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Der Untergang des weströmischen Reiches. Welche Rolle hatten die Barbaren?

Hausarbeit 2018 13 Seiten

Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Die Christianisierung und Teilung des römischen Imperiums
2.1 Das Ende des Prinzipats und die letzte große Christenverfolgung
2.2 Verlagerung des Zentrums des Reiches
2.3 Vom Polytheismus zum Monotheismus: das Christentum wird zur Staatsreligion
2.4 Die Teilung des römischen Imperiums

3. Die Rolle der Barbaren
3.1 Wer sind die Barbaren?
3.2 Feinde oder Verbündete?
3.3 Die Barbaren und der Untergang des weströmischen Reiches

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Rom wurde nicht an einem Tag erbaut.“1 - Das gleiche kann auch vom Untergang des römischen Reiches gesagt werden. Der Zerfall dieses riesigen Imperiums zog sich über eine große Zeitspanne hinweg. Wobei das weströmische Reich früher untergegangen ist als das oströmische Reich, welches noch bis ins 15. Jahrhundert bestand hatte und erst 1452 durch die Osmanen erobert wurde.

Der Untergang des römischen Reiches beschäftigte und beschäftigt viele Historiker, die zu verschiedenen Thesen gelangt sind. Unter anderem werden von ihnen die Teilung des römischen Imperiums in west- und oströmisches Reich, die Christianisierung oder auch die Invasion von Barbaren als Beginn bzw. Grund für den Untergang angeführt.

Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Zerfall des weströmischen Reiches. Doch wie kam es zu diesem Zerfall? Kann überhaupt von einem Untergang bzw. einem Zerfall gesprochen werden, oder „nur“ von einer Transformation? Welche Rolle spielen die Barbaren?

Neuere Untersuchungen, wie Peter Heathers Werke zum Untergang des römischen Reiches2 3 und Mischa Meier4 5 dienen hier als Grundlage zur Klärung der Fragen.

Abschließend werden die Ergebnisse zusammengetragen und überlegt, ob und in welchem Ausmaß die Barbaren und ihre Überfälle den Untergang des weströmischen Reiches verursacht haben.

2. Die Christianisierung und Teilung des römischen Imperiums

2.1 Das Ende des Prinzipats und die letzte große Christenverfolgung

Kaiser Diocletianus (zwischen 236 und 245 bis 312) leitete während seiner Amtszeit (284 - 305) Reformen ein, die die Kriese in der sich das Reich befand beendete.6 Die Regierungszeit des Diocletianus´ beendet die Zeit des Prinzipats und leitet die Spätantike ein.

Zusammen mit Maximianus und später zusätzlich mit Constantius und Galerius führte er erst eine Dyarchie und letztendlich eine Tetrarchie ein. Mit seiner Einführung der Tetrarchie konnte Diocletian mit seinen Kollegen eine äußere und innere Stabilität im römischen Reich sichern.7 Mit den Beinamen „Iovinus“ und „Herculius“ erhoben Diocletianus und Maximianus den Anspruch, unter göttlichen Schutz zu stehen und die Kompetenz zu besitzen das Gute und Wahre zu definieren. 8 Der Beiname „Iovinus“ stellte zudem die Höherstellung Diocletians fest. Diocletianus war der erste Gesetzgeber, der über die Legalität bzw. Illegalität einer Wissenschaft entschied.9 Sein Verbot zur Ausübung der Astrologie wurde von den nachfolgenden Kaisern ausgeweitet.

