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Theorie der Geschichte bei Marx. "Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft ist die Geschichte von Klassenkämpfen"

Hausarbeit 2010 27 Seiten

Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Biographisches zu Karl Marx

3. Entstehung der Klassengesellschaft durch die Teilung der Arbeit

4. Interessenkonflikte auf Grund der Teilung der Arbeit

5. Die Entstehung von Klassen auf Grund der Interessenkonflikte/Interessenkonflikte auf der Ebene der Klassen

6. Die Geschichte der Klassenkämpfe

7. Der Klassenkampf am Beispiel der Bourgeoisie gegen das Proletariat
7.1. Geschichtliche Entwicklung der Bourgeoisieklasse
7.2. Auswirkungen der Herrschaft der Bourgeoisieklasse
7.3. Der Klassenkampf/Übergang zur klassenlosen Gesellschaft des Kommunismus

8. Die klassenlose kommunistische Gesellschaft

9. Fazit

10. Kritik

11. Abstract

1. Einleitung

Karl Marx sieht die Gesellschaft als ein Ergebnis der Wechselwirkung der Individuen mit der Natur.1 Er vertrat das Basis/ Überbaumodell. Gesellschaftliche Institutionen wie der Staat oder die Justiz sind nur der Überbau einer tiefer liegenden Basis von Klassenund Herrschaftsverhältnissen.2 Die Methode bei Karl Marx ist eine Dialektische auf historisch materialistischer Grundlage.3 Die Geschichte der Menschheit ist ein langer Klassenkampf, der durch die Entwicklung der Produktivkräfte und der damit zusammenhängenden zunehmenden Ausbeutung der Nichteigentümer immer neu entfacht wird.4 Diese Entwicklung von der Sklavengesellschaft zum Kommunismus ist für Marx historisch logisch.5

Es sind laut Marx bloße ökonomische Interessen und Interessenkonflikte auf Grund der unterschiedlichen Befriedigung der Bedürfnisse, keine Ideale, die in Klassenkämpfen ausgetragen werden und der Motor der Geschichte sind.6 Es ist das gesellschaftliche Sein, dass das Bewusstsein der Menschen bestimmt. Die anderen ideologischen Gebilde wie zum Beispiel die Religion, wirken auch mit, aber nicht primär, sondern nur als Abhängige des Ökonomischen und des von diesem bedingten Sozialen, der Klassenverhältnisse. Das Bewusstsein der Menschen ist eng mit der Sicherung der Existenzbedingungen verbunden.7

Es sind ökonomische Motive die im Vordergrund stehen. Soziale Phänomene sind nach der Meinung von Karl Marx aus ökonomischen Produktionsgesichtspunkten nachvollziehbar sowie ableitbar. Alle subjektiven sozialen Handlungen sind aus kollektiven ökonomischen Phänomenen zu erklären. Er vertritt den theoretischen Ansatz, dass die Gesellschaft dem Individuum vorausgeht. Das Individuum ist bei Marx ein gesellschaftliches Produkt. Er schließt adäquat von der Gesellschaft auf das Individuum, von der Makroebene auf die Mikroebene.8

Ich werde nun, beginnend mit einem kurzen Abriss der Biografie von Karl Marx, seine Theorie zur Entstehung der Klassengesellschaft durch die Teilung der Arbeit darlegen und den Verlauf der geschichtlichen Entwicklung der Klasse der Bourgeoisie bis zu ihrer Herrschaft, ihrem Untergang und den Übergang zur klassenlosen kommunistischen Gesellschaft zeichnen. Abschließend werde ich ein kurzes Fazit ziehen und die Theorie von Karl Marx mit der Hilfe von Max Webers Theorie vertiefen sowie kritisieren.

