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Eine Übersicht zur Funktion von Träumen

Hausarbeit 2014 12 Seiten

Psychologie - Klinische u. Gesundheitspsychologie, Psychopathologie

Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Definition: Träume

3 Schlafphasen

4 Funktion von Träumen
4.1 Freud
4.2 Jung
4.3 Neurokognitive Sicht
4.4 Klinisch-psychologische Sicht
4.5 Threat Simulation Theory

5 Fazit

6 Abbildungsverzeichnis

7 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Träume sind ein wichtiger Bestandteil im Leben eines jeden Menschen. Viele Künstler haben versucht Träume in ihren Bildern darzustellen. Abbildung 1 zeigt das Werk „Traum, verursacht durch den Flug einer Biene um einen Granatapfel, eine Sekunde vor dem Aufwachen“ von Salvador Dali.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1 : „Traum, verursacht durch den Flug einer Biene um einen Granatapfel, eine Sekunde vor dem Aufwachen“ von Salvador Dali (aus wikipedia.org)

In alten Völkern (Ägypten, Mesopotamien, etc.) hatten Träume noch mehr Bedeutung als heute. Man glaubte Träume kämen von Verstorbenen oder Göttern, die im Traum erschienen und Ratschläge gaben oder vor zukünftigen Ereignissen warnten. Es gab auch dämonische Träume, die dem Schlafenden Alpträume brachten. Schlechte Träume konnten mit Hilfe von bestimmten Ritualen vertrieben werden (z. B. Lehmbrocken in einen Fluss werfen damit sich die Träume wie der Lehm im Wasser auflösen, Schutzgötter um Beistand bitten, etc.) (Stewart, 2012).

Im Folgenden einige Beispiele von „Traumkulturen“:

Im antiken Griechenland (ab 5. Jahrhundert v. Chr.) konnten Menschen im Tempel des Äskulap Heilung von allen möglichen Leiden erreichen. Besucher des Tempels nahmen an verschiedenen Vorbereitungs-Ritualen teil. Anschließend schliefen sie im Tempel und erfuhren heilende Träume. Die Priester halfen die Träume zu interpretieren. Artemidorus von Daldis schrieb zwischen dem 1. und 2. Jahrhundert n. Chr. fünf Bücher über die Interpretation von Träumen, die Oneirocritica (van de Castle, 2012). Eine vergleichbare Praktik der Traumheilung gab es in den Tempeln des Serapis im alten Ägypten (Stewart, 2012).

Träume waren (oder sind) ein wichtiger Teil der indianischen Kultur. Über ihre Bedeutung wurde intensiv diskutiert und meditiert. Es gab „normale“ Träume, die jeder Indianer hatte und richtig interpretiert die Zukunft voraussagen konnten. Nur Anführer und Schamanen hatten „große“ Träume, die Entscheidungen für den gesamten Stamm beeinflussten. Träume wurden vom „Großen Geist“ geschickt, um Indianer auf ihrem Lebenspfad zu leiten (Hodge, 1907).

Auch heute noch gibt es eingeborene „primitive“ Stämme, die Träumen große Kraft zuschreiben: Das Volk der Achuar lebt im Regenwald von Ecuador relativ abgeschieden von der restlichen Welt. Jeden Morgen erzählen sie sich innerhalb der Familie gegenseitig ihre Träume und interpretieren ihre Bedeutung. Bei Unklarheiten fragen sie ihre Schamanen um Rat. Träume beeinflussen die nachfolgenden Entscheidungen (Russo, 2012).

Im Folgenden werde ich eine Definition von Träumen und einen kurzen Überblick über die Schlafphasen geben. Anschließend werde ich einige Theorien über die Funktion von Träumen vorstellen.

