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Die Entwicklung des klassischen TV und dessen Herausforderung durch Online-TV und Social Media. Ein kurzer Überblick

Hausarbeit 2019 12 Seiten

Medien / Kommunikation - Journalismus, Publizistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

1 EINLEITUNG

2 ENTWICKLUNG DES FERNSEHENS
2.1 GESCHICHTE DES FERNSEHENS – EIN KURZER EINBLICK
2.2 VON TV 1.0 – TV 3.03

3 DAS NEUE FERNSEHEN
3.1 FORSCHUNGSSTAND MEDIENNUTZUNG5
3.2 ENTSTEHUNG NEUER FORMATE6
3.3 ONLINE-AUFTRITT DER RUNDFUNKSENDER
3.4 PRODUKTIONEN FÜR TV, WEB UND SOCIAL MEDIA

4 FAZIT UND AUSBLICK

LITERATURVERZEICHNIS

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Durchschnittliche tägliche Fernsehdauer in Deutschland von 1997 – 2017 (Quelle: Statista 2018)

Abbildung 2: Mediennutzung der Jugendlichen im Alter von 12 bis 19 Jahren (Quelle: Statista 2018)

1 Einleitung

„Um 20.15 Uhr muss ich zuhause sein, da läuft Tatort im Ersten!“ Dass man sich und seine Pläne nach dem linearen Fernsehprogramm richtet, scheint für viele und gerade junge Menschen längst Geschichte zu sein. Geht man im linearen Fernsehprogramm nicht von der besten Sendezeit des Vorabend- und Abendprogramms aus, stößt man im vorherigen Verlauf des Tages auf Sendungen des „Bügelfernsehens“. Dieses unterstellt, dass immer weniger tatsächlich hingeschaut wird. Der Fernseher läuft neben den alltäglichen Aufgaben – somit kommt den Audioaufnahmen eine zunehmend wichtigere Rolle zu als den Videoaufnahmen.

In Zeiten von Smart-TVs, Netflix und Amazon Prime aber auch der Online-Mediatheken der Rundfunksender scheint das lineare Programm immer mehr an Relevanz und Beliebtheit zu verlieren. Verpasse ich heute eine Sendung, kann ich sie oftmals wenige Minuten nach ihrem Ende online in der Mediathek des jeweiligen Senders abrufen – auch wenn dafür zuweilen ein Entgelt fällig wird. Aber auch aus den sozialen Netzwerken sind Videobeiträge nicht mehr wegzudenken. In Zeiten der Digitalisierung, der voranschreitenden Entwicklung des Internets und der konvergierenden Medien hat man das Gefühl, von Content überladen zu werden – auch oder vor allem im Bewegtbild. Videobeiträge aller Art finden sich in den Social-Media-Kanälen von Facebook bis Instagram wieder. Dass man Fernsehen auch einfach selbst machen kann, das haben die heutigen Influencer erstmals auf der Plattform YouTube für sich entdeckt. Und diejenigen können heute sogar oftmals davon leben. Ob Tutorials, Hauls oder einfach Geschichten aus dem eigenen Leben. Gerade bei jungen Menschen stößt das auf großen Anklang. Schnell scheint klar zu sein, dass die klassischen Rundfunksender auf Online-Kanälen ebenfalls präsent sein müssen, um sich weiterhin eine Publikumsreichweite zu sichern. Wie machen sie das? Und inwieweit kommen die Formate auf YouTube und Instagram überhaupt an die des klassischen Fernsehens heran? Können die Formate, wie wir sie kennen online überhaupt einen Platz finden? Wie müssen lineare Rundfunksender auf Online-Plattformen taktieren? Über all diese Fragen soll diese Hausarbeit Aufschluss geben. Zunächst soll die Entwicklung des Fernsehens von TV 1.0 bis TV 3.0 erläutert werden, beginnend mit einem kurzen Einblick in die Geschichte. Anschließend werde ich das „neue Fernsehen“, die neuen Formate und den Online-Auftritt der Rundfunksender näher beleuchten. Ein wichtiger, abschließender Punkt soll die Unterschiede in den Produktionen für TV, Web und Social Media aufzeigen. „The future of TV is Apps.”, sagte Apple-CEO Tim Cook im Jahr 2016. Inwieweit das stimmt und ob das lineare Fernsehen wirklich aussterben wird, wird die vorliegende Arbeit zu beantworten versuchen.

2 Entwicklung des Fernsehens

Das Fernsehen gilt noch immer als Leitmedium und erreicht die Massen. Um nachvollziehen zu können, welche Formate in den letzten Jahren und Jahrzehnten, unter welchen Bedingungen entstanden sind, muss man die Geschichte des Fernsehens und vor allem seine Entwicklung näher beleuchten. Auch die Veränderung der Zuschauergewohnheiten muss hierbei berücksichtigt werden.

