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Kreativitätstechniken erfolgreich im Unternehmen einsetzen

Präsentation 2018 19 Seiten

Psychologie - Arbeit, Betrieb, Organisation und Wirtschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Aufgabe a)

Aufgabe b)

Aufgabe c)

Aufgabe d)

Aufgabe e)

Aufgabe f)

Literaturverzeichnis

Aufgabe a)

Eine optimal auf die Zuhörer abgestimmte Präsentation ist überzeugend, erfolgreich und kann nur gelingen, wenn sich der Reder auf die Zuhörer durch eine Analyse einstellt. Während der Analyse beleuchtet man die eventuelle Erwartungshaltung der Zuhörer an den Redner und das Thema, den möglichen praktischen Nutzen für die Zuhörer, die Anzahl der Teilnehmer und die Frage ob es sich um eine eher homo- oder heterogene Gruppe handelt sowie deren mögliche Gründe für den Besuch der Präsentation. Die Ergebnisse dieser Analyse ergeben wichtige Hinweise für den gesamten Aufbau der Präsentation.1

Die Zuhörer sind motiviert Kreativitätstechniken zu lernen. Um wettbewerbsfähig zu bleiben müssen Führungskräfte ihr Unternehmen innovativer gestalten. Die Mitarbeiter bekommen wichtige Arbeitshilfen und Informationen für die tägliche Unternehmenspraxis. Alte Denkmuster und festgefahrene Prozesse werden durch Kreativitätsförderung erfolgreich aufgelöst.

Das Hauptziel der Präsentation ist in diesem Fall die Vermittlung von Wissen und Informationen. Das Ziel muss dafür messbar formuliert sein. Deshalb ist es wichtig abzuklären welches Vorwissen die Zuhörer über das Thema haben, damit die Präsentation auf einem angemessenem Wissensniveau gehalten wird. Bei einer so heterogenen Gruppe aus dem Unternehmensbereich beginnt dies mit Informationen über die anwesenden Unternehmen. Das Kerngeschäft und die aktuelle wirtschaftliche Situation geben Aufschluss über Beweggründe für die Teilnahme. Gehören auch bekannte Unternehmen zur Gruppe, geben aktuelle Schlagzeilen in der Presse ebenfalls Hinweise zu möglichen Zielen und Erwartungen der Teilnehmer (z.B. Druck durch die Konkurrenz). Das Ishikawa-Diagramm für die Zuhöreranalyse ist dafür sehr gut geeignet.2

In zweiter Instanz ist es sinnvoll sich über den individuellen, beruflichen Hintergrund der Zuhörer zu informieren. Welche Funktionen haben die Personen im Unternehmen? Auf welcher hierarchischen Stufe stehen sie? Sind Entscheider anwesend und wenn ja, eventuell zusammen mit dem Teammitgliedern? Führungskräfte tendieren eher dazu sich mehr auf den praktischen Nutzen der Techniken zu fokussieren anstatt auf die Details. Ihre Erwartungen sind ergebnisorientiert. Im Hinblick auf das Thema empfiehlt es sich hier im Vorfeld abzuklären inwieweit die Mitarbeiter als Repräsentanten ihrer Firmen eventuell nicht ganz freiwillig, sondern auf Anordnung ihrer Vorgesetzten, anwesend sind. Vor allem beim Präsentationsinhalt „Kreativitätsförderung“ behindert dies die Lernbereitschaft und Motivation. Ebenso wird ermittelt aus welchen unterschiedlichen Branchen die Teilnehmer kommen. Beispielsweise werden Zuhörer aus der Werbebranche eher durch die Kommunikation der Botschaft in bildhafter Sprache überzeugt als durch harte Fakten. Andererseits sind Zuhörer aus der Produktions- oder Finanzbranche eher für Fakten zugänglich.3

Sind komplette Projektteams anwesend oder Mitarbeiter aus Abteilungen wie z.B. Marketing oder Forschung und Entwicklung eines Unternehmens, ist es interessant, ob gegebenenfalls bereits ein Projekt im Unternehmen verfolgt wird, bei dem konkreter Anwendungsbedarf der Techniken geplant ist. So wird ein Praxisbezug hergestellt.4

Aufgabe b)

Ziel der Präsentation ist es, den Zuhörern Wissen und Informationen darüber was Kreativität ist und wie der kreative Prozess funktioniert zu vermitteln. Im Laufe des Vortrags wird klar herausgearbeitet wie nützlich die Anwendung von Kreativitätstechniken für den Unternehmenserfolg ist und wie man diese Techniken erfolgreich anwendet.

