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Planung, Durchführung und Evaluation des Projektes "Mein Körper" mit Kindern im U3 Alter

Reflektierende Dokumentation

Hausarbeit 2018 22 Seiten

Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Praktikumsstelle
2.1 Arbeitsfeld
2.2 Rahmenbedingungen
2.3 Projektaufgabe

3 Projektmanagement
3.1 Das ADDIE–Modell

4 Pädagogisch Didaktische Durchführung

5 Theorie-Praxis Transfer

6 Evaluation und Qualitätsmanagement
6.1 Qualitätsmanagement im Projekt
6.2 Evaluation des Projektes

7 Blogreflexion

8 Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Das ADDIE-Modell

Abbildung 2: Lernen am Modell auf das Projekt bezogen

Abbildung 3: Planungsphase: Qualitätssicherung durch Zielpräzisierung

„Wir brauchen unsere Kinder nicht erziehen,

sie machen uns sowieso alles nach“.

Karl Valentin

1 Einleitung

Im Modul 3B wird ein konkreter Bezug zwischen Theorie und Praxis hergestellt, in dem ein reflexives Praktikum, auf den theoretischen Kenntnissen aufbauend, absolviert wird. Vorliegende Reflektierende Dokumentation, kurz RD, beschreibt die Planung, Durchführung und Evaluation des Projektes „Mein Körper“. Die Hausarbeit zielt auf die theoretische Auseinandersetzung mit dem Projektvorhaben, der Verzahnung von Theorie und Praxis und der kritischen Reflexion der praktischen Umsetzung ab.

Die Idee der Projektleiterin, gleichzeitig auch Autorin, entstand im Rahmen ihrer momentanen Tätigkeit als Tagesmutter. Die Themenwahl des Projektes entwickelte sich aus dem zunehmenden Interesse der Kinder an ihrem Körper. Die Autorin entwickelte ein mehrwöchiges Projekt, dass dem Entwicklungsstand der Zielgruppe angepasst wurde. Für dieses stellte sie ein Repertoire aus Liedern, Finger-, Kreis- und Singspielen sowie Turnübungen und Bastelangeboten zusammen. An einem Nachmittag wurde den Eltern abschließend das Projekt in Form einer Vorführung und einer Ausstellung dargeboten.

Neben der Aufgabe, die Kinder bestmöglich zu betreuen, tragen die Tageseltern auch die Verantwortung die Bildungsprozesse ihrer anvertrauten Kinder anzuregen und zu fördern. “Bildung, Erziehung und Betreuung sind nach § 22 Abs. 3 des Achten Buches Sozialgesetzbuch - Kinder- und Jugendhilfe (SGB VIII) die Aufgaben von Kindertageseinrichtungen im Elementarbereich“ (Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden Württemberg, 2005, S. 16). Der Stellenwert, den die Bildung in der Elementarpädagogik hat, wird deutlich, wenn man sich den Zwischenbericht „Frühe Bildung weiterentwickeln und finanziell sichern“ vor Augen hält. Im November haben sich Bund und Länder auf gemeinsame Qualitätsziele, bezüglich der Bildung, Betreuung und Erziehung in der Frühpädagogik geeinigt (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, 2017). Darauf begründet sich auch die Verortung des Projektes in das Feld des frühkindlichen Lernens in der Elementarpädagogik. Das durchgeführte Projekt „Mein Körper“ unterstützt, durch das Kennenlernen und Benennen der Körperteile, die frühkindliche (Selbst)Bildung. Durch sprachanregende Kinderspiele und die Interaktionen während des Projektes wird die Sprachentwicklung gefördert und in Folge dessen der Wortschatz der Kinder erweitert (Peitz, 2007, S.89).

Nach einer einleitenden Begründung des Themas wird in Kapitel 2 das Praktikum beschrieben und die Rahmenbedingungen dargelegt. In Kapitel 3 wird der Begriff Projektmanagement und das ausgewählte Projektmanagementmodell ADDIE beleuchtet. Die herangezogenen bildungswissenschaftlichen Theorien von Wilhelm von Humboldt und Jean Piaget werden mit Hilfe der praktischen Durchführung in Kapitel 4 näher erläutert. Kapitel 5 beschreibt den bildungstheoretischen Rahmen des Projektes. Qualitätssicherung und die abschließende Bewertung, in Form einer Evaluation, sind in Kapitel 6 verortet. Die Blogreflexion erfolgt in Kapitel 7. Mit dem Fazit in Kapitel 8 schließt die Reflektierende Dokumentation ab.