2 Definition: Träume

Träume sind eine subjektive Bewusstseinserfahrungen während dem Schlafen, die aufgrund von internen Prozessen auftreten. Sie sind dem Wachsein ähnlich: Sie bestehen aus komplexen und organisierten Bildern in zeitlicher Abfolge (Revonsuo, 2000). Träume sind zumeist sehr lebhaft und werden als Realität erlebt, obwohl bizarre und unmögliche Ereignisse auftreten (z. B. fliegende Hamster). Sie sind zumeist sehr emotional (vor allem Angst, Zorn, Freude). Die Erinnerungen an Trauminhalte verblassen schnell (Hobson, Pace-Schott, & Stickgold, 2003).

3 Schlafphasen

Es können zwei Bewusstseinszustände unterschieden werden: NREM-Schlaf und REM-Schlaf. Träume können sowohl im REM- als auch im NREM-Schlaf auftreten.

NREM-Schlaf besteht aus vier verschiedenen Phasen, die während dem Schlafen nacheinander durchlaufen werden. Das EEG ist synchronisiert: Mit dem Fortschreiten von Phase I zu Phase IV wird die Frequenz niedriger und die Amplitude höher. Phase III und IV (Tiefschlafphasen) werden deshalb auch slow-wave-Schlaf genannt (Hobson et al., 2003).

Die REM-Phase ist dem Wachsein ähnlich. Das EEG ist desynchronisiert: Es zeigt eine hohe Aktivierung (hohe Frequenz, niedrige Amplitude). Rapid eye movement (= REM) tritt im EOG auf. Das EMG zeigt einen geringen Muskeltonus (Hobson et al., 2003). Während der REM-Phase sind Hirnareale aktiv, die mit emotionaler und perzeptueller Verarbeitung zu tun haben. Motorische Bewegung wird unterdrückt, damit Trauminhalte nicht ausagiert werden (Revonsuo, 2000).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2 : Schlafzyklen (Hobson, 2009)

Abbildung 2 zeigt Schlafzyklen von drei verschiedenen Personen über einen Zeitraum von acht Stunden. Auf der y-Achse sind Wachsein und die vier NREM-Phasen abgebildet. Die blauen Balken zeigen die REM-Phase an. Es wird ersichtlich, dass die einzelnen Schlafphasen pro Nacht mehrmals durchlaufen werden (Hobson, 2009). In der ersten Hälfte der Nacht treten die Tiefschlafphasen (NREM-Phase III und IV) auf. In der zweiten Hälfte der Nacht NREM-Phase I und II. REM-Phasen treten mehrmals pro Nacht auf und werden mit dem Fortschreiten der Nacht länger. Ein Schlafzyklus bestehend aus einer REM- und vier NREM-Phasen und dauert circa 90 Minuten (Stickgold, 2001).

Träume treten sowohl in der REM-Phase als auch in den NREM-Phasen auf. Das Auftreten von Träumen ist jedoch zur REM-Phase höher korreliert als zur NREM-Phase. Träume in Phase I sind sehr fragmenthaft. Träume in Phase II sind gedankenhaft. Träume in REM sind lang, lebhaft, bizarr und sehr emotional besetzt (Hobson, 2009).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3 : Merkmale des Wachseins und der Schlafphasen (Hobson, 2009)

Abbildung 3 zeigt einige Merkmale des Wachseins und der Schlafphasen. Wachsein (rot) ist gekennzeichnet von lebendiger und extern generierter Wahrnehmung. Gedanken sind logisch und schrittweise. Bewegungen sind kontinuierlich und willentlich. In den NREM-Phasen (grün) ist die Wahrnehmung eher gedämpft. Gedanken sind logisch und es treten episodische und unwillkürliche Bewegungen auf. Im REM-Schlaf (blau) ist die Wahrnehmung lebhaft vergleichbar mit dem Wachsein, aber intern generiert. Gedanken sind unlogisch und bizarr. Bewegung wird gehemmt (Hobson, 2009).

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Details

Seiten
12
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668832459
ISBN (Buch)
9783668832466
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v448872
Institution / Hochschule
Universität Kassel
Note
2,0
Schlagworte
eine übersicht funktion träumen

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