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Mikroplastik in Gewässern. Eine unsichtbare Gefahr?

Hausarbeit 2019 17 Seiten

Umweltwissenschaften

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Defenition
2.1 Kunststoffe
2.2 Mikroplastik
2.2.1 Primäres Mikroplastik
2.2.2 Sekundäres Mikroplastik

3 Vorkommen
3.1 in Gewässern
3.2 in der Nahrungskette

4 Gefahren.
4.1 Durch Giftstoffe
4.1.1 Durch Zusatzstoffe in der Produktion
4.2 Durch die Bio-Akkumulation
4.3 Durch Invasive auf Ökosysteme

5 Mögliche Lösungsansätze
5.1 Recycling
5.2 Vermeidung

6 Fazit

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Kunststoff. Ein Stoff, der durch einen Zufall entwickelt wurde und eine unverwechselbare Erfolgshistorie schreibt. Ein Stoff, der ein neues Lebensgefühl prägte und unsere gesamte Welt veränderte. Ein Stoff, der vielfältiger und unterschiedlicher nicht sein könnte. Ein Stoff, der das Leben der Menschen in vielen Bereichen vereinfachte, aber auch ein Stoff, der uns für hunderte Jahre begleiten wird. Ein Stoff, der sehr schwer abzubauen ist, zerfällt und nahezu unsichtbar in den Gewässern schwebt. Ein Stoff, dessen Auswirkungen auf uns weitestgehend unerforscht sind.

Mikroplastik, ein gewolltes, aber auch ungewolltes Problem der Kunststoffindustrie. In den vergangenen Jahren geriet Mikroplastik mehr und mehr in den Focus. Es ist ein Stoff, für den es keine allgemeingültige Definition gibt und genau so wenig Menschen wissen überhaupt, was es ist. Ein großer Teil nutzt eben diese Stoffe, um sich unter anderem die Zähne zu putzen, ohne jegliche Ahnung zu haben, was der Nutzer damit zu sich nimmt.

Diese Arbeit soll aufzeigen, inwiefern die weltweiten Gewässer, sowie Ökosysteme von Mikroplastik betroffen sind und welche Auswirkungen Mikroplastik auf diese haben kann.

2 Defenition

2.1 Kunststoffe

Kunststoff, allgemeinsprachlich auch bekannt unter „Plastik“, ist ein Sammelbegriff für polymere Kunststoffverbindungen, die synthetisch hergestellt worden sind und unterschiedliche chemische Eigenschaften besitzen. Polymer beschreibt ein „Viel-teilchen“, dass aus vielen Monomeren „Ein- Teilchen“ besteht (Kratzert & Ibold: 2000) Diese Polymerverbindungen basieren seit den Anfängen des 20.Jahrhunderts aus Naphta, einem aus Erdöl destillierten Produkt. Die Polymerverbindungen, die aus Naphta hergestellt werden, sind so vielfältig, wie deren Einsatzmöglichkeiten und können nach Bedarf verändert werden, um z.B. einen widerstandsfähigeren oder ggf. weicheren Kunststoff herzustellen (Schulz 2017)

Die Geschichte der Kunststoffe begann bereits im 16. Jahrhundert, als ein Mann auf Basis von Magerkäse, somit Milchproteinen, die erste Kunststoffverbindung erschuf. Die Eigenschaften dieser Milchproteinverbindung sind mit den heutigen Polymerverbindungen nicht zu vergleichen, da z.B. „schon ein auf den Boden fallen“, diese Verbindung zerstört hätte (Vgl. Udo Tschimmel 1991: S.12f.). 1907 entwickelte Leo Baekeland das Bas Bakelit, welches in den folgenden Jahren unentbehrlich für unter anderem die Produktion von Radios, sowie Geschirr wurde. Im 20. Jahrhundert folgten massenhaft weitere Kunststoffe, die auf der Basis von Erdöl produziert wurden und werden(Kunststoff-Museum Troisdrof 2006).

2.2 Mikroplastik

Die Bezeichnung „Mikroplastik“ beschreibt Kunststoffteile, die aus unterschiedlichen Polynomzusammensetzungen resultieren und kleiner als 5 mm sind. Da es für Mikroplastik keine allgemeingültige Definition, sowie Größenabgrenzung gibt, wird in dieser Arbeit Mikroplastik nach der Definition von Duis & Cors verwendet (Duis & Cors 2016).

