Lade Inhalt...

Inwiefern unterscheidet sich die Darstellung der Frauen im Vergleich zu den Männern im Sport?

Untersuchung von Literaturen in Bezug auf Medien

Seminararbeit 2018 14 Seiten

Sport - Sportsoziologie

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Die allgemeine Betrachtung der Frau in der Gesellschaft bzw. in den Medien

3. Personenbeschreibung in F rauen- und Männersportberichten
3.1 Anredeformen bei den Zeitungen Bild, Fr, Waz und die Welt
3.2 Das Alter
3.3 Das Aussehen

4. Sprache und Inhalte der Sportberichterstattung im Fernsehen und Zeitungen – eine Analyse

5. Beispiel O lympia Sportberichterstattung
5.1 Die O lympischen Sommerspiele 1928 in Amsterdam
5.2 Die O lympischen Spiele 1972 in München

6. Fazit

7. Literaturverze ichnis

1. Einleitung

Die Seminararbeit wird sich auf eine Untersuchung der Literatur hinsichtlich der Unterschiede bei Frauen und Männern in der Öffentlichkeit im Sport beziehen. Die Auseinandersetzung mit den thematischen Schwerpunkten der Unterschiede bei Frauen und Männern im Sport in den Medien ist insofern wichtig, da es ein wichtiger Bestandteil in unserer Gesellschaft ist, da aktuell immer noch zum Beispiel darüber debattiert wird, weshalb der Frauenfußball nicht so viel Anerkennung bzw. Akzeptanz von der Gesellschaft erhält wie bei dem Männerfußba l l. Obwohl der Frauenfußball auch im Fernsehen ausgestrahlt wird, ist es in vielen Fällen so, dass beispielsweise die Einschaltquoten trotzdem sehr gering, im Vergleich zum Männerfußba l l, sind. Warum ist das so? Wie präsentieren Medien – sprich Zeitungen, Nachrichten, Radio etc.– den Frauenfußball bzw. den Männerfußball? Ist die Leistung, die die Frauen an den Tag legen geringer und ist deshalb das Interesse nicht so hoch? Ist Sport eine reine Männersache und sollten sich Frauen deswegen eher zurückhalten? Die Sportberichterstattung, sei es in der Zeitung, im Radio oder in den sozialen Netzwerken, ist ein fester Bestandteil vieler Bürgerinne n und Bürger und vor allem deswegen ist es von besonderer Relevanz. Im Laufe der Zeit haben sich die Medien so weit entwickelt, dass es eine Vielzahl von Inhaltsanalysen gibt bzw. dass diese auch in Betracht gezogen werden. In dieser Seminararbeit wurde bewusst dieses Thema ausgewählt, da dieses Thema vor allem sehr aktuell und interessant ist. Viele Leserinnen und Leser interessieren sich dafür und deswegen habe ich mich bei dieser Seminararbeit da zu entschieden das Thema zu wählen.

In dieser Seminararbeit soll zunächst einmal analysiert werden, wie die allgemeine Betrachtung der Frau in der Gesellschaft bzw. in den Medien dargestellt wird. Hierbei sollen allgeme i ne Informationen rund zu diesem Thema vorgestellt werden und es soll dem Leser ein grober Einblick ins Thema verschafft werden. Im Anschluss dazu soll es um Personenbeschreibunge n in Frauen- und Männersportberichten gehen. Wir erleben tagtäglich in unseren Medien wie Männer bzw. Frauen Sport treiben. Doch den meisten Zuschauern bzw. Zuschauerinnen fällt gar nicht auf, wie die jeweiligen Geschlechter präsentiert werden – sprich in ihrer Anredeform, Aussehen, Wortwahl etc. – also kurz gefasst in der bildlichen Präsentation der Sportlerinne n und Sportler. Als Nächstes wird dargestellt, wie die Sportberichterstattung im nationalen und internationalen Bereich bei Männern und Frauen ist. Gibt es einen Unterschied in der nationa le n Sportberichterstattung im Vergleich zur internationalen Sportberichterstattung? Auf diese Frage soll unter anderem Stellung dazu genommen werden. Um die Seminararbeit anschaulicher bzw. präsentativer darzustellen wird ein Beispiel aus den Olympischen Spielen daraufhin vorgestellt.

Es soll gezeigt werden, wie es bei den Olympischen Spielen der Fall war, sprich – wie die Frauen im Vergleich zu den Männern präsentiert werden.

