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Spanglish als Produkt des Identitätskonflikts in der Chicano-Poesie

Hausarbeit 2016 18 Seiten

Romanistik - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abstract

1. Einleitung

2. Definitionen und Begriffe
2.1 Sprachkontakt
2.2 Bilingualismus

3. Spanisch in USA
3.1 Der Beginn einer Koexistenz von zwei Sprachen in den USA
3.2 Die mexikanische Bevölkerung in den USA

4. Spanglish: Ein Mix aus Spanisch und Englisch
4.1 Code-Switching
4.2 Entlehnungen

5. Die Identität der Lateinamerikaner

6. Chicano-Poesie 11
6.1 Tato Laviera: „My graduation speech“(1979)
6.1.2 Analyse
6.1.2 Das Identitätsproblem in der Chicano-Poesie

7. Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Abstract

El trabajo presente trata del conflicto de la identidad de los hispanos en los Estados Unidos en la poesía chicana, especialmente en el poema “My graduation speech” que fue escrito por Tato Laviera en el año 1979.

A causa de la inmigración numerosa de los hispanos existe un contacto de lengua de los idiomas español y inglés en los Estados Unidos que llevaba a una nueva “lengua” Spanglish. Principalmente está formado por Code-Switching y préstamos. Los autores de la poesía chicana utilza Spanglish para subrayar el conflicto de la identidad.

El objetivo de este trabajo es demostrar el problema de la identidad de los hispanos en la poesía chicana al analizar el uso de las lenguas inglés y español. En el transcurso de este trabajo se puede ver que el conflicto de la identidad está reflejado en estos poemas. La duda, la inseguridad y la confusión de los hispanos están presentadas especialmente en la poesía “My graduation speech”.

1. Einleitung

Ob auf den Straßen Amerikas, im amerikanischen Fernsehen oder im Radio – die spanische Sprache ist in den USA nicht mehr wegzudenken. Neben der englischen Sprache wächst die Anzahl der spanischsprachigen Menschen in den USA sehr stark an und stellt einen festen Bestandteil der Gesellschaft dar, die Hispanos[1] . Reist man in den USA, so sind diese kaum zu überhören, denn mit einem Bevölkerungsanteil von knapp 17 % sind die Hispanos nicht nur die größte Minderheitengruppe in den USA, sondern auch die am schnellsten wachsende. Ihre Wurzeln liegen im nahen Lateinamerika, wobei die Mexikaner die größte Einwanderungsgruppe repräsentieren. Sowohl die erste als auch die zweite und die darauffolgenden Generationen der lateinamerikanischen Einwanderer werden mit der englischen Sprache konfrontiert. Es findet ein Zusammentreffen einer germanischen und romanischen Sprache statt, die deutliche Spuren hinterlässt. Seien es die linguistischen Kontaktphänomene, die sich deutlich von den Varietäten des Spanischen unterscheidet oder der Identitätskonflikt der Hispanos. Beide Phänomene entstanden durch die enge Sprachkontaktsituation zwischen dem Englischen und dem Spanischen. Letzteres jedoch stellt ein großes Problem für viele Hispanos dar. Die Frage nach der wahren Identität lässt sich bei diesen selbst nicht eindeutig bestimmen. Die Verwendung der beiden Sprachen führt schnell zu einem Identitätskonflikt. Oft wird dieser in Romanen, Gedichten oder in anderen literarischen Gattungen beschrieben. Besonders in der Chicano-Poesie spielt dieser Konflikt eine zentrale Rolle und wird in dieser Arbeit ein Hauptbestandteil sein, denn im Rahmen des Seminars „ Spanglish “ wird in dieser Arbeit untersucht, inwiefern in der Chicano-Poesie der Identitätskonflikt der in den USA lebenden Lateinamerikaner widergespiegelt wird.

Zu Beginn wird ein theoretischer Teil eingeführt, in der zunächst bestimmte Termini erklärt werden, die für das Thema und Verständnis der Arbeit relevant sind und die während der Arbeit immer wiederkehren werden. Im nächsten Kapitel soll dann auf das Spanische in den USA im Allgemeinen eingegangen werden. Vorerst wird ein kleiner Exkurs in die geschichtliche Entwicklung stattfinden um die Frage zu klären, wie die spanische Sprache überhaupt in die USA gelangte. Anschließend wird die in den USA lebende spanischsprachige Bevölkerung mit mexikanischen Wurzeln betrachtet. Bevor wir uns mit der Chicano-Poesie befassen, beschäftigen wir uns zunächst mit dem Terminus Spanglish und beschreiben kurz und knapp die Phänomene des Code-switchings und der Entlehnungen, die in der Chicano-Poesie vorkommen. In den letzten beiden Kapiteln wird der Fokus auf die Chicano-Poesie gelegt. Anhand des Gedichts „ My graduation speech “ von Tato Laviera wird eine Analyse in Bezug auf das Identitätsproblem durchgeführt. Abschließend wird ein Fazit gezogen.

