Lade Inhalt...

Kryptowährung Bitcoin. Chancen, Risiken und zukünftige Entwicklung von digitalen Währungen

Hausarbeit 2018 17 Seiten

VWL - Geldtheorie, Geldpolitik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition

3. Funktionsweise des Bitcoin-Systems

4. Chancen
4.1 Wertsteigerungschance
4.2 Dezentralitätschance
4.3 Chance als Zahlungsmittel
4.4 Kostenchance

5. Risiken
5.1 Diebstahlrisiko
5.2 Verlustrisiko
5.3 Risiko des Anonymitätsverlustes
5.4 Nischenrisiko
5.5 Politische Risiken

6. Zukünftige Entwicklung

7. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Recheneinheiten Bitcoin.

URL: https://www.bitcoin-beginner.de/was-ist-bitcoin/ (Abruf 17.01.2018)

Abbildung 2: Bitcoin Kurs.

URL: https://diepresse.com/home/wirtschaft/boerse/5342722/Bitcoin-faellt-unter11000-Dollar_PanikVerkaeufe

(Abruf 25.01.2018)

Abbildung 3: Rasanter Anstieg des Bitcoin.

URL: https://www.deutsche-bank.de/pfb/content/markt-und-meinung_bitcoingeldanlage-oder-spekulationsobjekt.html

1. Einleitung

Digitale und dezentralisierte Währungen erfreuen sich einem großen medialen Interesse. Dabei spielt das Bitcoin-System die entscheidende Rolle, da Bitcoin die erste Kryptowährung auf dem Markt war und das hinter Bitcoin stehende Computerprogramm die Grundlage für die gesamte Weiterentwicklung von digitalen Währungen ist. Bitcoin wurde im Jahr 2009 von der anonymen Person oder Gruppe mit dem Pseudonym „Satoshi Nakamoto“ entwickelt und veröffentlicht. Es gab bereits einige Ansätze die echte Identität von Satoshi Nakamoto herauszufinden, doch bis heute ist unklar wer der Entwickler des Bitcoin-Systems ist.

Das Jahr 2008 war ein sehr passendes für die Einführung einer nicht staatlich kontrollierten Währung, da die Weltwirtschaft noch in den Folgen der Finanzkrise steckte und das Vertrauen der Menschen in das bestehende Bankensystem stark geschwächt war. Solch ein revolutionäres Zahlungssystem, frei von staatlicher Kontrolle, gewann somit innerhalb weniger Jahre eine Vielzahl an Nutzern und Befürwortern. Des Weiteren zeigt die kritische Auseinandersetzung der Presse und der aufsichtsrechtlichen Behörden mit Bitcoin die Notwendigkeit für Staaten, Banken, Unternehmen und private Verbraucher, sich mit dem Thema Bitcoin ernsthaft auseinander zu setzen (vgl. Conrad 2013: S.6f.).

Diese Arbeit geht auf die Fragestellung ein, welche Chancen und Risiken das BitcoinSystem hat, um so eine Aussage über die Zukunftsfähigkeit des Bitcoin zu treffen. Insbesondere sollen dabei die Chancen und Risiken für das Bestehenbleiben des Bitcoin im Allgemeinen und die Chancen und Risiken für private Nutzer und Anleger erörtert werden.

Die Arbeit gliedert sich in fünf Teile, wobei anfangs der Begriff des Bitcoins und der der Kryptowährungen erklärt wird. Der zweite Teil der Arbeit widmet sich der Funktionsweise des Bitcoin-Systems, in dem auf das System hinter digitalen Währungen und die Gewährleistung der Sicherheit in diesem System eingegangen wird. Der Fokus liegt auf dem dritten und vierten Teil der Arbeit, in dem die Chancen und Risiken dieses Systems analysiert werden. Im letzten Teil werden aus den Ergebnissen der Analyse und aktuellen Expertenmeinungen eine mögliche zukünftige Entwicklung von Bitcoin und Kryptowährungen im Allgemeinen erarbeitet.1

2. Definition

Um die in der Einleitung aufgeworfene Frage beantworten zu können, werden im folgenden Kapitel Bitcoin definiert und die verschiedenen zugehörigen Begriffe erklärt und voneinander abgegrenzt.

Der Begriff Bitcoin leitet sich aus der englischen Bezeichnung Bit, der kleinsten Maßeinheit für eine Informations- oder Datenmenge, und dem ebenfalls englischen Begriff Coin (eng. coin = Münze) ab. Dieser zusammengesetzte Begriff wird durch ein Set von Regeln in Form einer Software definiert und sorgt für eine sichere Verwaltung von Geldeinheiten und der Abwicklung der Zahlungen zwischen den Nutzern. Im Gesamten ergibt dies ein Zahlungssystem in einem Netzwerk mit kryptografischen Funktionen und virtuellem Geld. Doch nicht nur das komplette Währungssystem wird als Bitcoin bezeichnet, sondern auch die darin enthaltene Währungseinheit, die inoffiziell mit BTC abgekürzt wird (vgl. Kerscher 2013: S.10).

