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Die Auswirkungen der Privatisierung von Krankenhäusern auf Patienten

Hausarbeit 2017 20 Seiten

Medizin - Krankenhauswesen, Klinische Medizin

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Inhaltsverzeichnis

II. Abbildungsverzeichnis

III. Abkurzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen des Krankenhausmarktes in Deutschland
2.1 Historische Entwicklung des Krankenhaussystems

3 Privatisierung Begriffsdefinition
3.1 Ziele der Privatisierung
3.2 Vorteile der Privatisierung von Krankenhausern
3.3 Nachteile der Privatisierung von Krankenhausern

4 Problematik des Wettbewerbs zwischen Krankenhausern
4.1 Operationen Eine einfache Geldbeschaffungsmafinahme?..

5 Fazit der Krankenhausversorgung

IV. Literaturverzeichnis

II. Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Entwicklung in der Krankenhauslandschaft

Abbildung 2: Krankenhausentwicklung von 1991 2015

Abbildung 3: Jahresumsatz der vier groBten Klinikbetreiber in Milliarden Euro

III. Abkurzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Die vorliegende Arbeit analysiert und diskutiert die Auswirkungen der Privatisierung von Krankenhausern auf die Versorgungsqualitat fur Patienten. Die Krankenhauslandschaft hat sich in den letzten 20 Jahren drastisch verandert, die Privatisierung der Kliniken nimmt immer weiter zu, Kosten-Nutzen Bewertungen gewinnen eine immer groBere Bedeutung und die Okonomisierung bzw. Kommerzialisierung im Gesundheitswesen ist zu einem bedeutenden Faktor geworden.

Krankheit bzw. Gesundheit sind bestimmende Faktoren im Laufe des Lebens eines jeden Menschen, welche sich enorm auf die Lebensqualitat auswirken. Die Gesamtbevolkerung der Welt nimmt zu, aber in Deutschland ist in den nachsten Dekaden aufgrund der verlangerten Lebenserwartung und der niedrigen Geburtenrate ein Bevolkerungsruckgang zu erwarten. Die Geburtenrate in Deutschland ist seit 1997 auf einem konstant niedrigen Wert von ca. 1,4 Kindern pro Frau, erst seit 2012 ist eine Zunahme zu erkennen.1 Die aktuelle Lebenserwartung entwickelt sich kontrar auf immer weiter steigende Werte auf 83,4 Jahre bei Frauen und bei Mannern auf 78,4 Jahre (Beispiel Jahrgang 2015).2 Dies hat zur Konsequenz, dass der Anteil der Bevolkerung mit Erwerbstatigkeit abnimmt, es jedoch umso mehr Rentner gibt, welche von der Arbeitsleistung der jungeren Bevolkerungsschichten abhangig sind.

Im fortschreitenden Alter der Menschen erhoht sich die Morbiditat, zahlreiche Krankheiten erfordern Krankenhausaufenthalte, und darin liegt das offenkundige Problem der Finanzierung der Gesundheitswirtschaft, da die Kosten im Gesundheitssystem weiter steigen. Es ist erforderlich geworden, den wirtschaftlichen Aspekten in Krankenhausern mehr Bedeutung zu schenken, da sonst die Gesundheitsversorgung der Menschen in Deutschland unter Umstanden auf dem derzeitigen Niveau nicht mehr gewahrleistet werden kann. Seit den 1990er Jahren ist unter der Vorstellung einer besseren Ressourcenverwendung die Privatisierung der Krankenhauser forciert worden, Deutschland besitzt inzwischen mehr Krankenhausbetten in privater Hand als die USA.3

Die vorliegende Hausarbeit beschaftigt sich mit der Frage, ob sich die Qualitat der Versorgung durch die Privatisierung verandert hat und welchen Einfluss das DRG4 System auf den Krankenhausmarkt ausubt.