2. Biographisches zu Karl Marx

Karl Marx wurde am 5. Mai 1818 in Trier geboren. Er besuchte 1830-1835 das Gymnasium in Trier. 1835-1836 studierte er Rechtswissenschaft an der Universität Bonn, 1836-1841

Philosophie an der Universität Berlin. Dort machte er erste literarische Versuche bei denen er an den Kreis der „Junghegelianer“ annäherte. 1841 promovierte er zum Doktor der Philosophie an der Universität Jena. 1842-1843 war er Chefredakteur der liberalen

„Rheinischen Zeitung für Politik, Handel und Gewerbe“ in Köln bis sie verboten wurde und er nach Paris auswanderte. 1844 war er Mitherausgeber der Zeitschrift "Deutsch-Französische Jahrbücher„. Das Jahr stellt auch den Beginn der Freundschaft und der engen Zusammenarbeit mit Friedrich Engels dar. 1845 wurde er auf Betreiben der preußischen Regierung aus Paris ausgewiesen, woraufhin Marx seine preußische Staatsbürgerschaft aufgab und nach Brüssel ins Exil ging. 1847 – 1848 gründete er zusammen mit Engels den "Deutschen Arbeitervereins". Er wurde Mitglied des "Bunds der Kommunisten" bis zur Auflösung 1848. Für diesen schrieb er zusammen mit Friedrich Engels das Werk, welches u.a. die Grundlage dieses Essays ist, das "Kommunistische Manifest". Weiterhin war er in diesem Zeitraum Mitarbeiter der "Deutsch-Brüsseler-Zeitung". 1848 wurde er auch aus Belgien ausgewiesen und ging nach einem kurzen Aufenthalt in Paris nach der März Revolution zurück nach Deutschland. 1849 war er Chefredakteur der "Neuen Rheinischen Zeitung „Organ der Demokratie" und wurde erneut aus Deutschland ausgewiesen. Es folgte ein Umzug nach London. 1850 – 1962 arbeitete er bei internationalen Zeitungen mit. 1864 nahm er an der Gründung der "Internationalen Arbeiter-Assoziation" teil. 1866 wurde er in den Generalrat gewählt. 1867 wurde des ersten Bands seines Hauptwerkes „Das Kapital Kritik der politischen Ökonomie“ veröffentlicht. Am 14.3.1883 starb er in London. Nach seinem Tod wurden die Bände 2 und 3 von Friedrich Engels veröffentlicht.

Er lebte in einer Epoche des radikalen sozialen Wandels durch die Durchsetzung der kapitalistischen Produktionsweise und damit in einer Epoche der Erschaffung einer neuen gesellschaftlichen Ordnung, in der in den Augen von Marx die zwischenmenschlichen Verhältnisse zerstört und stattdessen die gefühllose bare Zahlung trat. Geschlechtsund Altersunterschiede verloren langsam ihre Wirkung. Der Arbeiter wurde mehr und mehr zum Zubehör der Maschine, welches eine Entfremdung der Arbeit beinhaltete.9

3. Entstehung der Klassengesellschaft durch die Teilung der Arbeit

Karl Marx sieht die Gesellschaft als ein Ergebnis der Wechselwirkung der Individuen mit der Natur. Die erste geschichtliche Tat ist die Erzeugung der Mittel zur Bedürfnisbefriedigung zum Erhalt des materiellen Lebens selbst. Damit besitzt die Geschichtsschreibung eine materialistische Basis.10 Die zweite ist, dass das befriedigte Bedürfnis, schon das Instrument zur Befriedigung zu weiteren Bedürfnissen führt. Die dritte ist, das Menschen sich fortpflanzen und damit anfangen neue Menschen zu machen.

Die Familie ist das erste soziale Verhältnis, das Menschen eingehen. Die Familie verliert jedoch, wo die vermehrten Bedürfnisse neue gesellschaftlichen Verhältnisse und die vermehrte Menschenanzahl neue Bedürfnisse schaffen, immer mehr an Bedeutung. Marx nennt diese drei Punkte die drei Seiten der sozialen Tätigkeit.11

Die Produktion des Lebens wirkt nun wie ein doppeltes Verhältnis, einerseits als ein natürliches andererseits als ein gesellschaftliches. Natürlich in dem Sinne als das der Mensch sein Überleben in Wechselwirkung mit der Natur erzeugt, gesellschaftlich in dem Sinne als dazu das Zusammenwirken mehrerer Individuen, gleichviel unter welchen Bedingungen und auf welches Weise sowie auch zu welchem Zweck nötig ist.12 Im Anfang geht es nur um die Erzeugung des Lebens. Später stoßen weitere Interessen dazu, welches die Art und Weise sowie den Zweck des Zusammenwirkens modifiziert.13

