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Die Akzeptanzkrise der repräsentativen Demokratie in Abhängigkeit von der sozialen Staatlichkeit

Hausarbeit 2018 23 Seiten

Politik - Politische Systeme - Politisches System Deutschlands

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zum Verhältnis von Staatlichkeit und politischer Kulturforschung

3. Soziale Staatlichkeit als Gegenstand politischer Fragilitätsforschung
3.1. Grundzüge des deutschen Sozialstaates
3.2. Wandel sozialer Staatlichkeit und Transformationseffekte

4. Politische Kultur im Rahmen sozialstaatlicher Entwicklungen
4.1. Demokratiezufriedenheit und Systemlegitimität
4.2. Beziehung und Signifikanz gesellschaftlicher und politischer Akteure
4.3. Verhältnis sozialstaatlicher Entwicklungen und Systemunterstützung

5. Ausblick und Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Das im September 2018 publizierte Integrationsbarometer stellt einmal mehr die soziale Lage und Herkunft in den Mittelpunkt der Diskussion um gesellschaftliche Teilhabe.1 Verzeichnet sich seit Jahren ein Rückgang aus klassischen politischen Partizipationsstrukturen2, hat sich parallel dazu mit der AfD erstmals seit 1949 eine rechtspopulistische Kraft im hiesigen Parteiensystem etablieren können, die die Thematik (sozialer) Sicherheit wettbewerbspolitisch erfolgreich kanalisiert.3

Die sich aus diesem Sachverhalt ergebende wissenschaftliche Frage muss sein, in welchem Verhältnis das repräsentativdemokratische System und die soziale Staatlichkeit unter aktuellen Einflüssen stehen und in welcher Weise Entwicklungen deutscher Sozialstaatlichkeit auf die hiesige politische Kultur und, im Rahmen dieser, auf die öffentliche Rezeption des repräsentativdemokratischen Systems wirken. Dazu wird zu Beginn dieser Arbeit die Interdependenz beider Aspekte theoretisch dargelegt, um anschließend die soziale Staatlichkeit hinsichtlich institutioneller Rahmenbedingungen und transformatorischer Momente zu analysieren. Anschließend soll die politische Kultur im Rahmen skizzierter sozialstaatlicher Entwicklungen Gegenstand der Analyse sein, um eine Konklusion hinsichtlich des Effekts sozialstaatlicher Entwicklungen auf die Einstellung gegenüber dem politischen System zu verfassen. Dazu wird abschließend ein in die Zukunft blickendes Fazit erfolgen, um zu evaluieren, ob die repräsentative Demokratie in Deutschland, forciert durch sozialstaatliche Entwicklungen, auf einen krisenhaften Zustand zusteuert.

Der aktuelle wissenschaftliche Forschungsstand ist als sehr reichhaltig zu bezeichnen, besteht allerdings nebst aktuellen Erhebungen und Evaluationen großteils aus politik- und staatstheoretischen Einbettungen. Dabei ist eine direkte gegenseitige Referenz beider Untersuchungsgegenstände in der Literatur eher selten. Vor diesem Hintergrund fußt diese Arbeit auf theoretischen Konzeptionen, die im Rahmen der Aktualität des Themas um aktuelle Erkenntnisstände und Meinungen ergänzt werden, um Wechselwirkungen der beiden Untersuchungsgegenstände zu veranschaulichen und somit zu versuchen, die Fragestellung aus gegenwärtiger Sicht und mit Rückgriff auf fundierte wissenschaftliche Theorien zu beantworten.

2. Zum Verhältnis von Staatlichkeit und politischer Kulturforschung

Eine Auseinandersetzung mit den Forschungsgegenständen der (fragilen) Staatlichkeit und der politischen Kultur bedarf zunächst einer Definition eben dieser und damit einer Verortung im politiktheoretischen Diskurs.

