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Wunderszenen in der Odyssee. Das Wunderkraut Moly

Hausarbeit 2017 8 Seiten

Griechisch / Altgriechisch

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1) Einleitung

2) Inhaltsangabe

3) Interpretation

4) Bewertung

5) Literaturverzeichnis

1) Einleitung

Das Werk ״Odyssee“ gilt als Gattung des Epos und wurde vom griechischen Dichter Homer verfasst. Ein weiteres wichtiges Werk des Autors ist ״Ilias“, ebenfalls ein Epos. Genaue Herkunft sowie Geburts- oder Sterbedatum des Autors sind nicht bekannt. Daher können keine exakten Angaben über die Entstehungszeit des Werkes gemacht werden. Dennoch soll ein kurzer Überblick über die gängigsten Annahmen zur Lebenszeit Homers gemacht werden. So geht eine forschende Meinung davon aus, dass Homer im Zeitraum vom Ende des 8. Bis zur Mitte des 7. Jh. V. Chr. gelebt haben soll, während andere Meinungen konstatieren, dass er bereits zur Zeit des Trojanischen Krieges (Ende des. 13. bis Anfang des 12. Jh. V. Chr.) gelebt habe.

Die ״Odyssee“ wird gemeinhin als Meilenstein der abendländischen Kultur angesehen und ist auch zum heutigen Zeitpunkt noch Gegenstand vielfältiger Debatten, nicht zuletzt aufgrund der bis heute unbekannten oder unklaren Details zum Dichter Homer.

Die Originalsprache der ״Odyssee“ ist griechisch, es sind jedoch zahlreiche deutsche Übersetzungen vorhanden. Diese Ausarbeitung hat die Übersetzung von Kurt Steinmann, erschienen in der 1. Auflage im Jahr 2016, zur Grundlage.

Das Werk ist in insgesamt 24 sog. ״Gesänge“ gegliedert, die inhaltlich jeweils einem (modernen) Buchkapitel entsprechen. Weiterhin ist hervorzuheben, dass dem Werk die Form des epischen Hexameters zugrunde liegt, also die für Epen klassische Dichtform.

Die vorliegende Quelle zum Wunderkraut Moly entstammt dem 10. Gesang und scheint so zunächst relativ mittig innerhalb des Gesamtwerks angesiedelt zu sein. Sie gehört aufgrund der Zugehörigkeit zum Epos der übergeordneten Gattung der literarischen Quellen an.

2) Inhaltsangabe

Nachdem Homer mit seinen Gefährten und 12 Schiffen auf der Insel Aidos reichhaltig gespeist hat, brechen sie auf, um ins heimatliche Ithaka zu gelangen. Bevor sie abreisen, erhalten sie in Rinderhaut gebündelte Winde, die sie aufgrund von Odysseus' Feindschaft mit dem Gott Poseidon jedoch wieder zurück zur Insel Aidos bringen. Dort angekommen, werden sie sogleich wieder verjagt und treffen schließlich nach langer Schifffahrt auf der Insel der Laistrygonen ein. Diese verspeisen sämtliche Gefährten und zerstören auch die Schiffe, bis auf eines, auf dem Odysseus und seine Mannschaft verweilen. Schließlich erreichen die übriggebliebenen um Odysseus die Insel der Zauberin Kirke (Aiaia), wo diese mit Ihren Bediensteten lebt. Odysseus schickt einige seiner Gefährten an, zu Kirke zu gehen, zurück kommt jedoch nur Eurylochos, der Odysseus berichtet, dass alle anderen von Kirke in Schweine verzaubert wurden. Odysseus tritt daraufhin selber den Weg zu Kirke an und begegnet auf dem Weg dem Götterboten Hermes. Dieser warnt ihn vor Kirkes Zauber und pflückt das Kraut Moly aus der Erde. Er weist Odysseus an, wie er das Kraut verwenden muss, um sich vor ihrem Zauber zu schützen. Odysseus gelingt die Anwendung, er lässt die Gefährten von Kirke erlösen und fordert Ihr den Eid darüber, dass sie niemandem von ihnen mehr übles tun darf, ab. Sie schwört und überführt Odysseus in ihr Lager. Nach einem Jahr möchte Odysseus aufbrechen und erhält von Kirke den Auftrag, vor der Ankunft in Ithaka noch den Seher Teiresias im Haus des Hades zu besuchen, um ihn nach dem Schicksal zu befragen. Daraufhin brechen Odysseus und seine Gefährten auf.

3) Interpretation

Die Szene mit Odysseus, Hermes und dem Kraut Moly kann aus unterschiedlichen Gründen als Wunderszene innerhalb des Werks eingeordnet werden. Die Gründe dafür werden im Folgenden betrachtet. Zunächst lassen sich in der Literatur zahlreiche Erwähnungen des Krauts als Zauberkraut beobachten. Reinhard Welz und Hartmut Schelsky Z.B. stellen in Ihrem (botanischen) Werk ״Blumenkunst und Blumenbinden: Theorie und Praxis. Pflanzensystematik“ fest, dass das Kraut Moly die

״berühmteste Zauberpflanze des klassischen Altertums“1 ist. Erwähnung fand das Kraut bereits beim römischen Gelehrten Plinius, der angab, dass man es ״zu giftwidrigen Mitteln und zu Zaubereien“2 benutzt. Es ist also anerkannt, dass das Kraut Moly in der griechischen Mythologie eine wichtige Zauberpflanze war und sich somit in seinem Wirkungsumfang von gewöhnlichen Kräutern abhebt. Homer lässt Odysseus selbst das Kraut nur kurz mit

[...]


1 Schelsky/Welz 2007, s. 213

2 Ebd.

Details

Seiten
8
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668855229
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v450107
Institution / Hochschule
Freie Universität Berlin – Friedrich-Meineke-Institut
Note
1,7
Schlagworte
Homer Odysseus Odyssee Antike Wunder Quelleninterpretation Analyse Alte Geschichte Sagen Märchen

Autor

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Titel: Wunderszenen in der Odyssee. Das Wunderkraut Moly