Der Mensch besitzt ein Bewusstsein.14 Die Sprache bildet das wahre Bewusstsein. Sie entsteht durch die15 „Notdurft des Verkehrs mit anderen Menschen.“16 Das Bewusstsein ist adäquat auch erst ein gesellschaftliches Produkt. Es entwickelt sich mit der gesteigerten Produktivität, der Vermehrung der Bedürfnisse und der den beiden zu Grunde liegende Vermehrung der Bevölkerung.17 „Damit entwickelt sich die Arbeit die nichts weiter war als die Teilung im Geschlechtsakt, dann die Teilung der Arbeit die sich vermöge der natürlichen Anlage (z.B. Körperkraft), Bedürfnisse, Zufälle etc. von selbst oder macht sie naturwüchsig.“18

Somit muss die Geschichte der Menschheit immer mit der Geschichte der Industrie und des Austausches studiert werden.19 „Es zeigt sich […] ein materialistischer Zusammenhang der Menschen untereinander, der durch die Bedürfnisse und die Weise der Produktion bedingt ist.“20

4. Interessenkonflikte auf Grund der Teilung der Arbeit

Die wirkliche Teilung der Arbeit tritt erst dann ein, sobald eine Teilung der materiellen und geistigen Arbeit gegeben ist.21 Von diesem Moment an ist das Bewusstsein in der Lage zur Bildung zur reinen Theorie (z.B. Philosophie oder Moral) überzugehen. Tritt das Bewusstsein (die Theorie) in Widerspruch mit den Verhältnissen kann dies nur dadurch geschehen da22 „die bestehenden gesellschaftlichen Verhältnisse mit der bestehenden Produktionskraft in Widerspruch getreten sind.“23 „Da durch die Teilung der Arbeit die Wirklichkeit gegeben ist, dass die geistige und materiellen Tätigkeit – das der Genuss und die Arbeit, Produktion und Konsumtion, verschiedenen Individuen zufallen müssen sogar die Produktionskraft, der gesellschaftliche Zustand und das Bewusstsein in einen Widerspruch miteinander geraten,24 „und die Möglichkeit, dass sie nicht in Widerspruch geraten nur darin liegt, dass die Teilung der Arbeit wieder aufgehoben wird.“25

In der naturwüchsigen Gesellschaft, in der eine Spaltung des besondern und des gemeinschaftlichen Interesses besteht, ist die Arbeit nicht freiwillig geteilt und wird die Tätigkeit zu einer dem Menschen gegenüber stehenden, ihn beherrschenden Macht,26 da durch die Verteilung der Arbeit jeder Arbeiter seinen ihm aufgedrängten, ausschließlichen Kreis der Tätigkeit besitzt, den er nicht verlassen kann, ohne die Mittel zum Leben zu verlieren. Dadurch bekommt die soziale Tätigkeit, die Arbeit eine sachliche Gewalt über uns,27 „die unsrer Kontrolle entwächst, unsere Erwartungen durchkreuzt, unsre Berechnungen zu Nichte macht [und das] ist eines der Hauptmomente in der bisherigen geschichtlichen Entwicklung.“28 Marx vertritt diesen Gedanken auch in seiner Schrift „Zur Kritik der politischen Ökonomie“: „In der gesellschaftlichen Produktion des Lebens gehen die Menschen bestimmte, notwendige, von ihrem Willen unabhängige Verhältnisse ein, Produktionsverhältnisse, die einer bestimmten Entwicklungsstufe ihrer materiellen Produktivkräfte entsprechen.“29 Marx sieht also die Geschichte der Menschheit als eine Geschichte der Unterdrückung des Individuums durch die materiellen Verhältnisse durch die Teilung der Arbeit.30

Eine bestimmte Produktionsweise oder industrielle Stufe immer mit einer bestimmten Weise des Zusammenwirkens oder gesellschaftlichen Stufe vereinigt ist und diese Weise des Zusammenwirkens ist selbst eine Produktivkraft, da sie Menge der den Menschen zugänglichen Produktivkräfte sowie damit den gesellschaftlichen Zustand bedingt. Dieser Zusammenhang nimmt während der Geschichte stets neue Formen an.31

In der Teilung der Arbeit sind alle diese Widersprüche gegeben. Sie beruhen ihrerseits wieder auf der naturwüchsigen Teilung der Arbeit in der Familie. Weiterhin finden sie ihre Grundlage auch in der Trennung der Gesellschaft in einzelne, einander entgegen gesetzte Familien. Durch die Teilung der Arbeit sowie des Existierens des Privateigentums werden die Arbeit und ihrer Produkte ungleich verteilt, und zwar im qualitative wie auch im quantitativen Maße.