Die Kernbotschaft der Präsentation lautet: Kreativ sein kann jeder mit der richtigen Technik!

Aufgabe c)

Als Hauptmedium nutze ich den zur Verfügung stehenden Laptop mit der Power Point-Software zur Präsentation von Folien über einen Beamer. Das im Raum befindliche Whiteboard dient als Spontanmedium zum Notieren von Stichworten zur Publikumsinteraktion. Das Flipchart verwende ich später im Hauptteil ebenso als Spontanmedium zur Entwicklung des kreativen Prozesses zusammen mit dem Publikum. Ein Dauermedium setze ich nicht ein. Auf eine Gliederungsfolie verzichte ich bewusst, da der informative Nutzen für die Zuhörer gering ist und die Gliederung eher Orientierung für den Vortragenden ist. Der typische, lineare Power-Point-Stil soll dadurch auch aufgelockert werden.5 Sie ist wie folgt im Handout dargestellt:

1) Einleitung

2) Hauptteil
- Abschnitt 1: Definition Kreativität
- Abschnitt 2: Der kreative Prozess
- Abschnitt 3: Kreativitätstechniken

3) Fazit und Überleitung zur Diskussion

Die drei Bereiche der Präsentation entsprechen der Einteilung Einleitung 15%, Hauptteil 75 % und Schluss 10 %.6 Die Kernbotschaft wiederhole ich nach jedem Abschnitt – also dreimal, da dies nach Birkenbihl den optimalen Wiederholungsdurchschnitt bildet.7 Handout, Block und Stift für Notizen liegen an jedem Platz bereit. Das Handout bekommen die Zuhörer zu Beginn. Laut der Studie von Marsh und Sink ist es nicht schädlich für die Aufnahmebereitschaft, für die Erinnerung der Inhalte sogar hilfreich.8 Die Präsentation mit einer Gesamtzeit von 20 Minuten ist pyramidal nach Minto aufgebaut.9 Durch die Top-Down-Strukturierung wird die primär genannte Kernbotschaft sekundär durch verschiedene Argumente untermauert. Da vor Publikum aus der Wirtschaft präsentiert wird, ist dieser Ansatz zu bevorzugen.10 In der Präsentation wird das 10 – 20 – 30 Prinzip nach Guy Kawasaki umgesetzt. Da zwei der Folien die Kernbotschaft als Wiederholung enthalten, bildet der Hauptteil insgesamt 9 Themenfolien + 1 Flipchart-Thema ab. Dies ist laut Kawasaki die maximale Themenanzahl, die von Zuhörern in 20 Minuten verarbeitet werden kann. Als Schriftgröße wird 30 pt – wie von Kawasaki vorgeschlagen – nicht unterschritten.11

Einleitung – Dauer 3 Minuten (keine Folie)

Ich begrüße das Publikum freundlich mit Nennung des Themas, stelle mich kurz vor und gebe ein paar Informationen zu meiner Person und meinem beruflichen Werdegang. Die Zuhörer werden auf das Handout aufmerksam gemacht und dazu motiviert sich während der Präsentation auf dem bereitliegenden Block Notizen zu machen. Diese werden dann im Anschluss diskutiert. Der Vortrag beginnt interaktiv mit einem aktuellen Bezug und einer dazu passenden Frage an das Publikum: „Am 22.11.2018 fand die „Kreativ“ statt, die Messe für kreatives Gestalten in Stuttgart. War jemand von Ihnen zufällig dort? (Handzeichen) Bevor ich mich mit Kreativitätstechniken beschäftigt habe, staunte ich auf solchen Messen immer über die innovativen Ideen der Firmen. Ich stand dann vor so einem Messestand und hatte nur einen Gedanken: (Dramaturgische Sprechpause von 2 Sekunden) Wie sind die nur auf diese Idee gekommen?“ Es handelt sich um eine rhetorische Frage, daher gebe ich die Antwort direkt im Anschluss in dem ich darauf erkläre, dass der heutige Vortrag genau darauf ausgerichtet ist, den Zuhörern dieses nicht greifbare „Wie“ verständlich zu machen und so Kreativitätstechniken nahe zu bringen. Sie sind dann in der Lage diese auch im eigenen Unternehmen zur Ideenfindung anwenden zu können. Der Nutzen der Präsentation und ihr Ziel soll schon zu Beginn ersichtlich werden. Durch Storytelling stell ich den Istzustand sowie den erreichbaren Zustand gegenüber.12 Ich bitte die Zuhörer ihre Erwartungen an die Veranstaltung zu nennen. Diese notiere ich als Stichworte auf dem Whiteboard, um sie später bei passendem Anlass im Vortrag wieder aufzugreifen. Das Publikum wird damit von Anfang an miteingebunden. Der Bezug zur Unternehmenspraxis wird hergestellt. Die Einleitung schließe ich mit der erstmaligen Nennung der Kernbotschaft ab: „Jeder kann kreativ sein mit der richtigen Technik!“