2 Die Praktikumsstelle

Das Praktikum wurde vom 19.06.20017 bis 28.07.2017, mit einem Umfang von 186 Stunden, absolviert und fand in einer 120 m² großen Vierzimmerwohnung eines Dreifamilienhauses im ersten OG statt. Die gegebenen Räumlichkeiten wurden in eine Kindertagespflege umgestaltet, in der zu diesem Zeitpunkt sieben Kinder, welche auch die Zielgruppe bildete, betreut wurden. Die Kinder, ein Mädchen und sechs Jungen, waren zum Zeitpunkt des Praktikums im Alter von ein bis zweieinhalb Jahren. Es waren immer nur fünf Kinder gleichzeitig anwesend. Das Mitarbeiterteam besteht aus zwei Tagesmüttern, einer Küchenkraft und gelegentlichen Praktikanten/ Praktikantinnen. Die Tagespflege befindet sich in Brühl, nicht weit von Mannheim entfernt.

2.1 Arbeitsfeld

Die Praktikumsstelle umfasst sämtliche Tätigkeitsbereiche der Kindertagespflege, wie Pflege, Erziehung, Förderung einzelner Entwicklungsbereiche und Beratung der Eltern. Ursprünglich war die Aufgabe einer Tagesmutter/ eines Tagesvaters Kinder, im Alter von null bis drei Jahren, möglichst familienähnlich zu betreuen. Die Tageseltern haben temporär fremde Kinder im eigenen Haushalt aufgenommen und meist mit den eigenen Kindern mit betreut. Immer häufiger jedoch werden Tageskinder nicht nur im eigenen Haushalt betreut, sondern auch in sogenannten anderen geeigneten Räumen. Vermehrt schließen sich Tagesmütter und/oder Tagesväter zu einer Tagespflege zusammen und betreuen bis zu neun Kinder gleichzeitig in extra dafür z.B. angemieteten Räumen, die durch das Jugendamt als geeignet zertifiziert wurden.

2.2 Rahmenbedingungen

Die Betreuungszeit der Kinder findet von 7.30 Uhr bis 13.30 Uhr statt. Da das Mittagessen ca. 11.00 Uhr serviert wird, findet die Durchführung der Bildungsmaßnahme in einem relativ engen Zeitfenster am Vormittag statt. Die Aufmerksamkeitsspanne der Kinder ist nicht sehr lang, worin auch die Kürze der einzelnen Projekteinheiten begründet liegt. Das Frühstück, die freie Spielzeit, das Mittagessen und die Schlafenszeit finden täglich zur gleichen Zeit statt. Diese festen und wiederkehrenden Strukturen geben den Kindern Sicherheit, insbesondere den neuen und sehr kleinen Kindern.

2.3 Projektaufgabe

Das Projekt „Mein Körper“ wurde anlässlich des sich entwickelnden Wortschatzes der Kinder und das gesteigerte Interesse an ihrem Körper gewählt. Die Autorin wählte Bildungsangebote in Form von Liedern, Finger-, Kreisspiele sowie Turnübungen und Bastelangebote aus, die dem Entwicklungsstand der Tageskinder angemessen erschienen. In einem Zeitraum über sechs Wochen lernten die Kinder die Spiele durch regelmäßige Wiederholungen. Kinder lernen und imitieren durch Beobachten, trotz alle dem sind Wiederholungen wichtige Voraussetzung, um das Gelernte zu verinnerlichen (Viernickel, Edelmann, Hoffmann & König, 2015, S.20). Den Abschluss des Projektes bildete ein Eltern-Kind Nachmittag. An diesem präsentierten die Kinder das Gelernte. Die Texte der Lieder, Finger- und Kreisspiele wurde den Eltern als Liedmappe mitgegeben. Das ermöglicht ihnen die kennengelernten Lieder und Spiele gemeinsam mit ihren Kindern, auch im häuslichen Umfeld, zu singen und zu spielen. Die gebastelten Werkstücke, wie z.B. die mit Handabdruck hergestellten Schmetterlingsbilder und Stofftaschen, waren zum Betrachten ausgestellt. Im Anschluss an den Nachmittag konnten die Kinder ihre Werke mit nach Hause nehmen. Zusätzlich wurde den Eltern ein Informationselternabend angeboten, an dem kurz die frühkindlichen Entwicklungsschritte aufgezeigt wurden, was die Rolle der Eltern spielt und wie sie ihren Alltag gestalten können, um ihre Kinder altersentsprechend zu fördern. Abschließend gab es Zeit für Fragen und dem informellen Austausch untereinander. Auch wenn das Einbeziehen der Eltern nicht zur Projektaufgabe gehörte, war es doch ein sehr wichtiger Bestandteil. Erstens, um den Kindern Raum zu geben, das Gelernte zu präsentieren und Zweitens, um den Eltern ihre Relevanz bezüglich der Entwicklung ihrer Kinder zu verdeutlichen.

