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Ursachen und Auswirkungen des Soja-Anbaus in Brasilien

Hausarbeit (Hauptseminar) 2016 28 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Allgemeines, Grundlagen

Leseprobe

Inhalt

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Warum ist Soja so wichtig?

2. Der Soja-Anbau im Allgemeinen
2.1 Historischer Hintergrund
2.2 Merkmale der Sojapflanze
2.3 Verwertungsmöglichkeiten
2.4 Voraussetzungen des Soja-Anbaus

3. Der Soja-Anbau in Brasilien
3.1 Das brasilianische Klima
3.2 Geschichte des Soja-Anbaus in Brasilien

4. Konsequenzen des brasilianischen Soja-Anbaus
4.1 Ökologische Auswirkungen
4.2 Soziale Auswirkungen

5. Zukunftsperspektiven

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Weltweite Soja-Produktion von 1961-2013.

Abbildung 2: Obcrsicht dcr brasilianischen Klimazoncn

Abhildung 3. Abholzung des Cen·ado Gebiets (1988-2010)

1. Warum ist Soja so wichtig?

Durch seine vielfältigen Nutzungspotentiale ist die Sojabohne in den letzten Jahrzehnten zu dem am meisten gehandelten Kulturpflanzen aufgestiegen und zählt heute zu den wichtigsten Anbaukulturen in Nord- und Südamerika (vgl. Hartman et. al., 2011, S. 5). Doch was macht die Sojabohne so besonders? Diese Bohne überzeugt durch ihre Vielseitigkeit. Sie dient als Fleisch- oder Milchersatz bei Unverträglichkeiten, ihr Öl befindet sich in vielen Kosmetik- beziehungsweise Körperpflegeprodukten und zu Sojaschrot verarbeitet wird sie in der Vieh- zucht verfüttert.

Obwohl die Bohne zum direkten Verzehr geeignet ist, wird der Großteil der Ernte weiterver- arbeitet. So wird etwa drei Viertel der Soja-Produktion zu Sojaschrot beziehungsweise -mehl weiterverarbeitet, welches für die Verfütterung in der Massentierhaltung genutzt wird. Durch den stetig wachsenden Fleischkonsum der Menschen, ist die Nachfrage nach Futtermitteln in den letzten Jahren rasant angestiegen. In Deutschland wurden 2002 durchschnittlich 87kg Fleisch pro Kopf gegessen (vgl. Dräger de Teran, 2015, S. 7). Um dieser daraus resultieren- den wachsenden Nachfrage nachzukommen, müssen jährlich mehr Tiere gehalten und gefüt- tert werden. Als Futtermittel wurden zunächst Tiermehle genutzt, doch nach der BSE Krise in den 90er Jahren, beschloss die Europäische Union am 04. Dezember 2000 ein Gesetz, wel- ches die Verfütterung von Tiermehl untersagte. Somit mussten geeignete Substitute gefunden werden. Sojamehl war die einzige Alternative, die gute Protein- und Schrotanteile vorwies und vergleichbar mit dem Tiermehl war. Die steigende Nachfrage nach Soja auf dem Welt- markt führt zu wirtschaftlichem Profit, bringt jedoch auch viele Probleme mit sich.

Im Rahmen dieser Arbeit werden die Nutzungspotentiale dieser bedeutsamen Kulturpflanze herausgearbeitet und im Hinblick auf die durch sie resultierenden Probleme untersucht. Dabei werden besonders ökologische und sozio-ökonomische Probleme in Brasilien betrachtet. Zu- nächst wird jedoch ein kurzer Abriss über die Geschichte der Sojabohne geliefert, bevor da- nach ein Überblick über ihre Eigenschaften und Verwendungsmöglichkeiten folgt. Anschlie- ßend werden die Voraussetzungen des Soja-Anbaus näher betrachtet. Im weiteren Verlauf der Arbeit folgt die geographische Fokussierung auf Brasilien. Auf die Darstellung des brasiliani- schen Klimas, folgt ein kurzer historischer Abriss über die Entwicklung des Soja-Anbaus in Brasilien. Danach werden die daraus resultierenden ökologischen und sozialen Folgen unter- sucht. Abgeschlossen wird die Arbeit durch die Zusammenfassung der Ergebnisse und die Betrachtung möglicher zukünftiger Entwicklungen.