Daraus resultiert ein Widerspruch zwischen dem Interesse des einzelnen Individuums oder der einzelnen Familie und dem gemeinschaftlichen Interesse aller Individuen. Die Produktionsweise des Lebens und die damit zusammenhängende Verkehrsform bewegen sich nur in empirische Fesseln und engen Schranken. Das gemeinschaftliche, allgemeine Interesse existiert in der damit nur als Abhängigkeit der Individuen untereinander, unter denen die Arbeit geteilt ist.32

5. Die Entstehung von Klassen auf Grund der Interessenkonflikte/

Interessenkonflikte auf der Ebene der Klassen

Aus diesem Widerspruch entstehen in jeder Gesellschaftsform unterschiedliche Klassen. Die Stellung des Individuums in der Gesellschaft und damit auch die Zugehörigkeit zu einer Klasse ist durch seine Stellung im Produktionsprozess bedingt. Je nach Gesellschaftsform existieren unterschiedlich viele Klassen. Marx legt hier jedoch in seinem Klassenmodell einen besonderen Fokus auf die höchste und unterste Klasse im Produktionsprozess. Dies sind im Kapitalismus die Kapitalisten, die Bourgeois und die Proletarier. Die Arbeiter sind die eigentlichen Produzenten in der Gesellschaft. Sie besitzen jedoch nur ihre Arbeitskraft währenddessen die herrschende Klasse im Besitz der Produktionsmittel wie zum Beispiel Land sind und es ihnen dadurch möglich ist, den Mehrwert, den die Arbeiter schaffen zu behalten. Insofern ist die unterdrückende Klasse auf die Arbeiter angewiesen. Die Arbeiter, die unterdrückte Klasse, muss nun auf der anderen um überleben zu können ihre Arbeitskraft an die herrschende Klasse verkaufen. Der Besitz bzw. Nicht-Besitz der Produktionsmittel resultiert nun in einer großen Machtasymmetrie. Auf der einen Seite sind zwar beide Klassen voneinander abhängig, da der Wohlstand der Unterdrücker auf dem Elend der Arbeiter basiert, die Arbeiter jedoch die Produktionsmittel der Unterdrücker benötigen um zu überleben. Auf der anderen Seite jedoch ein antagonistisches Interessenverhältnis existiert, da die Arbeiter dieses Ausbeutungsverhältnis beenden oder mindestens abschwächen wollen, die Unterdrücker das Verhältnis jedoch beibehalten oder sogar noch ausbauen wollen. Dies forciert Zusammenstöße, Klassenkämpfe, der obersten und untersten Klasse in der Gesellschaft.33

Hier zeigt sich der dialektische Ansatz bei Karl Marx. „Die Produktion als Basis umfasst die Produktivkräfte und Produktionsverhältnisse. Mit Produktivkräften sind einmal die Produktionsmittel gemeint, also Werkzeuge, Maschine, aber auch Boden und Kapital und zum anderen die menschliche Arbeitskraft selbst. Die Produktionsverhältnisse beschreiben die jeweilige Art der ökonomischen und sozialen Beziehungen der Menschen zueinander, also welche Form von Arbeitsteilung besteht, wie Kauf und Verkauf organisiert sind und wie die Produkte verteilt werden. Am wichtigsten sind dabei die Eigentumsverhältnisse an den Produktionsmitteln, also die Frage, ob sie einzelnen Personen, Klassen oder dem Staat gehören. Die Umstände unter denen der Arbeiter seine Produktivkraft einsetzt, bzw. verkaufen kann, die Frage, wem die [Produktionsmittel wie] Maschinen gehören, […] wer über die Organisation bestimmt, daraus ergibt sich […] die Form der Herrschaft, [weiterhin bestimmt Marx] aus dem Verhältnis von Produktivkräften und Produktionsverhältnissen […] die jeweilige Produktionsweise.“34 Derer gab es laut Marx in der Geschichte bisher folgende: die Urgesellschaft, die Sklavenhalterordnung, den Feudalismus und den Kapitalismus.35

