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Stressmanagement in unterschiedlichen Handlungsfeldern

Hausarbeit 2017 63 Seiten

Psychologie - Arbeit, Betrieb, Organisation und Wirtschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung und Problemstellung..
1.1 Zielstellung / Zielgruppe/ Einsatzbereich.

2 Das Stressmanagementkonzept „LoS – arbeite gesund!“.
2.1 Allgemein
2.2 Multimodale Gesichtspunkte
2.3 Seminarinhalt
2.4 Kursprogramm

3 Untersuchungsplan
3.1 Bausteinauswahl
4 Versuchsplanung
4.1 Forschungsfrage
4.2 Operationalisierung
4.3 Forschungsdesign
4.4 Festlegung der Datenerhebung
4.5 Auswahl der Versuchspersonen
4.6 Versuchsdurchführung

5 Datenanalyse
5.1 Deskriptive Datenerhebung
5.1.1 Angaben zur Person (Teil A)
5.1.2 Gesundheitszustand (Teil F)

6 Interpretation der Ergebnisse

7 Evaluation
7.1 Effektivität
7.1.1 Datenerhebung durch schriftliche Befragung
7.1.2 Forschungsdesign
7.2 Geeignetheit
7.3 Akzeptanz
7.3.1 Akzeptanz der Maßnahme
7.3.2 Akzeptanz der Datenerhebung
7.4 Effizienz

8 Literaturverzeichnis

9 Abbildungs- und Tabellenverzeichnis
9.1 Abbildungsverzeichnis
9.2 Tabellenverzeichnis

10 Anhang

Anhang 1: Gesamter Fragebogen

Anhang 2: Post - Messung

Einleitung und Problemstellung

Laut Versorgungsbericht der Deutschen Bundesregierung im Jahre 2001 müssen 55% der Lehrer und 72% der Lehrerinnen ihre berufliche Tätigkeit aufgrund krankheitsbedingter Dienstunfähigkeit vorzeitig beenden (Kretschmann, 2000, S. 3-4). In erster Linie handelt es sich dabei um „psychische und psychosomatische Erkrankungen und Erschöpfungszustände ohne manifeste organische Ursache“ (Henning, 2005, S. 41).

Zu den höchsten Belastungen zählen laut Kaempf & Krause (2004, S.8) „schülerbedingte Unterrichtsstörungen, der Zwang zur Gefühlskontrolle, fehlende Erholungspausen und Zeitdruck, sowie fehlende gemeinsame pädagogische Vorstellungen“.

Hierbei trifft besonders das Zitat „Wer sich keine Zeit für Bewegung nimmt, wird sich irgendwann ganz viel Zeit für seine Krankheiten nehmen müssen“ von Ingo Froböse, Leiter des Institutes für Rehabilitation an der Deutschen Sporthochschule Köln auf die Berufsgruppe zu (Froböse, o.J.). Durch den oben genannten Stressor „Zeitdruck“ bleibt das körperliche Wohlbefinden und die Zeit für sich selbst aus. Dabei reicht schon „eine regelmäßige, aber moderate köperliche Aktivität“, die im menschlichen Gehirn Endorphine, sogenannte Glückshormone, ausschüttet und sich postiv auf das Wohlbefinden des Menschen auswirkt (Neumeir, 2010, S. 98). „Körperliche Betätigung ist eine wunderbare Möglichkeit, um den Kopf freizubekommen, einfach einmal abschalten und entspannen zu können“ (Neumeir, 2010, S. 99). Natürlich sollte die Sportart individuell gewählt werden. „Die Sportart ist immer die richtige, zu der man einen Draht hat. Die Hürde muss gering sein und die emotionale Beziehung hoch“ (Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen, 2016). Durch die vielen Stressoren, die sich bei Lehrer und Lehrerinnen summieren, ist das Krankheits- und Belastungsrisiko hoch.

Im Verlauf der Arbeit wird ein Stressmanagement Konzept „LoS - arbeite gesund!“ (LoS = Lehrer ohne Stress) vorgestellt, dass die Hauptstressoren der Berufsgruppe vermindern soll.

1.1 Zielstellung / Zielgruppe/ Einsatzbereich

Das Stressmanagementkonzept „LoS – arbeite gesund!“ bietet theorie- und praxisbezogene Seminare und ein vielseitiges Kursprogrann. Es verfolgt das Ziel, schulinterne Stressoren zu mindern, die Bewegung zu fördern und folglich den Stressabbau der Lehrkräfte zu regulieren. Das Konzept zur nachhaltigen Förderung der Gesundheit und Leistungskraft der Lehrkräfte kann auf alle Schulformen problemlos übertragen werden.

