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Das Leitmedium Fernsehen und seine Auswirkung auf die Stigmatisierung von Asylbewerbern

Am Beispiel zweier Reportagen des Fernsehmagazins Stern-TV

Hausarbeit 2016 23 Seiten

Pädagogik - Interkulturelle Pädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die aktuelle Situation von Flüchtlingen In Deutschland

3. Das Medium Fernsehen
3.1 Das Fernsehen als Leitmedium
3.2 Deutsche Fernsehmagazine und ihr Wirkungskreis
3.3 Das Fernsehmagazin Stern-TV
3.4 „Wie kriminell sind Flüchtlinge tatsächlich?“
3.5 „Versagt der Staat beim Schutz von Flüchtlingen?“

4. Das Leitmedium Fernsehen und seine Auswirkung auf die Stigmatisierung von Asylbewerbern

5. Resümee

6. Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Derzeit ist kein Thema so aktuell wie das der Asylsuchenden In Europa. In allen Medien wird über die mo­mentane Lage diskutiert und rezipiert, so auch ¡n Deutschland. Jedoch wird hierbei nicht nur mehr auf die notwendige Hilfe verwiesen, im Gegenteil. Es wird von einer „Flüchtlingskrise“ gesprochen, welche Krimi­nalität, zukünftige vermehrte Arbeitslosigkeit und die Ausnutzung des Staates beinhaltet. Jeden Tag finden solche und ähnlich negative Nachrichten ¡n allen Medien ihren Platz. Die Frage, welche sich demnach ge­stellt werden muss, bezieht sich auf die Auswirkungen der Nachrichten ¡n den Medien auf die Gesell­schaft.

Bei der Nutzung des Begriffes „Medien“ werden oft das Fernsehen, der Hörfunk oder die Zeitung als klas­sische Medien benannt. Bei weiterer Überlegung kommen das Internet, sowie das Kino hinzu. All diese Begriffe haben eines gemeinsam: sie dienen als Instrument zur Verbreitung verschiedenster Informatio­nen. Demnach zählt also auch das Telefon oder das Faxgerät zu den Medien (vgl. Beck, 2011, S.1 ). Diese Arbeit bezieht sich jedoch hauptsächlich auf das Massenmedium Fernsehen, also einem Medium, wel­ches mehrere Adressaten zu ein und der selben Zeit erreicht. Und genau dies ist auch das Ziel. Massen­medien sind darauf konzipiert, einen großen Adressaten kreis zu erreichen (vgl. Beck, 2011, S. 1). Doch haben sie darüber hinaus auch die Macht, die Gesellschaft mit ihren Mitteilungen ¡n ihrem Denken und Handeln zu beeinflussen?

Im allgemeinen beeinflussen die Medien die Normen und Werte des Menschen, und somit die der Gesell­schaft (vgl. Schumacher, 2015, S.65). Werden also Normen und Werte beeinflusst, werden dann auch Einstellungen und Verhalten beeinflusst? Laut einer klassischen Annahme der Werteforschung welche beispielsweise von Homer und Kahle vertreten werden, beeinflussen allgemeine Werteorientierungen In Form von abstrakten Überzeugungen bestimmte Einstellungen, welche dann wiederum das konkrete Ver­halten bestimmen (vgl. Gawroński, 2002, S.162) Genau dieser Ansatz soll im Bezug auf die Medien und bezüglich der Asylpolitik In der vorliegenden Arbeit am Beispiel des deutschen Fernsehmagazins Stern-TV aufgegriffen und thematisiert werden.

