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Das neue Testament und die Antithesen. Unterschiede zwischen Wick und Konrad

Ausarbeitung 2017 10 Seiten

Theologie - Vergleichende Religionswissenschaft

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Hauptteil
2.1. Zentrale Inhalte zum Text von Wick
2.2. Zentrale Inhalte zu den Texten von Wengst und Konradt
2.3. Unterschiede zwischen den Texten

3. Schluss

4. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In der Ersatzleistung geht es darum die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu den im Seminar besprochenen Positionen der Texte zu den Antithesen herauszuarbeiten.

Im Matthäusevangelium lässt Matthäus seine erste wichtige Predigt auf dem Berg halten – die Bergpredigt. Die Bergpredigt wird im heutigen Sinn nicht mehr als Predigt, sondern als Zusammenfassung der Verkündigung von Jesus verstanden. Das Herzstück der Bergpredigt sind die Weisungen der Antithesen. Es gibt insgesamt sechs Antithesen und das Ziel war nicht die alten Gesetzte aufzuheben sondern vielmehr die wahre Bedeutung hervorzuheben.

Die Antithesen in der Bibel sind eigentliche keine Antithesen, sondern viel eher Kommentare beziehungsweise eine Auslegung der Tora. Mit den Antithesen in der Bibel treten viele Fragen und Diskussionen auf, die von Wissenschaftlern bis heute nicht eindeutig geklärt werden konnten.

Zunächst gehe ich darauf ein, was in dem Text von Wick steht und was Antithesen eigentlich genau sind, anschließend werde ich die Texte von Wengst und Konradt erläutern. Danach dokumentiere ich die Unterschiede der Texte und gehe auf die Gemeinsamkeiten ein. Am Ende werde ich nochmal zusammenfassend auf die Antithesen eingehen und ein Fazit zu den drei unterschiedlichen Texten ziehen.

2. Hauptteil

2.1. Zentrale Inhalte aus dem Text von Wick

Die sechs Antithesen der Bergpredigt werden als solche bezeichnet, da sie anscheinend der Tora widersprechen. Alle sechs Antithesen, bis auf Ausnahme mit der dritten Antithese, werden mit einer Aussage aus der Tora eingeleitet: „es ist gesagt“.. Die dritten Antithese wird mit der Ergänzung „ihr habt gehört“ eingeleitet. Auch bei der ersten und vierten Antithese gibt es bei der Einleitung eine Besonderheit, da diese Antithesen mit dem Zusatz „die Alten“ ergänzt werden. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Antithesen zunächst mit einem Rechtssatz aus der Tora eingeleitet werden und anschließend mit der Wendung „ich aber sage Euch“ angeblich widersprochen werden.

Die genaue Übersetzung der Antithesen ist schwierig, wodurch auch die Deutung schwierig ist. Dies wird durch die lemitierten Quellen noch zusätzlich erschwert.

Um die Antithesen zu verstehen, ist es wichtig den Kontext der Antithesen vorerst zu erschließen, da eine Sprachanalyse nicht ausreicht.

Bei der ersten Antithese, die sich auf das sechste Gebot bezieht, geht es darum, dass Jesus das Mordverbot auf den Hass ausdehnt. Jesus ist es wichtig, dass der Geschädigte, der möglicherweise beschimpft wurde, nicht seinen Nächsten wegen Hass anklagen soll, sondern alles versuchen soll, damit die beiden sich wieder versöhnen. Bei der zweiten Antithese, die das siebte Gebot von dem Dekalog erweitert, geht es um das Gebot, dass niemand Ehebrechen soll. Erweitert wird sie dadurch, dass festgelegt wird, dass die erste Ursache des Ehebruchs der begierdene Blick ist. Jedoch lässt sich dies nicht von einem Richter feststellen und verurteile, aufgrund dessen die halachische Ebene verlassen wird und das Gebot verschärft. Und bei der dritten Antithese darum, die eindeutig halachische Elemente enthält, dass niemand sich scheiden lassen soll, und auch dieses Gebot wird sehr eingeschränkt. Jesus betont, dass eine Scheidung den Namen Gottes entheiligt und man sich selbst entehrt. Die vierten Antithese thematisiert, dass auf Eide verzichtet werden soll, jedoch die Worte die man spricht einem Eid ähneln sollen und somit wahr sein müssen, bei der fünften Antithese wird die ausgleichende Vergeltung in Frage gestellt. Durch Nächstenliebe soll der Geschädigte seinen Nächsten nicht verurteilen, sondern die Strafe auf sich nehmen. Zusammenfassend kann man sagen, dass Jesus die gesamte Tora und die Propheten aus dem Doppelgebot auf die Nächstenliebe und Gottesliebe auslegen möchte. Schließlich in der sechsten Antithese wird die beschränkte Feindesliebe erläutert und die Nächstenliebe wird wieder stark aufgegriffen. Sinn der Antithese ist es, dass das Gebot geschützt und dessen Sinn erläutert werden soll.

