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Bilder lügen (nicht). Eine Grenzziehung zwischen manipulativen und nicht-manipulativen Fotos

Seminararbeit 2019 32 Seiten

Medien / Kommunikation - Journalismus, Publizistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Bildmanipulation
2.1 Einführung und Vorstellung von Varianten der Bildmanipulation
2.2 Direkter Eingriff in das Bildmaterial
2.2.1 Retusche
2.2.2 Fotomontage
2.3 Gestellte Fotos
2.4 Verfälschung des Kontextbezugs

3 Ansätze zur Grenzziehung
3.1 Medienethik
3.2 Publizistische Grundsätze

4 Conclusio

5 Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Das erste manipulierte Foto: Selbstporträt als Ertrunkener

Abbildung 2: Auf dem Berliner Reichstag: Das Original ohne Rauchwolken und mit zwei Armbanduhren

Abbildung 3: Auf dem Berliner Reichstag: Eine Variante mit Rauchwolken und nur einer Armbanduhr

Abbildung 4: Lenin spricht in Moskau: Neben ihm ist Trotzki noch zu sehen

Abbildung 5: Lenin spricht in Moskau: Trotzki und Kamenev wurden wegretuschiert

Abbildung 6: Angela Merkel: Originalfoto mit Schweißfleck

Abbildung 7: Angela Merkel: Foto mit wegretuschiertem Schweißfleck

Abbildung 8: Titelblatt der Zeitschrift „Jedermann sein eigner Fussball“ mit der ersten Fotomontage

Abbildung 9: Fotomontage „Wer Bürgerblätter liest wird blind und taub.“

Abbildung 10: Fotomontage „Das Untier vom Loch Ness gefangen!“

Abbildung 11: Das Originalfoto von Michel Reimon auf der Demonstration

Abbildung 12: Michel Reimon mit der in den Hintergrund montierten vermummten Gruppe

Abbildung 13: Gestelltes Foto: Helikopter in der Luft

Abbildung 14: Soldat im Irak: Unterschiedliche Bildausschnitte erzeugen unterschiedliche Aussagen

Abbildung 15: Aus dem Kontext gerissen: Kopftuch, Radikalisierung Alltag in Kindergärten

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Kein Foto – kein Ereignis. Oder auch „Pics or it didn’t happen“, wie in Online-Foren oft als Antwort einer Person zu lesen ist, wenn sie dem Ersteller eines Beitrags nicht glaubt (www.urbandictionary.com). Doch Bilder lassen sich ebenso erfinden wie Erlebnisse und Gespräche (Nothelle, 2013, S. 438). Der Dramatiker Bertolt Brecht (1931, S. 184) wusste bereits in den frühen 1930er-Jahren, dass der Photographenapparat (sic) ebenso lügen kann wie die Setzmaschine. Auch der Philosoph Günther Anders (2010, S. 166) ist der gleichen Ansicht, bzw. meint er sogar, dass man nicht mehr wie gedruckt lügt, sondern wie photographiert, und ergänzt „nein, nicht wie photographiert, sondern effektiv photographiert. […]“.

Obwohl man sich der Möglichkeit der Bildmanipulation bewusst ist, empfindet man ein Foto erstmal als ein Abbild der realen Welt (Nothelle, 2013, S. 440). Einem Bild wird aufgrund der Kameraaufnahme von vorneherein eine höhere Wirklichkeitsnähe und Glaubwürdigkeit zugeschrieben als dem Wort (Schicha, 2005, S. 9). Vor allem im massenmedialen Bereich wird die Fotografie mit dem Faktischen in Verbindung, ganz besonders in Zeitschriften, die Fotografien zur Vermittlung und Dokumentation einsetzen (Chiquet, 2018, S. 50); was in steigender Anzahl geschieht: 1995 füllten Bilder noch 25 Prozent des redaktionellen Umfangs einer „Die Zeit“-Ausgabe, 2005 waren es bereits 29 Prozent und 2015 35 Prozent. Auch die Deutsche Presseagentur schickt fünfmal mehr Fotos aus wie noch vor wenigen Jahren. Heute braucht jedes historische Ereignis sein Foto, „jeder Krieg und jede Krise, jedes Gipfeltreffen und jeder Rekordversuch [...]“ (Coen, Henk & Sußebach, 2015, o. S.).