Das Ziel soll sein, innerhalb von zehn Wochen, den Gesundheitszustand im Durchschnitt auf einer Skala von 1-10 um den Wert 3 bei jeder Lehrkraft zu steigern.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2 Das Stressmanagementkonzept „LoS – arbeite gesund!“

2.1 Allgemein

Das 10-wöchige Stressmanagementkonzept „LoS – arbeite gesund!“ startet am 24.04.2017 nach den Osterferien an der Mustermann Schule. Es setzt sich aus Seminaren zusammen, welche von externem Fachpersonal durchgeführt werden und einem vielseitigen Kursprogramm zur Bewegungsförderung. Ziel ist die Förderung des strukturellen Stressmanagements, das als Grundlage für die individuelle Stressbewältigung dient.

Die Seminar- und Kurszeiten sind vorab mit dem Schulinstitut abgesprochen und können nach Bedarf an die wechselnden Schulzeiten angepasst werden.

An Seminartagen finden die Kurse nicht statt, es werden aber Ausweichtermine am Wochenende vereinbart.

2.2 Multimodale Gesichtspunkte

Das Stressmanagementkonzept „LoS – arbeite gesund!“ setzt den Schwerpunkt auf das strukturelle Stressmanagement. Es zielt somit auf eine Veränderung von belastenden Strukturen ab, „die außerhalb des unmittelbaren Einflussbereichs des Einzelnen liegen“ (Kaluza, 2014, S.261). In diesem Fall das Schulinstitut.

Individuelle Maßnahmen hingegen, beziehen sich auf die Einzelpersonen, um deren „individuelle Kompetenzen für einen gesundheitsförderlichen Umgang mit Belastungen in Beruf und Alltag zu stärken“ (Kaluza, 2014, S.261). Da alle Probanden in den Seminaren auch durch Zusatzmaterialien und Online - Training in der Stressregulierung im Alltag begleitet werden, können diese Maßnahmen ebenfalls auf der individuellen Ebene umgesetzt werden.

In Tab. 1 ist eine Übersicht der Maßnahmen dargestellt, die alle Ebenen, d.h. das instrumentelle, kongnitive und palliativ-regenerative Stressmanagement abdecken. Zu der individuellen Maßnahme, auf instrumenteller Ebene, gehört zum Beispiel das Selbstmanagement, d.h., die gezielte Struktur von Arbeitsaufgaben, um den Stressor Zeitdruck zu mindern (Kaluza, 2015, S.89). Im strukturellen Stressmanagement werden hierzu Seminare vom Schulinstitut aus angeboten. Weitere Informationen zu deren Inhalte und Ziele werden in Kapitel 2.3 näher erläutert.

Auf der kognitiven Ebene setzen persönliche, stressverschärfende Einstellungen und Denkmuster an, die durch den Aufbau mentaler Strategien zur Stressbewältigung reduziert werden können (Kaluza, 2014, S. 262). Dazu gehört zum Beispiel zur individuellen Maßnahme, Störungen im Unterricht oder schwierige Schüler/innen nicht als Bedrohung, sondern als Herausforderung, anzusehen. Das palliativ-regenerative Stressmanagement, setzt bei der Stressreaktion an und verfolgt das Ziel „körperliche Anspannung zu lösen und innere Unruhe und Nervösität zu dämpfen, sowie die eigene Widerstandskraft gegenüber Belastungen zu erhalten und neue Energien aufzubauen“ (Kaluza, 2014, S. 262-263). Dazu zählt zum Beispiel das Kursprogramm von „LoS – gesund arbeiten“ oder aktive und passive Entspannungstechniken, die in mehreren Seminaren vorgestellt werden (fitmedi Stressmanagement, 2009 – 2017).

