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Klimawandel und Migration. Welche Optionen haben Klimaflüchtlinge?

Hausarbeit (Hauptseminar) 2018 9 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Meteorologie, Aeronomie, Klimatologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Problematisierung und Relevanz
1.2 Methodisches Vorgehen bei der Literaturrecherche
1.3 Zugrundeliegende Definitionen

2. Klimawandel als Ursache für Flucht

3. Rechtliche Grundlagen für Klimaflüchtlinge

4. Fallbeispiel Kiribati: Eine Insel zieht um?!

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Problematisierung und Relevanz

Laut International Migration Report 2017 der Vereinten Nationen leben derzeit rund 258 Millionen Menschen (3,4% der Weltbevölkerung) als Migranten außerhalb ihres Geburts- landes. Im Jahr 2000 waren dies noch 173 Millionen (vgl. UN 2017, S.5). Der stetige Aufwärtstrend von Migrationsbewegungen hat dabei völlig veschiedene Ursachen, die sich über Verfolgung und Krieg bis hin zur Flucht vor den Auswirkungen des Klimawandels erstrecken.

„With its pristine sands, glistening saltwater flats and gently swaying palms, Kiribati ought to be a tropical paradise – but this precarious slice of heaven on earth is living on borrowed time. The low-lying Pacific nation of 33 atolls and reef islands is facing the unstoppable rise of the sea and will be gone before long, making its people the world’s first nation of climate change refugees.” (Mail&Guardian 2018)

Im Bewusstsein der wachsenden Flüchtlingszahlen formulierten die Vereinten Nationen bereits 1951 die sogenannten Genfer Flüchtlingskonventionen, das Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge. Während die Konvention den Status eines Flüchtlings definiert und seine sozialen Rechte festlegt, wird der Klimawandel als eher neuzeitiges Problem bisher nicht als Fluchtursache anerkannt (vgl. UNHCR 2015). Klimaflüchtlinge stehen deshalb weltweit vor einer noch größeren Problematik. Welche Optionen haben sie, wenn der Klimawandel ihre Heimat unbewohnbar macht?

Im Rahmen dieses Papers soll diese Frage beantwortet werden, indem zunächst der Klimawandel als Fluchtursache analysiert und dann die rechtlichen Grundlagen von Klimaflüchtlingen in Europa aufgezeigt werden. Veranschaulicht werden soll die Problematik am Fallbeispiel des Inselstaates Kiribati.

1.2 Methodisches Vorgehen bei der Literaturrecherche

Klimawandel und Klimaflüchtlinge sind recht junge Themen, die zur Zeit stark im Fokus der Forschung stehen. Deshalb fällt es nicht sonderlich schwer, aktuelle Literatur zu den Themen zu finden. Da Bücher jedoch einiges an Zeit in Anspruch nehmen, ehe sie veröffentlicht werden, durch die Forschung aber schnell neue Erkenntnisse gewonnen werden, sind es insbesondere Zeitschriftenartikel, die relevant für diese Thematik erscheinen.

1.3 Zugrundeliegende Definitionen

2. Klimawandel als Ursache für Flucht

Die Debatte um Umweltflüchtlinge ist kein Phänomen des 21. Jahrhunderts. Bereits in den 1980er Jahren wurde auf die Problematik von wachsenden Flüchtlingszahlen aufgrund von sich wandelnder Umweltbedingungen hingewiesen (vgl. Hinnawi, 1985). Der Umweltforscher Norman Myers ging daraufhin sogar davon aus, dass die Zahl der Umweltflüchtlinge im Jahr 1995, die Zahl der „normalen“ Flüchtlinge bereits übersteigen würde (vgl. Myers, 2001).

Tatsächlich fällt es zunehmend schwer, konkrete Zahlen über Klimaflüchtlinge zu finden (vgl. Greenpeace e.V. 2007, S.3). Einige Wissenschaftler bestreiten gar einen Zusammenhang zwischen dem Klimawandel und Migrationsbewegungen, während im Third Accessment Report des IPCC ein Zusammenhang lediglich angedeutet wird, ohne jedoch einen konkreten Zusammenhang zwischen dem Klimawandel und Fluchtbewegungen aufzuzeigen (IPCC 2001, Kapitel 7.2.2.3.1).

Laut Castles, Haas und Miller (2014) können derartige Fluchtbewegungen nicht per se auf den Klimawandel, jedoch auf seine Folgen zurückgeführt werden. Aigner (2017) führt an, „dass der Umstand Klimaflucht schon heute ein ernst zu nehmendes Phänomen ist und sich in den kommenden Jahrzehnten wahrscheinlich zu einem gravierenden Problem ausweiten wird.“

Dass die Flüchtlingszahlen aufgrund des Klimawandels unterrepräsentiert werden, führt Aigner darauf zurück, dass dieser oftmals Regionen trifft, die ohnehin „zu den Hauptemigrationsgebieten auf globaler Ebene zählen“ (Aigner 2017, S.155).

Das Klimasystem der Erde ist ein sensibles – bereits kleinste Veränderungen haben gravierende Auswirkungen auf die Hydrosphäre, die Atmosphäre, die Kryosphäre und weitere Subsysteme der Erde. So wirkt bereits ein geringer Temperaturanstieg auf globaler Ebene sich auf die Eismassen, die Meere und die Atmosphäre aus. Die Folgen: Abschmelzen von Eisschilden, stärkere Niederschlagsereignisse und der Anstieg des Meeresspiegels. Dies führt der IPCC in seinem dritten Accessment Report (TAR) auf die thermale Expansion, also die Ausdehnung des Wassers mit steigenden Temperaturen, des Meeres und den Zufluss von Schmelzwasser zurück (vgl. IPCC 2001, 11) – ein Problem, das weltweite Konsequenzen haben kann.

Denn „weltweit leben gegenwärtig rund 200 Millionen Menschen in den Küstengebieten, die nur bis zu einem Meter über dem Meeresspiegel liegen“ (Greenpeace 2007, S.2). Myers (2001) spricht von schätzungsweise 150 Millionen Klimaflüchtlingen bis zur Mitte des Jahrhunderts.

Greenpeace (2007) stellt jedoch noch andere mögliche Ursachen für Klimaflucht mit Bezug zum Klimawandel vor.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Globale Folgen des Klimawandels (Greenpeace 2007, S. 14f.)

Der steigende Meeresspiegel betrifft Küstenregionen weltweit. Aufgrund der zahlreichen Inselstaaten und besonders stark besiedelten Küstengebiete, sind Südostasien und der Pazifikraum besonders stark betroffen. Neben dem steigenden Meeresspiegel werden stärkere Niederschläge und heftigere Sturmfluten verheerende Auswirkungen auf besiedelte Küstengebiete in Südostasien, dem Nahen und Mittleren Osten, Europa und die Küstenregionen Nordamerikas haben und zu Überflutungen führen (vgl. Holland, Babson 2017, S. 30f).

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Details

Seiten
9
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783668904736
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v455742
Institution / Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel
Note
2,3
Schlagworte
klimawandel migration welche optionen klimaflüchtlinge

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Titel: Klimawandel und Migration. Welche Optionen haben Klimaflüchtlinge?