In österreichischen Zeitungen wurden die ersten Fotografien um 1890 gedruckt und der Beruf des Pressefotografen entstand (Holzer, 2014, S. 7). Die Fotobearbeitung ist noch ein wenig älter, sie ist sogar fast so alt wie die Fotografie selbst. Bereits 1855 wurde die Fotoretusche erfunden (Hömberg & Karasek, 2009, S. 163), die erste Fotomontage wird mit 1919 datiert (Chiquet, 2018, S. 21f). Die Umsetzung mag sich mit der Zeit verändert haben, die grundlegenden Methoden der Bildmanipulation sind jedoch bis heute gleichgeblieben (Hömberg & Karasek, 2009, S. 165). Die Bearbeitung wurde mit Erfindung des Computers lediglich vereinfacht. Den Himmel ein wenig blauer machen und den unbeliebten Kollegen am rechten Bildrand wegschneiden: Für simple Bearbeitungen dieser Art werden heutzutage lediglich ein paar Klicks benötigt. Inzwischen sind – je nach Genre – viele bis alle Fotos bearbeitet und manipuliert. Das Spektrum reicht vom Promi-Baby, das noch gar nicht geboren wurde, bis hin zu spektakulären Fotofälschungen von UFOs (Nothelle 2013, S. 440).

Einerseits wird die Frage in den Raum geworfen, ob nicht schon ein Familienfoto gestellt ist, andererseits soll auch nicht jede Bearbeitung überbewertet werden. Dabei stellt sich die Frage, ab wann ein Foto als manipuliert zu klassifizieren ist. Ist nicht bereits jeder selbst gewählte Bildausschnitt eine Form der Bearbeitung? Und auch Familienfotos liegen fern von Authentizität (Schicha, 2005, S. 10). Wie sieht es mit dem Beispiel der Olympischen Winterspiele im russischen Sotschi 2014 aus, als sich bei der Eröffnungsfeier eine der Schneeflocken nicht zu einem fünften olympischen Ring entfaltete: ZuseherInnen in aller Welt sahen nur vier Ringe, das russische Fernsehen spielte jedoch einen Teil der Generalprobe ein, bei der sich fünf Flocken zu makellosen Ringen verwandelten (Bidder, 2016, S. 191). Ist das schon Fälschung oder ist es nicht gleichgültig, ob sich die Schneeflocken kurz vorher oder nachher in Ringe verwandelt haben? Ist es vertretbar, wenn der Fotograf bei einem Bild von Beirut nach einem Bombenangriff durch Israel extra viel Rauch dazu erfindet? Und wie ist es zu bewerten, wenn dieses Bild von der renommierten Nachrichtenagentur „Reuters“ verbreitet wird? Ist ein Foto, in dem eine im Original unscharf zu sehende Schuhspitze wegretuschiert wurde, bereits eine Fälschung? Der World Press Photo-Award sah das so und sprach dem Preisträger seine Anerkennung wieder ab (Coen u. a., 2015, o. S.).

Wo verläuft bei journalistischen Fotos die Grenze zwischen einem manipulativen Foto und einem nicht manipulativen Foto? Die vorliegende Seminararbeit soll diese zentrale Frage mittels einer Literaturanalyse beantworten und dabei den Fokus auf journalistische Fotos mit politischem Schwerpunkt legen. Dafür werden zu Beginn unterschiedliche Foto-Manipulationstechniken vorgestellt, die teilweise bis in das 19. Jahrhundert zurückreichen und auch noch heute in digitaler Form Anwendung finden. Jede Methode wird von Beispielen begleitet; von teils historischen, teils zeitgemäßen, teils legendären und teils weniger bekannten. Die einzelnen Methoden und ihre Beispiele sollen nicht nur die Thematik vorstellen und einen Überblick bieten, sondern beispielsweise aufgrund einer Rüge des Presserates, der Aberkennung eines Preises oder ihrer Gewichtung in der Literatur auch zur Beantwortung der Forschungsfrage dienlich sein. Außerdem soll untersucht werden, ob sich aus den unterschiedlichen Bearbeitungsmethoden eine Klassifizierung ableiten lässt. Ergänzend werden noch medienethische Literatur und Grundsätze analysiert, bevor in einer abschließenden Conclusio die Forschungsfrage beantwortet wird.