2.1 Geschichte des Fernsehens – Ein kurzer Einblick

Nach der Entstehung der ersten Fernsehgeräte in den 1880er-Jahren, fand die erste Fernsehübertragung in Deutschland im Jahr 1928 im Rahmen der 5. Großen Deutschen Funkausstellung statt. Weiterhin wurde das Medium vor allem in der Übertragung von Sportveranstaltungen wie den Olympischen Spielen eingesetzt. Während des 2. Weltkriegs wurde die Entwicklung der Technologie unterbrochen, da alle Produktionsstätten für die Herstellung von Waffen genutzt werden mussten. Damals erkannte auch Reichspropagandaminister Joseph Goebbels das Potential des Mediums und wollte es für die Zwecke der Kriegspropaganda nutzen, um die Bevölkerung zu beeinflussen (vgl. Groebel 2014, S.11). Nach dem Krieg wurden vor allem in den Vereinigten Staaten Fernsehgeräte produziert. Aber auch in Europa setzte sich das Fernsehen schließlich Mitte der 1950er-Jahre als Massenmedium durch und wurde anstelle des Radios zum neuen Leitmedium. Ab den 1960er-Jahren gehörte das TV zum Alltag dazu und schaffte eine Gemeinschaftsbildung. Familien, die zusammen vor dem Fernseher saßen aber auch Freunde, die sich für die Übertragung von Sportereignissen trafen. Neben der Unterhaltung wurde es ebenfalls sowohl politisch als auch gesellschaftlich zu einem bedeutenden (Informations-)Kanal. Im Jahr 1967 fand mit der Einführung des Farbfernsehens eine Revolution des Mediums statt. Die 1970er- und 1980er-Jahre waren geprägt von den damals „neuen Medien“: Videorecorder, sowie Videotext. Ebenfalls zu dieser Zeit fanden erstmals viele private Rundfunksender ihren Platz in der Medienlandschaft des deutschen Fernsehens, allen voran RTL und ProSiebenSat.1 (ebd., S.12 f). Fernsehmacher dachten nunmehr wirtschaftlicher und mussten demnach auch den kommerziellen Nutzen heranziehen. Etabliert hatten sich diese in den 1990er-Jahren und wurden zur starken Konkurrenz für die öffentlich-rechtlichen ARD (Das Erste) und ZDF. Während die Privaten den Fokus mehr auf Unterhaltung und Infotainment setzten und auch heute noch setzen, haben die öffentlich- rechtlichen eine verstärkte Qualitätsausrichtung im Nachrichtenbereich, wobei auch hier Unterhaltungsformate wie „Wetten, dass…?“ schon lange vor der Zeit der Privaten für hohe Einschaltquoten sorgte. Das Angebot wurde breiter und man konnte zwischen immer mehr Sendern hin- und her „zappen“. Anfang des 21. Jahrhunderts wurde im Zuge der Digitalisierung das Fernsehen zunehmend über den PC oder Mobilgeräte empfangen. Im weiteren Verlauf rückte das Internet in den Fokus und auch die sozialen Netzwerke gewannen für Fernsehsender immer mehr an Relevanz (ebd., S.13 ff).

2.2 Von TV 1.0 – TV 3.0

Wie hat sich TV im Laufe der Jahre genau verändert? Hierbei spielt die Digitalisierung die tragende und entscheidende Rolle. Damit einhergehend sind ebenfalls neue Sendungsformen entstanden. Das Fernsehen gilt im klassischen Sinne als tertiäres Medium. Diese erfordern sowohl auf Sender- als auch Empfängerseite die entsprechende Technik – in diesem Fall Fernsehstudio und Fernsehgerät. Mit ihnen kann die Erreichung der Massen sichergestellt werden (vgl. Jäckel 2012, S. 84). Das lineare Fernsehen soll als TV 1.0 bezeichnet werden (vgl. Geser 2014, S. 75). Die Digitalisierung brachte für dieses TV 1.0 zunächst vor allem einen technischen Fortschritt: Die Vielfalt der Kanäle und Programme wurde größer aber auch die Qualität konnte mit der Entstehung von High Definition (HD) und 3D gesteigert werden (ebd., S.76). Aber auch auf medialer Ebene konnte das Fernsehen verändert werden, so entwickelte es sich zu einem quartären Medium, das zwar nach wie vor Technik auf beiden Seiten erfordert, die Rollen der Empfänger und Sender allerdings flexibler wurden. Eine Interaktion schließlich wurde durch das Internet ermöglicht (vgl. Diefenbach 2018, S. 31). Diese Veränderungen und der Trend, dass das Fernsehen zunehmend ins Internet wanderte wurden schließlich als TV 2.0 bezeichnet. Die Angebote und Inhalte des linearen Fernsehens wurden nunmehr auch online verbreitet, im sogenannten „Web-TV“ (vgl. Mayer 2013, S. 20 f.). TV 3.0 wurde im Rahmen des weiteren Wandels des Fernsehens erstmals 2008 als neue Stufe bezeichnet. Es beschreibt ein Fernsehen, das sowohl zeit- als auch ortsunabhängig genutzt werden kann. Zudem werden hier Programmfernsehen und Abruffernsehen miteinander kombiniert (ebd.). Streaming-Dienste wie Netflix oder Amazone Prime Video kommen im Zeitalter von TV 3.0 zum Tragen.

