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Was ist Wissenschaft? Begriffsbestimmung im Rahmen der Sozialwissenschaften und der Sozialen Arbeit

Hausarbeit 2018 14 Seiten

Sozialwissenschaften allgemein

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

III. Abbildungsverzeichnis

IV. Abkürzungsverzeichnis

1 . Einleitung

2. Was ist Wissenschaft oder die Theorie der Wissenschaft?

3. Richtungen der Wissenschaft

4. Denkschule im Kontext der Wissenschaft

5. Vertreter unterschiedlicher Denkschulen
5.1 Max Weber und die Werturteilsfreiheit
5.2 Frankfurter Schule und kritische Theorie
5.3 Karl Raimund Popper und der kritische Rationalismus

6. Fazit

V. Literaturverzeichnis

III. Abbildungsverzeichnis:

Tabelle 1: Einteilung von Wissenschaftsdisziplinen in Fächergruppen

IV. Abkürzungsverzeichnis:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.Einleitung:

„ Eine gewaltige Lichtsinfonie spielte in tiefstem, feierlichen Schweigen über unseren Häuptern, wie um unseren Häuptern, wie um unserer Wissenschaft zu spotten: kommt doch her und erforscht mich! Sagt mir, was ich bin“ (Reinke-Kunze 1994, S. 39).

Aus diesem Zitat lässt sich erahnen, auf welch tiefgründige, sowie komplexe Weise das Thema Wissenschaft — W issen schafft. Es geht daraus hervor, dass die Wissenschaft Spott ausgeliefert ist. Das Zitat lädt dazu ein, Wissenschaft kennenzulernen und zu erforschen.

Auf den ersten Blick erscheint die Welt unübersichtlich. Um sich in ihr orientieren zu können, schafft sich jeder Mensch ein eigenes Abbild, sozusagen sein Wissen über die Welt. Objektives wird mit Subjektivem vermengt, wobei es zu Widersprüchen kommt. Trotz allem funktioniert die Erkenntnis von Wissen als Ganzem. Somit wird die Welt erkennbar. Mit diesem Beispiel der Wissenschaft, wird darauf hingewiesen, dass diese nicht nur der theoretischen Neugierde folgt, sondern indem die Wissenschaft alle Bereiche des täglichen Lebens durchdringt –– unterschiedliche Anwendung gefunden hat. Wissenschaft schafft vielfältige Möglichkeiten des Handelns, gleichzeitig wird die Menschheit durch Wissenschaft aufgeklärt, was vorher Religionen für sich in Anspruch genommen haben (Birgmeier 2012, S. 110). In diesem Kontext wird das Weltbild erneuert und umgestaltet. Jeder, der das Wort Wissenschaft verwendet, hat eigene Definitionen von dieser Begrifflichkeit. Doch es stellen sich im Alltag sowie im Studium der Sozialen Arbeit die Fragen, ob grundsätzlich davon auszugehen ist, dass das Verständnis vom Sachverhalt dieser Worte richtig ist und ob davon ausgegangen werden kann, dass derjenige, demgegenüber der Begriff Wissenschaft verwendet wird, diesen genauso versteht. Johann Wolfgang von Goethe bringt mit dem Zitat „mit dem Wissen wächst der Zweifel“ (D12 Zitate und Aussprüche: Herkunft und aktueller Gebrauch 2017, S. 391) das Dilemma über die Komplexität sowie die Bedeutung der Wissenschaft, treffend auf den Punkt.

Im zweiten Abschnitt der Hausarbeit soll die Theorie der Wissenschaft konkretisieren, was Wissenschaft ist. In diesem Zusammenhang wird im dritten Abschnitt auf die verschiedenen Richtungen der Wissenschaft eingegangen. Im vierten Abschnitt gilt es zu erläutern, welche Bedeutung den Denkschulen im Feld der Wissenschaft beigemessen wird. Mit der historischen Entwicklung der erkenntnistheoretischen Schulen, werden bedeutende Vertreter vorgestellt. Mit Max Weber, Theodor W. Adorno (Frankfurter Schule) sowie Karl Raimund Popper wird Raum für Einblicke in die unterschiedlichen Theorien wie die Werturteilsfreiheit, die Kritische Theorie sowie den Kritischen Rationalismus geboten. Angesichts des komplexen Feldes der Wissenschaft, muss die Betrachtung an der Oberfläche bleiben, es wird ein kleiner Einblick in die Schöpfung der Wissenschaft gegeben. Am Schluss, hat der Leser einen ersten Überblick, was sich unter dem Begriff ,,Wissenschaft“ verbirgt. Ziel der Hausarbeit ist es eine gewisse Neugier für das komplexe Thema, „Wissenschaft“ zu entwickeln, Konstrukte zu hinterfragen sowie auch zu erforschen.

