Lade Inhalt...

Analyse und Darstellung der Schwächen und Stärken des Kreislaufarguments in Platons "Phaidon"

Essay 2014 9 Seiten

Philosophie - Philosophie der Antike

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Analyse und Darstellung der Schwachen und Starken des Kreislaufarguments in Platons „Phaidon“
Analyse des Arguments
Schwachen und Starken des Arguments

Fazit

Literaturverzei chnis

Einleitung

Das Kreislaufargument in Platons Werk Phaidon bildet den ersten Versuch von Sokrates, die Unsterblichkeit der Seele zu beweisen. In diesem Essay wird zunachst einmal das Kreislaufargument analysiert, indem es in die entsprechenden Pramissen aufgeteilt wird, aus denen heraus sich dann die conclusiones ergeben. AnschlieGend werden zahlreiche Schwachen und eine Starke dargestellt, wodurch man zu der Erkenntnis gelangt, dass das Argument insgesamt nicht uberzeugend ist. Im Fazit werden die wichtigsten Ergebnisse noch einmal zusammengefasst.

Analyse und Darstellung der Schwachen und Starken des Kreislaufarguments in Platons ,,Phaidon“

Analyse des Arguments

Der Abschnitt 69e bis 72e, der in diesem Essay behandelt wird, beginnt mit dem Einwand des Gesprachsteilnehmers Kebes: Dieser fordert einen Beweis dafur, dass die Seele nach dem Tod noch existiert. Denn viele Menschen sind der Meinung, dass dies nicht der Fall ist, sondern die Seele auch stirbt, wenn der Mensch stirbt (Vgl. Phd. 70b). Diese AuGerung des Kebes bildet also die Einfuhrung in die Diskussion uber das Kreislaufargument.

Sokrates entwickelt seine Argumentation zunachst bezugnehmend auf eine „alte Rede" (Phd. 70c), namlich die Lehre von der Wiedergeburt: Die Seelen kommen von der Unterwelt ins Diesseits, nach dem Tod eines Menschen wieder zuruck in die Unterwelt und werden dann wiedergeboren (Vgl. Phd. 70c-70d). Der entscheidende Punkt fur sein folgendes Argument ist an dieser Stelle, dass die Seelen auch schon vor der Geburt existieren mussen, da sonst die Wiedergeburt unmoglich ware. Nun kommt Sokrates auf das eigentliche Argument zu sprechen, er bezieht sich nun nicht nur auf Menschen, sondern auch auf die Natur und stellt fest, dass alles, was entsteht, aus seinem Gegensatz entsteht. Als Beispiel nennt er das Gegensatzpaar „groR>“ und „klein“, wird etwas grower geschieht das aus dem Kleineren, wird etwas kleiner geschieht das aus dem GroGeren (Vgl. Phd. 70e). Hierbei handelt es sich urn die erste Pramisse seiner Argumentation: Alles entsteht aus seinem Gegensatz. Zwischen diesen Gegensatzen finden jeweils Prozesse statt, die das Eine in das Andere umwandeln. Bei eben genanntem Beispiel wurde es sich also urn die Vorgange des Wachsens und des Schrumpfens handeln (Vgl. Phd. 71a-71b). Die zweite Pramisse lautet also: Fur jeden Gegensatz gibt es zwei Werdeprozesse. Das Gegenteil von Leben ist der Tod, sie bilden ein Gegensatzpaar wie Wachen und Schlafen, die dazugehorigen Vorgange lauten Einschlafen und Erwachen (Vgl. Phd. 71c-71d). Diese lassen sich nun auch auf Leben und Tod ubertragen, der Vorgang, der Leben in Tod verwandelt, nennt sich Sterben, der entgegengesetzte Prozess Aufleben. Die Seelen der Toten mussen also irgendwo sein, damit sie wieder lebend werden konnen (Vgl. Phd. 71e-72a). Die dritte und letzte Pramisse ist, dass Leben und Tod ein Gegensatz sind wie Wachen und Schlafen. Am Ende wird noch einmal erganzend betont, dass Prozesse niemals nur in eine Richtung verlaufen, sondern auch in die entgegengesetzte (Vgl. Phd. 72a-72e). Aus den gerade genannten Pramissen lassen sich nun Schlussfolgerungen ziehen. Aus der ersten und dritten Pramisse ergibt sich die erste Conclusio: Genauso wie Wachen aus Schlafen und Schlafen aus Wachen hervorgeht, entsteht das Leben aus dem Tod und der Tod aus dem Leben. Die zweite und dritte Pramisse fuhren dazu, dass es beim Wachen und Schlafen die Vorgange des Erwachens und Einschlafens gibt und beim Gegensatzpaar Leben und Tod parallel dazu die Werdeprozesse des Sterbens und Auflebens. Insgesamt soil die dritte Conclusio bewiesen sein, dass die Seelen nach dem Tod, also auch vor dem Leben, irgendwo existieren mussen.

[...]

Details

Seiten
9
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668868137
ISBN (Buch)
9783668868144
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v456085
Institution / Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
1,0
Schlagworte
analyse darstellung schwächen stärken kreislaufarguments platons phaidon

Teilen

Zurück

Titel: Analyse und Darstellung der Schwächen und Stärken des Kreislaufarguments in Platons "Phaidon"