2 Bildmanipulation

2.1 Einführung und Vorstellung von Varianten der Bildmanipulation

Als eine der ersten manipulierten Bilder gilt ein Selbstporträt von Hippolyte Bayard, ein Pionier der Fototechnik (Abb. 1). Da sein 1839 entwickeltes Verfahren nicht die verdiente Anerkennung erfuhr, fertigte er aus Frust ein Foto an, für das er sich als Wasserleiche in Szene setzte. Auf der Rückseite hinterließ er eine Notiz, mit der er den Eindruck erweckte, als hätte er aus Unglück den Freitod gewählt (Lester zit. nach Hömberg & Karasek, 2009, S. 163).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Das erste manipulierte Foto: Selbstporträt als Ertrunkener

Direktpositiv-Verfahren, Bayard, H., 1840, © Société Française de Photographie (Marien, 2006, S. 16).

Bildbearbeitung und Bildmanipulation sind Ausdrücke, die synonym für die „eingesetzten Formen fotografischer Wirklichkeitskonstruktion“ verwendet werden. Der Begriff der Manipulation impliziert jedoch eine Täuschungsabsicht, hingegen schwingen bei der Bearbeitung und der Gestaltung keine negative Bedeutung mit (Holzwarth, 2013, S. 72). Das mag daran liegen, dass eine Manipulation, als eine „mit einer Täuschungsabsicht verbundene intentionale Änderung von Informationen durch Auswahl, Zusätze oder Auslassungen“ (Forster, 2003, S. 66) verstanden wird. Eine absichtliche Täuschung muss aber nicht automatisch negativ zu sehen sein. Wenn z. B. ein Foto aus einem Froschkörper und einem Schweinekopf montiert wird, ist das zwar auch manipuliert, aber hinter dem Bildgebrauch steckt vermutlich keine Manipulationsintention. Die Begriffe werden auch in dieser Arbeit synonym verwendet. Es können also nicht manipulierte Fotos manipulativ eingesetzt werden, wie auch manipulierte Fotos nicht manipulativ eingesetzt werden können (Holzwarth, 2013, S. 72 f.).

Mediale Täuschungen erhalten durch die modernen technischen Möglichkeiten eine gänzlich neue Qualität (Nothelle, 2013, S. 433). Die Fälschung ist mittlerweile nur schwer nachweisbar und eine Unterscheidung zwischen authentisch und manipuliert somit kaum mehr möglich (Rösgen, 2003, S. 20). Das behauptet auch „Photoshop“ von sich. Der Slogan des wohl populärsten Programms für digitale Bildbearbeitung lautet „Die Realität neu erfinden“ (www.adobe.com). Photoshop wurde in der Version 1.0 erstmals 1990 auf den Markt gebracht (Walter, 2006, S. 132). Der erste bekannte Fall eines digital verfälschten Fotos ist jedoch bereits ein paar Jahre älter. Es wurde mit einem Bildbearbeitungssystem der Firma Scitex erstellt und betrifft das Cover des amerikanischen Magazins „National Geographic“. Da das querformatige Foto der Pyramiden nicht auf das hochformatige Cover passte, wurden die Pyramiden ein wenig zusammengerückt. Eine Kennzeichnung erfolgte nicht, da die Redaktion der Meinung war, dass es sich um keine Fälschung handle: Wäre der Fotograf ein paar Meter versetzt gestanden, wäre dieser Sichtpunkt zustande gekommen (Long zit. nach Hömberg & Karasek, 2009, S. 165).