Staatlichkeit ist allgemein als „[…] die Fähigkeit eines Staates zur (Durch-) Setzung verbindlicher Regeln und des Gewaltmonopols“4 definiert. Als Verband politischer Herrschaft5 betrachtet, in dem Macht6 im Rahmen institutioneller Legitimation ausgeübt wird, stellen sich Leistungserwartungen7 an den Staat und staatliche Akteure. Hier lässt sich die These aufstellen, dass die Staatlichkeit schwindet, falls der Staat als Inhaber des Gewaltmonopols die an ihn gestellten Leistungserwartungen nicht zu erfüllen vermag. Dies wird durch die in der Forschung bestehende Annahme gestützt, dass die staatliche Fragilität zunimmt, je weniger Legitimität staatliche Herrschaft besitzt.8 Kommt der Staat seinen Kernaufgaben nicht nach, riskiert er seinen Zerfall. Die Analyse von Staatsfunktionen wurde in der Politikwissenschaft lange unter dem Begriff der politischen Systeme gefasst.9 Es scheint daher notwendig, eine Verbindung zwischen den Begriffen des Staates und des politischen Systems herzustellen: Nach Stefan Haack setzen politische Systeme10 einen Staat voraus.11 Staatlichkeit sei dabei als ein von einem bestimmten politischen System unabhängiges Phänomen zu betrachten.12 Entscheidend für die Analyse staatlicher Fragilität sei nicht primär die Ausgestaltung des politischen Systems eines Staates, sondern seine Regimequalität.13 Allerdings existiere als Staat „[…] immer nur jene Form der politischen Ordnung, die zugleich gewollt wurde und gemacht werden konnte.“14 Somit ist „[…] die Frage der Staatsform, die in einem Staatswesen herrscht, […] stets auf die Ebene der grundlegenden politischen Bindung […] bezogen […]“15. Der Aspekt der politischen Bindung scheint in einer Demokratie wie der Bundesrepublik Deutschland umso signifikanter, als dass in ihr das Volk seine eigenen Herrscher wählt und somit zum Verfassungsorgan avanciert.16 Das hier implizierte Moment politischer Partizipation17 ermöglicht an dieser Stelle die Verbindung zur politischen Kulturforschung, die als politikwissenschaftliches Forschungsfeld „[…] das Verteilungsmuster aller Orientierungen einer Bevölkerung gegenüber dem politischen System […]“18 betrachtet.19 Der im politischen System der repräsentativen Demokratie essentielle Partizipationsgedanke bedarf an dieser Stelle einer Definition der Bürgergesellschaft: Nach Ralf Dahrendorf wird sie als „[…] eine Gesellschaft von Bürgern mit den Chancen des allgemeinen Bürgerstatus“20 verstanden. Chancen bedeuten, so Dahrendorf, eine Abwesenheit von Zwängen für den Bürger.21 Die an dieser Stelle implizierte negative Freiheit kann, in sozioökonomischer Perspektive betrachtet, als einer Demokratie unzuträglich gewertet werden, da Märkte dazu tendieren, soziale Spaltung zu forcieren.22 Ohne marktbeschränkende oder marktkorrigierende Regelungen sei eine kapitalistische23 Ökonomie nicht demokratiekompatibel.24 Das Sozialstaatsprinzip kann folglich als Sicherungselement der staatlichen Verfasstheit der Demokratie gedacht werden. Da beiden in dieser Arbeit behandelten Begriffen der Staatlichkeit und der politischen Kultur eine Wechselwirkung von Systemen und den in ihnen agierenden Akteuren innewohnt ist es von Nöten, die Effekte sozialstaatlicher Entwicklungen auf die politische Kultur zu untersuchen. Im Folgenden soll daher zunächst die soziale Staatlichkeit Gegenstand dieser Arbeit sein.

3. Soziale Staatlichkeit als Gegenstand politischer Fragilitätsforschung

Soziale Staaten haben die Etablierung einer gerechten gesellschaftlichen Grundordnung zwecks Errichtung eines wohlgeordneten Gemeinwesens zum Ziel.25 Eine Analyse sozialer Staatlichkeit bedarf deswegen der Betrachtung des Konstruktes Staat aus sowohl soziologischer (rekonstruierender) als auch ökonomisierter Sicht.26 Das in der politischen Theorie des Sozialstaats verankerte Prinzip sozioökonomischer Gerechtigkeit27 impliziert die „[…] Übernahme einer legalen und damit formalen und ausdrücklichen Verantwortung einer Gesellschaft für das Wohlergehen ihrer Mitglieder in grundlegenden Belangen.“28 Die durch den Sozialstaat zu erfolgende Zusicherung sozialer Bürgerrechte29 und Absicherung kollektiver Risiken30 exemplifiziert die starke normative Prägung31 dieses Staatskonzeptes, das gleichsam eine große interne Fragmentierung aufweise32 und somit per se als äußerst vulnerables Konzept staatlicher Organisation verstanden werden muss.33 Nach Christoph Butterwegge seien dem Sozialstaat generell vier Problematiken inhärent: Konstitutions-, Funktions-, Transformations- und Legitimationsproblematik.34 Diese sollen mit Blick auf die Bundesrepublik Deutschland fortlaufend beleuchtet werden.

