetzt hat.

Das Durchsetzungsvermögen meiner Klientin ist nicht stark ausgeprägt und weist große Defizite auf. Sie möchte zwar gern ihre persönlichen Vorstellungen in die Tat umsetzen, schafft dies aber nicht, sondern distanziert sich von der nicht vorstellungsgerechten Situation, was ich bereits in diesem Befund erwähnte. Das konnte man ebenfalls gut beim Gedächtnistraining feststellen, weil sie trotzdem sie mit der Platzwahl der anderen Klientin nicht zufrieden war, sich trotzdem auf einen anderen Platz setzte. Die Entscheidungsfähigkeit von Frau H. ist keineswegs von Defizienten befallen, schließlich geht sie selbstständig wieder weg, wenn ihr was missfällt oder generell auf sämtliche Tagesangebote im Heim entscheidet sie selbst ob sie teilnimmt oder nicht.

Das soziale Verhalten meiner Klientin ist teilweiße zum negativen hin geprägt, da sie sehr "Ich" bezogen ist und z.B. immer als erste kommen möchte oder immer ihren Platz bekommt wo sich kein anderer drauf setzten sollte. Allerdings muss noch erwähnen das sie sehr kooperativ ist und alle Regeln und bzw. Normen einhält. Anderen Hilfestellungen gibt sie nicht und kann sie auch nicht geben, da sie selbst auf Hilfe angewiesen ist.

Die Sprachqualität ist noch gut ausgeprägt. Sie nuschelt, lispelt oder stottert nicht, allerding verfällt sie gelegentlich in die Umgangssprache (sonst gepflegtes Hochdeutsch). Beobachtet habe ich das bei jeglichen Gesprächen die ich mit ihr geführt habe.

In der Gruppe ist Frau H. meist in der Gamma-Position. Sie übernimmt nicht die Führung, weil ihr das Durchsetzungsvermögen fehlt. Allerdings würde sie gern ihre Interessen vertreten und durchsetzen, was sie auf ihre aggressive Art auch hin und wieder versucht. Die Ausdauer von meiner Klientin ist noch voll ausgeprägt, weil sie bei jeder Therapie eine der ersten ist die da ist und eine der letzten ist die geht. Die Krankheitseinsicht von Frau H. ist zum Teil vorhanden. Sie selbst steht zu ihrer schizoaffektiven Störung sowie zu dem bereits vergangenen Brustkrebs und berichtet darüber wenn man sie fragt. Allerdings bei der Alzheimer-Demenz weißt sie keinerlei Einsicht auf. Wenn man sie fragen würde, wäre sie verunsichert und würde diese inklusive der Symptome abstreiten und verleugnen. Frau H. weist keinerlei Art von Suizidverhalten auf. Ihre Hobbys sind wie bereits erwähnt lesen, Singen im Chor und allgemeine Handarbeiten wie z.B. sticken.

3.4. Kognitiv-intellektueller Bereich

Im Kognitiv-intellektuellen Bereich meiner Klientin überprüfte ich 13 Bereiche. Da Frau H. Von Morbus Alzheimer betroffen ist, konnte ich mir zu Beginn schon denken, dass sie starke Defizite in den kognitiven Bereich aufweist.

Die Konzentration von Frau H. ist nicht beeinträchtigt. Beobachtet habe ich das bei einem Gespräch mit ihren Mitmenschen (andere Klienten). Sie lässt sich weder ablenken, noch verliert sie die Konzentration bei den Kommunikationen und kann nach dem Gesprächen, den Inhalt sogar teilweiße in eigenen Worten wiedergeben. Die Aufmerksamkeit, welche zum Teil an die Konzentration geknüpft ist, funktioniert ebenfalls noch sehr gut. Bei Gesprächen oder auch bei Vorträgen im Heim hört sie aufmerksam zu. Frau H. weißt sehr oft Denkhemmungen auf, was wahrscheinlich an ihrer Merkfähig liegt. Dadurch das sie manchmal etwas vergisst, grübelt sie oftmals sehr lang, um diesen Gedanken wieder erschließen zu können. Ihre Gedanken reißen allerdings niemals ab, was so viel heißt wenn sie einmal einen Satz spricht führt, äußert sie sprachlich diesen auch bis zum Ende. Die Denkhemmung konnte man gut beobachten, als ich den Mini-Mental-Status-Test mit ihr durchführte und sie überlegte in welchem Jahr wir uns befinden.