3 Projektmanagement

Ein Projekt ist ein Vorhaben, welches sich von anderen Bereichen und Routinearbeiten abgrenzt. Die Durchführung eines Projektes ist in vielen Bereichen möglich. Es ist durch vier Merkmale gekennzeichnet. Zum Einen sind Projekte zeitlich begrenzt und mit dem Erreichen, eines zuvor festgelegten Projektzieles, auch abgeschlossen. Zum Zweiten zeichnet sich ein Projekt durch Einmaligkeit für die daran Beteiligten aus. Ein drittes Merkmal ist die Beteiligung mehrerer Personen, die gemeinsam eine Lösung erarbeiten. Dafür sind arbeitsteilige Prozesse nötig, d.h. die verschiedenen Aufgaben werden an die Projektbeteiligten verteilt. Das vierte Merkmal kennzeichnet sich als Herausforderung für die Aneignung neuen Wissens. Während der Projektarbeit wächst dieses Wissen und die Zielvorstellungen werden zunehmend klarer (Meyer & Reher, 2016, S. 2).

Als Projektmanagement bezeichnet man das Organisieren und Durchführen sowie die Planung der Maßnahmen und Hilfsmittel, die für das Erreichen des Projektabschlusses notwendig sind (Meyer & Reher, 2016, S. 3). Speziell in der Elementarpädagogik, eine Pädagogik, die sich auf die unter Sechsjährigen beschränkt, wird zwischen „offener“ und „geschlossener“ Planung unterschieden. Die offene Planung ist mit einer Ideensammlung gleichzusetzen. Die Erziehungsperson hält sich zurück und unterstützt nur bei Bedarf die Umsetzung der Ideen der Kinder. Bei der geschlossenen Planung wählt die/der Erziehende die Lernbereiche/Angebote aus, gliedert diese in einzelne Lernschritte, und beobachtet und begleitet die Kinder bei der Durchführung (Thiesen, 2006, S. 22-23). In dem hier dargestellten Projekt fand die geschlossene Planung Anwendung.

Das durchgeführte Projekt lässt sich im Rahmen des Projektmanagements mit Hilfe des ADDIE-Modells strukturieren. ADDIE ist eine Abkürzung und steht für die fünf Entwicklungsphasen: Analyse, Design, Development/Entwicklung, Implementation und Evaluation (Niegemann, Schatta & Müller, 2016, S. 42).