Da Bitcoin nur eins von vielen digitalen Zahlungssystemen ist, entstand der übergeordnete Begriff der Kryptowährungen (vgl. Bendel 2015). Doch eigentlich ist diese Bezeichnung nicht ganz korrekt, da der Begriff Währung die Ordnung und Systematik des gesamten Geldwesens eines Staates beschreibt. Bei Kryptowährungen handelt es sich aber um privat geschöpftes Geld ohne jegliche staatliche Regulierung oder Garantie. In den USA setzte sich dagegen der Begriff „cryptocurrency“ durch, sodass auch im Folgenden der Begriff Kryptowährung als übergeordneter Begriff für digitale Zahlungssysteme verwendet wird. Wie im deutschen Sprachgebrauch üblich, wird bei Geldmengen auf den Plural verzichtet (beispielsweise 3,99 Euro), so wird auch bei Bitcoin im Folgenden der Singular verwendet (vgl. Kerscher 2013: S.12 f.).

3. Funktionsweise des Bitcoin-Systems

Das dritte Kapitel legt dar, wie das Bezahlsystem Bitcoin funktioniert und wie die Sicherheit dieses Systems gewährleistet wird. Bitcoin ist eine dezentralisierte Währung, welche frei von der Kontrolle durch Banken, Regierungen und Konzernen ist. Somit erfolgen auch die Transaktionen (Überweisungen) zwischen den Nutzern nicht über Banken oder den Austausch von Bargeld, sondern durch ein sogenanntes Peer-to-Peer Computernetzwerk. Dies bedeutet, dass auch hinter Bitcoin keine Firma steckt, welche die Währung herausgibt oder betreut. In diesem dezentralen Computernetzwerk werden Bitcoin generiert und durch eine Software, die auf jedem Computer, der Bitcoin nutzen will, installiert sein muss, verwaltet. Außerdem lassen sich mit der Software Bitcoin von einem Anwender auf den anderen übertragen. Diese Übertragung von Bitcoin erfolgt, vergleichbar mit dem Online-Banking, durch Überweisungen, welche von jedem internetfähigen Gerät (Computer, Smartphone oder Tablet) durchgeführt werden können. Der einzige Gegensatz zum Online-Banking im normalen Bankensystem ist, dass bei Bitcoin-Überweisungen nicht der Name und die Kontonummer des Senders und Empfängers bekannt sind, sondern die Transaktionen anonym stattfinden, da Sender und Empfänger nur durch einen mathematisch generierten Schlüssel aus Zahlen und Buchstaben in Verbindung treten. Demzufolge sind die Überweisungen auch für Dritte nicht einzusehen (vgl. Kerscher 2013: S.10 ff.). Das Programm hinter Bitcoin ist ein sogenanntes Open-Source-Programm. Dies bedeutet, dass der Quellcode2 für jeden frei einsehbar und zugänglich ist. Trotzdessen soll die Sicherheit der Transaktionen gewährleistet sein. Diese Sicherheit wird durch kryptographische Schlüssel ermöglicht, welche den Besitz der Bitcoin belegen. Mit der Installation der Bitcoin Software wird eine elektronische Geldbörse eingerichtet, welche ähnlich wie eine reale Geldbörse gegen Verlust (z.B. Festplattendefekt) und Diebstahl gesichert werden muss. Diese Sicherung wird durch die sogenannte Block Chain gewährleistet (vgl. Kerscher 2013: S.11f.).

Die Block Chain ist eine zentrale Verzeichnisdatei, in der jede Bitcoin Transaktion gespeichert wird. Sämtliche Transaktionen, die bisher im Netzwerk abgewickelt wurden, sind in der Block Chain enthalten und sie garantiert damit eine hohe Fälschungssicherheit, da ein Bitcoin-Betrag so nicht mehrfach ausgegeben werden

4.Chancen

Das 5. Kapitel beschäftigt sich mit den Chancen, welche das Bitcoin-System im Gesamten und für private Besitzer und Anleger mit sich bringt.