Mikroplastik ist ein Problem, dass lange Zeit nicht bekannt war.

Die unterschiedlichen Polhymertypen, sind in unseren Reifen, Schuhsolen, Spiel- und Sportplätzen, sowie Verpackungen zu finden. Durch Reifenabrieb gelangen in Deutschland pro Kopf durchschnittlich 1,229 KG Mikroplastik in die Umwelt, gefolgt von 0,303 kg durch Freisetzung bei Abfallentsorgung (Fraunhofer UMSICHT 2017).

2.2.1 Primäres Mikroplastik

Primäres Mikroplastik, dass gezielt für die Kosmetikbranche als teilweise perfekt runde Kügelchen (Microbeads) hergestellt wird, um z.B. in Duschgel als Schleifmittel bessere Reinigungsergebnisse zu erzielen. Die für die Kosmetikproduktion hergestellten Microbeads können nicht vollständig durch Kläranlangen herausgefiltert werden und landeten als Klärschlamm auf Feldern oder gelangen somit in die Flüsse und somit in die Meere. Primäres Mikroplastik ist nur ein kleiner Bestandteil des Mikroplastiks in unserer Umwelt, denn laut Statista verursacht Primäres Mikroplastik nur 2% des in der Umwelt auffindbaren Mikroplastiks (Heß et al. 2018: S.9ff.)

2.2.2 Sekundäres Mikroplastik

Sekundäres Mikroplastik entsteht aus dem Zerfall größerer Plastikprodukte z.B. von Plastiktüten, die durch die Einwirkung von UV-Strahlen und mechanischen Einwirkungen der Umwelt zerfallen und durch diesen Prozess zu Mikroplastik werden. Das sekundäre Mikroplastik gelangt oft durch unsachgemäße Entsorgung von Plastikmüll in unsere Umwelt. Zu dem Sekundären Mikroplastik gehören unter anderem auch Kunststofffasern, die der Kleidung Elastizität verleihen. Diese Fasern lassen sich im Abwasser wiederfinden oder auch im Staub. Das sekundäre Mikroplastik verursacht die größte Umweltverschmutzung, da es durch die bereits oben genannte unsachgemäße Entsorgung von Plastikmüll in die Umwelt gelangt (Heß et al. 2018: S10ff.)

3 Vorkommen

3.1 in Gewässern

Das Vorkommen von Mikroplastik ist vielfältig. Durch die breite Anwendung von Kunststoffen in der Produktion von z.B. Autoreifen, Kosmetika oder in Form von Plastiktüten und -Flaschen, sowie unzähligen anderen Produkten, ist es nahezu überall in unserer Umgebung zu finden und kann so auch in die Umwelt gelangen. Mikroplastik, das einmal in einem Gewässer ist, kann auch nicht durch Filter wieder aufgefangen werden und bleibt für ca. 450 Jahre in den Gewässern, bis es vollständig zersetzt ist (Schröder 2018: S.79f.)

Die wichtigsten Eintragswege für Plastik im Meer sind laut einer Forschung von Plasticontrol die Verwehungen vom Land, durch nahegelegene Müllkippen, sowie durch Einbringung der Schifffahrt, beispielsweise Container, die vom Schiff fallen oder auch durch Flüsse und Abwässer, die den Plastikmüll in das Meer transportieren. Im Jahr 2010 gelangten in etwa 10 Millionen Tonnen Plastik in die Ozeane. Diese enorme Plastikmenge, hat zur Folge, dass auf jedem Quadratkilometer Wasseroberfläche ca. 13.000 Plastikteilchen aufzufinden sind. Plasticontrol schätzt, dass ungefähr 88% der gesamten Meeresoberfläche durch Plastik verschmutzt ist (Steiner 2018)

Die im Meer auffindbaren Mikroplastikteile gehören zu dem sekundären Mikroplastik, sie entstehen durch jahrelange mechanische Einflüsse auf den ins Meer gelangten Plastikmüll und sind nach kurzer Zeit teilweise so klein, dass man sie nur noch unter dem Mikroskop identifizieren kann (Duis & Cors 2016).