Um einen angemessen Einblick zu gewährleisten, soll mit einer Darstellung der aktuellen Situation In An­betracht an die Flüchtlingslage In Deutschland begonnen werden. Hierbei werden die Ursachen für die Flucht aus den verschiedenen Ländern, sowie aktuelle Zahlen thematisiert. Daran anschließend erfolgt eine Darlegung des Mediums Fernsehen, sowie dessen typische Charakteristik. Da Fernsehmagazine einen erheblichen Part dieses Mediums einnehmen, soll auch deren Wirkungskreis benannt und erörtert werden. Anschließend erfolgt eine Darbietung des Fernsehmagazins Stern-TV, sowie deren Intensionen und Gefahren. Um einen für diese Arbeit entsprechenden Zusammenhang zu bilden, soll In den nachfol- genden Kapiteln auf zwei Reportagen dieses dargelegten Magazins näher eingegangen werden, welche zum einen lauten: „Wie kriminell sind Flüchtlinge tatsächlich?“ und „Versagt der Staat beim Schutz von Flüchtlingen?“. Beide Themen sind sehr aktuell und beinhalten zwei der Hauptthemen der sogenannten „Flüchtlingskrise“: zum einen Kriminalität, welche den Asylsuchenden zugeschrieben wird, und zum ande­ren die aufgeheizte Stimmung, an welcher viele Flüchtlinge leiden. Beide Reportagen wurden In einem kurzem Zeitraum nacheinander ausgestrahlt. Sie dienen dieser Arbeit In jenem Zusammenhang, als dass sie aufweisen sollen, inwieweit bestimmte Darbietungen der Medien die Gesellschaft beeinflussen, wo­durch wiederum weitreichende und gravierende Folgen entstehen können. In einem abschließendem Re­sümee werden wiederholt wichtige Thesen aufgegriffen und eventuell auftretende, noch offene Fragen be­antwortet.

2. Die aktuelle Situation von Flüchtlingen In Deutschland

Schon seit Jahrhunderten gibt es die verschiedensten Zuwanderungen ¡n der ganzen Welt, und zwar aus den verschiedensten Gründen. Diese Arbeit soll jedoch nicht den geschichtlichen Werdegang von Zuwan­derung und Migrationsdiskursen zum Inhalt haben. Vielmehr soll die aktuelle Lage Europas, und vor allem Deutschlands, welche In den Massenmedien als so kritisch dargelegt wird, In diesem Kapitel thematisiert werden. Dazu soll des weiteren eine Sensibilisierung zählen, welche den gesellschaftlichen Hintergrund Asylsuchender erklärt, sowie statistische Zahlen, welche wiederum für einen Überblick fungieren.

Der häufigste Grund für eine Flucht wird oftmals mit Krieg, Terror, Vertreibung und Diskriminierung be­gründet. Im Jahre 2015 teilte das Innenministerium mit, dass rund 1,1 Millionen Menschen In Deutschland Asyl suchten. Die Asylsuchenden kamen hauptsächlich aus Syrien, Albanien, Kosovo, Afghanistan, Irak, Serbien, sowie aus Mazedonien und Eritrea (vgl. Reimann, 2016). nach einer Statistik der UNO sind mehr als 60 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht. Dies liegt zum einen an den Truppen von Macht­haber Assad und der IS, welche In Syrien, als auch im Irak die Menschen terrorisieren, sowie an den Tali­ban, welche In Afghanistan Angst und Schrecken verbreiten. Doch auch Bürgerkriege wie In Somalia, als auch die Knechtung des Volkes durch den Präsidenten In Eritrea zwingt die Menschen zur Flucht. Ein wei­terer Grund liegt In der wirtschaftlichen Lage einiger Länder, wie beispielsweise In den afrikanischen, so­wie im Kosovo und Albanien. Diese Gründe und die damit verbundene Perspektivlosigkeit ließ die Zahl der Flüchtlinge seit dem Sommer 2015 rapide ansteigen (vgl. Reimann, 2016). Eine Steigung ist des wei­teren bezüglich der Erstanträge zu vernehmen. So wurde im Januar 2016 50.532 Erstanträge vom Bun­desamt entgegengenommen, wobei die Zahl im Vergleichsmonat ein Jahr zuvor noch bei 21.679 lag. Dies bedeutet einen Anstieg von 133,1 % (vgl. Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, 2016, S. 4).

Doch die vorliegenden Gründe, welche mit einer Flucht einhergehen, ermöglichen trotz ihres Schweregra­des oftmals keine legale Möglichkeit, wie beispielsweise mit einem Schiff oder einem Flugzeug nach Deutschland zu gelangen. Der Grund dafür ist, dass die Asylsuchenden kein Visum erhalten. Aus diesem Anlass sind sie häufig auf Schlepper angewiesen, wobei sie sich natürlich einem enormen Risiko ausset­zen (vgl. Reimann, 2016).

