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Chinas neue Seidenstraße. Rollentausch im Welthandel

Facharbeit (Schule) 2018 14 Seiten

Orientalistik / Sinologie - Chinesisch / China

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Chinas neue Rolle in der Globalisierung

3. Begriffsbestimmung „Seidenstraße“

4. Was ist die neue Seidenstraße?

5. Land- und Seeweg

6. Finanzierung des Projekts

7. Militärische Implikationen

8. Gegenstimmen

9. Chancen für die EU

10. Chancen für Österreich

11. Geopolitische Bedeutung der Seidenstraße im Hin- blick auf den Rollentausch im Welthandel

12. Fazit

13. Reflexion

14. Quellenverzeichnis

15. Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

Der Begriff „Die neue Seitenstraße“ taucht seit einigen Jahren immer wieder in den Medien auf. Oft wird auch von einem Rollentausch im Welthandel gesprochen. Was dieser Rollentausch mit der neuen Seidenstraße zu tun hat, wird in dieser Arbeit be- handelt.

Die neue Seidenstraße ist ein gewagtes Projekt der chinesischen Regierung, um neue Handelswege zu schaffen. Bei den geplanten Handelswegen gibt es jedoch noch viele offene Fragen, wie zum Beispiel die Frage der Finanzierung, welche im Kapitel sechs behandelt wird, oder die militärischen Implikationen des Projekts, wel- che im Kapitel sieben genauer beschrieben werden. Nichtsdestotrotz bringt ein sol- ches Projekt auch viele Vorteile mit sich, welche in den Kapiteln neun und zehn dar- gestellt werden.

2. Chinas neue Rolle in der Globalisierung

Amerika spielt eine große Rolle im Rollentausch um den Welthandel. Durch die neue Regierung von Donald Trump wird nach dem Motto „America first“ gearbeitet. Der Fokus liegt bei:

- der Stärkung des Militärs
- der Beendigung der illegalen Immigration
- der Wiederbelebung der amerikanischen Wirtschaft1

Kritikern zufolge wird die außenpolitische Position der USA durch die neu gesetzten Ziele eher geschwächt. Laut vieler Experten sollte das Motto „America first“ eher auf „America third: China first and Russia second“ umgetauft werden.2 Die Abschot- tungsstrategie der USA wird von Wirtschaftsexperten mit einem Kopfschütteln hin- genommen. Die Erhebung von Strafzöllen auf Waren aus Mexiko oder China ist sehr riskant und kann in einen weltweiten Handelskrieg münden, welcher die USA Millio- nen von Jobs kosten könnte.3

Die USA stellen mittlerweile die Idee des multilateralen Freihandels in Frage und schotten sich ab. In China ist genau das Gegenteil zu beobachten. Denn China weiß um die Wichtigkeit internationaler Handelsabkommen und versucht seit einiger Zeit die Wiederbelebung der Seidenstraße, einem Handelsweg zwischen Asien und Eu- ropa.4

In Deutschland ist die Haltung gegenüber dem Freihandel weitaus positiver ge- stimmt als in den USA. Sogar jeder zweite Deutsche ist davon überzeugt, dass sich dieser positiv auf die deutsche Industrie auswirkte.5

Die seit neuem veränderte Einstellung der USA und die aktuelle Schwächung der EU durch den Brexit befördern massiv die Pläne Chinas, im Weltwirtschaftsgeschehen mitzumischen. Als zweitstärkste Volkswirtschaft der Welt, Besitzer der höchsten De- visenreserven, Exportweltmeister und reichster Gläubiger der Vereinigten Staaten müsste das auch kein Problem sein.6

Seit März 2011 gilt der 13. Fünfjahresplan in China. Der Fokus des neuen Plans liegt auf:

- Umweltschutz
- Inflationsbekämpfung
- Stärkung des Inlandkonsums durch Wohlstandssteigerung7

Gleich am ersten Punkt der Aufzählung erkennt man die Unterschiede von der neu- en Politik von China zu der ebenfalls neuen Politik von den USA. Laut Trump gibt es gar keinen Klimawandel und der Umweltschutz wird dadurch nicht sehr ernst ge- nommen.8 Die restlichen zwei Punkte gehen ebenfalls in eine andere Richtung als die den USA.

