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Welche Rolle spielen die Medien bei der Entwicklung von Magersucht und Bulimie?

Facharbeit (Schule) 2018 19 Seiten

Psychologie - Medienpsychologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Psychogene Erkrankungen
2.1 Magersucht – Anorexie
2.2 Bulimia nervosa
2.3 Ursachen
2.4 Die (häufigsten) Symptome & Folgen

3. Die Medien
3.1 Das Fernsehen
3.2 Zeitschriften und Modemagazine
3. 3 Social Media – Instagram

4. Fazit

5. Anhang

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In meiner Facharbeit beschäftige ich mich mit den psychogenen Essstörungen Anorexia nervosa (Magersucht) und Bulimie nervosa (Bulimie), sowie mit dem Einfluss der Medien auf diese. Dabei gehe ich zu nächst auf psychogene Erkrankungen und insbesondere auf Magersucht und Bulimie ein. Dafür werde ich das Krankheitsbild beider Krankheiten aufgreifen. Mein Wissen werde ich aus (Fach-) Büchern zum Thema oder gegebenenfalls aus Artikeln aus dem Internet oder Dokumentationen beziehen. Nachdem ich die Krankheiten beschrieben habe, stelle ich einen Bezug zu den Medien her. Dabei beschränke ich mich allerdings auf Zeitschriften, Fernsehen und dem Internet, bzw. auf die soziale Plattform Instagram, da es ansonsten zu umfangreich wäre. Dazu erkläre ich zu Beginn wofür diese Medien genutzt werden und wofür sie ggf. gedacht sind. Anschließend schaue ich mir an, inwieweit die Medien Magersucht und/ oder Bulimie begünstigen könnten und warum. Ich werde außerdem auf bestehende Forschungen und Studien zu diesem Thema zurückgreifen. Für dieses Thema habe ich mich entschieden, da Magersucht und Bulimie ein allgegenwärtiges Thema der Gesellschaft, besonders der Jugend sind. Es wird immer wieder aufgegriffen und beide Krankheiten sind heutzutage weit verbreitet. Des Weiteren habe ich eine Freundin, welche vor ein paar Jahren an Magersucht und Bulimie litt, wodurch ich mit dem Thema konfrontiert wurde. Da ich durch sie den Verlauf von Abnehmen über Magersucht und Bulimie, bis hin zum stationären Aufenthalt in einer Klinik unmittelbar mitbekommen habe, habe ich schon einige Erfahrungen mit der Thematik machen können. Ich habe mich dadurch schon vor einiger Zeit mit den beiden Krankheiten, welche oft auch zusammenhängen können, beschäftigt. Das Thema finde ich spannend und vor allem auch den Zusammenhang mit den Medien. Ich höre oder lese öfters, dass man einen Zusammenhang zwischen dem vermehrten Medienkonsum und der steigenden Zahl der Erkrankten sieht oder vermutet. Diese Vermutung finde ich sehr interessant und stelle es mir spannend vor, sich mit diesem Thema näher zu beschäftigen. Außerdem möchte ich Schlüsse ziehen können, ob die Medien und die steigende Anzahl der Magersucht und Bulimie Kranken in Verbindung stehen. Am Ende werde ich deswegen ein Fazit formulieren, in dem ich meine Ergebnisse und Erkenntnisse zusammenfasse.