3.1. Grundzüge des deutschen Sozialstaats [35]

Eine Betrachtung der Grundzüge deutscher Sozialstaatlichkeit bedarf zunächst einer Typisierung und anschließender Diskussion über verschiedene Funktionen eben dieser. Nach Gøsta Esping-Andersen ist der deutsche Sozialstaat dem konservativen Typus des Wohlfahrtsstaates36 zuzuordnen.37 Die Sozialstaatlichkeit ist dabei in Art. 20 (1) sowie in Art. 28 GG verankert.38 Ihre konkrete Funktionszuweisung unterliegt jedoch weitestgehend dem Gesetzgeber. Christian Becker und Frank Jost sehen „[…] in dieser Ungeklärtheit […] die eigentliche Krise, die also wesentlich eine politisch-ethische ist […].“39 Die hier deutlich werdende Funktionsproblematik muss, in historischer Perspektive, mit der Konstitutionsproblematik zusammen gedacht werden, da die Etablierung des deutschen Sozialstaates in Zeiten geringer weltwirtschaftlicher Integration und Relation erfolgte.40 Es scheint somit logisch, fortlaufend Funktionsdefizite des deutschen Sozialstaates zu untersuchen, um anschließend Problematiken der Transformation und Legitimation zu analysieren.

3.2. Wandel sozialer Staatlichkeit und Transformationseffekte

Das Konstrukt Staat ist essentiell für den gesellschaftlichen Reproduktionsprozess.41 An dieser Stelle muss jedoch das ökonomische Kapital als positiv auf Human- und Sozialkapital wirkende Ressource42 mit in eine Analyse der Staatlichkeit fließen.43 Das durch Peter Flora definierte normative Stabilitätsverständnis44 verdeutlicht die Auffassung des Sozialstaats als Sicherungskonzept. Fortlaufend soll daher der Wandel sozialer Staatlichkeit zuerst anhand endogener und anschließend anhand exogener Faktoren analysiert werden, um Schlüsse hinsichtlich systemischer Defizite schließen zu können.45

Wie vorgenannt, bestehen innerhalb der Staatenanalyse Interdependenzen zwischen ökonomischen und sozialen Faktoren. Auch mit Blick auf endogene Faktoren einer deutschen Sozialstaatstransformation ergibt sich eine Wechselwirkung ökonomischer und sozialer Entwicklungen. Das Sozialstaatsprinzip der Bundesrepublik Deutschland basiert auf einer Zeit geringer Internationalisierung (vgl. Kapitel 3.1.), mit deren Eintritt nationalstaatliche Ökonomien fortlaufend sektoralem Strukturwandel ausgesetzt waren.46 Der hiesige Wegfall klassischer Industriezweige befeuerte die Auflösung sozialer Milieus47, mit welcher ein Umbau sozialer Sicherungsstrukturen von Status- zu Grundsicherung einherging.48 Der sich parallel zu dieser Entwicklung vollziehende demographische Wandel zeigt die Signifikanz endogener Dynamiken für einen Wandel sozialer Staatlichkeit, welcher nach Bernd Röttger als „[…] Prozess der Erosion und Transformation der gesellschaftlichen Kompromissstrukturen mittels Ökonomisierung gleichsam von innen aus den Gesellschaften heraus“49 gedacht werden müsse. Dabei referenziert Röttger jedoch ebenso die in diesem Kontext signifikante Rolle des Weltmarktes und der Globalisierung mit der Etablierung transnationaler Strukturen, die „[…] neu definierte […] Grenzen und Selektivitäten des Staates […]“50 formten. An dieser Stelle kann die These aufgestellt werden, dass die Fragilität eines Staates niemals exogener, sondern immer endogener Natur ist, wobei exogene Entwicklungen den Rahmen endogener bilden und diese zusätzlich forcieren.

[...]