Die Merkfähigkeit von Frau H. macht ihr sehr zu schaffen und weißt teilweiße Funktionseinschränkungen auf, welche jedoch Tagesformabhängig sind. Vor allem im Bereich des Kurzzeitgedächtnis, da sie viele Dinge, vor allem die für sie nicht wichtig sind, nur wenige Minuten lang merken kann. Sehr gut äußerte sich das ebenfalls beim Mini-Mental-Status-Test, weil man die bei der Merkfähigkeit abgefragten Wörter, etwas später im Bereich der Erinnerung erneut abfragen musste und diese meine Klientin komplett vergessen hatte. Für wichtige Termine hat sie allerdings Merkzettel.

Sozusagen sind die Erinnerungsfähigkeit und die damit verknüpfte Merkfähigkeit im Kurzzeitgedächtnis kaum bzw. nicht vorhanden. Das Langzeitgedächtnis wiederum, weißt nur wenig Lücken auf. Sie weiß noch fast alles von früher. Das einzige was ihr Schwierigkeiten bereitet sind vergangenheitsbezogene Fragen zu dem Aufenthalt und Leben im Heim. Was im Heim vor beispielsweise einem Jahr war, kann sie nicht beantworten. Getestet habe ich dies anhand einer Befragung.

Die Orientierung meiner Klientin ist zum Teil noch gut in Stand und weißt kaum Mängel auf. Probleme hat sie nur bei der zeitlichen Orientierung, weil es ihr schwer fällt Monat, Jahr und Datum zu erkennen bzw. zu merken. Diese Erkenntnis habe ich ebenfalls bei der Durchführung des Mini-Mental-Status-Test gemacht (bei der Orientierung). Bei der örtlichen- und personellen Orientierung haben sich keine Schwierigkeiten gezeigt. Sie wusste wer sie ist, wie alt sie ist, in welchem Gebäude sie sich befindet und auf welchem Stockwerk ihr Zimmer ist. Die situative Orientierung meiner Klientin funktioniert ebenfalls einwandfrei. Ich habe das beobachtet, als sie spontan und ungeplant von der Ergotherapie zum hausinternen Friseur musste und sie sich sofort auf den Weg machte, um diesen zielgerichtet zu erreichen.

Kulturtechniken wie schreiben und lesen beherrscht sie fehlerfrei. Jedoch rechnen kann sie nur noch erschwert und mit viel Zeitaufwand, bis hin das sie komplett scheitert. Beobachtet habe ich dieses Defizit wieder beim Mini-Mental-Status-Test, das sie von 100 nicht fehlerfrei in siebener Schritten rückwärts zählen konnte. Außerdem habe ich auch ein Arbeitsblatt mit simplen Additionsaufgaben zusammengestellt, bei welchen trotzdem ihre Ergebnisse nicht immer korrekt waren. Das Schreiben habe ich beobachtet als sie ihrer Tochter eine Weihnachtskarte schrieb und das Lesen als sie mir etwas aus der Zeitung vorgelesen hat.

Ihr Alltagswissen, was sich auf tägliche und aktuelle Informationen bezieht, ist noch gut ausgeprägt. Gerade was Thema Flüchtlinge betrifft debattiert sie mit den anderen Klienten sehr oft, aber auch andere Nachrichten die sie interessieren weiß sie und bringt sie zu Gespräch. Die Sorgfalt meiner Klientin ist noch sehr genau. Gut beobachten kann man das bei den HGT-Stunden, dass sie z.B. bei der Herstellung von Stoffherzen, jeden Arbeitsschritt den sie noch beherrscht, sehr genau und auch wenn nötig mit Geduld ausführt.

