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Organisationspsychologie. Einfluss von Schichtarbeit auf Gesundheit und Privatleben

Befragung von SchichtarbeiterInnen und anderen Schichtbetrieben im Umkreis Linz

Projektarbeit 2018 20 Seiten

Psychologie - Arbeit, Betrieb, Organisation und Wirtschaft

Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Fragestellung und Ziel der Befragung

3 Fragebogenentwicklung und Ablauf

4 Interpretation und Darstellung der Ergebnisse

5 Interventionen und Handlungsempfehlungen

Literaturverzeichnis

Anhang

5.1 Zusammensetzung Konstrukte
5.2 Fragebogen

1 Einleitung

Im Zuge des Seminars „Organisationspsychologie: Gesundheit in Organisationen“ wurden von den Studierenden als Vorbereitung für die Durchführung einer Feldstudie (n=50) verschiedene wissenschaftliche Papers recherchiert, wo im wesentlichen Studien präsentiert wurden, in denen unterschiedliche Aspekte der täglichen Arbeitswelt bezüglich der körperlichen und geistigen Gesundheit von erwerbstätigen Personen untersucht wurden. Im groben waren die Themen Schichtarbeit, Humor zwischen Vorgesetzten und ArbeiterInnen, gesundheitsorientierte Führung in der Altenpflege und einige Themen mehr. Im Zuge des Brainstormings innerhalb der Gruppe „Belastung und Beanspruchung“, bestehend aus 5 Mitgliedern, eine von drei Untergruppen des Seminars, wurde im Konsens beschlossen, eine Studie zur Gesundheit von SchichtarbeiterInnen durchzuführen. Die Begründung für diese Wahl liegt insbesondere darin, dass es in der Region große, traditionelle und allseits bekannte Unternehmen und Konzerne gibt, die seit Jahrzehnten Schichtbetriebe führen. Vor allem im Bekanntenkreis der Studierenden gibt es Personen, die selbst SchichtarbeiterInnen sind – und uns dankenswerterweise bei der Verteilung und Sammlung der manuell auszufüllenden Fragebögen zur Hilfe standen. Die Fragebögen wurden nach einem Testlauf innerhalb der Seminargruppe adaptiert, basieren jedoch auf einem standardisierten Fragebogen mit etablierten Items (Ankreuzfragen, nummerische Skalen), um bei der Endauswertung bereits ein Instrumentarium an Analyse -und Unterteilungswerkzeugen zur Verfügung zu haben. Die folgende Seminararbeit ist Unterteilt in 4 Kapitel: Fragestellung und Ziel der Befragung, Fragebogenentwicklung und Ablauf, Interpretation und Darstellung der Ergebnisse, Interventionen und Handlungsempfehlungen.

2 Fragestellung und Ziel der Befragung

Vorab der Formulierung einer oder mehrere Hypothesen fassten wir unsere Interessen und unseren durch die Papers angeeigneten Wissensstand mittels Brainstorming zusammen. Wie in Abb.1 zu sehen ist, war das zentrale Interesse der Gruppe am Anfang „Arbeitsplatzsicherheit im Schichtbetrieb“, die für uns relevanten 10 Punkte, die wir aus eigenem Interesse und dem Wissen aus den Papers formulierten, waren: „Motivation“, „Humor der Führungsebene“, Commitment der Mitarbeiter“, „Soziale Anerkennung“, „Auslöser für Depressionen“, „Mitspracherecht bei der Arbeitsgestaltung“, „Angst“, „Entlohnung“, „Beruflicher Status“ und „Arbeitsvielfalt“. Wie der Abb.1 zu entnehmen ist, lag unser Interesse zunächst auf der Arbeitsplatzsicherheit von SchichtarbeiterInnen.