1 Vgl. Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration: Stabiles Klima in der Integrationsrepublik Deutschland, Berlin 2018, S. 27.

2 Dieser Rückgang vollzieht sich sowohl mit Blick auf die Wahlbeteiligung als auch auf die Entwicklung der Mitgliedszahlen politischer Parteien (vgl. Bundeswahlleiter, Der: Wahlbeteiligung; vgl. Niedermayer, Oskar: Mitgliederentwicklung der Parteien, 07. Oktober 2017.).

3 Vgl. Haferkamp, Lars: Wahlforscher: Deshalb war die AfD so erfolgreich, 24. September 2017.

4 Sonderforschungsbereich 700 „Governance in Räumen begrenzter Staatlichkeit“ der Freien Universität Berlin: Räume begrenzter Staatlichkeit.

5 Ebd.

6 Macht bedeutet nach Max Weber „[…] jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel worauf diese Chance beruht.“ (Weber, Max: Wirtschaft und Gesellschaft, Tübingen 1922, S. 50.).

7 Gemeint sind Leistungserwartungen von Bürger*innen an den Staat und staatliche Akteure, auch im Sinne sozialstaatlicher Leistungen (vgl. Sonderforschungsbereich 700 „Governance in Räumen begrenzter Staatlichkeit“ der Freien Universität Berlin, a.a.O.).

In Anlehnung an Ziebura wird der Staat in dieser Arbeit als ein mutables Konstrukt gedacht, dessen Form Ausdruck gesellschaftlicher Kräfteverhältnisse ist und somit eine definitorische Wandelbarkeit in sich trägt (vgl. Ziebura, Gilbert: Der Staat – das unbekannte Wesen, in: Leviathan, Jg. 18 (3/1989), S. 432-443, zit. nach Röttger, Bernd: Staatlichkeit in der fortgeschrittenen Globalisierung. Der Staat als Handlungskorridor politökonomischer Entwicklung, in: Beerhorst, Joachim/Demirović, Alex/Guggemos, Michael (Hrsg.): Kritische Theorie im gesellschaftlichen Strukturwandel, Frankfurt am Main 2004, S. 153-177, S. 158.).

8 Vgl. z.B. Mohamad-Klotzbach, Christoph/Schlenkrich, Oliver: Die wiederentdeckte Relevanz von Staatlichkeit, in: Zeitschrift für vergleichende Politikwissenschaft, Jg. 11 (2017), S. 479-487, S. 480.

9 Vgl. ebd., S. 479.

10 Hierbei meint der Begriff des politischen Systems die Ausgestaltung einer Herrschaftsform, zum Beispiel in Deutschland die repräsentative Demokratie als Form eines demokratischen Staates.

11 Vgl. Haack, Stefan: Verlust der Staatlichkeit, Tübingen 2007, S. 294; Wolfgang Merkel argumentiert, dass ein funktionierendes politisches System einen nach innen als auch nach außen intakten Territorialstaat voraussetze. Diese Arbeit legt den Fokus auf die innere Perspektive (vgl. Merkel, Wolfgang et al.: Defekte Demokratie. Band 1: Theorie, Opladen 2003, S.58.).

12 Vgl. Mohamad-Klotzbach/Schlenkrich, a.a.O., S. 480.

13 Vgl. ebd.

Regimequalität meint an dieser Stelle in einem generellen Sinne die Qualität der vorkommenden Herrschaftsform, also die Durchsetzungsfähigkeit staatlicher Grundsätze durch das Regierungssystem bzw. durch die Regierung.

14 Haack, a.a.O., S. 286.

15 Ebd., S. 287.

16 Vgl. dazu: ebd., S. 289;

Die Legitimation des Deutschen Bundestages und seiner Abgeordneten als Volksvertreter*innen ist gesetzlich durch Art. 38 (1) GG festgelegt (vgl. Deutscher Bundestag: Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland. Sonderausgabe für die Bundeszentrale für politische Bildung, herausgegeben vom Deutschen Bundestag, Berlin 2015, S. 39.).

17 Als gängigste Form politischer Partizipation werden in Deutschland Wahlen angesehen (vgl. Woyke, Wichard: Politische Beteiligung/Politische Partizipation.