2. Die allgemeine Betrachtung der Frau in der Gesellschaft bzw. in den Medien

Im ersten Teil der Seminararbeit geht es um die allgemeine Betrachtung der Frau in der Gesellschaft bzw. in den Medien. In der heutigen Gesellschaft ist festzustellen, dass Frauen in der Gesellschaft sexistisch unterdrückt werden und das ist unterschiedlichen Bereichen wiederzuerkennen ist. Vor allem wenn man sich den Arbeitsbereich ansieht, ist es so, dass die Frauen unter anderem viel weniger Geld erhalten obwohl sie die gleiche Arbeit ausführen. Der Autor Digel betont, dass Sexismus die Grundlage für männliche Gewalt gegen Frauen, als o das Schlagen von Frauen, Vergewaltigung, das „Anmachen“ von Frauen auf der Straße, ist. 1

Man kann grundsätzlich bestätigen, dass die Frauen in der heutigen Gesellschaft mit Eigenschaften, wie Passivität, Emotionalität, Abhängigkeit, Schwäche, Naivität etc. beschrieben werden. In diesem Sinne trauen sich die Frauen beispielsweise nicht, im Dunkeln, nach draußen zu gehen oder aber auch weiter weg zu reisen, da sie unter anderem sich nicht trauen bzw. Angst haben das etwas geschehen könnte. Wenn man nun diese Situation mit den Männern vergleicht ist es so, dass die Frauen im Vergleich zu den Männern, benachteiligt sind – sprich die Männer sind den Frauen überlegen und können viele Dinge besser. Ein entscheidender Faktor ist aber definitiv, dass vor allem Männer die handelnden Personen in Politik und Wirtschaft waren, was dazu führt, dass die Frauen somit auch gleichzeitig in den Hintergrund gestellt wurden. Frauen wurden früher oft als Hausfrau oder Mutter dargestellt. Christine Schmerl (1994) sagt in ihrem Werk: „Das Gesamtspektrum verwendeter Frauenbilder bleibt weiterhin eng und zwanghaft auf untergeordnete, (be-)dienende, passive, schmückende, ästhetische oder aufreizende Funktionen beschränkt. Es entspricht in keiner Weise dem tatsächlichen Spektrum der von Frauen ausgeübten Rollen, Tätigkeiten, Aufgaben und Kompetenzen. “ 2 Dieses Zitat weist nochmal darauf hin, dass Frauen in ihren Aktivitä te n eingeschränkt sind. Allerdings ist es so, dass sich im Laufe der Zeit das Frauenbild in den Medien stark verändert hat. In vielen Kinofilmen, Serien, Dokumentationen etc. zeigen sich die Frauen auch als besonders tapfer, kräftig, durchsetzungsfähig, souverän etc. – ein Beispie l hierzu wäre der aktuelle Kinofilm „Wahrheit oder Pflicht“ unter der Regie von Arne Nolting und Jan Martin Scharf. Ein anderes Beispiel wäre hierbei Talk – Shows, sei es auf politis c her Ebene oder sportlicher Ebene aber auch in anderen Bereichen. Auch wenn die Anzahl bzw. die Akzeptanz der Frauen in den Medien einen starken Anstieg bis zur heutigen Gesellscha ft entwickelt hat, nichts desto trotz sind die Frauen in den Medien auf einer Augenhöhe mit den Männern. Dies bestätigt unter anderem Andrea Prenner (1994) in ihren Untersuchunge n: „Entgegen der vorherrschenden Meinungen von Objektivität und Neutralität sind Nachrichten alles andere als geschlechterneutral, sie konstruieren und repräsentieren eine Mä nnerrealität. “3 Prenner stellt fest, dass vor allem bei non – verbalen Verhaltensweisen sich die Unterschiede deutlich bemerkbar machen und führt als Beispiel auf, dass das Verhalten der Frau auf den Mann bezogen ist. Die Frau blickt zu ihm und zeigt ihre Abhängigkeit mit Gesten der Unterordnung. Der Mann währenddessen demonstriert seine Wichtigkeit. 4

Klein berichtet in ihrem Werk „Frauensport in der Tagespresse. Eine Untersuchung zur sprachlichen und bildlichen Präsentation von Frauen in der Sportberichterstattung “ (1986), dass viel weniger über Sportlerinnen in den Medien berichtet wird als über Sportler. Im Jahre 1979 hatte Klein eine Inhaltsanalyse mit den Zeitungen „Bild “, „Welt“, „Frankfurter Rundschau“ und der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ durchgeführt. Sie stellte bei der Analyse fest, dass im Bereich Sport 90% über Sportler berichtet wurde, währenddessen der Anteil der Sportlerinnen lediglich nur bei 6% lag. Um zu schauen wie die Ergebnisse sich in den kommenden Jahren weiterentwickelt haben, hat Klein 1999 – sprich 20 Jahre später - eine weitere Studie absolviert. Die Ergebnisse zeigten, dass der Anteil der Sportlerinnen um etwa sechs Prozent gestiegen ist – also somit auf 12 Prozent – also nicht besonders viel. 5 Auch Rulofs bestätigt, dass Frauen in den aktuellen Sportberichterstattungen – sprich Print, Fernsehen und Radio – nicht über 15 Prozent liegt. 6