3 Das neue Fernsehen

Das neue Fernsehen ist zunächst auf der technischen Ebene zu betrachten. Durch die Entwicklung und Markteinführung von Smart-TVs, wurden die Geräte intelligenter und auch die Kommunikationsmodi veränderten sich. Der nun mögliche Zugriff des Fernsehgeräts auf das World Wide Web sorgte ebenfalls für eine allumfassende Heim-Vernetzung. Lange Zeit galten PC und Fernseher als konkurrierende Geräte, heute jedoch ist gewiss, dass im Hinblick auf Fernsehkonsum im weiteren Sinne das TV-Gerät durch seine Größe und Qualität dominiert. Fernsehen kann in Zeiten des TV 3.0 auch auf dem Smartphone oder dem Tablet empfangen und abgerufen werden, was zur Einführung neuer Möglichkeiten in Form von Plattformen und Applikationen führte. So erweiterte der Medienkonzern Sky sein bisheriges Angebot um die Plattform „SkyGo“, auf welcher in HD-Qualität Filme, Serien und sogar Live-Übertragungen angeschaut werden können. Traditioneller TV- Empfang wird durch viele verschiedene Produkte der Medienunternehmen ergänzt. Aber auch Apps, die nichts mit Fernsehen an sich gemein haben, können auf Smart-TVs genutzt werden, wie beispielsweise der Video-Telefonie-Dienst Skype (vgl. Groebel 2014, S. 17 f.).

Das Fernsehangebot verändert und erweitert sich demnach. Mediatheken und Download- Möglichkeiten für den zeitlich unabhängigen Konsum sowie synchronen Streaming werden möglich. Weiterhin werden allerdings webbasierte Kanäle wie die Plattform YouTube zur ernstzunehmenden Konkurrenz. Mittlerweile finden nicht mehr nur Kurz- sondern auch Langversionen der Videobeiträge ihren Platz. Amateure publizieren einfache aber auch professionelle Videoproduktionen, die sich in den Darstellungsformen an diejenigen des klassischen Fernsehens annähern können. Allerdings sind Kurzvideos im Internet entsprechend des Nutzerverhaltens beliebter und werden auch im Rahmen der Online-Berichterstattung immer relevanter (ebd., S. 19). So produzieren die führenden Presseagenturen dpa und Reuters ein- bis maximal zweieinhalbminütige Videos mit relevantem Nachrichtengehalt, die auf verschiedenen Online-Kanälen der Medienhäuser gespielt werden.

Die linearen Fernsehprogramme werden zunehmend mit Online-Plattformen verknüpft. So greift das US-amerikanische Format „What’s Trending“ Web-Trends auf, die während der Sendung diskutiert werden. Die Website Getglue.com verbindet TV-Serien und Social-Media. Hier findet ein Austausch über aktuelle Serien statt, die wiederum Bekanntheits- sowie Beliebtheitsgrad dieser steigern können. Ähnliches findet in Deutschland mit der Serie „Berlin Tag und Nacht“ des Senders RTL II statt. Zuschauer verbringen mehr Zeit damit, online über die aktuelle Episode zu diskutieren, als sie anzuschauen. Weiterhin werden Streaming- und Video-on-Demand-Anbieter eine potentielle Konkurrenz für klassische Rundfunksender. Einer der wichtigsten unter ihnen ist Netflix. Mit weltweit 137 Millionen Abonnenten überzeugt der Streaming-Dienst mittlerweile auch mit erfolgreichen Eigenproduktionen im Film- aber auch Serienbereich, wie „Narcos“ oder „Tote Mädchen lügen nicht“.

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Details

Seiten
12
Jahr
2019
ISBN (eBook)
9783668921078
ISBN (Buch)
9783668921085
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v462807
Institution / Hochschule
Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft
Note
1,3
Schlagworte
tv online-tv social media

Autor

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Titel: Die Entwicklung des klassischen TV und dessen Herausforderung durch Online-TV und Social Media. Ein kurzer Überblick