18 Ebd.

19 Dabei liegt dem von Almond und Verba geprägten Konzept der politischen Kultur ein demokratisches Staatsdenken zugrunde. Somit kann eine Auseinandersetzung zwischen einem demokratischen Staatssystem und politischer Kultur erfolgen (vgl. Almond, Gabriel Abraham/Verba, Sidney: The Civic Culture. Political Attitudes and Democracy in Five Nations, Princeton 1963.).

20 Dahrendorf, Ralf: Die Zukunft der Bürgergesellschaft, Opladen 1993, S. 77.

Hierbei grenzt Dahrendorf den Staat definitorisch von der Bürgergesellschaft und vom Bürgerstatus ab, da dieser mit seinem Gewaltmonopol das Kriterium der Pluralität der Bürgergesellschaft nicht erfülle (vgl. ebd.).

Nach Dahrendorf avanciere der Staat zu einem demokratischen dadurch, als dass er in Teilen des Lebens als nicht notwendig erscheine und dadurch Freiheitsrechte sichere. Da es jedoch die demokratische Verfasstheit sei, die bürgerliche Freiheits- und Grundrechte innerhalb des Staates sichere, auf dessen Basis Gesellschaft gemeinsam gestaltet wird, scheint eine wechselseitige Betrachtung von Bürger*innen und einem Staat, der mit seiner Verfasstheit ein Grundgerüst für politischen Artikulationsraum sicherstelle, unausweichlich (vgl. ebd.).

21 Vgl. ebd.

22 Vgl. dazu: Merkel et al., a.a.O. (Fn. 11), S. 61.

23 Die Bundesrepublik Deutschland ist im Rahmen ihrer Wirtschaftsordnung als kapitalistische Ökonomie mit sozialen Komponenten (soziale Marktwirtschaft) zu bezeichnen.

24 Merkel et al., a.a.O. (Fn. 11), S. 61.

25 Vgl. Kersting, Wolfgang: Politische Philosophie des Sozialstaats, Weilerswist 2000, S. 30.

26 Es scheint als Dilemma, den Staat entweder ökonomisch und damit verkürzt oder soziologisch (rekonstruiert) und damit überpolitisiert zu betrachten (vgl. Röttger, Bernd: Staatlichkeit in der fortgeschrittenen Globalisierung. Der korporative Staat als Handlungskorridor politökonomischer Entwicklung, in: Beerhorst, Joachim/Demirović, Alex/Guggemos, Michael (Hrsg.): Kritische Theorie im gesellschaftlichen Strukturwandel, Frankfurt am Main 2004, S. 153-177, S. 161.). Im Rahmen dieser Arbeit soll auf beide Sichtweisen eingegangen werden.

27 Vgl. dazu: Kersting, a.a.O., S. 30.

28 Kaufmann, Franz-Xaver: Herausforderungen des Sozialstaates, Frankfurt am Main 1997, S. 21, zit. nach Zimmer, Annette: Perspektiven des Wohlfahrts- und Sozialstaates in Deutschland, in: Gerlach, Irene/Nitschke, Peter (Hrsg.): Metamorphosen des Leviathan? Staatsaufgaben im Umbruch, Opladen 2000, S. 91-113, S. 93.

29 Vgl. Lütz, Susanne: Der Wohlfahrtsstaat im Umbruch – Neue Herausforderungen, wissenschaftliche Kontroversen und Umbauprozesse, in: Czada, Roland/Lütz, Susanne (Hrsg.): Wohlfahrtsstaat – Transformation und Perspektiven, Wiesbaden 2004, S. 11-35, S. 11.

30 Vgl. Ladeur, Karl-Heinz: Negative Freiheitsrechte und gesellschaftliche Selbstorganisation, Tübingen 2000, S. 265.

31 Vgl. Becker, Christian/Jöst, Frank: Krise und Reform des Sozialstaates: Die ökonomische und die ethische Dimension, S. 6; vgl. Friedrich, Jonas/Köppe, Stephan/Nullmeier, Frank: Legitimationen der Sozialpolitik, in: Obinger, Herbert/Rieger, Elmar (Hrsg.): Wohlfahrtsstaatlichkeit in entwickelten Demokratien. Herausforderungen, Reformen und Perspektiven; Festschrift für Stephan Leibfried, Frankfurt am Main/New York 2009, S. 151-189, S. 170-176.