2. Psychogene Erkrankungen

Bei psychogenen Essstörungen handelt es sich um Krankheiten, die durch eine gestörte Nahrungsaufnahme sowie eine Störung des Körpergewichts gekennzeichnet sind. Die Störungen haben dabei keine organischen Ursachen, sodass sie auf die Psyche zurückzuführen sind. Sie gehören zu den häufigsten Krankheiten der Gesellschaft. Die beiden Formen, mit denen ich mich befasse, Anorexie (Magersucht) oder auch Anorexia nervosa und Bulimie (Ess-Brech- Sucht), auch Bulimia nervosa genannt, gehören zu den bekanntesten Essstörungen. Bei der Anorexia nervosa versuchen Betroffene möglichst viel abzunehmen, da sie sich häufig zu dick finden. Sie essen nur geringe Mengen oder Fasten zum Teil, um nicht zu zunehmen. Manche Betroffenen nehmen auch Medikamente wie Appetitzügler oder Abführmittel, um ihr Ziel zu erreichen. Menschen die an Magersucht erkrankt sind, haben meist Angst zu zunehmen und ignorieren ihre Bedürfnisse, indem sie sich in extreme Selbstdisziplin üben. Die Bulimia nervosa hingegen, wurde früher nicht von der Anorexie unterschieden und ist erst später als eigenständige Krankheit aufgeführt. Auch bei dieser psychogenen Essstörung wollen die Erkrankten abnehmen beziehungsweise haben Angst zu zunehmen. Bulimie zeichnet sich dadurch aus, dass es zu regelmäßigen Essattacken kommt, bei denen große Nahrungsmengen aufgenommen werden. Anschließend wird versucht, diese wieder loszuwerden, wobei es unterschiedliche Methoden gibt. Manche Bulimie Erkrankten übergeben sich dadurch nach den Essattacken, treiben übermäßig viel Sport oder missbrauchen Medikamente, wie Abführmittel. Es gibt außerdem weitere Formen der psychogenen Essstörungen. Andere Formen der Essstörungen sind zum Beispiel das so genannte Binge-Eating (Essattacken), bei dem mindestens zwei Tage pro Woche eine Heißhungerattacke auftritt, bei welcher in kurzer Zeit ungewöhnlich große Mengen an Nahrung aufgenommen wird. Die Betroffen verspüren dabei nicht einmal Hunger. Eine weitere bekannte Form ist die Adipositas Erkrankung, bei welcher die Betroffenen die Kontrolle über ihr Essverhalten verloren und regelmäßig Essattacken haben, was zu Übergewicht führt. Die Symptome werden oft durch Diäten und den daraus resultierenden "Jo-Jo-Effekt" unterstützt. Eine weitere psychogene Essstörung ist „EDNOS" (engl. für "Eating Disorder Not Otherwise Specified"), wobei es sich meist um Mischformen anderer Essstörungen (Anorxia nervosa, Bulima nervosa, Adipositas) handelt. Es gibt auch Merkmale, die alle psychogenen Essstörungen gemeinsam haben. Bei allen Formen drehen sich die Gedanken hauptsächlich um das eigene Gewicht und Nahrung beziehungsweise die Aufnahme dieser. Magersucht und Bulimie haben außerdem das ständige Kalorienzählen und die zwanghafte Kontrolle der Nahrungsaufnahme, sowie die beeinträchtige Selbstwahrnehmung gemeinsam. Des Weiteren können alle Formen der Essstörungen zu weiteren Krankheiten oder gesundheitlichen Problemen, gegebenenfalls sogar zum Tod führen.

2.1 Magersucht – Anorexie

Bei der Krankheit Magersucht, oder auch Anorexie oder Anorexia nervosa, handelt es sich um eine verbreitete psychogene, oder auch psychosomatische Krankheit, die vor allem bei Jugendlichen auftritt, aber auch bei Erwachsenen vorkommen kann. Oftmals beginnt die Krankheit mit dem Wunsch, etwas abzunehmen, welcher aus unterschiedlichsten Gründen aufkommen kann. Es wird anfangs nur auf Süßigkeiten verzichtet, mehr Sport getrieben oder eine Diät angefangen. Gibt es Abnehmerfolge, entsteht ein Gefühl von Euphorie und häufig steigt auch das Interesse an Themen wie Kalorienzählen oder Diäten. Dabei sollte einem klar sein, dass selbstverständlich nicht alle Menschen, die etwas abnehmen wollen, direkt in eine Essstörung wie Magersucht gelangen. Viele brechen eine Diät bereits früh ab, essen nachdem sie ihr Ziel erreicht haben wieder normal oder verändern ihren Lebensstil grundlegend, um das Zielgewicht zu halten. Nur eine kleinere Gruppe von Menschen gelangt in die Magersucht. Diese Gruppe beginnt wie alle anderen, setzt das Hungern aber aus unterschiedlichsten Gründen fort, obwohl sie ihr Zielgewicht erreicht haben. Genau diese Gruppe befindet sich auf dem Weg in die Magersucht oder ist bereits magersüchtig. Mehrere Ärzte und Psychologen stellten fest, dass viele der Magersüchtigen zuvor „gut funktionierten“, sowie sensible, kreative und talentierten Personen waren. Sie haben gute Schulnoten oder sind erfolgreich auf der Arbeit und erscheinen vorbildlich. Erwähnenswert ist auch, dass die an Magersucht erkrankten Personen vorher meist keine körperlichen oder psychischen Vorerkrankungen haben. Die Krankheit kann tödlich enden, da sie zu Organschäden und ähnlichen führen kann.