Tab. 1: Übersicht der Maßnahmen des Stressmanagement-Konzepts „Los – gesund arbeiten!“

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.3 Seminarinhalt

Zu den Maßnahmen des strukturellen Stressmanagements auf instrumenteller Ebene gehören Seminare, die sowohl für das Schulinstitut, als auch für die Lehrkräfte theoretische und praktische Grundlagen erarbeiten, um die Leistung der Schule zu optimieren und zu erhalten. Die Seminare werden von externen Fachleuten durchgeführt, die individuell auf die Personalentwicklung eingehen und die Burnout-Prävention und Stressbewältigung thematisieren. Das erste Seminar beginnt am xx.xx.20xx nach den Osterferien. Um die Seminarbesuche nicht als zusätzliche Last im Schulalltag zu empfinden, werden einige Seminare auf zwei Einheiten aufgeteilt und somit die Dauer verkürzt. Ingesamt sind drei von zehn Wochen seminarfrei und die längeren Seminareinheiten werden in den Wochen vorgenommen, in denen im Anschluss ein verlängertes Wochenende ist. Die meisten Seminare finden am späten Nachmittag/Abend statt, außer am letzten Schultag vor den Sommerferien. Hier findet bereits nach der Zeugnisausgabe ein Tagesseminar um 11:30Uhr statt.

Einer der mitwirkenden Kooperationspartner in der Seminararbeit ist „Fitmedi“, ein betriebliches Stressmanagement, die zu den „Experten für Gesundheits- & Stressmanagement, Burnout-Prävention, Resilienztraining & Kompetenzentwicklung“ zählen (Fitmedi Betriebliches Stressmanagement, 2009 – 2017). Sie bieten ein individuelles Fortbildungskonzept an, dass den Wünschen der Kunden gerecht wird. Alle Seminare werden entweder als 90-minütiger Vortrag, Halbtages- oder Tagesseminar angeboten. Außerdem besteht die Möglichkeit eines mehrtägigen Intensivseminars oder einem Jahresprogramms. Das Stressmanagementkonzept „LoS – arbeite gesund!“ enthält insgesamt vier Seminare von „Fitmedi“, die im Folgenden näher erläutert werden.

Das erste Seminar ist zum Thema „Selbst & Zeitmanagement – mehr Zeit für das Wesentliche“ und soll den Stressor „Zeitdruck“ vermindern. Es wird als Tagesseminar gebucht und dauert insgesamt 7 Stunden. Aufgrund der zeitlichen Beschränkung im Schulalltag wird es auf zwei Tage a 3,5 Stunden aufgeteilt. Inhaltlich geht es um Methoden des Selbst- und Zeitmanagements und Tipps zur Bewältigung des Arbeitsalltages. Es werden „Zeitfresser entlarvt, um sie dann unter die Lupe zu nehmen und auf Dauer zu minimieren, wenn nicht sogar zu beseitigen“ (Fitmedi Betriebliches Stressmanagement, 2009 – 2017). Das Seminar startet mit der Definition von Zeit und befasst sich anschließend mit „Zeitverlusten und Störungen“ und der „Ist-Analyse und Zukunftvision“. Darauf aufbauend startet der zweite Teil zum Thema „individuelles Selbstmanagement und Zielsetzung“.

Abschließend behandelt das Seminar Methoden zum Zeitmanagement, in denen klassische Arbeitstechniken angesprochen werden, die auch für das individuelle Stressmanagement von Nutzen sind (Fitmedi Betriebliches Stressmanagement, 2009 – 2017).

Das „Achtsamkeitstraining“, als weiteres Seminar von „Fitmedi“, wird als Inhouse Workshop durchgeführt. Es wird als Abendseminar konzipiert und dauert insgesamt 2 Stunden. Zu den Inhalten gehört die bewusste Wahrnehmung und die Wertschätzung von kleinen Dingen, die mit der Zeit vergessen werden. Das Ziel besteht darin, das Leben wieder besser genießen zu können und Stresssituationen gelassener zu bewältigen. Es werden zum einen Grundlagen zum Stress und seine Auswirkungen behandelt, zum anderen aber auch praktische Tipps für den Alltag gegeben und Achtsamkeitsübungen durchgeführt. Darunter zum Beispiel Atemübungen und Gedankenreisen (Fitmedi Betriebliches Stressmanagement, 2009 – 2017).

Ein weiteres Seminar befasst sich mit dem Thema: „Teamentwicklung, Teamtraining & Teamcoaching“. Durchgeführt wird es in der Schule als 90-minütiger Vortrag. Ziel ist es, unter dem Kollegium eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit erhöhter Leistungsbereitschaft durch die Neuentdeckung gemeinsamer Ideen zu schaffen: „Sie können Ziele & Visionen gemeinsam entwickeln und die vorhandenen Ressourcen bündeln und neu ausrichten“ (Fitmedi Betriebliches Stressmanagement, 2009 – 2017).