In der Literatur finden sich unterschiedlichste Arten der Bildmanipualtion. Hömberg & Karasek (2009, S. 165) sind der Ansicht, dass sie sich in drei große Kategorien einordnen lassen. Auch das Museum für Kommunikation in Bern beruft sich in seinen Unterrichtsmaterialien zur Ausstellung „Bilder, die lügen“ (eine Kooperation mit der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland) auf drei Kategorien (www.mfk.ch, 2007, S. 16). In beiden Quellen findet sich der direkte Eingriff in das Bildmaterial (durch Nachbearbeitung) und die Verfälschung des Kontextbezugs. Hömberg & Karaseks (2009, S. 165) dritte Kategorie sind gestellte Fotos und das Museum für Kommunikation (www.mfk.ch, 2007, S. 16) spricht allgemein vom „Lügen oder Manipulieren mit Bildern“. Da dieses Grundmuster eher übergreifend zu betrachten ist, findet es hier in dieser Form keine weitere Betrachtung. In Schichas (2005, S. 10) Auflistung finden sich ebenfalls die Veränderung des Kontextes, die inszenierte Fotografie und der direkte Eingriff in das Bildmaterial, wenn man seine detailliert aufgeschlüsselten Punkte zusammenfassen würde. Bei den Möglichkeiten des Eingriffs in das Bildmaterial kann auch der Punkt des Entfernens von Protagonisten einfließen, der ebenfalls in Schichas (ebd.) Auflistung zu finden ist. Ein gerne aufgegriffenes historisches Beispiel wird diese spezielle Art der Fotoretusche vorstellen. Für die Beschreibung der Kategorie „Inszenierung von Bildern“ werden ebenfalls historische und zeitgemäße Beispiele herangezogen.

2.2 Direkter Eingriff in das Bildmaterial

2.2.1 Retusche

Die Fotoretusche wurde 1855 von Franz Seraph Hanfstaengl erfunden, zu einer Zeit, als die Porträtfotografie ihren ersten Boom erlebte (Schögl, 2016, S. 77). In der Anfangsphase wurden fotografische Negative oder Positive mittels Pinseln, Farben und Chemikalien überarbeitet (Macias zit. nach Hömberg & Karasek, 2009, S. 163), u. a. um Abzüge zu verbessern. Oder um Wolken, die bei der Entwicklung verloren gingen, wieder hinzuzufügen (Chiquet, 2018, S. 180 f.). Die Technik fand auch in der Schönheitsretusche großen Anklang; damals eine Selbstverständlichkeit die breite Akzeptanz fand und von KundInnen dezidiert von Fotografen verlangt wurde (Lester zit. nach Hömberg & Karasek, 2009, S. 163).

Damals wurden selbstverständlich auch die Kaiser Franz-Joseph-Porträts einer Fotoretusche unterzogen. Was aus heutiger Sicht erstaunt, ist die zeitgleiche Existenz von manipulierten und nicht bzw. anders verfremdeten Porträts. Bei Ateliers und Verlagen war es üblich, durch eine Retusche unterschiedliche Varianten und damit verbunden unterschiedliche Imagewerte zu produzieren und in Umlauf zu bringen. Eine Atelieraufnahme aus dem Jahr 1865 zeigt den Kaiser mit seinem Sohn Rudolf im Jagdkostüm. Bei einer Version wurde der Dachstein in den Hintergrund gemalt, bei einer anderen ist das Gebirge verkleinert dargestellt. Durch diesen Eingriff konnte das Bild topografisch entortet werden und dadurch eine allgemeingültige Bedeutung erhalten (Schögl, 2016, S. 80 ff.).

