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Erklärung des Mordkomplotts an Domitian mit Hilfe des Akzeptanzsystems von Seelentag

Hausarbeit (Hauptseminar) 2018 13 Seiten

Geschichte - Weltgeschichte - Altertum

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Domitian und das Akzeptanzsystem
2.1 Das Akzeptanzsystem im Allgemeinen
2.2 Domitians Verhältnis zu den einzelnen Gruppen
2.2.1 Das Heer
2.2.2 Die Plebs Urbana
2.2.3 Der Senat

3. Warum hat es Mordversuche gegen Domitian gegeben?

4. Zusammenfassung

5. Antike Quellen

6. Antike Münzen

7. Literatur

1. Einleitung

Das erscheint vielleicht als eine etwas seltsame Bitte, aber ich fordere sie heraus einmal pessimus princeps 1 zu googeln. Eines der ersten Ergebnisse, was ihnen vorgeschlagen wird, ist der Wikipedia Artikel zu Domitian. In dieser Arbeit wird versucht zu erklären ob Domitian wirklich solch ein schlechter Princeps war. Als antike Quellen werden die Schriften von Plinius dem Jüngeren, Sueton, Tacitus, Tertullian und Cassius Dio genutzt. Es werden zwar auch die Meinungen von Frontinus und Martial eingebracht, allerdings stammen diese aus dem Werk von Jochen O. Ley. Neben O. Ley habe ich auch noch die Forschungen von Dahlheim, Saxer und Jones genutzt. Pfeiffers Gesamtüberblick über die Zeit der Flavier nutzte ich, um mir erst mal wieder grundlegendes Wissen über diese Zeit- periode anzueignen. Als wichtige Grundlage dieser Arbeit wird das von Gunnar Seelentag entworfene Akzeptanzsystem genutzt. Auch wenn Seelentag seine Dissertation über die rö- mische Gesellschaft zur Zeit Trajans schrieb, denke ich, dass seine Forschungen genauso gut auch auf Domitian angewendet werden können.

2. Domitian und das Akzeptanzsystem

2.1 Das Akzeptanzsystem im Allgemeinen

Dieses Modell wird von der Mehrheit der Historiker akzeptiert, unter anderem von Gunnar Seelentag und Egon Flaig. Um auf das Akzeptanzsystem an sich ausführlicher einzugehen, muss man die drei Teile des Akzeptanzsystems erläutern. Dazu gehört die Plebs Urbana, das Heer und der Senat. Zur römischen Gesellschaft gehören zwar auch weitere Gruppen wie die Bevölkerung Italiens und die Ritter. Wie Seelentag allerdings bereits schreibt: „lässt sich eben doch nicht konstatieren, dass sie bei dieser Gelegenheit dem Kaiser kollektiv etwaige genuine Interessen ihrer Gruppen [formulierten]2 “. In dem Sinne können diese Gruppen, welche zwar besondere Rollen gespielt haben, dennoch außen vorlassen. Insbesondere die Ritter, wo eher eine Einzelperson welche die Geschehnisse beeinflusste nicht aber der Stand, besaßen zwar eine gewisse Nähe zum und Anerkennung des Princeps, welche allerdings nicht unbedingt in Einfluss auf den Princeps resultierten. Das transvectio equitum, welches eine Parade des Ritterstandes, war bei welcher die Musterung neuer römischer Ritter vorgenommen wurde, zeigt zwar, dass die Ritter eine gehobene Stellung innerhalb der römischen Gesellschaft innehatten, aber dennoch nicht die fest formulierten Privilegien der drei Stände des Akzeptanzsystems besaßen.

Die Plebs Urbana verlangte vom Kaiser ein sitthaftes Leben zu führen, speziell im Bereich der Ehe, sowie eine große Transparenz in Fragen der Thronfolge und die Garantie der Sicherheit von Mitgliedern der kaiserlichen Familie welche in Ungnade gerieten3. Allerdings nahm sich die Plebs Urbana auch heraus Personen, welche dem Kaiser gefährlich werden konnten, schärfer zu beobachten. Ein wichtiger Pfeiler des Princeps um die Plebs Urbana zu befrieden war auch das Motto von panem et circenses. P anem hierbei repräsentieren die Getreideausgaben des Princeps und c ircenses wiederum die berühmten Spiele in den Arenen, aber auch ‚Spiele‘ im politischen Sinne. Zum Beispiel öffentliche Versammlungen wo: „die Plebs Urbana als Kollektiv ihre spezifischen Anliegen formulieren konnte“4. Als Zusammenfassung der Forderungen der Plebs Urbana kann der Titel des pater patriae genommen werden. Dieser Titel bedeutet übersetzt: „Vater des Vaterlandes“. Er gehörte allerdings nicht zur standardmäßigen Titulatur eines Kaisers und konnte nur vom Senat verliehen werden. Dieser Titel wurde ebenso meist erst nach einer gewissen Zeit dem Princeps verliehen.

„Die Legionen und die Prätorianer waren die Kaisermacher und die Thronerhalter“5. Sie waren diejenigen, die über Leben und Sicherheit des Princeps bestimmten und sie waren diejenigen, die am besten als Einheit funktionierten. Die Senatoren denunzierten sich gegenseitig, um die Gunst des Princeps zu erwerben. Die Plebs Urbana wiederum konnte von niemals als Einheit gegen den Kaiser vorgehen, da sie zu unorganisiert waren und von loyalen Truppen des Kaisers zurückgeschlagen werden konnten. Seelentag erwähnte, dass es nahezu unmöglich war, in den frühen Zeiten des Principats, den Princeps zu stürzen, ohne großflächige Unterstützung unter den Legionen zu haben, denn die Legionen waren von Natur aus dem Princeps verpflichtet nicht den senatorischen Legaten6. Allerdings war diese enorme Macht nicht billig zu erkaufen. Der Princeps musste das Heer, ebenso wie die anderen Gruppen des Akzeptanzsystems, in ihrer Ehre bestätigen. Dies tat er am besten, indem er Donative verteilte. Donative waren Geldgeschenke, welche an eine oder mehrere Legionen verteilt werden konnten. Allerdings waren sie eine Anerkennung des Kollektivs der Legionäre und nicht nur der beschenkten Legion. Ebenso wurden den Legionen Ehrennamen hinzugefügt für besondere Taten. Ein Beispiel wäre Kaiser Domitian welcher den Legionen, welche den Usurpator Saturninus niederschlugen, den Ehrennamen Pia Fidelis Domitiana7 beifügte. Aber das Wichtigste was ein Princeps für das Heer tun konnte waren Eroberungszüge. Das Heer verlangte, die gewaltsame Ausdehnung der Grenzen um die Barbaren außerhalb zu zivilisieren. Nur im Kampf war es für die Legionen möglich Ruhm zu ernten und nur hier konnte der Princeps sich Anerkennung bei den Legionen verdienen, indem er selber auf dem Schlachtfeld kämpfte.

[...]


1 Latein für „schlechter Kaiser“.

2 Seelentag 2004 S. 19.

3 Seelentag 2004 S. 24.

4 Seelentag 2004 S. 25.

5 Seelentag 2004 S. 27.

6 Seelentag S. 27.

7 Saxer 1967, S. 78, Nr. 209

Details

Seiten
13
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783668843196
ISBN (Buch)
9783668843202
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v450822
Institution / Hochschule
Technische Universität Dresden
Note
2.3
Schlagworte
erklärung mordkomplotts domitian hilfe akzeptanzsystems seelentag

Autor

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Titel: Erklärung des Mordkomplotts an Domitian mit Hilfe des Akzeptanzsystems von Seelentag