2.Was ist Wissenschaft oder die Theorie der Wissenschaft?

Wird die Bezeichnung Wissenschaft wörtlich verstanden, wird im Kontext wissenschaftlicher Forschungsprozesse, Wissen erschaffen. Es werden in der Erkenntnistheorie verschiedene Entwürfe von Wissen formuliert, wobei, die klassische Betrachtungsweise des Wissens Anwendung findet sofern die Aussage als Elemente von Theorien authentisch und vertretbar ist. Damit ist nicht zwingend die absolute, sichere Wahrheit oder das Vorliegen der apodiktische Rechtfertigung verlangt, es können in der Wissenschaft falsche Behauptungen und Rechtfertigungen die sich als falsch erweisen, aufgestellt werden. Wissenschaft ist dem Irrtum unterworfen und somit fehlbar. Rechtfertigung und Wahrheit, stellen daher zentrale Betrachtungsweisen dar, um zu klären, ob die kognitiven Ziele der Wissenschaft erreicht werden (Brühl 2015, S. 34).

Beantwortet werden soll die Frage eines Zusammenhangs von Wissenschaft und Aufklärung. Wissenschaft dient der Aufklärung, die wiederum eine Voraussetzung für Wahrheit ist.

Die Existenz eines Diskurses mit der Bezeichnung „Wissenschaftstheorie" macht deutlich, dass diese aufgrund der langen Geschichte nicht problemlos beschrieben und sichtbar gemacht werden kann (Meidl 2009, S. 13). Die Wissenschaftstheorie ist die Theorie der Wissenschaft und lässt die Menschheit darüber spekulieren, wie Wissenschaft durch ihre Strukturierung von wissenschaftlichen Theorien sowie deren Überprüfung entsteht (Seiffert 2003, S. 57).

Es wird ein Rahmen geschaffen, in dem die Forschung und die Lehre stattfinden. Nach wissenschaftstheoretischen Vorstellungen, bedeutet, dass eine Vorstellung entwickelt wird, mit welcher Art und Weise Wissenschaft betrieben wird. Ein Kriterium für diesen Rahmens ist die intersubjektive und empirische Überprüfbarkeit. Um das Prozedere zu verdeutlichen: Es handelt sich um die Spielregeln des wissenschaftlichen Ablaufs. Unter der intersubjektiven Überprüfbarkeit wird verstanden, dass innerhalb einer Wissenschaftlergemeinschaft, eine Übereinstimmung über den Sinn wissenschaftlicher Handlungen und Methoden um Beweise sowie die Überprüfbarkeit wissenschaftlicher Aussagen herrscht (Frey/Schmalzried 2013 S. 252).

Die entscheidenden Abgrenzungskriterien hinsichtlich, wissenschaftliche Theorien und alltagspsychologischer oder religiöser Theorien sind bei den verschiedenen Lehren der Wissenschaftstheorien zu finden. Jedoch existiert keine allumfassende Wissenschaftstheorie, sondern, es existieren eher mehrere Positionen oder auch die sogenannten Denkschulen mit ihren unterschiedlichen Auffassungen über Wissenschaften. Aufgrund der differenzierten Perspektiven in der Wissenschaft fallen auch die Aussagen über die Aufgaben und Ziele von Wissenschaften vielfältig aus. Es geht hierbei um die Frage, ob Wissenschaften erklären (Kritischer Rationalismus),verändern (Kritischer Theorien) sowie werten oder bewerten (Werturteilsfreiheit).Je nachdem, wie die Antworten ausfallen, ergeben sich weitreichende Konsequenzen für den wissenschaftlichen Arbeitsbetrieb (Frey/Schmalzried 2013 S. 253).

3. Richtungen der Wissenschaft

Eines der größten Bedürfnisse der Menschheit ist es, über die Welt Bescheid zu wissen, Erkenntnisse und Einsichten zu erlangen und die Beschaffenheit der Wirklichkeit mit Daten und Fakten zu analysieren. Dabei ist die Menschheit daran interessiert, wie die Realität beschaffen ist. Jede Wissenschaft konzentriert sich auf einen ganz bestimmten Bereich der Wirklichkeit. Das Wissenschaftssystem ist disziplinär sorgfältig und systematisch vorbereitet. Einzelne Wissenschaftsdisziplinen bzw. Fächer zeichnen sich durch einen wissenschaftstheoretischen Blickwinkel, den sogenannten Untersuchungsgegenstand aus (Döring und Bortz 2016 vgl.).Wilhelm Dilthey, der Begründer der Erkenntnistheorie der Geisteswissenschaften trennt die Wissenschaften seinerzeit in Natur und Geist (Hobmair und Altenthan 2008,S. 54).