32 Vgl. Kaufmann, Franz-Xaver: Varianten des Wohlfahrtsstaats. Der deutsche Sozialstaat im internationalen Vergleich, Frankfurt am Main 2003, S. 257.

33 Die Vulnerabilität sei sozialer Staatlichkeit ebenso durch den Aspekt ihrer Finanzierung inhärent: Abgabenbelastungen auf Seiten der Bürger*innen verschärften das Anspruchsdenken gegenüber dem Staate (vgl. Bossert, Dr. Albrecht/Lampert, Prof. Dr. Heinz: Sozialstaat Deutschland. Entwicklung – Gestalt – Probleme, München 1992, S. 110.).

34 Vgl. Butterwegge, Christoph: Wohlfahrtsstaat im Wandel. Probleme und Perspektiven der Sozialpolitik, 3. Aufl., Opladen 2001, S. 15f.

35 Eine detaillierte Darlegung historischer Entwicklungen soll an dieser Stelle nicht erfolgen, da sie zu komplex für eine Ausarbeitung dieser Länge ist.

36 Der Begriff Wohlfahrtsstaat meint eine Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik, während in Deutschland diese beiden Felder im Rahmen des Begriffs Sozialstaat tendenziell eher getrennt behandelt werden. Im Rahmen dieser Arbeit sollen sozialstaatliche Entwicklungen jedoch als Wechselwirkung zwischen wirtschaftlichen und sozialen Faktoren verstanden werden (vgl. Zimmer, a.a.O., S. 94.). Auf die Signifikanz des konservativen Wohlfahrtsstaatstypus soll im späteren Verlauf dieser Arbeit eingegangen werden.

37 Vgl. z.B. Schmid, Josef: Was ist noch sozial am deutschen Sozialstaat? Wohlfahrtsstaatlichkeit im Wandel, in: Abels, Gabriele (Hrsg.): Deutschland im Jubiläumsjahr 2009. Blick zurück nach vorn, Baden-Baden 2011, S. 239-257, S. 242; vgl. Lütz, a.a.O., S. 12.

38 Vgl. Deutsche Bundesregierung, a.a.O., S. 29; vgl. ebd., S. 32.

39 Becker/Jöst, a.a.O., S. 2.

40 Vgl. Lütz, a.a.O., S. 11.

41 Vgl. dazu: Röttger, a.a.O., S. 154.

42 Vgl. Weßels, Bernhard: Verbände, Parteien und Interessenvermittlung – Erosion oder Stabilität, in: Klingemann, Hans-Dieter/Neidhardt, Friedhelm (Hrsg.): Zur Zukunft der Demokratie. Herausforderungen im Zeitalter der Globalisierung, Berlin 2000, S. 27-49, S. 33.

43 Diese Verbindung erfolgt an dieser Stelle aufgrund der in der Forschung bestehenden Einigkeit über den Zusammenhang zwischen einer Krise des Sozialen und einer Krise der Wirtschaft (vgl. z.B. Becker/Jöst, a.a.O., S. 2.).

44 Vgl. Flora, Peter: Introductions, in: Ders. (Hrsg.): Growth to Limits. The Western European welfare states since World War II, Berlin 1986, S. 12-36, S. 15.

45 Es scheint unausweichlich, endogene und exogene Faktoren trotz analytischer Trennung in Wechselwirkung zueinander zu betrachten. Deshalb finden sich in den fortlaufenden Betrachtungen dieses Kapitels immer wieder gegenseitige Referenzen beider Analysegegenstände, wobei der Fokus dieser Arbeit auf nationalstaatlichen und damit endogenen Problematiken liegt.

46 Vgl. Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) (Hrsg.): Strukturwandel.

47 Auf die Signifikanz des Wegfalls sozialer Milieus durch den sektoralen Strukturwandel soll in Kapitel vier genauer eingegangen werden.

48 Vgl. Schmid, a.a.O., S. 244f.; vgl. ebd., S.252.

49 Röttger, a.a.O., S. 158.

50 Ebd.

Details

Seiten
23
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783668892361
ISBN (Buch)
9783668892378
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v456886
Institution / Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn – Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie
Note
1,0
Schlagworte
akzeptanzkrise demokratie abhängigkeit staatlichkeit

Autor

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Titel: Die Akzeptanzkrise der repräsentativen Demokratie in Abhängigkeit von der sozialen Staatlichkeit