2. Der Soja-Anbau im Allgemeinen

2.1 Historischer Hintergrund

Die Sojabohne zählt zu den ältesten Nutzpflanzen auf der Welt. Schon vor über 4.000 Jahren wurde sie bereits in China und Japan angebaut und begann somit ihren Siegeszug im asiati- schen Raum. Für die Asiaten wurde die Sojabohne zu einem Hauptnahrungsmittel und war kaum noch als Nährstofflieferant wegzudenken. Die Asiaten verwendeten die Bohne in vielen unterschiedlichen Wegen und Gerichten. Doch die Verbreitung der Bohne über die asiati- schen Grenzen hinaus fand weitaus später statt. In Europa wurde sie zum Beispiel erst im 18. Jahrhundert bekannt. Durch sehr gegensätzliche klimatische Bedingungen im Ursprungsge- biet fanden vermehrt Mutationen statt, wodurch die Bohne eine große Anzahl unterschiedli- cher Formen entwickelte (vgl. Franke, 1982, S. 254).

Ihren globalen Siegeszug hatte die Sojabohne jedoch erst durch die Industrialisierung. Zwi- schen 1900 und 2010 stieg die weltweite Erntemenge um 4.000% an. Dieses Wachstum wur- de mit keinem anderem Agrarprodukt je erzielt. Unter anderem resultierten diese außerge- wöhnlichen Wachstumsraten durch die steigende Bedeutung der Sojabohne in den Vereinig- ten Staaten. Ihren großen Nutzen für die Industrialisierung erkannten die Nordamerikaner schnell (vgl. Pater und Terpinc, 1988, S. 23). Durch ihre Vielfältigkeit spielte die Sojabohne als Rohstofflieferant nach dem ersten Weltkrieg eine große Rolle. Sie war ein nährstoffreiches und günstiges Nahrungsmittel für die Arbeitskräfte, wurde als Düngemittel in der Landwirt- schaft genutzt und lieferte zudem auch Öl für Fabriken. Wurde zunächst hauptsächlich im asiatischen Raum Soja angebaut, so wird seit 1948 der größte Teil des Sojas weltweit in den Vereinigten Staaten produziert. Seit 1956 wird alleine in Nordamerika sogar mehr Soja als in allen asiatischen Ländern zusammen erzeugt. Die Vereinigten Staaten erhöhten weiterhin stetig ihre Soja-Produktion und schafften es somit 1970 schon zwei Drittel der weltweiten Nachfrage zu bedienen. Somit erfolgte zuletzt die global stärkste Ausdehnung der Soja- Produktion in den USA (vgl. Franke, 1982, S. 255).

Gleichzeitig zur wachsenden amerikanischen Nachfrage nach Soja, stieg das Pro-Kopf- Einkommen der BRIC Staaten1 (vgl. Busch, 2009, S. 100). Durch die zum einen steigende Anzahl der Bewohner dieser Länder und zum anderen den wachsenden Wohlstand, konnten sich immer mehr Menschen Fleisch leisten. Um diese weltweit erhöhte Nachfrage zu stillen, ist Massentie!haltung wmmgilnglich geworden. Daraus resultiert demzufolge aucb ein swk erhahter Bedarf 111 FuttamiUeln. Bis zum BSE-Sbadal war es tlblich das Mastvieh mit Tiermehl zu fllUem. Jedoch vder Rat der Europiischen Union am 04.12.2000 ein Oesetz,. welches die Vcrfi.ittcnmg von tieriscbeo Protc:inen uutmagte. Somit DI1UStcn Al­ ternativen ffir Tiennebl gefunden werden. Als Substitute eignen sicb besondm gut Raps und Sojuchrot, wobei jedoch Sd!ro!ante:il und Proteiogehalt des R.apses sowohl qualitati.v ala aucb qnan1ilativ geringer sind. Zudem illmelt das EiweiB der Sojabohnen den tierischen Prote­ inm (vgl. Bl'llliii,Prt ct &1,.2002, S. lfl:).Daher sctzte sicb Soja gegeuiibcr Raps dun:h und ein weitere:r Fllktor des Soja-Booms antstllld..

Heute dominieren die Vereinigten Staate:n, Brasilien und Argentinien die Sojabohnen Produk:­ ti.on. mc:insam produ.zicrten sic im.Jahre 2013 Uber 71% derweltwcitcn Emtc (vgl. Statistik der FAO).Europa spielt boi der Sojabohnen ProcluktiOD. nur eino l:leine Nebcmrolle. Dar ge­ europiische Antell an der weltwe:iten belligt lediglicb knapp 2%, wobei aus­scblielllich in Imlien., Unga:m und Frankreicb nennenswerte Mengen geerntet werden (vgl.Statistik.der FAO).Kein anGetreideprodukt m:ielte 8DD.lib.ermJgJweise ihnliche Wacbs­ tumsquotcm wie die Sojabohruln. Laut der Food and Aggric:ultu:re OrganizatiOD. of the United. Nation.a (FAO)stieg seit 1961 die weltweite Soja-ProduktiOD. von 26,9 Mio.Ton:nen auf308,4 Mio. Ton:nen. Die folgende Abbildung (Statistik der FAO) steUt diese weltweite starke Bnt­ wicl:lung der letztal 60 Jahre bildlich dar und zeigt, class die Soja·Produknon bis heute konti· nuicrlich gewacbsen ist.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung l:Wellweb Soja-Produktign vOD.l961-2013