Eine bekannte Aufnahme, die der Fotoretusche zuzuordnen ist, ist ein Foto von Jewgeni (auch Yevgeni geschrieben) Chaldej, der am 2. Mai 1945 auf den zerstörten Reichstag in Berlin stieg, um mit der Aufnahme den Sieg im „Großen Vaterländischen Krieg“ festzuhalten (Abb. 2). Auch von diesem Foto kursierten einige Versionen mit feinen Unterschieden. Bei einer Variante hat Chaldej die Szene durch Rauchwolken dramatisiert, ein unter russischen Kriegsfotografen gerne angewandtes Verfahren. Bei einer weiteren Variante ist zudem eine Armbanduhr wegretuschiert (Abb. 3). Das hat den Hintergrund, dass Uhren für russische Soldaten ein beliebtes Beutestück waren. Damit der russische Soldat, der auf dem Foto sogar zwei Uhren trug, nicht wie ein Plünderer erschien, wurde ihm die Uhr am rechten Armgelenk durch Einkratzen auf dem Negativ entfernt. Zudem soll noch eine weitere Variante kursieren, bei der eine bewegte Flagge einmontiert wurde und deren Montage am Rand sichtbar ist (Volland, 2005, S. 8). Dieses Bild bedient sich zudem einer weiteren Manipulationsart, weshalb es in einem späteren Kapitel nochmals als Beispiel herangezogen wird.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Auf dem Berliner Reichstag: Das Original ohne Rauchwolken und mit zwei Armbanduhren

Gelatinesilberabzug aus den 1990er-Jahren, Chaldej, J., 2. Mai 1945 (Volland & Krimmer, 1999, S. 95).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Auf dem Berliner Reichstag: Eine Variante mit Rauchwolken und nur einer Armbanduhr

Gelatinesilberabzug aus den 1990er-Jahren, Chaldej, J., 2. Mai 1945 (Volland & Krimmer, 1999, S. 65).

Eine spezielle Version der Retusche ist das Auslöschen von Personen, eine moderne Form der „Damnatio memoriae“, der Tilgung an Gedanken an eine Person. Die Sowjetunion war besonders geübt, unerwünschte Genossen zu Zeiten des Stalinismus von der Bildfläche verschwinden zu lassen (Hömberg & Karasek, 2009, S. 164). David King (1997, S. 12 f.) meint, dass anhand der hohen Anzahl an manipulierten Fotos, die Geschichte der Sowjetära erzählt werden könnte. Ein prägnantes Beispiel für diese Art von Erinnerungspflege ist die Auslöschung Leo Trotzkis, ein Politiker, dessen Vorstellung nicht mit Stalins Programm konform war. Eine bekannte Fälschung eines Fotos vom 5. Mai 1920 macht dies deutlich. An diesem Tag wurde Lenin bei einer Rede abgelichtet. Auf der Treppe, die zum Rednerpult führt, ist Trotzki neben Leo Kamenew, ein Mitarbeiter Lenins, zu sehen (Abb. 4). Ein Bild, das einst eine Legende war, konnte später nicht einfach verschwinden, aber die zwei Personen, die darauf abgebildet waren: Trotzki und Kamenew wurden durch eine Holztreppe ersetzt (ebd., S. 67–73) (Abb. 5). Für dasselbe Foto wurde ein paar Jahre zuvor bereits einmal eine andere Lösung gefunden, um es in der geplanten Publikation verwenden zu können: Es wurde ausschließlich die linke Bildhälfte abgedruckt, auf der Lenin aber nicht Trotzki zu sehen war. Die Herausgeber verwiesen auf die Originalmaße, kennzeichneten aber nicht, dass es sich um einen Ausschnitt handelt (Waschik, 2010, S. 51).

[...]

Details

Seiten
32
Jahr
2019
ISBN (eBook)
9783668906921
ISBN (Buch)
9783668906938
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v460692
Institution / Hochschule
Universität Wien – Publizistik und Kommunikationswissenschaft
Note
1,0
Schlagworte
Bildmanipulation Bildbearbeitung Bildfälschung Retusche Fotomontage Fotoretusche Bildretusche Kommunikation

Autor

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Titel: Bilder lügen (nicht). Eine Grenzziehung zwischen manipulativen und nicht-manipulativen Fotos