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Kommunikation im interkulturellen Team

Seminararbeit 2002 21 Seiten

BWL - Personal und Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Kommunikation
2.1 Definition: Kommunikation
2.2 Verbale Kommunikation
2.3 Nonverbale Kommunikation
2.3.1 Gestik
2.3.2 Paralinguistik
2.3.3 Mimik
2.4 Wertorientierung
2.5 Verhaltensmuster: Sitten, Normen, Rollen

3 Kommunikation im interkulturellen Team
3.1 Grundlagen interkultureller Kommunikation
3.1.1 Kultur
3.1.2 Definition: Team
3.2 Interkulturelle Kommunikationstheorien
3.2.1 Anxiety/Uncertainty Management Theory (AUM)
3.2.2 Cultural Identity Negotiation Theory

4 Probleme im interkulturellen Team
4.1 Kommunikationsstörungen
4.1.1 Störungen bei der Übermittlung
4.1.2 Störungen bei der Interpretation
4.1.3 Störungen bei der Bewertung
4.2 Spannungen zwischen „low-context“ und „high-context“ Kulturen
4.3 Unterschiede in der Direktheit der Kommunikation
4.4 Kollektivistische vs. individualistische Kulturen

5 Lösungsansätze
5.1 Interkulturelles Lernen
5.2 Interkulturelles Training

6 Schlusswort

7 Bibliographie

1 Einleitung

Die Welt ist klein geworden. Durch die Globalisierung der Märkte haben multikulturelle Kontakte, Beziehungen, Auseinandersetzungen und Verhandlungen stark an Bedeutung gewonnen.

Es ist heute kaum noch möglich, in seiner eigenen kleinen Welt zu existieren und seine Kultur- und Wertvorstellungen als absolut anzunehmen. Viel eher könnte man den idealtypischen modernen Menschen als vielsprachigen Kosmopoliten verstehen. Solange jedoch interkulturelle Kommunikation von Menschen geführt wird, bringen sie ihre Kultur, Werte, Verhaltensstile und interaktive Erwartungen ins Gespräch ein. Wer sich der Relativität der eigenen Kultur und auch des eigenen Denkens und Handelns nicht bewußt ist, kann keine erfolgreiche (interkulturelle) Kommunikation führen.

Wir haben uns daher die Frage gestellt, welche Probleme aus kulturellen Unterschieden in der Kommunikation bei der Zusammenarbeit im internationalen Team auftreten können. Die vorliegende Seminararbeit gibt einen Überblick über relevante Aspekte der Kommunikation im interkulturellen Team. Außerdem wird auf die Aspekte von Kommunikation, auf Sprache, nichtverbale Kommunikation, Gestik und Paralinguistik, sowie Wertorientierung, eingegangen. Verhaltensmuster, wie Sitten, Normen und Rollen und deren Einfluss auf das Arbeiten im interkulturellen Team werden erklärt.

In einem weiteren Schritt werden Probleme aufgezeigt, die bei der Zusammenarbeit in einem internationalen Team entstehen können. Als Abschluss werden noch zwei Lösungsansätze präsentiert, die helfen sollen, diese Probleme zu erkennen und in weiterer Folge, zu lösen.

2 Kommunikation

Samovar und Porter zufolge findet Kommunikation immer dann statt, wenn eine Person die Handlungen und das Verhalten einer anderen Person bemerkt und feststellt, daß sie eine Bedeutung haben: „when meaning is distributed to behavior“ (Samovar u.a. 1981, S.28). Dabei spielt es keine Rolle, ob das Verhalten bewußt oder unbewußt, beabsichtigt oder unbeabsichtigt war; Kommunikation umfaßt den Austausch und die Erzeugung von Botschaften und Inhalten.

Im folgenden werden die unterschiedlichsten Aspekte von Kommunikation betrachtet. Sprache, nichtverbale Kommunikation wie Gestik, Paralinguistik und Mimik, Wertorientierung und Verhaltensmuster werden näher analysiert.

2.1 Definition: Kommunikation

Vereinfacht kann man Kommunikation als "Verständigung untereinander, Umgang, Verkehr" sowie als "Verbindung, Zusammenhang" betrachten (Drosdowski u.a., 1990, S. 413). Inhalt und Ausdrucksform der Botschaften sind ebenso wichtige Bestandteile der Kommunikation, wie Wahrnehmung und Interpretation der selben. Der Begriff Kommunikation wird oft auch gleichbedeutend mit dem Begriff Interaktion verwendet. Der Schwerpunkt in der Kommunikation liegt bei der wechselseitigen Verständigung, in der Interaktion bei aufeinander bezogenem Handeln und Verhalten. Interkulturelle Kommunikation stellt ein sehr komplexes Thema dar, das vielen Einflüssen ausgesetzt ist. Durch die wechselseitige Beeinflussung von Individuen und Kultur entstehen Situationen, in denen es keine allgemeingültigen Regeln geben kann. Vorstellungen (z.B. Stereotypen) und Einstellungen (z.B. Vorurteile) wirken sich auf das (Kommunikations-)Verhalten des Menschen aus. Durch Bewußtwerden eigener und Verstehen fremder Vorurteile kann man jedoch Begegnungsproblemen entgegenwirken. Einige andere Eigenschaften und Schlüsselqualifikationen wirken sich positiv auf interkulturelle Begegnungen aus: Intelligenz, Selbstkritik, Toleranz, soziale Kompetenz, positives Selbstwertgefühl, offenes Wesen, etc. (Maletzke, 1996, S. 37).