Wird nun die Fläche betrachtet auf der heute Sojabohnen angebaut werden, so entspricht diese etwa der Gesamtfläche von Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und Belgien und kann mit einer Millionen km2 beziffert werden (vgl. WWF Deutschland, 2014a, S. 3).

Nach Schätzungen der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen wird der Soja- Boom auch in den kommenden Jahren nicht nachlassen. Sie rechnet damit, dass 2050 welt- weit etwa doppelt soviel Soja wie heute produziert und somit ein neuer Höchststand erreicht wird (vgl. WWF Deutschland, 2014a, S. 3).

2.2 Merkmale der Sojapflanze

Die Sojabohne, lateinisch Glycine Max - häufig auch nur als Soja bezeichnet - gehört zu der Familie der Leguminosen (Hülsenfrüchte) und zur Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (vgl. Nöcker, 2006, S. 175). Durch Anpassungen an unterschiedliche Boden- und Klimaver- hältnisse in den Ursprungsgebieten mutierte die Sojabohne oftmals, wodurch viele unter- schiedliche Formenausprägungen dieser Hülsenfrucht entstanden. Die Stängel der Sojapflanze sind dünn und aufrecht und bilden nur wenige Verzweigungen. Die Mehrzahl der unterschied- lichen Sorten weisen eine dichte Behaarung an den feinen Blättern, Stängeln und Blattstielen auf und erreichen eine Höhe zwischen 20cm und 80cm. Es wird zwischen Sorten mit begrenz- tem und mit unbegrenztem Wachstum unterschieden, wobei der Großteil der Sorten im Wachstum determiniert ist. Die Blüten der Sojapflanze sind meist hellviolett bis weiß, recht klein und daher unscheinbar. Sie befinden sich in den Blattachseln und blühen in der Regel zwei bis drei Wochen bzw. bei Sorten mit unbegrenztem Wachstum sogar bis zu sechs Wo- chen. Jedoch entwickeln sich nur bei 20% bis 80% der Blüten Hülsen, da diese oftmals vorher abgestoßen werden. Jede Hülse enthält zwischen einer und fünf Sojabohnen (vgl. Franke, 1984, S. 255ff.). In der Regel sind die Sojabohnen rund und gelblich gefärbt, jedoch gibt es auch eiförmige, flache sowie schwarze, braune oder grüne Bohnen (vgl. Weingartner, 1987, S. 149). Mit Hilfe ihrer starken Pfahlwurzel, dringt die Sojapflanze in die Erde ein. An dieser Pfahlwurzel bilden sich viele kleinere Nebenwurzeln. Durch die Hilfe von Knöllchenbakte- rien, Rhizobien, welche die Nebenwurzeln besiedeln, ist die Sojapflanze nicht auf Stickstoff im Boden angewiesen. Die Bakterien können folglich Stickstoff aus der Luft aufnehmen und diesen an die Pflanze weitergeben. Jedoch sind die dazu notwendigen Rhizobien nicht von Natur aus in allen Böden vorhanden und müssen daher vor der Saat durch Impfungen dem Boden zugefügt werden (vgl. Heyland, 1996, S. 132).

Die Sojabohne ist eine der wichtigsten pflanzlichen Eiweißquellen, da keine andere Pflanze einen so qualitativ hochwertigen Eiweißgehalt aufweist. Die Hülsenfrucht besteht etwa zu 40% aus Eiweiß, 25% Kohlehydraten, 20% Fett und 5% Mineralstoffen. Ihr Eiweiß-Fett Ge- halt ist somit mit keiner anderen Pflanze zu vergleichen. Zudem ist sie reich an Vitaminen und Lecithin. Soja-Öl weist einen hohen Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren auf, die der menschliche Körper selbst nicht herstellen kann. Jedoch sollte die Sojabohne als Nah- rungsmittel nicht roh gegessen werden, da rohe Bohnen unterschiedliche Gifte wie zum Bei- spiel den Sojabohnen Trypsin Inhibitor (SBTI) enthalten, der die Pflanze vor Schädlingen schützt. Die Bohnen sollten daher erhitzt, gekocht oder geröstet werden, um sie bekömmlich zu machen und gleichzeitig auch verdauungshemmende Stoffe zu inaktivieren (vgl. A- sendorpf, 2013).