Trotz der schweren Umstände und den verschiedensten Hilfsangeboten, welche auf eine willkommene Einstellung plädieren, haben es Flüchtlinge In Deutschland häufig nicht einfach. Die Medien thematisieren fast täglich gewaltsame Übergriffe auf Flüchtlinge oder auf deren Wohnunterkünfte, sowie fremdenfeindli­che Demonstrationen. Auf der anderen Seite beinhalten die Nachrichten, welche durch die Medien ver­breitet werden auch negative Schlagzeilen, welche mit der Flüchtlingssituation einhergehen. Auf einmal wird bezüglich dessen von Vergewaltigung und kriminellen Machenschaften wie erhöhtem Diebstahl und Drogenkonsum, sowie dessen Verkauf berichtet. Nun stellt sich natürlich die Frage, ob die gewaltsamen Übergriffe auf Asylsuchende und dessen Wohnräume ein Resultat der negativen Schlagzeilen In den Medien, und vor allem im Fernsehen ist.

3. Das Medium Fernsehen

Die Geschichte des Fernsehens beginnt 1880, jedoch zunächst nur auf dem Papier. Der Franzose Con­stantin Senlecq formulierte eine Idee, welche vor dem Hintergrund der technologischen Erneuerungen, wie die des Telefons, der Telegrafie oder der Bildtelegrafie eine serielle Bildübertragung schaffen soll. Je­doch erst 1930 schaffte es Manfred von Ardennen mit der Kathodenstrahlröhre, welche von Ferdinand Braun entwickelt wurde, vollelektronisches und von Radiowellen übertragenes Fernsehen zu zeigen. Fünf Jahre später, also 1935 startete In Berlin das erste öffentliche und regelmäßige Fernsehprogramm. Da­mals gab es 15 öffentliche Fernsehstellen, an welchen wöchentlich für zwei stunden Kurz-und Spielfilme, sowie Wochenschauen gezeigt wurden (vgl. Die Zeit, 2006).

Nun, im 21. Jahrhundert gibt es wohl kaum noch einen Haushalt, welcher nicht mindestens einen Fernse­her besitzt. Auch die Programme, so wie deren Inhalte haben sich vervielfacht. So kann der Konsument sich nicht nur mehr an Spielfilmen erfreuen, sondern auch an Nachrichtensendungen, Reportagen, Serien oder Musiksendungen. Unter anderem wird aus diesem Grund das Fernsehen auch als Massenmedium bezeichnet. Es ermöglicht nämlich einem Kommunikator „mit einer hohen Effizienz standartisierte Kom- munikate (Informationsträger) an eine unbegrenzte Zahl von Rezipienten zu verbreiten. Diese wissen zwar voneinander, kennen sich aber nicht“ (Vowe & Henn, 2014). Des weiteren ermöglicht das Fernsehen eine Selbstbeobachtung der Gesellschaft sowie eine Strukturierung bezüglich ihrer Kommunikation. Jenes hat wiederum Folgen für alle Bereiche der Gesellschaft, also von der Lebenswelt bis hin zur Politik. Aus diesem Grund sind auch die Auseinandersetzungen In Anbetracht des Zugangs, sowie seiner Regulierung kritisch zu betrachten (vgl. Vowe & Henn, 2014). Weiterhin wird das Fernsehen auch als Hybridmedium bezeichnet, da es die Eigenschaften des Hörfunks, also Aktualität, die des Films, demnach Multimediali- tät, sowie die journalistische Professionalität der Presse miteinander kombiniert (vgl. Vowe & Henn, 2014). Weitere Merkmale des Fernsehens sind unter anderem der sehr hohe Wert der Publizität, da dieses Medi­um einen unbegrenzten Zugang bietet, der hohe Wert der Aktualität, da sogar Bericherstattungen In Echt­zeit möglich sind, die Kombination von Information, Unterhaltung und Bildung, sowie die geringe Interakti­vität zwischen Kommunikator und Rezipient. Auch bezüglich der Territorialität spielen Grenzen nur noch eine geringe Rolle In Anbetracht an die Verbreitung der Informationen (vgl. Vowe & Henn, 2014).