2.2 Verbale Kommunikation

„Sprache“ ist ein vieldeutiger und nicht immer klar definierter Begriff. Festzuhalten ist, daß die symbolhaft-abstrakte Sprache eine wichtige und notwendige Voraussetzung für den Menschen als Kulturwesen ist, und daß Sprache einen großen Teil der Kultur ausmacht und bestimmt. Sprache reduziert Komplexität, sie bringt Ordnung und Überblick; durch Sprache werden Erfahrungswelten kategorisiert und „Wirklichkeit“ konstruiert. All dies geschieht in verschiedenen Kulturen auf unterschiedliche Weise. Jede Sprachgemeinschaft legt ihren Betrachtungen andere, eigene, Kategorien zugrunde.

Ungefähr 3000 verschiedene Sprachen gibt es auf dieser Welt; neben dieser Vielzahl an Sprachen existieren innerhalb einer Sprachgruppe noch Dialekte, Akzente, Slang, Jargon und andere Sprachvariationen. Jede Sprache und sogar jeder Dialekt reflektiert kulturelle Unterschiede. In der Literatur wird die These aufgestellt, daß die Sprache einer Menschengruppe auf das Engste mit der Weltsicht dieser Gruppe zusammenhängt und daß Sprache und Weltsicht in Form von engen Wechselbeziehungen zueinander stehen und aufeinander verweisen. Sprache reflektiert das, was in einer Gesellschaft wichtig ist und als wichtig erachtet wird (Mayer 1997, S. 42).

Bemerkenswert ist, daß auch Subkulturen – seien es demographische Gruppen, Berufsgruppen oder Interessengruppen - eigene Sprachen haben, die häufig für einen Außenstehenden schwer verständlich sind (Maletzke, 1996, S. 72-75). Assoziationen, Emotionen und Wertungen können die lexikalische Bedeutung eines Begriffs beeinflussen oder sogar zunichte machen, ohne daß es den Kommunikationspartnern überhaupt bewußt wird.

2.3 Nonverbale Kommunikation

Die Sprache ist das differenzierteste und leistungsfähigste Instrument zwischenmenschlicher Verständigung, sie ist jedoch nicht das einzige. Eine Vielzahl von Verhaltensweisen (wie z.B. die Körpersprache, Raum und Distanz, der Orientierungswinkel, die äußere Erscheinung einer Person, die Haltung, Kopfbewegungen, Mimik, Gestik, Blickkontakt und Paralinguistik) dienen ebenfalls der Bedeutungsvermittlung.

Einigen Studien zufolge werden 65 % bis 93 % der Bedeutung einer Botschaft durch nonverbale Kanäle übertragen. (Brislin, Yoshida 1994, S. 275 zitiert in Braunsperger). Diese Kommunikationsformen werden unter der Bezeichnung „nichtverbale Kommunikation“ zusammengefaßt (Maletzke 1996, S.76). Aufgrund der Komplexität des Gegenstandes, greifen wir im folgenden drei Bereiche der nonverbalen Kommunikation heraus und erläutern diese näher. Anhand der Beschreibung von Gestik, Mimik und Paralinguistik wird deren hohes Maß an kultureller Überformung verdeutlicht.

Eine empirische Studie über die Bedeutung von verbalen gegenüber nonverbalen Kommunikationselementen kommt zu dem Ergebnis, daß eine positive Einstellung zu 7 % von der verbalen Botschaft, zu 38 % von paraverbalen Elementen und zu 55 % von nonverbalen Einflüssen beeinflußt wird (Usunier 1993, S. 69).

2.3.1 Gestik

Unter „Gestik“ wird die Körpersprache im engeren Sinne verstanden, also all das, was sich mit Hilfe von Körperbewegungen mitteilen und darstellen läßt. In vielen Fällen sind Gesten konventionell festgelegt, und in unterschiedlichen Kulturen kann diese Festlegung verschieden ausgeprägt sein. Maletzke verdeutlicht diese Unterschiede in den Bedeutungen von Gestik in unterschiedlichen Kulturen anhand eines Beispiels: „Wenn wir von uns selber reden und dabei auf unsere Brust zeigen, erscheint das den Japanern seltsam, denn dort legt man für den selben Zweck den Finger auf die Nase.“ (Maletzke 1996, S.78).

Ein weiteres Beispiel wäre das Händeschütteln zur Begrüßung, was in vielen Kulturen aufgrund des direkten physischen Kontaktes noch bis vor nicht all zu langer Zeit als ungewöhnlich oder unangenehm galt. Es gibt demzufolge kontaktfreudigere Kulturen, die den direkten Körperkontakt nicht scheuen, und solche, die dies tun. Ein weiteres Beispiel ist das Kopfschütteln, das von einem Europäer als Verneinung interpretiert wird, für einen Inder jedoch ein "Ja" bedeutet (Maletzke 1996, S. 82).

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Details

Seiten
21
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638128056
ISBN (Buch)
9783638756488
Dateigröße
527 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v4567
Institution / Hochschule
Wirtschaftsuniversität Wien – Abteilung für ABWL - Personal, Führung, Organisation
Note
Befriedigend
Schlagworte
Kommunikation Team Seminar Personal Unternehmensführung

Autor

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