Auch dem sich entwickelnden Christentum gegenüber war Diocletianus nicht wohlgesonnen. War es nach den letzten Christenverfolgungen unter Valerianus jahrelang unbehelligt geblieben und konnte sich in dieser Zeit weiter ausbreiten, kam es 303 n.Chr. zur letzten großen Christenverfolgung. Die kaiserlichen Amtsträger setzten die Verfolgungsedikte jedoch nur halbherzig durch, da sich das Christentum in der römischen Gesellschaft bereits zu stark etabliert hatte.10

Die Reformen, die Diocletianus eingeleitet hatte, erstreckten sich über die Verwaltung und das Steuerwesen bis hin zum Versuch die Wirtschaftskrise mit einem Höchstpreisedikt zu überwinden. Letzteres endete jedoch in einem Misserfolg. Die Veränderungen im Verwaltungs- und Steuerwesen sollten jedoch Bestand haben.11

2.2 Verlagerung des Zentrums des Reiches

Im Jahre 306 n. Chr. rief Diocletianus selbst seinen Nachfolger Constantin zum Augustus aus, behielt jedoch den Titel „Senior Augustus“ und erhielt sich so, trotz Abdankung, die Möglichkeit zum Eingreifen in die Regierungsgeschäfte. Constantin wurde allerdings zunächst nur als Caesar, 310 n. Chr. als Augustus, 312 n. Chr. als „Maximus Augustus“ und 324 n. Chr. als Alleinherrscher anerkannt.12

Ab 324 bis 337 wurde das gesamte römische Reich von Constantin beherrscht. Mit dem Beginn der Alleinherrschaft wurde der Sitz der Kaiser in das in Konstantinopel umbenannte Byzanz verlegt. Das Zentrum des Reiches verlagerte sich immer mehr in den östlichen Teil.13 Die Stadt erhielt zudem auch einen eigenen Senat, der dem römischen Senat Konkurrenz machte.

2.3 Vom Polytheismus zum Monotheismus: das Christentum wird zur Staatsreligion

Bereits Constantin erkannte das Christentum als staatliche Religion an und bekannte sich selbst zum Christentum. Er ernannte christliche Bischöfe aus den bestehenden östlichen Gemeinden zu Beratern und wirkte aktiv bei Konzilen mit.

Obwohl bereits mit den Schließungen der Tempel und der Konfiszierung von Tempelbesitz begonnen wurde, blieb der heidnische Kult unter Constantin erlaubt.14

Was Diocletianus begonnen hatte wurde 341 n. Chr. von Constantin II. fortgeführt. Um die Machstellung des Kaisers zu festigen wurden die alten Wissenschaftsinstanzen mehr und mehr verboten und letztendlich kriminalisiert. Die Suche nach Wissen wurde durch den Glauben ersetzt und der Kaiser wurde zum Stellvertreter Gottes. Somit entzog sich der Kaiser dem Einfluss der alten Wissensinstanzen und das Volk verlor den Einfluss auf den Kaiser. Frömmigkeit wurde nun zu einer Ressource der Macht[...].15 Die Frömmigkeit der Kaiserin spielte eine große Rolle.

Nach der Teilung des römischen Imperiums zeigen sich unterschiede in der Einflussnahme der Kaiser auf die Kirche: der oströmische Kaiser nimmt an theologischen Diskussionen teil und übt Einfluss auf die Kirche aus. Im weströmischen Reich hat der Kaiser keinen Einfluss auf Kirche.

2.4 Die Teilung des römischen Imperiums

Mit dem Tod von Kaiser Theodosius 395 n. Chr. ging das Reich an seine Söhne Arcadius und Honorius. Honorius erhielt die Westhälfte, Arcadius den östlichen Teil des Reiches.16 Obwohl die beiden Kaiser Gesetze in beider Namen erließen, waren es nunmehr zwei getrennte Reiche. Innenpolitisch gab es eine große Stabilität und die Untertanen und Soldaten standen dem Haus des Theodosius sehr loyal gegenüber. Außenpolitisch wurde es ab 395 n. Chr. besonders für das weströmische Reich schwierig. Alarich, der Anführer der Goten, fiel bereits 401 n. Chr.

in Mailand ein, musste sich aber 402 n. Chr., nach zwei verlorenen Schlachten, wieder aus Italien zurückziehen. 405 n. Chr. fiel ein anderer Germanenführer in Italien ein und weitere sollten folgen.