2.3 Verwertungsmöglichkeiten

Die einjährige Pflanze wächst schnell und bietet mehr Protein je Hektar als jedes andere Ge- treide (vgl. Veauthier et al., 2013, S. 5). Durch ihre guten Nährwerte gehört sie zu den wert- vollsten Nutzpflanzen und wird daher auf vielen unterschiedlichen Wegen verarbeitet. Die meisten Menschen denken bei dem Begriff Soja an Vegetarier, Tofu, Sojamilch und Sojasau- ce. Doch ausschließlich circa 6% der Gesamternte werden direkt als Essen konsumiert und dienen besonders Vegetariern als proteinhaltiger Fleischersatz (vgl. WWF Deutschland, 2014a, S. 5).

Vielen Menschen ist jedoch nicht bewusst, dass sie Soja öfters als gedacht auch indirekt kon- sumieren. In über 30.000 industriell erzeugten Lebensmitteln oder Produkten ist Soja ein wichtiger Bestandteil (vgl. Asendorpf, 2013). Durch ihren hohen Fettgehalt werden die Soja- bohnen überwiegend zur Gewinnung von Sojaöl verwertet. In vielen gebackenen oder frittier- ten Produkten findet sich so zum Beispiel die verarbeitete Bohne durch Margarine, Bratfett oder Speiseöl an den Lebensmitteln wieder. Zusätzlich enthält Sojaöl 2% Lecithin, welches als Emulgator in vielen verarbeiteten Lebensmitteln, wie Schokolade und Eiscreme benötigt wird, um diese qualitativ hochwertiger und cremiger machen zu können. Das Sojaöl wird zu- dem auch vermehrt in Kosmetik- und Körperpflegeprodukten verwendet. Somit findet sich Sojaöl fast in allen Fertiggerichten, Gewürzsaucen und Kosmetikprodukten wieder (vgl. Busch, 2009, S. 100). In den letzten Jahren wurde Sojaöl auch vermehrt als Biodiesel ver- wendet. Zwar werden heute weniger als 10% der Soja-Ernte in Biotreibstoff umgewandelt, jedoch ist laut dem WWF ein Anstieg in naher Zukunft absehbar (WWF Deutschland, 2014b, S. 1). Daneben wird Soja auch zu Sojamehl verarbeitet und bietet vielen Sportlern in Nah- rungsergänzungsmitteln hochwertiges Protein (vgl. Hartman et. al., 2011, S. 6).

Soja bietet durch seine Nährstoffe viele Möglichkeiten zur Weiterverarbeitung und ist oftmals Bestandteil in diversen Produkten, was jedoch vielen Menschen nicht bekannt ist. In der Landwirtschaft spielt Soja eine wichtige Rolle. So ist diese wertvolle Nutzpflanze zum Bei- spiel das wichtigste Futtermittel in der Massentierhaltung. Etwa zwei Drittel - und somit der Großteil - der geernteten Sojabohnen wird zur Verfütterung an Nutztiere verwendet. Bei der Produktion von Sojaöl entsteht als Pressrückstand Sojakuchen, welcher zu Sojaschrot ge- trocknet wird und sich durch seine qualitativ guten Nährstoffe bestens als Futtermittel eignet. Nebenbei sind diese Produktionsrückstände auch idealer Dünger für Reisfelder. Durch die steigende Nachfrage nach Fleisch, ist somit die Bedeutung von Soja in den letzten Jahren ra- sant angestiegen (vgl. Veauthier et al., 2013, S. 5).

2.4 Voraussetzungen des Soja-Anbaus

Die Sojapflanze gedeiht am besten in warmen und trockenen Regionen. Dies lässt sich auf ihre Herkunft, die warmen asiatischen Ursprungsgebiete zurückführen. Ihre Hauptanbauge- biete befinden sich zwischen den 35 und 45 nördlichen Breitengraden (vgl. Franke, 1982, S.258). Sie ist eine wärmeliebende subtropische Pflanze, die möglichst viel Wärme und feuch- ten Boden benötigt. Daher ist der Soja-Anbau besonders in Gebieten mit subtropischem Kli- ma beziehungsweise im Übergang vom subtropischen zum tropischen Klima sehr gut geeig- net (vgl. Sidiras, 1988, S. 11). Ihre Keimtemperatur liegt zwischen 8°C und 10°C, jedoch ge- deiht die Sojabohne am besten im feuchtwarmen Klima. Optimal sind Temperaturen zwischen 24°C und 34°C. Während der Wachstumszeit, welche je nach Sorte zwischen 80 bis 200 Tage liegt, wächst sie am besten bei viel Wärme und geringem Niederschlag. Auf Grund dieser hohen Temperaturansprüche, gibt es in Deutschland nur wenige Standorte, die für die Soja- pflanze optimale Anbaubedingungen bieten.

