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Die wichtigsten Erkenntnisse zu Freud

Seminarberichte

Zusammenfassung 2016 4 Seiten

Sozialwissenschaften allgemein

Leseprobe

Protokolle aus einem Freud-Seminar bei Frau Dr. Sieben (RUB)

Die Symbolik im Traum

Zentrale Aussagen:

- Es gibt neben der Traumzensur noch andere Arten der Traumentstellung, welche den manifesten Traum und die implizite Bedeutung dessen unterschiedlich macht à Symbole.
- Assoziation als Mittel der Traumdeutung einiger Traumelemente versagt ab und an, Folgen sind aber nicht wie das Versagen des Assoziationsvorgangs in der Psychoanalyse nur sehr wichtig, sondern sind auch Ausdruck einer speziellen Gesetzmäßigkeit, welche Traumelemente nicht ohne Weiteres übersetzbar macht, die Symbolik.
- Gesetzmäßigkeit beruht auf Erfahrungen, welche „Ersetzungen“ zu Tage fördern, die die Symbolik im Traum also entschlüsseln und den „Traumgedanken“ bewusstmachen (können).
- Freud bezeichnet die Symbolik als das „merkwürdigste Kapitel der Traumlehre“ und sieht Symbole als feststehende Übersetzungen der latenten Bedeutung an. Die meisten Symbole im Traum seien Sexualsymbole. Wichtig ist auch, dass es für eine geringe Zahl der Bedeutungen viele Symbole gibt. Dies wird auch insofern deutlich, dass es eine sehr große Anzahl von Symbolen für das männliche sowie das weibliche Genital gibt.
- Die Erklärungen / Quellen für die Bedeutung der Traumsymbole finden sich laut Freud in Märchen, Mythen, Witzen, Sprüchen, Liedern, etc…

Kritische Anmerkungen:

- Die Symbolik kann bei Individuen meiner Meinung nach nicht immer übereinstimmen, sondern ist Ausdruck einer individuellen Verfassung und auch der eigenen Kognition sowie der eigenen Erfahrung. Zwar umschreibt Freud dies, indem er voraussetzt, dass man den Träumer und „die Verhältnisse, unter denen er lebt, und die Eindrücke, nach welchen der Traum vorgefallen ist“ kennt, geht aber meiner Meinung nach nicht weit genug, was die Individualität des zu deutenden Traumes bzw. Träumers betrifft. Obgleich sieht Freud ein, dass die Symboldeutung nur ergänzend zur assoziativen Deutung verwandt werden sollte und brauchbare Ergebnisse liefert.

Nicht verstanden:

- Für mich ist nicht wirklich klargeworden, ob Freud Symbole nun wirklich als feststehend ansieht oder er auch den individuellen Charakter dieser genügend anerkennt (S. 144).

Aussagekräftiges Zitat:

- „Die auf Symbolkenntnis beruhende Deutung ist keine Technik, welche die assoziative ersetzen oder sich mit ihr messen kann.“ à Frage aufgelöst, Assoziationen sind aufschlussreicher als die Symbolik.

Aussagekräftiges Zitat 2:

- „Traum kann man nicht anderes nennen als das Ergebnis der Traumarbeit, d. h. also die Form, in welche die latenten Gedanken durch die Traumarbeit überführt worden sind.“

(Archaische Züge und Infantilismus des Traumes)

Zentrale Aussagen:

- Ausdrucksweise der Traumarbeit ist archaisch oder regressiv, da sie „auf Zustände unserer intellektuellen Entwicklung zurückgreift, die wir längst überwunden haben“, lässt aber Schlüsse auf die Anfänge unserer intellektuellen Entwicklung zu. Damit ist einerseits die Kindheit, andererseits aber auch die phylogenetische Entwicklung gemeint.
- Frühkindliche Erfahrungen werden nicht in großem Maß erinnert. Die Gedächtnisfunktion ist außerdem keine besonders große Leistung.
- Manche Erinnerungen aus der Kindheit sind trotzdem sehr plastisch. Freuds Meinung nach nimmt unser Gehirn eine Auslese vor, je nachdem wie wichtig einzelne Gedanken für uns sind. Dies sei bei Kindheitserinnerungen anders, diese würden durch Verdichtung und Verschiebung so beeinflusst, dass sie später (teilweise) als banal und bedeutungslos erscheinen; Freud nennt sie Deckerinnerungen (Eigene Anmerkung: Kindheitserinnerungen fast das Gleiche wie ein Traum?).
- Diese Kindheitserinnerungen werden teilweise im Unbewussten gespeichert und können durch Träume abgerufen werden. Dies ist für Freud ein weiterer Punkt, der für den Archaismus des Traumes spricht.
- Das Aufkommen von Traumzensur und Traumentstellung gibt es, weil es in uns bösartige und als fremd empfundene Regungen gibt, welche aus der Vergangenheit stammen; auch aus der Kindheit, in der der eigene Egoismus am größten ist. Dies reicht bis zu dem Wunsch, die eigenen Geschwister seien tot.
- Freud wirft die Frage auf, wieso es solche Erinnerungs-Träume gibt, erklärt es aber hier erstmal nicht.
- Ödipus-Komplex, Kinder haben Sexualleben

Kritische Anmerkungen:

- Ich glaube nicht, dass Babys nur am Egoismus lieben lernen und unterstelle, dass Kinder ihre Mutter von der Geburt an lieben und dies auch im Erbgut so vorgesehen ist.

Aussagekräftiges Zitat:

„Das Kind liebt eben sich selbst zuerst und lernt erst später andere lieben, von seinem Ich etwas an andere opfern.“ Und „Es hat tatsächlich am Egoismus lieben gelernt [Hervorhebung im Original].“

Die Wunscherfüllung:

Freud will in dieser Vorlesung untersuchen, ob auch die Traumentstellung auf Wünsche hindeutet (wie beim infantilen Traum?).

[...]

Details

Seiten
4
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668863088
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v455194
Institution / Hochschule
Ruhr-Universität Bochum – Fachbereich Psychologie
Note
1,0
Schlagworte
Traum Traumdeutung Freud hochinteressant Verdeckte Symbole

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Titel: Die wichtigsten Erkenntnisse zu Freud