Nach längerer Diskussion wurde der Fokus vor allem auf die Vereinbarkeit von Schichtarbeit und Privatleben gelegt, da eine von uns behandelte Studie davon handelt, dass Schichtarbeit mögliche negative Auswirkung auf das Privatleben/Freizeit der Schichtarbeiter hat und die Arbeitsplatzsicherheit wohl nur ein weiterer Faktor in einer Kette von Zusammenhängen ist, die am Ende des Tages zufriedene oder unzufriedene SchichtarbeiterInnen hervorbringt. Unsere neue Fragestellung geht nun mehr in die Tiefe und hinterfragt generell, wie sich Schichtarbeit auf die Gesundheit und die Vereinbarkeit von Arbeit und Privatem der SchichtarbeiterInnen auswirkt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1. Flipchart des Brainstormings.

Wir gehen von folgenden 2 Hypothesen aus:

1. Schichtarbeit (an sich) wirkt sich negativ auf die Gesundheit/Vereinbarkeit von Arbeitswelt und Privatem/Freizeit und Zufriedenheit der SchichtarbeiterInnen aus.
2. Schichtarbeit (an sich) ist eine für die SchichtarbeiterInnen benachteiligende Arbeitssituatíon.

Ziel unserer Befragung (n=50) war es also, unsere Vermutungen, basierend auf den zuvor bearbeiteten Papers und eigenen Vorüberlegungen (Erzählungen aus dem Bekanntenkreis, eigene Arbeitserfahrungen im Schichtbetrieb) zu falsifizieren. Da Arbeitsvorgänge sehr komplexe Prozesse beinhalten, sehr viele Personen interagieren und individuelle Faktoren eines/einer jeden/jeder SchichtarbeiterIn berücksichtigt werden müssen, ist der Fragebogen mit insgesamt 29 Fragen sehr breit und soll in weiterer Folge vor allem ein Gesamtbild schaffen, wie SchichtarbeiterInnen über ihre täglichen Arbeiten denken und sich dabei fühlen.

3 Fragebogenentwicklung und Ablauf

Zunächst wurde in den Papers nach Methoden zur systematischen Datenerhebung gesucht, die sich in der Vergangenheit in fachspezifischen Situationen und Problemstellungen bewährt haben. Der Titel des Standardfragebogens ist: „Arbeiterbefragung zu belastenden Faktoren am Arbeitsplatz“, die deutsche Standard-Version des COPSOQ (Copenhagen Psychosocial

Questionnaire“. In der Standardversion werden neben Fragen zur Person weitere 87 Fragen zu 12 Themen gestellt. Angaben zur Arbeit und Tätigkeit (9 Fragen) , Verhältnis zwischen Arbeit und Privatleben (7 Fragen) , Einflussmöglichkeiten und Spielraum bei der Arbeit (5 Fragen), Entwicklungsmöglichkeiten und Bedeutung der Arbeit (7 Fragen), Regelung und Abläufe bei der Arbeit (8 Fragen), Einschätzung der/des Vorgesetzten (4 Fragen), Fragen zu Einschätzung über die KollegInnen (10 Fragen) , Fragen zum Arbeitsplatz an sich und Arbeitsumgebung (11 Fragen) , Machen Sie sich Sorgen, dass… (6 Fragen) , Fragen zu Wünschen des Berufswechsel/Kündigung (2 Fragen) , Fragen zur Zufriedenheit (7 Fragen) , Fragen zur körperlichen/geistigen Gesundheit (11 Fragen)) ge stellt.

Durch Selbsttests mit allen Seminarmitgliedern konnte wichtige Schritte gefunden werden, um den Fragebogen für unsere Aufgabenstellung zu adaptieren. Wichtigstes Feedback war: Viele Fragen seien redundant in ihrer inhaltlichen Fragestellung, daher war es einer der ersten Schritte, diese Redundanzen zu finden und zu entfernen. Schließlich wurde eine zusätzliche Frage implementiert, und zwar zum Thema „Humor am Arbeitsplatz“. Ansonsten wurde der Originalfragebogen, neben den drastischen Kürzungen und der Ergänzung von Personenangaben (etwa Berufsgruppe, Schichmodell, ect.) und geändertem Layout verwendet. Der verwendete Fragebogen stellt neben Fragen zu Angaben zur Person weitere 29 Fragen zu den Themen: Angaben zur Arbeit und Tätigkeit (7 Fragen), Verhältnis von Arbeit und Privatleben (2 Fragen), Einflussmöglichkeiten und Spielraum bei der Arbeit (6 Fragen) , Fragen zu KollegInnen (5 Fragen) , Machen Sie sich Sorgen, dass… (3 Fragen) , Fragen die Gesundheit betreffend (6 Fragen) . Infolgedessen ergab sich eine Ausfüllzeit von 10 min., ein Angebot für die zu Befragenden, in der Kaffeepause schnell zum Stift zu greifen. Dies war eines der Hauptziele bei der Gestaltung des Fragekatalogs – diesen möglichst kurz zu halten, da ansonsten die Gefahr bestünde, eine zulange Ausfüllzeit würde abschreckend wirken und somit dem Ziel von n=50 ein Hindernis sein.