Da die teilweise mikroskopisch kleinen Mikroplastikteilchen in der Wassermasse der Ozeane „verschwinden“, gibt es keinen genauen Wert, wie viel Plastik sich in den Meeren befindet. Plasticontrol geht hierbei von einer Menge von ca. 120 Millionen Tonnen Plastik aus (Steiner 2018)

Eine andere Tatsache ist, dass Mikroplastik in sogenannten „Plastikstrudeln“ durch die Meere der Welt transportiert. Hierbei wird weltweit von 5 „Müllkontinenten“ ausgegangen, an denen sich die Strömungen der Meere treffen und Mikroplastik sich am Meeresboden ablegt. Gemäß der Sea Education Association, die über die längste Serie von Plastikproben aus dem Ozean verfügt, steigt die Menge an gefundenem Mikroplastik in den Strömungswirbeln an der Oberfläche nicht an. Dr. Kara Lavender Law vermutet somit, dass sich das Plastik am Meeresboden vermehrt sammelt (Vgl. ARTE 2016: 2:00ff).

Lucy Woodall, die im Auftrag des Natural History Museum an Kleinelebewesen am Meeresgrund forschte, fand zufällig bunte „Kügelchen an Tieren, die vom 3km tiefen Meeresgrund kommen. Somit lässt sich die Vermutung Laws in diesem Aspekt bestätigen.

Mikroplastik lässt sich laut der Alfred-Wagener-Institut für Polar- und Meeresforschung auch in der antarktischen Tiefsee wiederfinden. Die Forschungen bestätigten auch, dass sich die am Meeresboden auffindbare Plastikmenge in den letzten 10 Jahren verdoppelt hat (Vgl. Bergman 2012: S. 2734-2741)

3.2 in der Nahrungskette

In Folge einer starken Konzentration von Mikroplastik in den Gewässern, können auch Meereslebewesen, dieses unter anderem mit Nahrung verwechseln, zu sich nehmen. Die Konzentration im Rhein lag im Jahr 2015 bei durchschnittlich 900.000 Mikroplastikteilchen, die sich auf einem Quadratkilometer der Oberfläche finden ließen. (Mani 2015)

Mikroplastik ist somit schon längst im Nahrungskreislauf der Meeresbewohner angekommen, denn es wurde in allen untersuchten Muscheln, Austern oder auch in Kotproben von Seehunden, Kegelrobben, sowie Seemöwen Mikroplastik gefunden. (Vgl. Krieger 2013) Im Folgenden werde ich auf den Greenpeace-Report eingehen, bei dem mehrere Feldstudien zusammengefasst wurden und aufzeigen, in welchen Lebewesen bereits Mikroplastikbestandteile vorgefunden wurden. (Vgl. Miller 2016)

In der Nordsee und Ostsee wurden 290 Fische der Arten Flunder, Kabeljau, sowie Makrele untersucht. Im Laufe der Untersuchungen wurden in 5,5% der Fische Mikroplastik gefunden. Im Nordatlantik wurden 761 Fische untersucht, dabei fand man bei 11% der untersuchten Fische Mikroplastik im Verdauungstrakt. 36,5% der 502 untersuchten Fische hatten nachweißbar Mikroplastik aufgenommen. Zudem enthielten 25% von 140 untersuchten Fischen, die auf Märkten in Markassar, Indonesien und Kalifornien verkauft werden sollten Mikroplastik (Schröder 2018: S. 45f.).

Im Weiteren forschte das Alfred-Wegener-Institut-Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung, inwiefern auch Pflanzenfresser von Mikroplastik betroffen sind. Im Ergebnis lässt sich sehen, dass auch Pflanzenfresser das auf den Algen festgesetzte Mikroplastik ungewollt aufnehmen. (Vgl.Gutow 2015)

Mikroplastik ist somit bereits in der Nahrungskette der Meereslebewesen angekommen. Auf die Folgen von Mikroplastik in der Nahrungskette der Meereslebewesen wird in Kapitel 4.Gefahren Bezug genommen.

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Details

Seiten
17
Jahr
2019
ISBN (eBook)
9783668918047
ISBN (Buch)
9783668918054
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v461821
Note
1,0
Schlagworte
mikroplastik gewässern eine gefahr

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