3. Personenbeschreibung in Frauen- und Männersportberichten

Um eine genaue Antwort auf die Frage der Seminararbeit finden zu können, ist es wichtig, dass man die jeweiligen Geschlechter genauer analysiert um operationalisieren zu können, wo denn die Unterschiede sind bei Männern und Frauen. Dazu soll in diesem Abschnitt die Personenbeschreibung in Frauen und Männersportberichten aufgezeigt werden. Es soll unter anderem gezeigt werden, inwiefern Tageszeitungen auf das private bzw. soziale Leben eingreifen.

3.1 Anredeformen bei den Zeitungen Bild, Fr, Waz und die Welt

Es wird zunächst einmal darauf eingegangen, wie die Anredeform bei den Medien ist. Klein hat sich bei der Medienauswahl und die damit verbundene Untersuchung grundsätzlich auf die Zeitungen die Welt, die Bild, WAZ und FR beschränkt. (Frauensport in der Tagespresse, S.174). Sie stellte während ihrer Untersuchung fest, dass ein besonders großer Teil, sowohl bei Männern mit 32,1 Prozent als auch bei Frauen mit 40,9 Prozent, auf die neutralste Anredeform zurückzuführen ist – sprich die Nennung des Vor- und Zunamens. Die Ausnahme weist hierbei nur die Bild Zeitung dar. Hier ist es so, dass 58 Prozent der Männer und lediglich 19 Prozent der Frauen mit Vor- und Zunamen angesprochen werden. Die Bild Zeitung bevorzugt vor allem bei Frauen nur die Benennung des Vornamens mit 41,2 Prozent. Auch die Tageszeitung Welt und Fr weist diese Art von Benennung auf, allerdings nur in einem viel geringerem Maße – sprich die Anredeform nur mit dem Vornamen. Besonders bevorzugt wird bei männlic he n Sportlern ausschließlich der Nachname – also insgesamt sind es 12,3 Prozent und bei Frauen 1,5 Prozent. In diesem Sinne ist es wichtig zu erwähnen, dass nicht nur Fußballstars wie Karl – Heinz Rummenigge oder Franz Beckenbauer auf dieser Art und Weise angesprochen werden sondern auch Sportler aus anderen Sportarten. Im Vergleich dazu wird grundsätzlich bei Sportlerinnen die unhöflich distanziert wirkende Anredeform viel seltener verwendet. Ein Beispiel hierzu wäre zum Beispiel die Tennisspielerin Silvia Hanika. Bei ihr wird lediglich nur der Nachname erwähnt. Ergänzend hierbei wird unter anderem bei der Zeitung Welt der Zusatz „die“ benutzt, beispielsweise „die Nadig“.

[...]


1 Vgl. Digel, H. (1983). Sport und Berichterstattung. Hamburg: Rowohlt Tas chenbuch Verlag GmbH. S. 149.

2 Schmerl, Chris tine (1994). Die schönen Leichen aus Chromdioxyd und aus Papier. Frauenbilder in der W e r bung . Wien: Braumüller – Verlag. S. 134.

3 Prenner, Andrea (1994). Die Nachricht ist „männlich“. Zur Konstruk tion von Männerrealität und in den Nachrichtenmedien. Wien: Braumüller – Verlag. S. 152.

4 Prenner, Andrea (1994). Die Nachricht ist „männlich“. Zur Konstruk tion von Männerrealität und in den Nachrichtenmedien. Wien: Braumüller – Verlag. S. 154.

5 Klein, M.L. (1986). Frauensport in der Tagespresse. Eine Untersuchung zur sprachlichen und bildlichen Präsentation von Frauen in der Sportberichterstattung. Bochum: Studienverlag Brockmeyer. S. 170

6 Hartmann – Tews , I. & Rulofs , B. (2006). Handbuch Sport und Geschlecht. Schorndorf: Hofmann – Verlag. S.232.

Details

Seiten
14
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783668885073
ISBN (Buch)
9783668885080
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v455718
Institution / Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster – Sportwissenschaften
Note
2,0
Schlagworte
Sport Vielfalt

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Inwiefern unterscheidet sich die Darstellung der Frauen im Vergleich zu den Männern im Sport?