Aus dem „Widerspruch aus dem besondern und gemeinschaftlichen Interesse nimmt das gemeinschaftliche Interesse als Staat eine selbstständige Entwicklung, getrennt von den wirklichen Einzelund Gesamtinteressen an und zugleich als illusorische Gemeinschaftlichkeit, aber stets auf der realen Basis der in jedem Familienund Stammkonglomerat vorhandenen Bänder,[…]besonders durch die Teilung der Arbeit bereits bedingten Klassen, […] von denen eine alle anderen beherrscht.“36

Der Staat ist eine Art Zusammenkunft der Interessen der einzelnen Klassen, welche jedoch natürlich in erster Linie die Interessen der Unterdrücker reflektiert und ihre Herrschaft begründet.37 „Die Gesellschaft besteht nicht nur aus der Basis der materiellen Produktion. Es gibt auch Gesetze, Verwaltungen sowie Kunst, Religion, Moral. Dies alles bezeichnet Marx als Überbau.“38 Karl Marx schreibt dazu in seinem Werk „Zur Kritik der politischen Ökonomie“ aus dem Jahre 1859: „Meine Untersuchung mündete in dem Ergebnis, dass Rechtsverhältnisse wie Staatsformen weder aus sich selbst zu begreifen sind noch aus der so genannte allgemeinen Entwicklung des menschlichen Geistes, sondern vielmehr in den materiellen Lebensverhältnissen wurzeln.“39 Hermann Korte vertieft diesen Gedanken wenn er schreibt: „Für Marx spiegelt der Überbau die Basis wider, d.h. Staatsform, Verfassung und Recht sind bestimmt durch die Basis. Ähnliches gilt für die Philosophie, Religion oder Kunst, wenn auch in einer weniger direkten Verbindung. Den politischen Überbau sieht Marx in einer unmittelbaren Abhängigkeit von der Basis, während er die andern Teile als ideologischen Überbau bezeichnet, der nur mittelbar von der Basis abhängt.“40

„Hieraus folgt, dass alle Kämpfe innerhalb eines Staats, der Kampf zwischen Demokratie, Aristokratie und Monarchie, der Kampf um das Wahlrecht etc., nichts als die illusorischen Formen, in denen die wirklichen Kämpfe der verschiedenen Klassen untereinander geführt werden.“41

6. Die Geschichte der Klassenkämpfe

„Die bisherige Geschichte ist die Geschichte von Klassenkämpfen“42 in denen Unterdrücker und Unterdrückte in stetem Gegensatz zueinander standen, ununterbrochen einen Kampf miteinander führten, der jedes Mal mit einer revolutionären Umgestaltung der ganzen Gesellschaft oder dem gemeinsamen Untergang der kämpfenden Klassen endete.43

Auf jeder Stufe der Geschichte findet sich ein materielles Resultat, eine Summe von Produktionskräften, ein historisch geschaffenes Verhältnis zur Natur und der Individuen zu einander. Dies wird jeder Generation von ihrer Vorgängerin überliefert. Es ist eine Masse von Produktionskräften, Kapitalien und Umständen. Diese werden von der neuen Generation modifiziert. Auf der anderen Seite schreiben sie ihr aber ihre eigenen Lebensbedingungen vor. Sie geben ihr einen speziellen Charakter, eine bestimmte Entwicklung.44 „Die vorgefundenen Lebensbedingungen der verschiedenen Generationen entscheiden auch, ob die periodisch in der Geschichte wiederkehrende Erschütterung stark genug sein wird oder nicht, die Basis alles Bestehenden umzuwerfen.45

[...]


1 Vergl. Marx, Karl & Engels, Friedrich: „Die Deutsche Ideologie, Marx-Engels-Verlag GmbH, 1846, S.33 in Marx/Engels

Gesamtausgabe, Erste Abteilung, Band 5, Berlin 1932

2 Vergl. Marx, Karl & Engels, Friedrich: Manifest der Kommunistischen Partei, 1848, S.12, in Marx/Engels Gesamtausgabe, Band 4, S.459-493; Dietz Verlag Berlin, 1974