[...]


1 Altes deutsches Sprichwort, um auszudrücken, dass bedeutende Dinge Zeit brauchen und nicht auf die Schnelle entstehen. Der Ursprung dieses Sprichwortes ist nicht genau zu ermitteln.

2 Heather, Peter J.: Invasion der Barbaren, Die Entstehung Europas im ersten Jahrtausend nach Christus, Stuttgart 2011.

3 Heather, Peter J.; Kochmann, Klaus: Der Untergang des Römischen Weltreichs, Bd.62665, Reinbek bei Hamburg 2011.

4 Meier, Mischa: Der Völkerwanderung ins Auge blicken individuelle Handlungsspielräume im 5. Jahrhundert n. Chr., Karl-Christ-Preis für Alte Geschichte, Bd. 2, Heidelberg 2016.

5 Meier, Mischa: Die "Völkerwanderung", in: Bundesverband der Geschichtslehrer Deutschlands (Hg.): Geschichte für heute (Gfh) - Menschen in Bewegung, 10. Jhg. Bd.2, Berlin 2017, S. 5–31.

6 Funke, Peter: Geschichte der Antike, Ein Studienbuch, Stuttgart, Weimar September 2013.

7 Kuhoff, Wolfgang: Diokletian, der verkannte Kaiser, erste Online-Erscheinung 27.10.2002, https://www.archaeologie-online.de/artikel/2002/diokletian-der-verkannte-kaiser/, zuletzt aufgerufen am 02.01.2018.

8 Fögen, Marie Theres: Die Enteignung der Wahrsager, Studien zum kaiserlichen Wissensmonopol in der Spätantike, Bd.1316, Frankfurt am Main 1997.

9 ebd.

10 Funke, Peter: Geschichte der Antike, Ein Studienbuch, Stuttgart, Weimar September 2013.

11 Funke, Peter: Geschichte der Antike, Ein Studienbuch, Stuttgart, Weimar September 2013.Die Reformen in der Verwaltung beinhalteten die Verkleinerung der Provinzen. Auch Italien wurde in mehrere Provinzen aufgeteilt und verlor seinen Sonderstatus. Diocletianus leitete innerhalb der Provinzen eine Trennung von zivilen und militärischen Kompetenzen ein, wobei Zivilbelange beim Statthalter blieben, jedoch die militärischen Aufgaben jeweils einem eigenen Befehlshaber mit dem Titel dux übertragen wurden. Durch die Vervielfältigung der Provinzen, die durch die Verkleinerung derselben ausgelöst wurde, entstanden höhere Verwaltungskosten, die vom Kaiser mit der Steuerreform aufgefangen wurden.

12 Bartels, Jens; Blum, Hartmut; Fündling, Jörg: Die Antike, Grundzüge der griechischen und römischen Geschichte, Bd.3081, Konstanz, München 2015.

13 Wagner-Hasel, Beate: Antike Welten, Kultur und Geschichte, Bd. 18, Frankfurt, New York 2017.

14 Bleckmann, Bruno; Leppin, Hartmut; Tinnefeld, Franz: Constantinus, in: Hubert Cancik ; Helmuth Schneider ; Manfred Landfester (Hg.): Der neue Pauly, erste Online-Erscheinung 2006, http://dx.doi.org/10.1163/1574-9347_dnp_e304470, zuletzt aufgerufen am 02.01.2018.

15 Wagner-Hasel, Beate: Antike Welten, Kultur und Geschichte, Bd. 18, Frankfurt, New York 2017.

16 Funke, Peter: Geschichte der Antike, Ein Studienbuch, Stuttgart, Weimar September 2013.

Details

Seiten
13
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783668906822
ISBN (Buch)
9783668906839
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v460612
Institution / Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover – Philosophische Fakultät - Historisches Seminar
Note
3,0
Schlagworte
untergang reiches welche rolle barbaren

Autor

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