Am 11. Dezember 2001 wurde China in die World Trade Organization (WTO) aufge- nommen, was die Strukturen der Weltwirtschaft prägte. Während der Jahre stieg der Einfluss Chinas auf die Weltwirtschaft stetig. Im Jahr 2017 spricht Chinas Präsident Xi das Problem der Strafzölle und Einfuhr- oder Exportbeschränkungen an. Er wünscht sich einen freien Welthandel, wobei er auf die Wiederbelebung der Seiden- straße hinaus will. Kurze Zeit später, nämlich im Mai 2017, lud China zu dem „Belt and Road Forum for International Cooperation“ nach Peking ein. Es nahmen insge- samt 31 Regierungschefs teil und es wurden Pläne zur Verbindung Asiens, Afrikas und Europas auf Land und im Meer vorgestellt.9

3. Begriffsbestimmung „Seidenstraße“

Der Begriff „Seidenstraße“ kommt noch von der Han-Dynastie und der Tang-Dynas- tie. Viele Chinesen hängen diesen Zeiten des boomenden Exports nach. Der damali- ge Handelsweg zwischen China und Europa wurde von den Chinesen dominiert und das alleine wegen deren Seidenprodukte. Die Herstellung der Seide war ein gehüte- tes Geheimnis der Chinesen und konnte somit nur von ihnen bezogen werden. Da der Stoff unter den Europäern sehr beliebt und angesehen war, wurde viel davon nach Europa verkauft. Daher kommt auch der Name. Der Handelsweg wurde schlicht und einfach von der chinesischen Seide dominiert. Neben der Seide wurde natürlich auch noch mit anderen Güter gehandelt.10

4. Was ist die neue Seidenstraße?

Die neue Seidenstraße wird international kurz OBOR genannt, was „One Belt, One Road“ bedeutet. Das Ziel dieses chinesischen Projektes ist es, Asien und Europa über folgende Wege zu verbinden:

- Moderne Straßen
- Schifffahrtslinien
- Schienennetze
- Häfen
- Flughäfen
- Kommunikationsnetze
- Industriekorridore
- Energienetze

Das Projekt ist nicht nur eine großer Traum Chinas, denn wer sich ein wenig mit dem Thema befasst, dem wird schnell klar, dass es ein konkretes Vorhaben der chinesi- schen Regierung ist und tatsächlich umgesetzt wird.11

Der friedliche Wettbewerb zum gegenseitigen Vorteil und kulturellen Austausch wird dabei oft in den Mittelpunkt gestellt. Von der Führung in Peking wird immer wieder von wechselseitigen Vorteilen, Wirtschaftswachstum und Aufschwung gesprochen. Der aktuelle chinesische Präsident Xi Jinping gilt als starker Verfechter der Globali- sierung. Laut ihm gibt es bei einem Handelskrieg keinen Gewinner. Ein Handelskrieg wäre negativ für alle Beteiligten. Und spricht damit indirekt die USA an.12

[...]


1 Vgl. Hartmann, Wolf D./Maennig, Wolfgang/Wang, Run: Chinas neue Seidenstraße. Koope- ration statt Isolation - Der Rollentausch im Welthandel. Frankfurt am Main 2017, S. 13.

2 Vgl. ebd.

3 Vgl. ebd. S. 15.

4 Vgl. ebd. S. 14.

5 Presseportal (Hrsg.): BDI-Präsident Kempf: Mehrheit der Deutschen sieht Vorteile des Frei- handels für Industrie. 15.04.2017. https://www.pr esseportal.de/pm/6570/3613328 (Zugriff: 13.01.2018).

6 Vgl. Hartmann/Maennig/Wang, 2017, S. 17.

7 AHK China (Hrsg.): China veröffentlicht 13. Fünfjahresplan (2016-2020). 23.03.2016. http:// china.ahk.de/de/news/single-view/artikel/china-veroeffentlicht-13- fuenfjahresplan-2016-2020/?cHash=59d090a447b4ba77a7e27240d4f198ce (Zugriff: 13.01.2018).

8 Stöcker, Christian: Das Schlimmste an Trump. 13.11.2016. http://www.spiegel.de/wissen- schaft/natur/donald-trump-glaubt-nicht-an-den-klimawandel-und-das-hat-folgen- a-1120761.html (Zugriff: 13.01.2018).

9 Vgl. Hartmann/Maennig/Wang, 2017, S. 20f.

10 Vgl. Hartmann/Maennig/Wang, 2017, S. 8.

11 Ankenbrand, Hendrik: Chinas neue Seidenstraße. 27.12.2016. http://www.faz.net/aktuell/ wirtschaft/handelswege-der-zukunft-chinas-neue-seidenstrasse-14593210.html (Zugriff: 18.01.2018).

12 Vgl. Hartmann/Maennig/Wang, 2017, S. 35.

Details

Seiten
14
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783668914704
ISBN (Buch)
9783668914711
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v460903
Note
1,00
Schlagworte
Chinas neue Seidenstraße The new silk road Rollentausch im Welthandel

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Titel: Chinas neue Seidenstraße. Rollentausch im Welthandel