Bei der Lern- und Leistungsfähigkeit hat Frau H. schwere bis mittelgradige Funktionsbeinträchtungen. Frau H.`s Fähigkeit etwas neues zu lernen, ist nicht vorhanden. Alles was sie kann bzw. beherrscht kann sie noch von früher und wird einfach nur wieder abgerufen, wenn es benötigt wird. Allerdings muss man ergänzend dazu erwähnen, das im Altenheim die Lernfähigkeit bei fast keinem Klienten mehr gesteigert werden (auch die nicht Demenz betroffenen), da sich ein Altenheim nur auf den Erhalt von Restfunktionen spezialisiert und nicht auf die Förderung von Funktionen. Beobachtet habe ich das, als meine Anleiterin versuchte den Klienten eine neue Technik in HGT zeigte, welche aber schnell wieder vergessen wurde. Bei der Leistungsfähigkeit von Frau H. habe ich die Bearbeitungsgeschwindigkeit, Leistungsmenge, Fehlerkorrektur der besagten Leistungsmenge, Leistungsgüte und Konstanz der Aufmerksamkeitsleistung genauer befundet. Die Reaktionsgeschwindigkeit ist abhängig von der Situation sowie auch der Tagesform von Frau H.. Ein Beispiel hatte ich beim mehrfach beim Gedächtnistraining erlebt. Wobei wir immer dasselbe Spiel spielten, mit den gleichen Buchstaben und gleichen Themengebieten, ging es mal schneller oder langsamer. Sozusagen auf die kognitive Leistungen bezogen ist es sehr schwankend einzuschätzen. In kognitiver Hinsicht überwiegen eher Defizite die Reaktionsgeschwindigkeit. Beobachtet habe ich das beim Spiel (Name-Stadt-Land-Fluss), da sie schnell Antwort gab. Die Quantität ihrer Leistung ist meist sehr gering, dass sie eher qualitativ veranlagt ist. Sie selbst sagte, "lieber etwas langsamer, aber dafür genau[1] ". Ein Beispiel wäre wieder das Stoffherz, da sie eine Stunde für eins benötigt und man das im Normalfall dieses schon in der Hälfte der Zeit schafft. Fehler macht sie dabei allerdings nicht, wodurch man entstehende Fehler bei der Leistungsmenge ausschließen kann und weshalb man ihre Leistungsgüte sehr hoch einstufen kann. Die Konstanz der Aufmerksamkeitsleistungen ist von der Dauer her nicht sehr gut ausgeprägt. Wenn sie, um wieder auf das Stoffherz zu kommen, ein Herz erfolgreich hergestellt hat, schafft sie kein zweites bzw. lehnt sie dies auch ab, weil sie selbst weiß, dass sie bei einem weiteren Fehler einarbeiten würde.

Bei der Handlungsplanung ist sie weitestgehend noch fit. Sie kann alle Handlungen planen, die sie selbst noch ohne Hilfe ausführen kann. Sie kann unter anderen ihren Tagesablauf planen, was sie gern tun möchte oder was sie abwägt. Dies ist festzustellen, wenn man sie am Morgen nach ihren Tagesablauf fragt. Die Handlungen bei denen sie aber Hilfe benötigt oder die ihr abgenommen wird, kann sie allerdings nicht planen (z.B. ihr Zimmer reinigen, da dies die Hauswirtschaft übernimmt), da sie keinerlei Einfluss auf die Hauswirtschaft oder Pflegekräfte hat. Die Handlungsplanung ist in einem guten funktionellen Zustand und ist sozusagen frei von Problemen. Sie kann im HGT-Bereich alle Handlungen planen, wenn ihr das Endprodukt bekannt ist und sie dieses schon selbst prodoziert hat. Sie stellt sozusagen selbstständig das Werkstück her und braucht keine, auf die Arbeitsschrittfolge relevante, Hilfe.

Die Entwicklung meiner Klientin verlief, laut ihren Aussagen ganz normal und ohne Probleme. Eine tiefgründige Befundung war hier allerdings nicht möglich, das keine weiteren Daten vorhanden sind und weil dieser Abschnitt in der Pädiatrie mehr von Relevanz ist.

Fast alle Defizite in diesem Bereich liegen an der Alzheimer Demenz von der meine Klientin betroffen ist.

3.5. Lebenspraktischer Befund

Frau H. hat im Lebenspraktischen Bereich zum Teil Funktionsstörungen. Ihr gesetzlich bestellter Betreuer ist ,wie bereits erwähnt, ihre Tochter Grit. In diesem Befund überprüfte ich die 12 ADL-Bereiche um festzustellen wo meine Klientin Defizite hat.

Zuerst beobachtete ich die vitalen Funktionen, welche sie noch sehr gut aufrechterhalten kann. Die Bewegung von Frau H. ist, wie im Motorisch-funktionellen Bereich bereits erwähnt, teilweise eingeschränkt, aufgrund das sie ohne Rollator nicht laufen kann. Mit Rollator allerdings kann sie sich ohne Probleme bewegen. Die Anpassung, auf den ADL-Bereich bezogen kann, funktioniert noch einwandfrei. Sie kann sich witterungsbedingt ankleiden und wenn sie Hilfe braucht betätigt sie selbstständig die Rufanlage. Gesehen habe ich das, als sie sich draußen bewegt hatte und eine dicke Jacke sowie Mütze angezogen hat. Beim Essen und Trinken, weißt Frau H. keinerlei Defizite auf. Dies war bei der Beobachtung am Mittagstisch ersichtlich. Für Sicherheit sorgt sie, indem sie ihr Zimmer stets zuschließt, sich oft festhält und ihre Handtasche mit persönlichen Unterlagen immer bei sich trägt. Die Pflege in Hinsicht auf das säubern und ankleiden beherrscht sie nur teilweiße, da sie Hilfestellung benötigt. Sie kann sich nicht selbstständig den Rücken waschen und sich nur teilweise ankleiden. Festgestellt habe ich dies beim Wasch- und Anziehtraining. Bei der Ausscheidung meiner Klientin gibt es kein Problem. Beobachten kann man das, wenn sie während der Therapie auf Toilette geht.