In diesem Zusammenhang lassen sich die wissenschaftlichen Richtungen oberflächlich in Geisteswissenschaften und Naturwissenschaften gliedern. Die Wissenschaften, in denen Gesetze und Vorgänge der Natur untersucht werden, unter dem Oberbegriff Naturwissenschaften zusammengefasst und finden sich in der Physik, Chemie sowie Biologie wieder. In diesem Bereich werden Vorgänge und Gesetze eines Teils der Natur erforscht. Wissenschaften, in denen sich mit Ergebnissen der Kultur und dem menschlichen Verstand beschäftigt, wird, werden als Geisteswissenschaften bezeichnet. In der Geisteswissenschaft erfolgt eine Beschäftigung mit Ethik, Philosophie, Sprachwissenschaft, Kunst oder Kultur (Hobmair/Altenthan 2008, S. 54f.).

Zeitgleich etablieren sich in den verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen eigene Institutionen, z. B. Studiengänge, Forschungsinstitute sowie Fachzeitschriften. Der wissenschaftliche Fächerkanon hat sich historisch entwickelt und ist bis heute dem ständigen Wandel unterworfen. Durch soziale Veränderungen und neue technische Innovationen, entstehen mit ihnen neue wissenschaftliche Disziplinen. Um die Vielzahl der Disziplinen zu ordnen, ist die heute gängigste Gruppierung die in Fächergruppen.Eine disziplinäre Einteilung der Wissenschaften,wie sie in Tabelle.1.2 dargestellt ist,liefert eine Orientierung über das Wissenschaftssystem (Döhring/Bortz 2016,S. 13).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Döhring/Bortz 2016, S. 13)

4. Denkschulen im Kontext der Wissenschaft

In der Gesellschafts – und Geisteswissenschaft wird traditionell von wissenschaftlichen Schulen gesprochen. In der zweiten Hälfte des 20.Jhd. wurde die Frankfurter Schule zu einer der bekanntesten, ihrer Zeit. Hinter dem Phänomen der Denkschule verbirgt sich die Tatsache, dass Wissenschaftler einen großen Teil ihrer akademischen Laufbahn in einer Lehrer-Schüler- Beziehung verbringen anfangs als Student und später als Mentor. Deshalb wird angenommen, dass die Denkformen und -modelle von ständig zusammenarbeitenden Wissenschaftlern, einander gleichen. Durch den permanenten Austausch von wissenschaftlichen Modellen, Konzepten und Theorien sowie während des Interaktionsprozesses kommt es zur Verschmelzung der Standpunkte. Es wird zudem vermutet, dass verschiedene Grundelemente auf die Studenten übertragen werden. In der Vergangenheit hat sich erwiesen, dass ganze Forscherfamilien und deren Anhänger ähnliche Standpunkte vertreten. Mit dem Begriff Denkschule wird somit der soziale, herrschende Aspekt der Theoriebildung und deren Weiterentwicklung hervorgehoben (Wolf 2008,S. 31f.).

Das bedeutet, dass sich verschiedene Wissenschaftler innerhalb ihrer Wissenschaftsdisziplin in Zirkeln, Netzwerken oder Subgruppen bewusst positionieren. Es gibt mehrere Gründe dafür, warum keine Wissenschaftsdisziplin frei von der Bildung von Denkschulen ist. Denkschulen bilden sich beispielsweise heraus, da ein enges Band zwischen der Universität und deren Studenten besteht und Nachwuchswissenschaftler eng im Team des jeweiligen Professors zusammenarbeiten. Dissertationen sind oft an den Methoden der jeweiligen Lehrstühle orientiert. Gleichzeitig entwickelt sich im Laufe des akademischen Werdegangs eine gewisse Orientierung an Konzepten und Methoden, die in späteren Jahren nicht mehr abgelegt wird. Abschließend ist anzumerken, dass die Anhänger derselben Denkschule nicht selten Kontrahenten werden. Aktuell und in Zukunft ist aufgrund der Ablösung der Habilitation an deutschen Universitäten zu erwarten, dass die vorhandenen Denkschulen rückläufig sind (Wolf 2008, S. 33).

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Details

Seiten
14
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783346038937
ISBN (Buch)
9783346038944
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v458957
Institution / Hochschule
Internationale Fachhochschule Bad Honnef - Bonn
Note
1,7
Schlagworte
wissenschaft begriffsbestimmung rahmen sozialwissenschaften sozialen arbeit

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