Bei dem letzten Seminar von „Fitmedi“ handelt es sich um ein spezielles Intensivseminar, dass in den Sommerferien stattfindet. Im Gegensatz zu den anderen Seminaren dauert es drei Tage und findet in einem Seminarhotel statt. Inhaltlich wird das Thema „Work Life Balance“ intensiv durch Praxis- und Theorieblöcke behandelt. Dazu gehören zum Beispiel die Life-Balance-Waage oder das Erlernen von Meditations- und Konzentrtionsübungen (Fitmedi Betriebliches Stressmanagement, 2009 – 2017). Das Ziel liegt in der Entwicklung persönlicher Strategien, die dabei helfen sollen, eine gesunde Mischung aus Arbeit und Erholung zu finden. Auch hier werden hilfreiche Maßnahmen für das individuelle Stressmanagement besprochen.

Das „Institut der Lerngesundheit GgR“ ist ein weiterer Kooperationspartner, dessen Seminarinhalt sich auf den Stressor „Zwang zur Gefühlskontrolle“ fokussiert. Auch sie verfolgen das Ziel, die Gesundheit der Lehrer und Lehrerinnen zu stärken (Institut LernGesunheit GbR, o.J.). Das Seminar befasst sich mit dem Thema „Umgang mit Stress und negativen Emotionen“. Es soll gelernt werden, Stress und negative Emotionen zu regulieren und sie für problematische Situationen zu nutzen (Institut LernGesundheit GbR, o.J.).

Im Stressmanagementkonzept wird das „Blended Training“ ausgewählt. Es steht „für die didaktisch sinnvolle Verknüpfung von Präsenzveranstaltungen, virtuellem und mobilem Lernen“ (Institut LernGesundheit GbR, o.J.). Die Fachkräfte kommen dazu zweimal für jeweils drei Stunden an die Schule und das im Abstand von zwei bis drei Wochen. Außerdem bieten sie ein Online-Training für die individuelle Stressbewältigung an. Dabei werden die Lehrkräfte mit Mini-Übungen via SMS oder App im Alltag begleitet.

Als letzter externer Dienstpartner ist die „XX GmbH“, auch XX Akademie, zu nennen. Auch sie bieten „maßgeschneiderte Seminarthemen“ für interne Lehrerfortbildungen an (XX GmbH, o.J.). Aufgrund der Tatsache, dass schülerbedingte Unterrichtsstörungen als Stressor häufig auftreten, bietet sich das Seminar „Handeln in herausfordernden Situationen in der Schule“ hervorragend an.

Ziel ist es, „eine Haltung zu entwickeln“, die dem Befürnis nach „Sicherheit, Empathie, Handlungskompetenz und Akzeptanz“ nachkommt (XX GmbH, o.J.). Es soll einen stressfreien und zufriedenstellenden Arbeitsablauf im Unterricht ermöglichen und die Autorität in Krisen- und Belastungssituationen stärken.

In Tab. 2 ist das Seminarangebot des Stressmanagementkonzepts „LoS – arbeite gesund!“ noch einmal mit zeitlichen Verlauf dargestellt.

Tab. 2: Übersicht der Seminarangebote im Stressmanagementkonzept „LoS – arbeite gesund!“

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.4 Kursprogramm

Neben den Seminaren, die hauptsächlich die theoretische Grundlage bilden, wird wöchentlich ein Kursprogramm angeboten. Auch hier werden externe Kursleiter/innen durch eine Kooperation mit einem Sportverein in der Nähe erreicht. Zu den Kursen gehören Yoga, Boxen, Laufen, Kraftsport und Sportspiele.

„Yoga hat eine Wirkung auf den Körper, auf die Gedanken und die Gefühle und spricht somatische wie psychische Leiden an, die durch Stress und Burnout entstehen können“ (Kollak, 2008, S.25). Es hilft dabei, „mit einem Stressfaktor besser umgehen zu können und das negative Empfinden und Unwohlsein zu beseitigen“, aber auch „präventiv, um neuem Stress vorzubeugen und das Leben zu ent-stressen“ (Gienger, 2008, S. 27). Es lässt sich problemlos mit wenig Material, drinnen oder draußen, durchführen.