3.1 Das Fernsehen als Leitmedium

„Unser kollektives Gedächtnis ist durch Fernsehbilder geprägt, durch Ereignisse, die sich durch das Fern­sehen eingebrannt haben. Das Fernsehen formt also unsere gemeinsame Erinnerung ebenso wie unser Erleben der Gegenwart und unseren Blick ¡n die Zukunft. Man kann sogar sagen, dass es unsere Weit­sicht insgesamt prägt“ (Vowe & Henn, 2014). Der Mensch entnimmt viele Informationen, welche er mit an­deren teilt dem Fernsehen. Demnach sind die Vorstellungen von Wirtschaft, Politik, Sport und der Lebens­welt vom Fernsehen bestimmt. Dadurch stellt sich natürlich die Frage, ob das Fernsehen als ein Leitmedi­um verstanden werden kann (vgl. Vowe & Henn, 2014).

Unter einem Leitmedium wird eine soziale Konstruktion verstanden, welche die Zuschreibung einer Lei­tungsfunktion für die öffentliche Kommunikation beinhaltet. Konkretisiert werden kann dies vor allem durch Aspekte, Prozesse, Räume, Ebenen oder Zeiträume (vgl. Vowe & Henn, 2014). So ist beispielsweise aus einem politisch-publizistischen Aspekt, die Prägung der öffentlichen Meinungsbildung von Belang. Bei ei­nem kulturellen Aspekt ist dies hingegen die Prägung des Weltbildes. Der lebensweltliche Aspekt prägt den Alltag des Menschen und der ökonomische Aspekt die Bedeutung der Wertschätzung (vgl. Vowe & Henn, 2014). Weiterhin können Ebenen des Medienangebotes sowie deren Urheber als Leitwirkung un­terschieden werden. So kann beispielsweise das Fernsehen generell als ein Leitmedium bezeichnet wer­den. Aber auch dem Anbieter eines Mediums kann eine Leitfunktion zugeschrieben werden. Dies gilt des weiteren für einzelne Angebote, welche prototypisch eine Leitfunktion zugeschrieben bekommen, wie bei­spielsweise die Tagesschau im ARD-Programm (vgl. Vowe & Henn, 2014). Auch sind die Prozesse zu be­rücksichtigen, sowie zu unterscheiden, welche ein Leitmedium auszeichnen. Hierbei spielt zunächst die Reichweite eine Rolle. Wenn diese eine große Anzahl an Menschen erreicht, kann ihr eine Leitfunktion zugeschrieben werden (vgl. Vowe & Henn, 2014). „Eine Leitfunktion kann aber auch deshalb zugeschrie­ben werden, weil ein Medienangebot durch andere Medien beobachtet und von ihm gelernt wird, also z. B. andere Medien die Themen und Positionen der Süddeutschen Zeitung übernehmen“ (Vowe & Henn, 2014). Hierbei kommt es zu einem besonderen Einfluss bezüglich der Meinungs- und Willensbildung. Es werden bestimmte Publikumssegmente erreicht. Weiterhin kann eine Leitfunktion auch durch die Zu­schreibung im Sinne eines Sprachrohrs entstehen. In diesem Sinne geschieht dieses beispielsweise durch Politiker, welche der BILD-Zeitung eine besondere Bedeutung Zuteilen (vgl. Vowe & Henn, 2014). Ebenso kann aber auch eine Unterscheidung ¡n Anbetracht des Raumes erfolgen, für den eine Leitfunkti­on zugeschrieben wird. Dies geschieht beispielsweise ¡n einem lokalen Raum, also ¡n einem Lokalteil ei­ner örtlichen Zeitung. Wird die Leitfunktion auf einen regionalen Raum bezogen, so kann dies beispiels­weise eine öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt betreffen. Im nationalen Raum bezieht sich dies vor allem auf führende Zeitungen. Als Beispiel für den globalen Bereich kann die Suchmaschine google genannt werden. Aber es sollte auch bedacht werden, dass ein Leitmedium auch einen sozialen Raum herstellen kann, welcher sich jedoch von territorialen Grenzen löst (vgl. Vowe & Henn, 2014).

