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Das Phänomen Motivation. Ist Geld die einzige Antwort?

Essay 2014 8 Seiten

BWL - Personal und Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffserklärung
2.1 Organisation
2.2. Motivation

3. Modell I- der Homo oeconomicus

4. Modell II- der Homo sociologicus

5. Fazit

6. Literaturverzechnis

1. Einleitung

Der Erfolg einer Organisation ist vor allem auf die Qualität der menschlichen Ressourcen, die sie gewinnt und entwickelt, zurückzuführen. In der heutigen komplexen und sich immer wieder verändernden wirtschaftlichen Umfeld und mit den vielen Herausforderungen, die mit der Mitgliedschaft in der Europäischen Union verbunden sind, werden unterschiedliche Methoden und Techniken gesucht und angewendet um qualifizierte, motivierte, hochproduktive und loyale Mitarbeiter zu ,,produzieren‘‘ um die Ziele einer Organisation zu erreichen. Die Steigerung der Effizienz in der Verwaltung der Humanressourcen ist ein wichtiger Teil der Umsetzung der Reformen um eine nachhaltige Entwicklung der Organisationen zu gewährleisten. Die meisten Zeit und Energie werden in dem Management von Menschen, die in der Organisation arbeiten,verbraucht. Sehr oft wird gesagt, dass eine Organisation so gut ist wie ihre Mitarbeiter. Über die Rolle und Stellung der ,,Faktor Mensch“ wurden in der Vergangenheit eine Reihe von Streitigkeiten geführt . Heutzutage wird zweifellos dem Faktor Mensch in der Organisation eine große Bedeutung zugeschrieben.

Das Ziel dieses Essays ist herauszufinden welche Faktoren den größten Einfluss für die Motivation der Mitarbeiter in einer Organisation haben. Diese Faktoren werden in zwei Gruppen unterteilt- ökonomische und psycho-soziale. In dem ersten Teil werden kurz die wichtigsten Begriffe erwähnt und erklärt, danach folgen Argumente aus Theorien der Organisationssoziologie, die eine Antwort auf die Hauptfrage geben sollen. Am Ende werden die wichtigsten Aussagen in einem Fazit zusammengefasst.

2. Begriffserklärung

2.1 Organisation

Mit der Entwicklung des modernen Staates und die Verbreitung der Prozessen der Industrialisierung und Globalisierung hat sich auch der Bedarf an entsprechenden Instrumenten der Ordnungsbildung, die diese Prozesse steuern müssen, vergrößert. Organisationen sind heute überall. Unser alltägliches Leben ist von Organisationen geprägt und wir werden bewusst und manchmal auch unbewusst Teil unterschiedlicher Organisationen, die einen großen Vielfalt von Dienstleistungen anbieten. Deswegen kann man behaupten, dass der Mensch ein ,,Organisationswesen‘‘ ist (Bergmann/Garrecht: 2008). In diesem Sinn, sind Organisationen nicht mehr aus unserem Leben wegzudenken. Die Ansichten und Theorien zu dem Thema Organisation unterscheiden sich heute wesentlich von den vor 100 Jahren. Es gibt mehrere Gruppen von Theorien über die Organisation, die derer Entwicklung mit der Zeit umfassen. Der Begriff der Organisation stammt aus dem Altgriehischen ,,organon‘‘ (Werkzeug), damit sind Organisationen ,,tendenziell auf Dauer angelegte soziale Einheiten mit institutionellen Regeln, die das Verhalten der Beteiligten steuern und mit spezifischen Zielen und Aufgaben, die durch die Mitglieder realisiert werden sollen‘‘ (Soziologie-Lexikon, Reinhold 2000). Trotz der großen Vielfalt an Organisationen und deren Zielen und Aufgaben, wird hier versucht einen allgemeinen Blick auf die Organisation als Ergebniss von organisiereten sozialen Handeln von Akteure in der Gesellschaft verschafft zu werden.

2.2 Motivation

Der Begriff der Motivation ist ein psychologischer Begriff, der aber auch in vielen anderen Wissenschaften immer wieder benutzt wird um menschiles Verhalten zu beschreiben und erklären. Warum ein Mensch in einer bestimmten Situation unterschiedliche Arten von Handeln haben kann und welche sind die motivationale Grundlagen für dieses Handeln sind unter der wichtigsten Fragen mit der sich Psychologen und Soziologen in heutigen Tagen weiterbeschäftigen. Für die Organisationssoziologie, vor allem auf die Mikroebene, steht im Mittelpunkt die Frage nach der Interaktion zwischen Organisation und Individuum. Laut Kirchler und Rodler, ist Motivation ,,keine überdauernde Persönlichkeitseigenschaft, die manche Menschen besitzen und andere nicht. Motivation entsteht-zeitlich begrenzt- aus dem Zusammenspiel zwischen Eigenschaften der Person, Zielen und Erfordernissen sowie den Anreizen, die bei Erreichung des Zieles winken, und der Situation‘‘ (Kirchler/ Rodler: 2002). So wie das Wort selber zeigt, ist das Motiv der Beweggrund, der menschliches Verhalten im Gang setzt und auf ein bestimmtes Ziel hin steuert (Altenthan/Betscher-Ott/Dirrigl/Fischer-Fröndhoff/Gotthardt/Hobmair/Rätzsch: 1993). Die meisten Definitionen von Motivation beinhalten drei grundlegende Prozesse- Aktivierung, Richtung und Ausdauer eines Verhaltens (ebd.).