2.2 Bulimia nervosa

Die Krankheit Bulimia nervosa (Ess-Brech-Sucht) ähnelt der Magersucht stark, wurde aber erst später von dieser differenziert und als eigenes Krankheitsbild angesehen. Der Beginn der Krankheit und viele Symptome, vor allem die psychischen wie das „zu dick fühlen“ und die Angst “dick“ zu werden, sind ziemlich identisch. Wobei man auch hier nicht pauschalisieren kann. Der wesentliche Unterschied zwischen den Krankheiten liegt darin, dass Bulimie Erkrankte unkontrollierte Essattacken haben und durch selbst herbeigeführtes Erbrechen, diese wieder gut machen oder einen Gewichtsverlust erreichen wollen. Die Betroffenen können ihre Krankheit oftmals lange vor der Außenwelt verstecken, sodass häufig nicht einmal ihre Familie, Lebenspartner oder enge Freunde von der Ess-Brech-Sucht Bescheid wissen. Sie erfahren es meistens erst spät, was auch daran liegt, dass die Betroffenen ihr Essverhalten in der Öffentlichkeit grundsätzlich gut unter Kontrolle haben. Die typischen Ess- Attacken finden statt, wenn sie alleine sind und auch das darauffolgende Brechen findet im Geheimen statt, damit keiner von ihrer Krankheit erfährt. Die Essattacken zeichnen sich dadurch aus, dass sie betroffenen Personen Unmengen an Nahrungsmitteln zu sich nehmen, diese kaum kauen und kein Sättigungsgefühl aufkommt. Sie werden erst gestoppt, wenn die Nahrungsmittel leer sind, sie gestört werden oder aber wenn körperliche Beschwerden einsetzten. Durch die enorme Nahrungszunahme reagiert der Körper der Betroffenen oft mit Magenkrämpfen, Schmerzen im Bauchbereich und Übelkeit. Nach einer Essattacke sorgen die Personen dafür, dass sie sich Übergeben, damit eine große Menge der Nahrungsmittel wieder aus ihnen heraus ist und sie sich besser fühlen. Nicht allzu selten tritt auch eine Kombination von Magersucht und Bulimie auf, bei der es nicht gezwungener Maßen solche Essattacken gibt aber die Betroffenen sich nach einer Mahlzeit, wenn sie das Gefühl haben, sie hätten zu viel gegessen, kontrolliert übergeben. Sie erhoffen sich so, ihre „Sünden“ wieder rückgängig zu machen, nicht zuzunehmen und eher noch mehr abzunehmen.