2 Grundlagen des Krankenhausmarktes in Deutschland

Zunachst werden in diesem Kapitel die Grundlagen des deutschen Krankenmarktes behandelt. Krankenhauser im Sinne dieses Gesetzbuchs (SGB V) sind Einrichtungen, die der Krankenhausbehandlung oder Geburtshilfe dienen, fachlich-medizinisch unter standiger arztlicher Leitung stehen, uber ausreichende, ihrem Versorgungsauftrag entsprechende diagnostische und therapeutische Moglichkeiten verfugen und nach wissenschaftlich anerkannten Methoden arbeiten.5

Krankenhauser konnen aber nicht allein anhand ihres Leistungsspektrums unterschieden werden, dort wird nach Grundversorgung, Regelversorgung, sowie Schwerpunktoder Maximalversorgung differenziert. Bedeutend sind ebenfalls die Rechtsformen oder die Betreiber einer Klinik.

Unterscheidungen erfolgen auBerdem nach Belegkrankenhausern, wo niedergelassene Arzte ein gewisses Kontingent an Krankenhausbetten zur Verfugung haben, und Fachkrankenhausern, welche auf eine Fachrichtung oder Behandlungsart spezialisiert sind.

Die Aufenthalte von Patienten werden in ambulante Behandlung, teilstationare Behandlung und die vollstationare Behandlung unterschieden.6

Hinzukommen sogenannte Rehabilitationsund Kurkliniken, welche anhaltende und in der Intensitat wechselnde Behandlungsmethoden einsetzen.

Die privaten Anbieter wie Asklepios oder Fresenius gewinnen einen immer hoheren Marktanteil, wahrend die Zahl von Kliniken in staatlicher Hand weiter zuruckgeht. Die duale Finanzierung, durch die Betriebskostenfinanzierung uber das DRG System und die Investitionsforderung uber staatliche Fordermittel bilden zusammen mit dem Gewahrleistungsauftrag der Lander und dem staatlichen Krankenhausplan die wichtigsten Strukturmerkmale der stationaren Versorgung in Deutschland.

Seit dem Jahr 2015 erfolgt eine weitere Regulierung durch das Krankenhausstrukturgesetz, welches neben der Einfuhrung des DRG Systems als groBer Baustein der Krankenhausversorgung gilt.

2.1 Historische Entwicklung des Krankenhaussystems

Als 1992 das „Gesundheitsstrukturgesetz“ (GSG) verabschiedet wurde, war das bis dahin grundlegende Prinzip der Selbstkostendeckung der Finanzierung abgeschafft worden. Es folgte die Ankundigung, Fallpauschalen als allgemein gultiges Instrument der Vergutung in Krankenhausern zu initialisieren. Dieses System, welches aus Australien ubernommen wurde, nennt sich DRG Fallpauschalensystem. Die Einfuhrung erfolgte 2004; an die Stelle von Tagessatzen ruckten nun verschiedene Fallpauschalen, welche zum tragenden Element der Krankenhausfinanzierung wurden.7

Okonomie bedeutet, dass die vorhandenen Mittel wirtschaftlich eingesetzt werden und der Nutzen objektiv begutachtet wird. Im Bereich des Krankenhaussystems muss also die Frage gestellt werden, ob eine Okonomisierung des Betriebes die Patientenversorgung beeinflusst.

Die Folge der Okonomisierung sei, dass eine Vielzahl von Operationen vorgenommen werden wurden, welche nach Einschatzungen von Experten lediglich den Zweck verfolgen, finanzielle Mittel zugunsten des Krankenhauses zu erwirtschaften und die Patienten moglichst kurz stationar zu behandeln. Denn seit der Einfuhrung des DRG Systems ist eine schnelle Entlassung von Patienten lukrativer, als ein langerer stationarer Aufenthalt. Dies liegt daran, dass bestimmten Fallen nur ein bestimmte Fallpauschale zugeordnet wird. Wenn die Liegezeit der Patienten uberschritten wird, bedeutet es einen finanziellen Verlust fur das Krankenhaus.8

Die Daten fur die Erstattung der Krankenkasse setzen sich aus diversen Komponenten zusammen: Alter, Geschlecht, Beatmungszeit, Hauptdiagnose, Nebendiagnose und den getroffenen MaBnahmen von Arzten und Krankenschwestern.

Daraus resultiert eine Bewertungsrelation, eine Kennzahl, die den okonomischen Schweregrad einer medizinischen Leistung angibt. Des Weiteren gibt es fur Krankheiten einen Basisfallwert, dieser wird mit der Bewertungsrelation multipliziert, das Ergebnis gibt die Behandlungskosten des Patienten an. Mit diesem Fallpauschalensystem sollen lediglich die Kosten fur Behandlung und Aufenthalt abgedeckt werden, nicht aber mit der Erkrankung bezogene Folgekosten.