Neben warmen Temperaturen benötigt die Hülsenfrucht auch eine gute Wasserversorgung. Sie kann nicht als dürreresistente Pflanze bezeichnet werden, auch wenn sie insgesamt nur eine relativ geringe Niederschlagsmenge von durchschnittlich 500mm benötigt. Zwar kann sie trockene Perioden besonders in ihrer Jugendentwicklung gut vertragen, jedoch führt eine zu geringe Wasserversorgung während der Blütezeit zu Mangelerscheinungen und Ertragseinbu-ßen. Daher ist die Sojapflanze auf eine ausreichende Wasserversorgung angewiesen (vgl. Heyland, 1996, S. 132).

Für einen optimalen Ertragserfolg sollte die Reife- und Erntephase am besten zu nieder- schlagsarmen Zeiten erfolgen. Daher wird die Sojabohne hauptsächlich in südlichen Gebieten mit gemäßigtem Klima und regelmäßigem Sommerniederschlag angebaut. Alternativ kann sie auch gut in tropischen Gebieten gepflanzt werden, jedoch nur in Bereichen mit Trockenzeiten. Wird die Sojapflanze in Regionen mit einem kühlerem Klima angebaut, so wird die optimale Bodentemperatur für die Keimung und das Jugendwachstum erst im Spätfrühling erreicht. Durch die daraus resultierende lange Wachstumsphase, findet die Reifeperiode erst im Herbst statt. Die wechselhaften und ungünstigen Witterungen zu dieser Jahreszeit können zu gravie- renden Ernte- und Ertragseinbußen führen. Muss in kühleren Regionen die Saatzeit von der Bodentemperatur abhängig gemacht werden, so sollte in subtropischen und tropischen Gebie- ten der Aussaattermin nach den Witterungsbedingungen gewählt werden. Um optimale Erträ- ge zu erzielen, sollte die Ernte in niederschlagsarmen Perioden erfolgen (vgl. Franke, 1982, S.258f).

Die Bodenansprüche der Sojapflanze sind nicht besonders hoch und es sind fast alle Böden geeignet, so lange sie tief genug sind und gute physikalische Eigenschaften aufweisen. Be- sonders gut gedeiht die Bohne jedoch in lockeren Ton- und sandigen Lehmböden mit reich- haltigen Humus- sowie Kalkgehalt. Zuletzt genannter ist besonders für die Knöllchenbildung wichtig (vgl. Franke, 1982, S. 258f). Der pH-Wert des Bodens sollte einen hohen Wert auf- weisen und sich idealerweise zwischen 5,8 und 7,0 befinden (vgl. Heyland, 1996, S. 132). Laut Veauthier et al. (2013) sollte der Boden zudem gut durchlüftet sein und nicht zur Ver- schlämmung neigen.

Wie bereits im Kapitel 2.2 erwähnt wurde, ist die Sojapflanze in der Lage mit Hilfe von Knöllchenbakterien Stickstoff aus der Luft aufzunehmen. Da in den meisten Böden diese Rhizobien nicht vorhanden sind, sollte beim erstmaligen Anbau der Boden mit den Knöll- chenbakterien geimpft werden. Ansonsten kommt es nicht zur Ausbildung der Wurzelknöll- chen und die Pflanze kann sich nicht selber mit Stickstoff versorgen. In Folgejahren ist die Impfung nicht zwingend erforderlich, wird jedoch weiterhin in geringeren Mengen empfoh- len, um Qualitätseinbußen zu vermeiden (vgl. Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, 2014, S. 3).

[...]


1 Bezeichnung von Brasilien, Russland, Indien und China

Details

Seiten
28
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668913189
ISBN (Buch)
9783668913196
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v459900
Institution / Hochschule
Universität Passau
Note
1,7
Schlagworte
Soja Brasilien Anbau Umwelt Umweltzerstörung Ökologische Auswirkungen Soziale Auswirkungen

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Titel: Ursachen und Auswirkungen des Soja-Anbaus in Brasilien