Im Vergleich dazu sorgt das Boxtraining für eine psychische und physische Fitness. Die Ausdauer, das Reaktionsvermögen und die Körperhaltung werden dabei verbessert (Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen, 2016). Weiterhin ist das Training dazu geeignet „Körper und Geist gleichermaßen zu trainieren und Aggressionen zu kanalisieren“ (Nebelski, 2017).

Laufen ist eine Individualsportart, die auch zum Wohlbefinden und zur psychischen Gesundheit beiträgt. Besonders häufig wird es als Therapieform gegen Depressionen eingesetzt und als „Wunderpille“ propagiert (Jütting, 2004, S. 157). Eine gewisse Regelmäßigkeit ist jedoch für die optimale Wirksamkeit zu beachten. Dabei ist es vom Vorteil, drei kleinere Einheiten á 20 Minuten einer im Verlgeich langen Einheit pro Woche vorzuziehen (Neumeir, 2010, S. 99). „Jeder Schritt lockert den Geist, räumt im Kopf auf, bis die Gedanken fliegen“ (Jütting, 2004, S. 157). Bei schlechtem Wetter besteht die Möglichkeit den Cardiobereich des Fitnessstudios zu nutzen oder ein Lauftraining in der Sporthalle zu absolvieren.

Im Fitnessstudio erhalten die Lehrkräfte einen Sondervertrag und dürfen vergünstigt das Studioangebot wahrnehmen. Dieses beschränkt sich auf reines Krafttraining, sprich Gerätetraining, das auf Wunsch unter Leitung eines Personal Trainers begleitet wird. Krafttraining kann Wunder bewirken, da auch hier der ganze Körper aktiv ist. Es bewirkt die Freisetzung von Endorphinen, das Immunsystem wird gestärkt und der Stoffwechsel wird angekurbelt (Schröder, 2016, S. 146). Der Vorteil im Krafttraining liegt darin, dass es nicht sehr zeitaufwendig ist und schon zwei effektive Einheiten pro Woche ausreichen, um eine positive Wirkung zu erlangen.

Zuletzt wird im Kursprogramm noch eine „Sportspiel AG“ angeboten, die von den Lehrkräften selbst organisiert wird. Dabei steht ihnen freie Zeit in der Schulsporthalle zur Verfügung, um im Kollegium Volleyball, Basketball oder andere Ballsportarten/Mannschaftsportarten auszuüben. Sie rufen vor allem Vorteile im sozialen Kontakt hervor. Vor allem aber sind es Aktivitäten, bei denen die Spieler/innen, „wieder Mensch oder Kind sein können“ und „Muße für die Seele“ aufgebracht wird (Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen, 2016). Die Sporspiele können je nach Bedürfnis ausgewählt werden und lassen sich zum Teil bei gutem Wetter auch draußen praktizieren.

In Abb. 2 ist eine Übersicht des Kursprogammes abgebildet. Alle Sportarten werden jeden Tag angeboten und variieren in den Kurszeiten innerhalb Woche. Somit ist der Kursplan sehr flexibel und an die Lehrerbedürfnisse angepasst. Da freitags gewöhnlich der Unterricht früher endet, wird als einziger Kurs noch einmal Yoga angeboten, um erholsam und entspannt in das Wochenende zu starten. Nicht vermerkt bleibt die wöchentliche Nutzung des Fitnessstudios, die in der Abbildung lediglich am Wochenende aufgezeigt wird.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Kursprogramm des Stressmanagementkonzepts „LoS – arbeite gesund!“

3 Untersuchungsplan

3.1 Bausteinauswahl

Die Durchführung des Stressmanagementkonzeptes „LoS – arbeite gesund!“ beschränkt sich bei dem Untersuchungsplan auf den Baustein des Laufkurses und somit auf eine Maßnahme des palliativ-regenerativen Stressmanagements. Das Ziel des Konzeptes richtet sich dabei nicht mehr auf die Verbesserung aller Stressoren, sondern lediglich auf den Bewegungsmangel.

Der Laufkurs findet dreimal in der Woche im Zeitraum von zwei Wochen statt. Es dient der Bewegungsförderung und der Verbesserung des körperlichen & seelischen Wohlbefindens. Die Kurszeit wird per Absprache vor den Durchführungswochen getroffen, um eine regelmäßige Teilnahme der Probanden, während dem Untersuchungszeitraum, zu gewähren. Die Kurszeit wird auf 1 ½ Stunden angesetzt, da der zeitliche Rahmen der Laufeinheiten individuell auf die Gruppe abgestimmt wird und genug Zeit bleibt, um nach Belieben noch länger laufen zu können.