Wenn das Konzept des Leitmediums nนn betrachtet wird, ist jedoch zu beachten, dass hierbei keine fest­gefügte Zuschreibung vorliegt, sondern dass diese ¡n der Zeit variiert. Trotz des stetigen Wandels erfolgt keine scharfe Ablösung eines Leitmediums durch ein anderes. Es ergeben sich vielmehr gleitende Über­gänge, welche lange Fristen beinhalten.So kann ein Leitmedium, wie beispielsweise das Buch seine Leit­funktion verloren haben, jedoch nicht seine enorme Bedeutung der kulturellen Wertschätzung. Die ständi­ge Aktualisierung eines Leitmediums und die ständigen veränderlichen Ansprüche, welche an jenes ge­stellt werden, muss dieses auch erfüllen, um seiner Funktion als Leitmedium nachkommen zu können (vgl. Vowe & Henn, 2014).

Zählt also das Fernsehen ¡n der heutigen Gesellschaft zu den Leitmedien? Der Aufstieg des Fernsehens zu einem Leitmedium begann Mitte der 1960er Jahre, wo mehr als die Hälfte aller deutschen Haushalte diesem Konsum nachgingen. Damit begann die Prägung der öffentlichen Kommunikation. Die Mediennut­zung wurde durch die Durchsetzung des Fernsehens generell verändert, was vor allen durch den Rück­gang der Kinobesuche, sowie der Einstellung verschiedener Publikationszeitschriften zu vernehmen war (vgl. Vowe & Henn, 2014). Weiterhin prägte, beziehungsweise prägt das Fernsehen auch heute noch die öffentliche Kommunikation, welche durch fünf Wirkungsvermutungen und deren Folgen ausgeführt wer­den. Zum ersten strukturiert das Fernsehen den Alltag sowohl ¡n zeitlicher, inhaltlicher als auch ¡n sozialer Hinsicht (vgl. Vowe & Henn, 2014). „Eine inhaltliche Strukturierung der Kommunikation im Alltag geschieht vor allem dadurch, dass das Fernsehen kontinuierlich und ¡n breitem Umfange für Anschlusskommunikati­on sorgt. Dafür ist Fernsehen besonders geeignet, da die Chancen hoch sind, bei anderen auf ein ge­meinsames Reservoir von Medienerlebnissen zu treffen“ (Vowe & Henn, 2014). Durch die bewegten Bil­der, welche im Fernsehen gezeigt werden, entsteht eine besondere Überzeugungskraft, wodurch Qualitä­ten entwickelt werden können, welche nicht nur Fakten sondern auch Denkmuster vermitteln, welche wie­derum die Einstellung beeinflussen. Durch die große Verbreitung, sowie durch die starke Bindung hat das Fernsehen eine Angleichung der Weltbilder zur Folge. Wie groß und weitreichend das Maß der substanti­ellen Prägung hinsichtlich des Wissens, Meinens, Wollens und Redens ist, belegt die Tatsache, dass das Fernsehen als eine der wichtigsten Informationsquelle genannt wird (vgl. Vowe & Henn, 2014). Auch sorgt das Fernsehen für eine Homogenisierung, was durch seine enorme Reichweite zu begründen ist. So wirkt das Angebot des Fernsehens einer Agenda und eines Deutungsmusters für aktuelle Probleme integrativ. Auf der anderen Seite ist es jedoch auch möglich, durch die große Anzahl an Sendern und Sendungen eine Differenzierung von Gruppen vorzunehmen, welche sich durch die Bindung an bestimmte Formate und deren Nutzung definieren lässt (vgl. Vowe & Henn, 2014).

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Details

Seiten
23
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668843318
ISBN (Buch)
9783668843325
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v450222
Institution / Hochschule
Technische Universität Chemnitz
Note
1,0
Schlagworte
leitmedium fernsehen auswirkung stigmatisierung asylbewerbern beispiel reportagen fernsehmagazins stern-tv

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Titel: Das Leitmedium Fernsehen und seine Auswirkung auf die Stigmatisierung von Asylbewerbern