2.3 Ursachen

Die Ursachen für eine Erkrankung sind sehr unterschiedlich und individuell, wodurch sie nicht genaustens erfasst und festgelegt werden können. Dennoch gibt es einige Ursachen, die häufig der Auslöser für die Krankheit waren und die man somit aufführen konnte. Grundlegend geht man davon aus, dass sowohl Erlebnisse und Erfahrungen als auch die Persönlichkeit und Veranlagungen der Personen eine Rolle spielen können. Außerdem wird davon ausgegangen, dass es Krankheiten wie Anorexia nervosa nur geben kann, wenn es eine Gesellschaft gibt, also wenn Menschen zusammenleben. „Manche Krankheiten kann es nur dann geben, wenn Menschen miteinander leben. Sie können einen Menschen nicht befallen, der allein lebt wie Robinson Crusoe.“ 1 Das man in einer Gesellschaft lebt, ist aber nicht der alleinige Auslöser der Krankheit jedoch eine Art Bedingung. Vor allem bei jungen Mädchen und Jungen kann auch die Familie eine gewisse Rolle spielen. Dabei haben Mutter, Vater und ggf. Geschwister unterschiedliche „Rollen“ und können auf verschiedenste Weisen eine Entstehung von Magersucht begünstigen. Bei Gesprächen mit Magersüchtigen kam heraus, dass viele der Väter sehr beschäftigt waren und viel arbeiteten. Man konnte heraushören, dass besonders junge Mädchen sich ständig bemühten die Aufmerksamkeit und Zuneigung ihrer Väter zu gewinnen. Sie hatten das Gefühl, die Bindung zu ihrem Vater zu verlieren, weshalb sie alles taten, um sie wieder zu erlangen. Das versuchten sie meistens mit einen guten, vorbildlichen Verhalten und indem sie gute Leistungen in der Schule und ggf. im Sport erzielten. Nicht selten bekamen die Jugendlichen irgendwann das Gefühl, ihre Eltern, in dem Fall die Väter, würden ihre Leistungen nicht wertschätzen und ihre Bemühungen wären umsonst. Dadurch entstand zum Teil immer größere Selbstzweifel bei den jungen Menschen und das Gefühl, sie seien nicht gut genug breite sich aus. Ähnlich ist es bei den Müttern von Magersüchtigen, wie sich ebenfalls in Gesprächen herausstellte. Die Mehrheit der Jugendlichen die an Magersucht erkrankten wuchs gut behütet auf und viele der Mütter versuchten, zu mindestens nach außen, eine perfekte Familie zu sein. Die Mutter tat viel für die Familie, übte jedoch durch den Versuch eine perfekte Familie darzustellen, einen gewissen Druck auf ihre Kinder/ ihr Kind aus. Die Jugendlichen hatten das Gefühl, sie müssten „perfekt“ sein und ihren Müttern mit guten Leistungen einen Gefallen tun. Oft war es auch hier so, dass die Jugendlichen das Gefühl bekamen, ihre Leistungen werden nicht wertgeschätzt und sie sind nicht gut genug. Teils sagten sie auch, sie hatten das Gefühl, ihre Eltern würden ihnen die Erfolge regelrecht wegnehmen.2 Durch das Hungern hatten sie etwas, was sie besonders gut können und was ihnen keiner wegnehmen kann. Es ist etwas, was nur sie beeinflussen können, bei dem sie Erfolge erreichen können die ihnen keiner nehmen kann und sie haben endlich etwas, dass sie besser können als alle anderen in der Familie. Das gilt auch für Geschwister, zwischen denen eine Art Konkurrenzkampf herrscht. Dabei kann man zu den familiären Gründen aber auch noch die vorgelebten Essgewohnheiten hinzufügen, welche ebenfalls zu einer Entstehung von Magersucht beitragen können. Nicht nur in der Familie, sondern auch im Freundes- und Bekanntenkreis können Auslöser für eine Magersucht Erkrankung liegen. Besonders wenn zwischen Freunden auch ein Konkurrenzverhalten entsteht und einer das Gefühl bekommt, er sei schlechter, dicker oder nicht so erfolgreich wie der andere. Aber auch abfällige Kommentare über Figur und Aussehen von außen können gerade bei sensiblen Menschen Folgen haben. Gerade wenn sie sich häufen steigen die Selbstzweifel bei empfindlichen Menschen. Zu gesellschaftlichen Faktoren gehören auch das veränderte Schönheitsideal, die dünner werdenden Models und Prominenten aber auch Berufe oder Hobbies bei denen ein gewisses (niedriges) Körpergewicht verlang wird (z.B. Ballett). Gerade der dadurch entstehende Druck, setzt den Menschen zu und kann die Entstehung einer Essstörung begünstigen. Zum Teil kann auch ein Trauma, z.B. ausgelöst durch Gewalt innerhalb der Familie oder sexueller Missbrauch, ein Grund für Magersucht sein. Des Weiteren wird spekuliert inwiefern auch biologische Faktoren, wie Hormone oder Neurotrasmitter eine Rolle spielen und inwieweit Essstörungen vererbbar sind. Auch die Hirnstruktur von Magersüchtigen wird auf eventuelle Veränderungen untersucht, welche mit der Krankheit zusammenhängen könnten.

[...]


1 Dr. med. Gerlinghoff, Backmund, & Mai; „Magersucht und Bulimie – Verstehen und Bewältigen“; 1999, Kapitel 2

2 Dr. med. Gerlinghoff, Backmund, & Mai; „Magersucht und Bulimie – Verstehen und Bewältigen“; 1999

Details

Seiten
19
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783346065735
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v451786
Note
Schlagworte
welche rolle medien entwicklung magersucht bulimie

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