Die Auswahl des Bausteins wurde aufgrund der einfachen Durchführung, d.h., ohne Zusatzmaterialien und/oder Räumlichkeiten, getroffen. Im Gegensatz zu allen anderen Kursangeboten werden keine Einführungsstunden benötigt, um gewisse Grundübungen zu erlernen. Die zwei Wochen können somit ganz ausgeschöpft werden.

Außerdem löst Laufen innerhalb kürzester Zeit viele positive Veränderungen im Körper aus, die sowohl auf psychischer und physischer Ebene basieren. Dazu gehört zum einen ein besseres Körpergefühl, ein gesünderer und erholsamerer Schlaf, als auch die Stärkung des Immunsystems und die Stabilisierung des Körpergewichtes (Steffens, 2010, S.10). Vor allem spricht auch die Verbundenheit mit der Natur nach einem Arbeitstag, der größtenteils im Schulgebäude stattfindet, für den Laufkurs.

4 Versuchsplanung

4.1 Forschungsfrage

Die Wirksamkeit der Stressmanagementmaßnahme wird mit der Forschungsfrage „Wirkt sich ein 2-wöchiges Lauftraining positiv auf das körperliche & seelische Wohlbefinden der Lehrer/innen aus?“ geprüft. Folgende Hypothesen werden daraus abgeleitet:

Veränderungshypothese:

- H0: Ein 2-wöchiges Lauftraining wirkt sich nicht positiv auf das körperliche & seelische Wohlbefinden der Lehrer/innen aus.
- H1: Ein 2-wöchiges Lauftraining wirkt sich positiv auf das körperliche & seelische Wohlbefinden der Lehrer/innen aus.

4.2 Operationalisierung

In dem Prozess der Operationalisierung werden die theoretischen Begriffe messbar gemacht (Pieter, 2016, S. 24). Das 2-wöchige Lauftraining bildet die unabhängige Variable (UV), die gezielt in der Untersuchung hergestellt wird. Die abhängigen Variablen (AV), ohne direkten Einfluss, sind das körperliche & seelische Wohlbefinden der Lehrkräfte. Die Messung erfolgt anhand eines modifizierten Fragebogens.

Tab. 3: Operationalisierung der verwendeten Begriffe

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

4.3 Forschungsdesign

Beim Forschungsdesign handelt es sich um die Prä - Post - Messung, die noch einmal schematisch in Tab. 4 dargestellt wird.

Es handelt sich um eine Querschnittstudie, d.h., dass sich die Datenerhebung auf eine kurze Zeitspanne, nämlich vom 25.04.2017 bis 06.04.2017, bezieht und eine einmalige Messung des Gesundheitszustandes der Probanden stattfindet. Durch die Wahl dieses Forschungsdesigns ist ein direkter Vergleich möglich.

Tab. 4: Schematische Darstellung der Prä-Post-Messung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

T: Zeitpunkt

O: Messung (Observation)

X: Treatment

4.4 Festlegung der Datenerhebung

Die Datenerhebung erfolgt durch eine schriftiche Befragung, einem modifizierten Fragebogen, der aus verschiedenen bereits bestehenden Bögen zusammengefügt wurde. Insgesamt umfasst der Fragebogen in der Prä-Messung 10 Items. Davon sind zwei Fragen in der einfachsten Itemform einer Multiple-Choice-Antwortvorgabe mit „ja“ oder „nein“ gegeben. Die restlichen Fragen sind in einem Skalenformat einer Ratingskala verfasst, die aus mehreren Antwortkategorien bestehen und „eine quantitative Beurteilung der Merkmalsausprägung“ erlauben (Pieter, 2016, S. 234).

Es gibt sowohl unipolare als auch bipolare Skalen, die die Dimensionen „Häufigkeit“, „Intensität“ und „Bewertung“ erfragen (Pieter, 2016, S. 235). Ein Beispiel für die Dimension der Häufigkeit wäre Frage F8 mit den Antwortmöglichkeiten „nie“, „selten“, „gelegentlich“, „oft“, und „immer“. Offene Fragestellungen sind im Fragebogen nicht enthalten.