Dieses System setzt Anreize zur fruhen Entlassung von Patienten, denn uber die vorgegebene Zeit der Behandlung durch das DRG -System hinaus, erwirtschaftet ein Krankenhaus keinen Gewinn, im Gegenteil, es entstehen Mehrkosten.9

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Entwicklung in der Krankenhauslandschaft

(Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Foliensatz „Theoretische Grundlagen der Gesundheitsokonomie“ Kirchmeier Kolke (MG1))

Der ersten Grafik ist zu entnehmen, dass die Anzahl der Krankenhauser, ebenso wie die Verweildauer und die Anzahl der Krankenhausbetten sinkt. Die Anzahl der Patienten stieg an, dies ist auf eine kurzere Verweildauer der Patienten zuruckzufuhren, trotz des demografischen Wandels und der dadurch bedingten hoheren Morbiditatsrate. Dennoch spielt das DRG System moglicherweise eine lukrative Rolle bei der Anzahl der Patienten, denn es bestehen Hinweise darauf, dass zunehmend medizinisch nicht notwendige Operationen durchgefuhrt werden.10

3 Privatisierung Begriffsdefinition

Eine allgemeine Definition der Privatisierung existiert nicht, generell wird der Prozess der Privatisierung, wie ebenfalls in anderen Bereichen der Wirtschaft, so definiert, dass ehemals offentliche Institutionen, im vorliegenden Fall Krankenhauser, von staatlicher Hand an private Firmen verkauft werden. Es existieren drei Arten der Privatisierung, die formelle, die materielle und die funktionale Privatisierung. In dem Fall der Krankenhauser handelt es sich um eine funktionale Privatisierung.11 Im Zuge dieses Prozesses gehen grundsatzlich die Pflichten des alten Arbeitgebers auf einen neuen uber.

3.1 Ziele der Privatisierung

Bisher wurde das Handeln im Gesundheitswesen von unterschiedlichen monetaren Faktoren beeinflusst. Seit dem Jahr 2000 ist die Fallzahl von Patienten angestiegen, die Anzahl von Krankenhausbetten und Krankenhausern rucklaufig und die Bettenauslastung auf einem konstant hohen Wert, wie Abbildung 2 darlegt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Krankenhausentwicklung von 1991 2015 (Quelle: Statistisches Bundesamt2016, o. S.)

Die Gesundheitsausgaben fur die stationaren/teilstationaren Einrichtungen betrugen beispielsweise 1992 58 Milliarden Euro, 2005 90 Milliarden Euro und 2014 123 Milliarden Euro.12 Anhand dieser Zahlen ist die Kostensteigerung ersichtlich.

Die okonomische Last von unwirtschaftlich arbeitenden offentlichen Krankenhausern

[...]


1 Vgl. Spiegel Online 2016 o. S.

2 Vgl. Statista 2016 o. S.

3 Cacace 2010 S. 28.

4 Diagnosis Releated Groups, im Folgenden: DRG.

5 Vgl. Werding, Prof. Dr. M. [o. J.], o. S.

6 Vgl. AOK-Bundeverband [o. J.], o. S.

7 Vgl. Imhof 2014 , S. 60.

8 Vgl. Imhof 2014 , S. 60.

9 Vgl. Deutsches Institut fur medizinische Dokumentation und Information2016o. S.

10 Vgl. Gnirke K./ Hulsen I. 2016 o. S.

11 Vgl. Juraforum Lexikon [o. J.], o. S.

12 Vgl. Gesundheitsberichterstattung des Bundes 2017 .

Details

Seiten
20
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668842175
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v451200
Institution / Hochschule
Hochschule Fresenius; Hamburg
Note
2.7
Schlagworte
Krankenhaus Privatisierung Auswirkungen Patient DRG Verweildauer Krankenhausmarkt Krankenhaussystem Krankenhausversorgung Operationen Krankenhauslandschaft

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Titel: Die Auswirkungen der Privatisierung von Krankenhäusern auf Patienten