In weiterer Folge wurden die ausgedruckten Exemplare an den Bekanntenkreis weitergereicht, da sich darunter Personen befanden, die in Schichtbetrieben in irgendeiner Funktion tätig waren und Kontakt zu den SchichtarbeiterInnen herstellen konnten, um die Fragebögen auszuteilen. In kürzester Zeit, etwa 12 Tage brauchte es, waren 50 Fragebögen in drei verschiedenen Betrieben in Linz und Umkreis ausgefüllt und an unser Team retourniert, an dieser Stelle sind wir zu außerordentlichen Dank für die bereitwillige Mitarbeit aus unserem Bekanntenkreis und den Befragten verpflichtet.

4 Interpretation und Darstellung der Ergebnisse.

Es erfolgte die Zusammenfassung der Daten zu spezifischen Konstrukten (=Mittelwerte), die wie folgt lauten:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Nun folgen die Darstellung und Interpretation der konkreten Ergebnisse. In Abb.1 sieht man die Altersverteilung der Befragten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1 Altersverteilung der Befragten dargestellt (44 männlich, 6 weiblich). Das Durchschnittsalter liegt bei 33,3 Jahren.

In Abb. 2 sieht man die 10 Mittelwerte.

Belastung am Arbeitsplatz: Messung anhand von 10 Mittelwerten. Gesamtmittelwert = 2,54 = "Hohe Belastung".

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: 10 Mittelwerte. Gesamtmittelwert = 2,54.

Für die 10 Mittelwerte haben wir den Messbereich unterteilt in: 1 bis 1,66 – niedrige Belastung 1,67 bis 2,33 – mittlere Belastung, 2,34 bis 2,99 – hohe Belastung, 3 bis 5 zu hohe Belastung.

Jede Belastung über dem Median 3 ist aus unserer Sicht akut gesundheitsgefährdend für die SchichtarbeiterInnen. Der Messbereich unterhalb des Medians wurde unsererseits nach verschiedenen Belastungsstufen unterteilt, um den Mittelwert auch deuten zu können. Der Mittelwert der Konstrukte 1 ist 2,54 und liegt somit im Bereich „hohe Belastung“.

Für die 6 Mittelwerte haben wir den Messbereich unterteilt in: 1 bis 2,99- zu negative Arbeitsumgebung, 3 bis 3,66 – akzeptable Arbeitsumgebung, 3,67 bis 4,33 – befriedigende Arbeitsumgebung, 4,34 bis 5 – gute Arbeitsumgebung. Jede Arbeitsumgebung unter dem Median 3 ist aus unserer Sicht akut gesundheitsgefährdend für die SchichtarbeiterInnen. Der Messbereich überhalb des Medians wurde unsererseits in verschiedene Arbeitsumgebung unterteilt, um den Mittelwert auch deuten zu können. Der Mittelwert der Konstrukte 2 ist 3,66 und liegt somit im Bereich „akzeptable Arbeitsumgebung“, positive Tendenz.

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Details

Seiten
20
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783668925922
ISBN (Buch)
9783668925939
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v462799
Institution / Hochschule
Johannes Kepler Universität Linz
Note
2
Schlagworte
organisationspsychologie einfluss schichtarbeit gesundheit privatleben befragung schichtarbeiterinnen schichtbetrieben umkreis linz

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Titel: Organisationspsychologie. Einfluss von Schichtarbeit auf Gesundheit und Privatleben