3. Modell I - der Homo oeconomicus

Einer der häufigst angewendeten Ansätze zur Erklärung von sozialen Handeln ist die

Theorie der rationalen Wahl. In ihrem Kern stehen das Individuum und seine

Wahlhandlungen, die immer einem Kosten-Nutzen-Kalkül entspechen- es wird von den

Individuen vor allem angestrebt, ihren eigenen Nutzen zu maximieren. Die Menschen

werden als rational handelnde, nutzenorientierte Akteure gesehen und stellen den Kern des methodologischen Individualismus zusammen (Homans: 1968). Da Homans nur von elementaren Formen sozialen Verhaltens ausgeht und keine Rücksicht auf die Makroebene nimmt (und daher die Organisation als eine Gesamtheit von Akteure ausschließt), muss an dieser Stelle auch die Auffasung von Blau eingefürt werden,dass ,,auch Gruppen und organisierte Kollektive sind in soziale Austauschprozesse eingebunden‘‘(Blau: 2005).

Die erste wissenschaftliche Theorie der Motivation wurde von Frederick Taylor in seiner ,,Scientific Management Theory‘‘ gegründet und entwickelt. Er behauptet, dass die Menschen von ihren wachsenden Bedürfnissen angetrieben werden, die immer wieder mehr Geld erfordern. Daher kommt er zu der Schlussfolgerung, dass die Menschen durch Geld motiviert werden können - für höhere Leistung bekommt man ein höheres Gehalt (Taylor: 1913). In diesem Bereich sind seine Ansichten mit dem Konzept des Homo oeconomicus direkt in Verbindung zu setzen. Ein anderer Vertreter der ökonomisch fundierte Motivierung der Mitarbeiter ist Henry Ford, der die Prozesse in der Organisation immer als rational und ökonomisch getrieben sieht (Ford: 1923). Zentraler Punkt bei diesen Theorien ist der Blick auf die Mitglieder der Organisation und zu derer Zeit war die Motivation für die Arbeiter hauptsächlich aus ökonomischen Gründen zu erklären.Es entsteht der sogenannte Regelkreis, bei dem das Bedürfnis nach Geld die Motivation eines Menschen aktiviert (Altenthan/Betscher-Ott/Dirrigl/Fischer-Fröndhoff/Gotthardt/Hobmair/Rätzsch: 1993).

4. Modell II- der Homo sociologicus

Der Modell der Human relations ist von dem Sozialwissenschaftler Elton Mayo und seine Schule entwickelt. Der ,,rational man‘‘ als Mitglied der Organisation wird durch den ,,social man‘‘ ersetzt- während der Homo oeconomicus einer strengen Ordnung unterliegt und strebt nach seiner Nutzenmaximierung, wird der Homo sociologicus durch Befriedigung der sozialen Bedürfnisse motiviert. So verbreitet sich die sogenannte Human relations theory, bei der die Arbeitsproduktivität mit der Zufriedenheit mit der Arbeit korreliert und auf diese Weise die Ergebnisse der Arbeit besser werden, wenn zwischen dem Individuum und seinen Kollegen gute Kommunikation entsteht und gute Beziehungen zu den Führungskräften existieren (Mayo: 1949). Der Schwerpunkt liegt auf den Bedürfnissen an sozialen Beziehungen. Durch eine Reihe von Experimenten und Forschung in der Western Electric Company, kommt Mayo zu dem wichtigen Ergebnis, dass die formalen Motivationssysteme oft nicht funktionieren. Der Grund dafür könnte auch sein, dass die Möglichkeit zu manipulieren und sogar Sabotage durch den Mitarbeitern besteht. Interne Faktoren wie Anerkennung, ein Gefühl von gut ausgeführter Arbeit und die Befriedigung der gesellschaftlichen Bedürfnisse haben einen höheren Wert als externe Faktoren wie monetäre Anreize. In diesem Modell ist der Hauptmotivation der Mitglieder der Organisation die Befriedigung ihrer sozialen Bedürfnissen. (ebd.). Von großer Wichtigkeit sind in Mayos Theorie die zwischenmenschliche Gruppenbeziehungen. Im Einklang mit diesem Modell stehen auch die Ansichten von Kalmus, der schreibt, dass ,,die Arbeit soll dem Arbeitnehmer nicht nur gute Bezahlung einbringen, sondern muss ihm die Möglichkeit zu Leistung und das Gefühl von Selbstverwirklichung geben (Kalmus: 1995). In seinem Buch ,,Produktionsfaktor Kommunikation‘‘ erwähnt der Autor zahlreiche Befragungen, die darauf hinweisen, dass man nicht nur arbeitet um leistungsgerechte Bezahlung zu bekommen, sondern auch um Selbstverwirklichung zu erreichen (ebd.).

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Details

Seiten
8
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668866522
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v455469
Institution / Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin
Note
1,7
Schlagworte
phänomen motivation geld antwort

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