3.1 Das ADDIE–Modell

Das ADDIE-Modell ermöglichte die systematische geschlossene Planung dieses Projektes, beginnend mit der Analyse-Phase. Diese diente dem Festlegen des Zieles und der Kennzeichnung der Zielgruppe bezüglich Vorwissen, Motivation und Einstellung (Bastiaens, Deimann, Schrader & Orth, 2014, S. 36). Um das Projekt an den Wissensstand bzw. den Lernvoraussetzungen der Kinder anlehnend zu planen, bedurfte es intensiver Beobachtungen seitens der Projektleiterin. Das Analysieren der Lernvoraussetzungen war wichtig, um die Kinder beispielsweise nicht zu über- oder unterfordern. Zusätzlich wurden die Kosten, der Zeitfaktor und andere relevante Rahmenbedingungen analysiert. Die Design-Phase diente dem Herausarbeiten einzelner thematischer Inhalte und dazu, diese in einen zeitlichen Rahmen einzubetten. Die Autorin formulierte geeignete Lernziele, die an dem aktuellen Entwicklungsstand der Kinder anknüpften. Zur Erreichung dieser wählte sie geeignete didaktische Methoden aus und gliederte das Projekt in einzelne Teilschritte. In der Entwicklungsphase, in der die Durchführung des Projektes im Konkreten vorbereitet wurde, recherchierte die Projektleiterin nach geeigneten Lernmaterialien. Sie traf eine Auswahl an altersentsprechenden und themenbezogenen Liedern, Fingerspielen, Kreis- und Bewegungsspielen, welche die Kinder, durch den hohen Aufforderungscharakter, zum Mitmachen animierten (Pausewang, 1994, S. 128). Zusätzlich wählte sie geeignete Bastelangebote aus und erstellte eine Materialliste. In der Entwicklungsphase wurden die Kinder auch mit einzelnen Materialien wie z.B. Teig und Malstiften vertraut gemacht. Das ermöglichte der Projektleiterin ein gezieltes und sicheres Durchführen einzelner Projektschritte in der Phase der Implementierung bzw. Phase der Durchführung. Bezugnehmend auf die Theorie Albert Banduras „Lernen am Modell“ trägt die Autorin Lieder und Fingerspiele anregend vor. Durch motivierende Darbietung, z.B. in Form von Betonungen, Mimik und Gestik gewann sie die Aufmerksamkeit der Kinder. Wiederholungen waren zwingend, denn Kinder lernen durch Beobachten und rufen das Gesehene und Gehörte erst viel später ab, so dass sie erst dann in der Lage sind, z.B. ein Fingerspiel mit zu machen (Völkel & Viernickel, 2012, S. 20). Die letzte Phase des ADDIE-Modells ist die Evaluation. Sie diente der Reflexion und Überarbeitung des durchgeführten Projektes. Die Evaluation erfolgte anhand einer teilnehmenden Beobachtung (Niegemann et al., 2016, S. 124). Die Projektleiterin beobachtete während der Durchführung des Projektes ihr eigenes Verhalten und das Verhalten der Zielgruppe. Sie entwickelte bereits während der Implementierungsphase Strategien, um Probleme zu lösen. Beispielsweise rannte ein Kind während dem Singen durch den Raum und animierte mit diesem Verhalten auch andere Kinder zum Aufstehen. Für die Gruppe erwies es sich als hilfreich, verschiedenenfarbige Sitzkissen zu verteilen und jedem Kind eines zuzuweisen. Es fiel den Kindern leichter sich nach Aufforderung wieder auf ihren zugeordneten Platz zu setzen. Diese Platzordnung bot den Kindern eine optische Struktur sowie einen Anreiz zum Sitzen bleiben. Eine weitere Problemlösestrategie war der direkte Augenkontakt mit dem Kind, welches sich beim Mitmachen eher zurück hielt oder sich anderweitig ablenken ließ. Zusätzlich konnte eine auffällig veränderte Betonung die Kinder erneut zum Mitmachen motivieren.

Abbildung 1 zeigt die einzelnen Phasen des ADDIE-Modells bezogen auf das in der RD vorgestellte Projekt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Das ADDIE-Modell (eigene Darstellung, 2017)