Die Antwortformate sind nominal-, intervall- und verhältnisskaliert. Die Nominalskala ist die einfachste Form der Messung und gibt die Gleichheit bzw. Verschiedenheit eines Merkmals an (Pieters, 2016, S.28). In diesem Fragebogen wäre es beispielsweise A1, die Frage nach dem Geschlecht der Probanden. Des Weiteren zählen F4, F5 und G dazu, die nur eine „Ja“ oder „Nein“ Antwort zulassen und somit keine Rangfolge besteht.

Die verschiedenen Likert-Skalen im Fragebogen sind intervallskaliert, da davon ausgegangen wird, dass die Abstände zwischen den einzelnen Abstufungen gleich sind (Gehring & Weins, 2004, S. 43).

Ein verhältnisskaliertes Antwortformat ist zum Beispiel die Frage A2 zu dem Alter der Probanden. Die Skalenniveaus sind später bei der Datenerhebung in Kapitel 5 von großer Bedeutung.

Der Fragebogen setzt sich aus sieben Kategorien, die von A – G beschriftet sind, zusammen. In Teil A geht es um die Angaben der Person hinsichtlich des Alters und des Geschlechts. Teil B befasst sich mit den Angaben zur Arbeit und Tätigkeit, die vor allem die Stressoren „Zwang zur Gefühlskontrolle“, „fehlende Erholungszeiten“ und den „Zeitdruck“ messen. In Kategorie C „Fragen zum Belastungsleben“ wird nach dem allgemeinen Belastungsempfinden gefragt, welches sich ebenfalls auf den Zeit- und Arbeitsaufwand bezieht. C2 erfragt die Erholungsmöglichkeiten der Probanden während der Arbeit. Kategorie D bezieht sich auf den Stressor der „gemeinsamen pädagogischen Vorstellungen“ und hinterfragt das Kommunikationsverhalten und die kollegiale Zusammenarbeit. Der Stressor der „schülerbedingten Unterrichtsstörungen“ wird in Kategorie E befragt. Der vorletzte Teil des Fragebogens, Kategorie F, beschäftigt sich mit dem Thema des Bewegungsmangels und einigen Angaben zum Gesundheitszustand. Die letzte Kategorie D, wird nur in der Post-Messung von den Probanden ausgefüllt. Dabei handelt es sich um fünf Feedback - Fragen zur Versuchsdurchführung. Des Weiteren wurden einige Fragen in der zweiten Post-Messung verändert, um die Wirkung des Laufkurses besser zu erfragen. Die Änderungen der Fragestellungen sind in Anhang 2 noch einmal markiert.

Ein Teil des Fragebogens orientiert sich an der Vorlage des „FASS“ – Fragebogens, ein Fragebogen zur Arbeitssituation an Schulen. Dieser wurde auf der Basis des „COPSOQ“ (Copenhagen Psychosocial Questionnaire) entwickelt (Ministerium für Kultur, Jugend und Sport Baden-Württemberg, o.J.). „Mit diesem Fragebogen werden sowohl Aspekte der Arbeitssituation beschrieben als auch das Befinden der Lehrkräfte, beispielsweise emotionale Erschöpfung, Lebens- und Arbeitszufriedenheit erhoben“ (Ministerium für Kultur, Jugend und Sport Baden-Württemberg, o.J.). Die Fragen haben eine fünfstufige Ratingskala, deren Dimension sich auf die Häufigkeit bezieht: „nie“, „selten“, „gelegentlich“, „oft“ und „immer“. Die Gütekriterien Objektivität, Reliabilität und Validität sind erfüllt (IQPR, 2010).

Des Weiteren enthält der Fragebogen Teilsegmente des „SF-36“ Messinstruments. Dieser misst die „gesundheitsbezogenene Lebensqualität“ der Probanden und umfasst sowohl die körperliche, als auch die psychische Gesundheit (iqpr, 2010). Das Antwortformat gestaltet sich in verschiedene mehrstufige Likertskalen, die die Dimensionen Häufigkeit, Intensität und Bewertung darstellen.

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Details

Seiten
63
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783346007162
ISBN (Buch)
9783346007179
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v454701
Institution / Hochschule
Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement GmbH
Note
Schlagworte
Problemstellung Seminarinhalt Kursprogramm Untersuchungsplan Versuchsplanung Forschungsfrage Operationalisierung Datenanalyse Interpretation der Ergebnisse

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Titel: Stressmanagement in unterschiedlichen Handlungsfeldern