3 Marx, Karl & Engels, Friedrich, 1846, S.17, 1848, S.3, 16

4 Vergl. Marx, Karl & Engels, Friedrich, 1848, S.3

5 Vergl. Marx, Karl & Engels, Friedrich, 1848, S.3, 16

6 Vergl. Marx, Karl & Engels, Friedrich, 1846, S.27-28

7 Marx, Karl & Engels, Friedrich, 1846, S.27-28

8 Vergl. Marx, Karl & Engels, Friedrich, 1848, S.5

9 Vergl. http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/MarxKarl/index.html, Download 13.03.2010, 15:49 h

10 Vergl. Marx, Karl & Engels, Friedrich, 1846, S.17

11 Vergl. Marx, Karl & Engels, Friedrich, 1846, S.18

12 Vergl. Marx, Karl & Engels, Friedrich, 1846, S.19

13 Vergl. Marx, Karl & Engels, Friedrich, 1846, S.34

14 Vergl. Marx, Karl & Engels, Friedrich, 1846, S.19

15 Vergl. Marx, Karl & Engels, Friedrich, 1846, S.20

16 Marx, Karl & Engels, Friedrich, 1846, S.20

17 Vergl. Marx, Karl & Engels, Friedrich, 1846, S.20

18 Marx, Karl & Engels, Friedrich, 1846, S.19

19 Vergl. Marx, Karl & Engels, Friedrich, 1846, S.19

20 Marx, Karl & Engels, Friedrich, 1846, S.19

21 Vergl. Marx, Karl & Engels, Friedrich, 1846, S.19-21

22 Vergl. Marx, Karl & Engels, Friedrich, 1846, S.21

23 Marx, Karl & Engels, Friedrich, 1846, S.21

24 Vergl. Marx, Karl & Engels, Friedrich, 1846, S.21

25 Marx, Karl & Engels, Friedrich, 1846, S.21

26 Vergl. Marx, Karl & Engels, Friedrich, 1846, S.22

27 Vergl. Marx, Karl & Engels, Friedrich, 1846, S.22-23

28 Marx, Karl & Engels, Friedrich, 1846, S.22-23

29 Marx, Karl & Engels, Friedrich: „Zur Kritik der politischen Ökonomie“ (Karl) Dietz Verlag, Band 13, 7. Auflage Berlin, 1971 (Original 1859), S.8.

30 Vergl. Abels, Heinz: „Einführung ind die Soziologie“, Band 1: Der Blick auf die Gesellschaft, VS Verlag für Sozialwissenschaften – GWV Fachverlage GmbH, 3. Auflage, Wiesbaden, 2007, S. 75

31 Vergl. Marx, Karl & Engels, Friedrich, 1846, S.34

32 Vergl. Marx, Karl & Engels, Friedrich, 1846, S.21-22

33 Vergl. Groß, Martin: „Klassen, Schichten, Mobilität – Eine Einführung“, VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden, 2008, S.14

34 Korte, Hermann: „Einführung in die Geschichte der Soziologie“, 8. Auflage, VS Verlag, 2006, S.49-51

35 Vergl. Korte, Hermann, 2006, S.51

36 Marx, Karl & Engels, Friedrich, 1846, S.22

37 Vergl. Marx, Karl & Engels, Friedrich, 1848, S.11

38 Korte, Hermann, 2006, S.50

39 Marx, Karl & Engels, Friedrich, 1971 (Original 1859), S.8.

40 Korte, Hermann, 2006, S.50

41 Marx, Karl & Engels, Friedrich, 1846, S.22

42 Marx, Karl & Engels, Friedrich: 1848, S.3

43 Vergl. Marx, Karl & Engels, Friedrich, 1848, S. 3

44 Vergl. Marx, Karl & Engels, Friedrich, 1846, S.27-28

45 Marx, Karl & Engels, Friedrich, 1846, S.27-28

Details

Seiten
27
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783668874688
ISBN (Buch)
9783668874695
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v457954
Institution / Hochschule
Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) – Kulturwissenschaftliche Fakultät
Note
2,0
Schlagworte
Theorie Karl Marx Klassenkämpe Geschichte Teilung der Arbeit Entstehung von Klassen Interessenkonflikte Bourgeoisie Proletariat Zusammenfassung Herrschaft Kommunistische Gesellschaft Kommunismus Klassenkampf

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Titel: Theorie der Geschichte bei Marx. "Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft  ist die Geschichte von Klassenkämpfen"