4 Pädagogisch Didaktische Durchführung

Für das geplante Projekt wurden die systemisch-konstruktivistische Didaktik von Kersten Reich, als Grundlage der Wissensvermittlung, mit der Sozial-Kognitiven Lerntheorie von Albert Bandura verknüpft. Der systemisch- konstruktivistischen Didaktik lag für das Projekt insbesondere die systemische Beziehungskommunikation zu Grunde, denn nur auf Basis einer guten Bindung zwischen der Bezugsperson und dem Kind wirken die neuen Anregungen der Spiel- und Sprachangebote des Projektes. Eine vertrauensvolle Beziehungskommunikation ist eine wichtige Voraussetzung, um ein Mitwirken der Kinder zu erreichen. Nur wenn ein Kind sich sicher fühlt, ist es bereit seine Umgebung zu erkunden und Interesse an der Umwelt zu zeigen (Völkel & Viernickel, 2015, S.123). In der systemisch-konstruktivistischen Didaktik geht es nicht ausschließlich um das Vermitteln von Inhalten, sondern auch um die Erfahrungen von pädagogischen Beziehungen (Reich, 2010, S. 268). Auf der Beziehungsebene werden pädagogische Regeln, unter dem Aspekt der Selbsttätigkeit und der Selbstbestimmung berücksichtigt. Nur selbstbestimmte Lernprozesse sind von Dauer und können verinnerlicht werden (Reich, 2010, S. 61-64). Da die Zielgruppe ein Alter hat, indem Selbstbestimmung nur bedingt möglich ist, lag es im pädagogischen Ermessen der Projektleiterin, den Kindern trotz Fremdbestimmung, ausreichend Raum für Selbstbestimmung zu geben. An diesem Punkt kam Albert Banduras Sozial-Kognitive Lerntheorie zum Tragen. Bandura beschreibt Lernen als Wechselwirkung von Person und Umwelt und den kindlichen Lernprozess als aktives Imitieren. Die Kinder beobachten Verhalten. Bandura bezeichnet das als „Lernen am Modell“ (Völkel & Viernickel, 2015, S. 20). „Fortunately, most human behavior ist learned observationally through modeling: from observing others one forms an idea of how new behaviors are performed, and on later occasions this coded information serves as a guide for action“ (Bandura, 1977, S. 22). Die Tagesmutter fungierte als Modell, indem sie Lieder-, Kreis-, Sing- und Fingerspiele anstimmte. Das Beobachten der Tagesmutter bzw. Projektleiterin seitens der Kinder animierte diese zum Mitmachen, was die Beobachtungsgabe und das dadurch ausgelöste Verhalten verstärkte. Das Animieren zum Mitmachen war wichtig, denn Kinder reproduzieren das Gesehene eher, wenn sie es sprachlich kodieren, als wenn sie das Modellverhalten nur visuell erfassen (Bandura, 1976, S. 26). Wichtige Faktoren sind das vorhanden sein von Motivation seitens der Beobachtenden, und die Ausstrahlungskraft des Modells, um die Aufmerksamkeitsprozesse der Zielgruppe anzuregen (Bandura, 1976, S. 24). Durch eine ansprechende Projektgestaltung konnte die Tagesmutter die Kinder für ihr Projektvorhaben begeistern. Um den Kindern, trotz der Fremdsteuerung des angeleiteten Projektes, möglichst Freiraum zu gewähren, ermöglichte die Projektleitung den Kindern viele Wahlmöglichkeiten. Beim Wiederholen der eingeübten Lieder durften sie Lieder auswählen, teilweise konnten verschiedene Handlungen im Lied frei gewählt werden wie z.B. klatschen, winken oder stampfen. Die Wiederholung ist sehr wichtig, da der Lerneffekt sich nicht allein durch das Beobachten einstellt, sondern auch durch „Versuch und Irrtum“. Das meiste tägliche Lernen ist eine Annäherung an neues modelliertes Verhalten. Mittels Selbstkorrektur verfeinern die Individuen ihr Verhalten und passen es allmählich an (Bandura, 1977, S. 28-29). Dafür bedarf es einer Verinnerlichung des Gelernten, was durch regelmäßiges Wiederholen geschieht und die Kinder das Beobachtete schlussendlich abspeichern. Beim Basteln agierte die Autorin im Vorfeld alleine. So konnten die Kinder beobachten was sie vor hatte. Im Anschluss daran führte sie das Bastelangebot mit jedem Kind einzeln durch. Das erwies sich als vorteilhaft, da die Kinder noch klein sind und viel Hilfestellung benötigen. In ihrer individuellen Entwicklung konnte ihnen seitens der Projektleitung genug Raum für Selbstständigkeit gewährt werden. Die Bastelangebote ermöglichten den Kindern zusätzlich Selbstbestimmung durch freie Auswahl bezüglich der Materialien, wie Papiere, Farben oder Größen. Kinder in diesem Alter können nie gänzlich fremdgesteuert werden, da sie ein Mitmachen verweigern, wenn sie die Teilnahme nicht möchten. Die Wirkungsweise des Modells wird in Abbildung 2 visualisiert.

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Details

Seiten
22
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783668847200
ISBN (Buch)
9783668847217
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v450862
Institution / Hochschule
FernUniversität Hagen – Fakultät für Kultur-und Sozialwissenschaften
Note
1,7
Schlagworte
Reflektierende Dokumentation Praktikum

Autor

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Titel: Planung, Durchführung und Evaluation des Projektes "Mein Körper" mit Kindern im U3 Alter