Die Beschäftigung von Frau H. weißt ebenfalls keine Probleme auf. Wenn ihr mal langweilig sein sollte, liest sie Zeitung oder sitzt vor dem TV, meist ist das der Fall wenn ich in ihr Zimmer komme und ihr die Tagesangebote unterbreite. Mit existenziellen Erfahrungen kann sie angemessen umgehen, dass sie ja unter anderem ihren Ehepartner verloren hat und über diesen Verlust hinweg ist. Beim Ruhen und schlafen hat Frau H. gewisse Schwierigkeiten. Sie kann oft nicht Durchschlafen und wenn sie nachts wach wird sehr schlecht wieder einschlafen. Beim Ruhen wiederum hat sie keine Probleme, was man zur Mittagszeit gut beobachten konnte, das sie diese Zeit meist im Bett liegt um sich zu erholen bzw. auf den Nachmittag vorzubereiten. Soziale Bereiche des individuellen Lebens kann sie nicht absichern, da ihr die Fähigkeiten für beispielsweiße ein Bankgeschäft oder Behördengang fehlen.

Frau H. fühlt sich selbstverständlich als Frau, was sie auch auf meine Frage bejate. Desweiten kleidet sie sich auch stets wie eine Frau (Kette, Schmuck).

4. Befundzusammenfassung

Symptome Bezogen auf die:

-schizoaffektive Störung:
- Selbstwertgefühl, Selbstbewusstsein und Selbstsicherheit ist kaum bzw. Nur wenig vorhanden
- oft gereizt und launisch mit teilweiße lautstarken Äußerungen, wenn ihr etwas missfällt
- abblocken von unangenehmen Situationen bis hin zur Isolierung indem sie beispielsweise den Raum verlässt
- keine bzw. geringe Frustrationstoleranz
- sehr "ich" bezogen

- Mamacarzinom dexter:

- Thoraxform ist leicht nach rechts vorn geneigt
- Probleme bei den Kombinationsgriffen der oberen Extremität (vor allem Überkopfgriff)

-Morbus Alzheimer:

- weist Denkhemmungen auf
- sehr vergesslich
- Tagesform ist sehr schwankend
- Einschränkungen der Merkfähigkeit im Kurzzeitgedächtnis vorhanden
- die Vergangenheit des Heimaufenthalts ist meist nicht mehr abrufbar (vergessen)
- schlecht ausgeprägte zeitliche Orientierung
- Probleme beim Rechnen, vor allem auf die Subtraktion bezogen
- Lernfähigkeit ist nicht mehr vorhanden
- keine Krankheitseinsicht

Anmerkungen: Manche Betätigungsperformanzprobleme von Frau H. aus dem COPM sind Tagesformabhängig gewesen, welche aber jetzt keine Probleme mehr für sie sind. Um es verständlich zu machen beschreibe ich es anhand von einem Beispiel: Frau H. war es bei der Befragung wichtig, die Kinobesuche mit ihren Freunden (andere Klienten) bis zum Ende zu besuchen, was aber nur zum damaligen wichtig war da ihre Ausdauer zu dieser Tagesform beeinträchtig war, welche aber immer wieder schwankend ist. Da die Ausdauer aber mal gut und mal schlecht aufgrund der Tagesform ist, ist es weder eine Stärke noch eine Schwäche und ist nicht in der Tabelle aufgelistet.

[...]


[1] Frau H., am 05.02.2016

Details

Seiten
110
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668821712
ISBN (Buch)
9783668821729
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v446003
Note
1,0
Schlagworte
ergotherapeutenausbildung fachbereich alten- pflegeheim eine aufstellung klientenberichten ergotherapiepraxis werkstatt menschen wfbm

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Titel: Die Ergotherapeutenausbildung im Fachbereich Alten- und Pflegeheim. Eine Aufstellung von Klientenberichten