Exegeten fällt es schwer zu analysieren gegen was oder wen die Antithesen gerichtet sind. Eine Möglichkeit wäre zu sagen, dass sich die Antithesen gegen die Tora richten. Eine andere Möglichkeit wäre zu sagen, dass sich die Antithesen gegen die Halacha richten. Allerdings sind keine Ablehnungen gegen die Halacha im Matthäusevangelium feststellbar und auch gegen die Tora nicht. In dem Vorspann, bevor die Antithesen benannt werden, betont Jesus sogar noch, dass keine Buchstaben von dem Gesetz außer Kraft genommen wird oder ganz verschwinden soll, sodass die Möglichkeit, dass die Antithesen gegen die Tora sprechen eigentlich ausgeschlossen ist. Die Möglichkeit, dass die Antithesen gegen die Halacha sprechen, sind jedoch genauso ausgeschlossen, da Jesus betont, dass das Volk all das machen soll, was die Pharisäer und Schriftgelehrten möchten und das Volk nicht nur der Tora folgen soll, sondern auch dem Halacha. Es gibt nur wenige Stellen im Matthäusevangelium, an der Jesus gegen die Halacha handelt. Eine Stelle ist die, an der Jesus die Regel von dem Händewaschen beim Essen nicht befolgt und diese verwirft. Dies jedoch ist nicht grundsätzlich so, sondern nur in speziellen Fällen, in denen er meistens auch Alternativen anbietet. Trotzdem deutlich, dass Jesus die Tora als sehr positiv auffasst und auch deren halachischen Interpretationen für sehr gut empfindet.

Wichtig ist, dass die Antithesen immer im Kontext von biblischen und jüdischen Traditionen interpretiert werden müssen. Antithesen sind rhetorische Mittel und gelten nicht als Widerspruch. Wick betont auch, dass Jesus nicht die Tora oder die Halacha erneuern will, sondern möchte durch den Widerspruch in prophetischer und rabbinischer Tradition eine andere, möglicherweise auch tiefere Ebene aufzeigen. Zusammenfassend kann ich jedoch festhalten, dass Jesus eine enge Grenze um die Rechtssätze zieht, damit sie nicht verletzt werden und die Menschen sich nicht schuldig machen. Ein weiteres Problem im Umgang mit den Antithesen ist, dass Gesetze für alle gleich sein müssen und auch für jeden Menschen gelten müssen. Jesus jedoch verbietet allen den Hass und macht deutlich, dass er nicht möchte, dass die Menschen sich wegen Zorn gegenseitig anklagen. Auch, dass Ehebrechen mit einem begehrenden Blick anfängt ist logisch, jedoch wird kein Richter jemanden wegen solch einen Blickes verurteilen können. Jesus schlägt deshalb vor, dass der Mann dessen Ehre bei einem Ehebruch gefährdet sein könnte, die Frau so zu lieben wie er sich liebt und sich um ihr Wohl zu kümmern. Allerdings ist allgemein festzuhalten, dass ein Richter große Schwierigkeiten mit den Anweisungen von Jesus hätte. Dies ist bei den letzten beiden Thesen der Fall. Sie sind nicht juristisch anwendbar und somit sind die Antithesen nicht außergewöhnlich. Das Einzige was sie einzigartig macht ist die eine scharfe Einleitung der Antithesen. Trotzdem erkennt Jesus das Gericht als wichtige Institution an und ist auch überzeugt davon, dass dieses wichtig ist für ein geregeltes Zusammenleben. Die Antithesen jedoch haben alle einen Zweck: Zum Einen können sie einen neuen Verstehenshorizont eröffnen, zum zweiten kann sie einem Missverständnis entgegen wirken und zum dritten kann eine Antithese das Gesetz schützen und fördern.

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Details

Seiten
10
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668907959
ISBN (Buch)
9783668907966
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v460768
Institution / Hochschule
Evangelische Fachhochschule Freiburg
Note
1,7
Schlagworte
neues testament beispiel antithesen unterschiede wick konrad

Autor

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