4.1 Wertsteigerungschance

Bitcoin gewann mit der Zeit immer mehr eine zunehmende Bedeutung als Anlage- und Investitionsmedium. Vor allem der rasante Anstieg des Bitcoin-Kurses, wie in Abbildung 3 zu sehen, ist ein Grund, warum der Bitcoin eine solch große Bedeutung als Investitionsmedium hat.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Rasanter Anstieg des Bitcoin

In den Medien tauchen immer wieder Schlagzeilen wie z.B. „Wenn ihr vor 7 Jahren Bitcoins im Wert von 5 Dollar gekauft hättet, wärt ihr jetzt Millionäre“ (Schönhaar 2017) zu großen Bitcoin Gewinnen auf, welche mit der Zeit immer mehr das Interesse von privaten Investoren weckte. Experten sehen vor allem in der Begrenztheit von Bitcoin eine immer weitere Wertsteigerungschance (vgl. Wolff 2017). So sagte zum Beispiel der Bitcoin Experte Herr Lamouric in einem Interview mit dem Anlage Unternehmen Liqid:

„Mit kaum einer Aktie hätten Sie in den vergangenen Jahren einen solch hohen Wertzuwachs erzielt, wie mit dem Bitcoin. Und ich wage die Prognose: Das Ende der Fahnenstange ist noch lange nicht erreicht. Der Wert des Bitcoins wird unter großen Schwankungen weiter kräftig zulegen“ (Wolff 2017).

Aufgrund der noch geringen Anwendungsmöglichkeiten wird Bitcoin zurzeit, ähnlich wie Gold, hauptsächlich als Wertspeicher und nicht für den Handel genutzt. Ein Anwendungsbeispiel dafür ist die Zypernkrise im Jahr 2013, in der Zypern sich in einer finanziellen Krise befand und der EU einen Antrag auf Hilfsgelder stellen musste, welchen sie nur durch einen Eigenanteil genehmigt bekommen haben. Dieser Eigenanteil wurde erstmalig in der Geschichte der EU durch Spareinlagen der Bank of Cyprus herangezogen. Um sich vor solch einer Zwangsbeteiligung zu schützen haben einige Sparer ihr Geld in Bitcoin angelegt (vgl. Kerscher 2013: S.129). Auch aufgrund der Internationalisierung von Bitcoin haben immer mehr Menschen die Möglichkeit in Bitcoin zu investieren, da nicht mehr nur der US-Dollar als Referenzkurs gilt, denn es gibt mittlerweile Wechselkurse in alle gängigen Währungen (vgl. Kerscher 2013: S.131).

4.2 Dezentralitätschance

Die Dezentralität von Bitcoin, welche nicht der Verwaltung einer Zentralbank unterliegt, ist eine weitere Chance für die Kryptowährung sich immer mehr als Zahlungsmittel zu etablieren. Außerdem ist das Bitcoin-Netzwerk durch die Dezentralisierung besser gegen Angriffe geschützt, es besteht aus mehreren hunderttausend Rechnern, welche weltweit verteilt sind und es somit keinen zentralen Server gibt, der angegriffen werden könnte. Auch ein koordinierter Angriff wird mit wachsender Anzahl der Nutzer immer schwieriger. Folglich konnte das BitcoinNetzwerk seit der Gründung 2009 noch nicht gehackt werden (vgl. Kerscher 2013: S.132).

4.3 Chancen als Zahlungsmittel

Mit Bitcoin wurde in den Anfängen der Währung hauptsächlich im sogenannten „DarkNet“ bezahlt. Hier war vor allem die Anonymität der Transaktionen der Grund der Anwendung, da so auch illegale Waren wie z.B. Drogen online gehandelt werden konnten. Doch Bitcoin verlor im Laufe der letzten fünf Jahre mehr und mehr seinen Ruf als kriminelle Währung. Der Wert von Bitcoin nähert sich andauernd weiter an einem realen Wert an. Aufgrund dessen, dass nun auch der Kurs deutlich stabiler wird, ist Bitcoin auch als Zahlungsmittel immer mehr von Bedeutung. Somit lassen sich immer mehr, vor allem Online-Zahlungen, mit Bitcoin durchführen. Auch große Unternehmen (z.B. Steam, WordPress, Lieferando) haben Bitcoin als Zahlungsmittel eingeführt. Der Schritt in die reale Welt ist dem Bitcoin bereits ebenfalls gelungen, denn es gibt mittlerweile, vor allem in Großstädten Cafés und Geschäfte, in denen mit Bitcoin bezahlt werden kann (vgl. Kienböck 2017).

[...]


1 Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichwohl für beiderlei Geschlecht.

2 Ein Quellcode ist der in der Informatik der für den Menschen lesbare, in einer Programmiersprache geschriebene Text eines Computerprogramms.

Details

Seiten
17
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783668825604
ISBN (Buch)
9783668825611
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v446400
Institution / Hochschule
Fachhochschule des Mittelstands
Note
1,3
Schlagworte
Bitcoin Kryptowährung Blockchain

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Kryptowährung Bitcoin. Chancen, Risiken und zukünftige Entwicklung von digitalen Währungen