2. Definitionen und Begriffe

Befasst man sich mit dem Spanischen in den USA wird man auf viele wiederkehrende Termini stoßen, die für das Verstehen einer solchen Sprachsituation sehr wichtig sind. Das Zusammentreffen zweier Sprachen führt zu besonderen Phänomenen, die in diesem Kapitel aufgeführt werden. Zum einen wird das Phänomen des Sprachkontaktes sowie der Begriff Bilingualismus aufgefasst, die im Verlauf dieser Arbeit immer wieder auftauchen werden.

2.1 Sprachkontakt

Der Sprachkontakt beschreibt eine Koexistenz zweier oder mehrerer Sprachen innerhalb einer Sprachgemeinschaft, deren Sprecher diese Sprachen alternativ verwenden. Solche Sprachberührungen können politisch, historisch, geographisch oder kulturspezifisch begründet sein (Silva-Corvalán 2001: 269). Man unterscheidet außerdem zwischen einem psycholinguistischen und einem soziolinguistischen Sprachkontakt. Erstere befasst sich mit dem Gebrauch zweier oder mehrerer Sprachen durch dieselbe Person, die diese Sprachen intermittierend verwendet. Im Gegensatz dazu handelt es sich bei einem soziolinguistischen Sprachkontakt um eine ganze Gruppe, in der zwei oder mehrere Sprachen verwendet werden. Dazu ist es nicht notwendig, dass jede Person in der Gruppe alle Sprachen kann oder versteht. Der Ort des Sprachkontaktes ist damit die ganze Gruppe im Ganzen (vgl. Bechert/Wildgen 1991: 1). Die Folge eines Sprachkontaktes führt oft zu einer beliebigen Form des Bilingualismus, der im nächsten Abschnitt erklärt wird.

2.2 Bilingualismus

Wann handelt es sich um Bilingualismus ? Im linguistischen Wörterbuch entspricht dieser Begriff der Zweisprachigkeit, also die Beherrschung zweier Sprachen (vgl. Linguistisches Wörterbuch 1990: Bilingualismus). Dieses Phänomen kann sich auf Einzelpersonen oder auf eine ganze Gesellschaft beziehen. Ersteres bezeichnet man als individueller -, letzteres als gesellschaftlicher Bilingualismus (Winkelmann/Sophia 2007: 12).

Bilingualism is present in practically every country of the world, in all classes of society, and in all age groups. In fact it is difficult to find a society that is genuinely monolingual. Not only is bilingualism worldwide, it is a phenomenon that has existed since the beginning of language in human history (Grosjean 1982: 1).

Eine genaue Definition für individuellen Bilingualismus ist bis heute noch nicht eindeutig bestimmt. Wann ist ein Mensch bilingual? Ist es ausreichend, wenn der Mensch die Sprache versteht, jedoch nicht fließend spricht? Hier sind verschiedene Kriterien zu beachten, die bei den Wissenschaftlern zum Teil zu großen Diskussionen führen. Eine etwas weiter gefasste Definition für diesen Begriff fasste Haugen zusammen, der sich mit dem Bilingualismus intensiv befasste. Seiner Meinung nach wird ein bilingualer Sprecher dann definiert, wenn dieser in den beiden Sprachen vollständige und sinnvolle Sätze wiedergeben kann (vgl. Haugen 1969: 7). Wann genau von Bilingualismus gesprochen wird, ist jedoch umstritten. In dieser Arbeit wird der Fokus auf die Zweisprachigkeit gelegt.

3. Spanisch in USA

Der Sprachkontakt des Englischen und des Spanischen in den USA basiert hauptsächlich auf historischen Ereignissen. Die Koexistenz der beiden Sprachen entstand durch eine nicht wirklich spannungsfreie Beziehung zwischen den Vereinigten Staaten und einigen Ländern Lateinamerikas. Bevor wir uns intensiv mit dem Identitätskonflikt der in den USA lebenden Lateinamerikaner beschäftigen, ist die geschichtliche Entwicklung der spanischen Sprache in den USA ein wichtiges Hintergrundwissen, um das Identitätsproblem verstehen zu können. In diesem Abschnitt findet ein kleiner Exkurs in die Einwanderungsgeschichte der Lateinamerikaner statt. Hauptsächlich befassen wir uns mit den Mexikanern bzw. Chicanos, die die Hauptgruppe in dieser Arbeit darstellen. Anschließend wird die aktuelle geographische Verteilung der spanischsprachigen Einwohner in den USA präsentiert um zu zeigen, wie sehr die USA spanischsprachig geprägt ist.

3.1 Der Beginn einer Koexistenz von zwei Sprachen in den USA

Neben den Puerto-Ricanern und Kubanern ist die Mehrheit der Lateinamerikaner mexikanischer Herkunft (Henze 2000: 24). Der Fokus wird hauptsächlich auf die Mexikaner gelegt, die eine sehr große Rolle für den Einzug des Spanischen in den USA spielen. Durch den mexikanischen Krieg (1846 bis 1848) resultierte eine schicksalhafte Beziehung zwischen Mexiko und den USA. Die Vereinigten Staaten von Amerika erklärten Mexiko den Krieg (Lipski 2008: 78). Die ehemals mexikanischen Staaten wie zum Beispiel Kalifornien, Colorado, Texas, Neu-Mexiko und Arizona wurden durch den Vertrag im Jahre 1848 von Guadalupe Hidalgo an die USA verkauft, der das Ende des Krieges auszeichnete (ebd: 76). Die Konfrontation der beiden Sprachen hat zu diesem Zeitpunkt seinen ersten richtigen Anfang gefunden. In dem darauffolgenden Jahrhundert stieg die Anzahl mexikanischer Immigranten in den USA. Auf Grund der kritischen politischen Situation in Mexiko ab 1910, die den Beginn der mexikanischen Revolution auszeichnete, und aus wirtschaftlichen Gründen flüchteten viele Mexikaner in das nahliegende Amerika (ebd: 79). Im Jahr 1990 betrug die Anzahl der mexikanischen Immigranten etwa 13.9 Millionen, wobei 8.9 Millionen in den Staaten geboren waren (ebd: 76). Diese enorm hohe Anzahl hatte die starke Präsenz der mexikanisch-spanischsprechenden Menschen in den USA unterstrichen, die seitdem mit der englischen Sprache konfrontiert waren. Im Gegensatz zu anderen Immigrantengruppen befanden sich die Amerikaner mit mexikanischen Wurzeln immer in der Nähe ihrer Heimat, sodass sie den Kontakt zu dieser nicht verloren, sodass eine Assimilation an die neue Heimat schwer fiel (Gann/Duignan 1986: 44). Im nächsten Abschnitt werden die aktuellen Daten zu der Verteilung der mexikanisch-spanischsprechenden Einwohner in den USA skizziert.

3.2 Die mexikanische Bevölkerung in den USA

Im Hinblick auf die stark wachsende Bevölkerungszahl der Lateinamerikaner in den USA sind die Spitzenreiter die Mexikaner. Auf Grund der geographischen Lage von Mexiko und USA, die sich im Süden Amerikas angrenzen, ist die Anzahl an mexikanischen Immigranten in diesem Gebiet am höchsten. Im Jahr 2000 betrug die Anzahl der mexikanisch-spanischsprechenden Einwohner in Kalifornien bei fast 8.5 Millionen und bleibt somit der Staat mit den meisten Mexikanern (ebd: 76). Im Jahr 2012 erreichte die Anzahl an lateinamerikanischen Einwohner knapp 53 Millionen, wobei davon 11.5 Millionen aus Mexiko stammten (Alscher 2014). Zu beachten ist außerdem, dass die hohe Anzahl nicht nur auf Zuwanderung zurückzuführen ist sondern mehr auf Geburtenzuwächse dieser Bevölkerungsgruppe in den USA. Die Anzahl der zweiten und dritten Generation steigt nämlich enorm von Jahr zu Jahr (ebd). Voraussagen des Pew Hispanic Centers zufolge wird sich die Zahl der Lateinamerikaner bis zum Jahr 2050 sogar verdreifachen und somit 29 % der US-amerikanischen Bevölkerung ausmachen. Im Hinblick auf die geographische Verteilung dieser Bevölkerungsgruppe befinden sich die mexikanisch-spanischsprechenden Einwohner hauptsächlich an der Grenze von ihrem Heimatland (Lipnski 2008: 76). Die meisten von ihnen wachsen bilingual auf, wobei spanisch ihre Muttersprache und englisch die neue Sprache ist. Auf Grund der hohen Anzahl kommt es zu einem Zusammentreffen der englischen und spanischen Sprache, die im Laufe der Zeit ein besonderes Phänomen hervorgebracht hat: Die Vermischung beider Sprachen, die man heutzutage auch Spanglish nennt.

[...]


[1] Eine Ethnie in den USA, die alle Einwohner mit lateinamerikanischer oder spanischer Herkunft umfasst.

Details

Seiten
18
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668867673
ISBN (Buch)
9783668867680
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v454157
Institution / Hochschule
Ruhr-Universität Bochum
Note
1.3
Schlagworte
spanglish produkt identitätskonflikts chicano-poesie
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