Hauptteil – Dauer 15 Minuten (Folie Nr. 1 bis 11)

Als Einstieg in den Hauptteil der Präsentation stelle ich dem Publikum die Ausgangsfrage „Was ist Kreativität?“ und schreibe den Satz auch an das Flipchart.

Auf Folie 1 (Definition Kreativität) folgt die Definition des Begriffes „Kreativität“. Robert J. Sternberg und Todd I. Lubart definieren Kreativität als „die Fähigkeit, Arbeit zu produzieren, die sowohl neuartig (d. h. ursprünglich, unerwartet) als auch angemessen (d. h. nützlich, adaptiv bezüglich der Aufgabe) ist.“13 Die Fähigkeit alternative Problemlösungen zu finden bedeutet laut Joy Paul Guilford Ideen in viele Richtungen zu entwickeln. Dies ist verbunden mit divergentem Denken, was umgangssprachlich als „Querdenken“ bezeichnet wird. Damit ist die offene, unsystematische, spielerische und experimentierfreudige Beschäftigung mit einem Thema gemeint.14

Eine konkrete Argumentation erfolgt hier nicht, da es sich um das Darbieten von Grundlageninformationen handelt.

Mit der Erklärung, dass das Potential zum divergentem in jedem steckt leite ich nun zur nächsten Folie 2 - der Wiederholung der Kernbotschaft über. Um den Satz wirken zu lassen, mache ich eine dramaturgische Sprechpause von 5 Sekunden.

An dieser Stelle spreche ich einleitend den Kreativitätsprozess an. Er ist in fünf Phasen unterteilt. Das Schaubild dazu entwickle ich gemeinsam mit dem Publikum am Flipchart. Diese Interaktion aktiviert ein Gefühl der Gemeinsamkeit. Durch den Medienwechsel entsteht Abwechslung, der Fokus des Publikums wird umgelenkt auf das Flipchart. Während ich die einzelnen Phasen des Kreativitätsprozesses skizziere, stelle ich durch Rückfragen den Bezug zur betrieblichen Praxis her und prüfe so inwiefern alles gut nachvollzogen wird.15 Die Phasen des kreativen Prozesses werden nach der Auffassung von Mihaly Csikszentmihalyi dargestellt und erklärt.

In der I. Phase (Problematisierung und Exploration - Vorbereitung) wird die Aufgabenstellung geklärt und ein Verständnis für das Problem entwickelt. Sobald dies geschehen ist, werden alle verfügbaren Informationsquellen befragt, um so viel wie möglich über das Problem zu erfahren. Dabei sollten die Informationen qualitativ hochwertig sein. Durch divergentes Denken werden so viele Lösungsvorschläge und Ideen wie möglich gesammelt. Die Analyse der Ideen findet hier noch nicht statt, denn die Menge an möglichen Ideen soll nicht limitiert werden. Dies ist die Ausgangsbasis für alle weiteren Phasen; je ausgereifter die Vorbereitung ist, desto differenzierter und vielfältiger sind später die Lösungsansätze. Die zuvor intensiv, kognitiv bearbeiteten Inhalte werden in der II. Phase (Inkubation / Reifung) unbewusst weiterverarbeitet. Die Aufmerksamkeit wird erst einmal nicht mehr bewusst auf die Aufgabenstellung gelenkt. Man beschäftigt sich mit anderen Themen, doch unbewusst findet ein Entwicklungsprozess statt. Die allgemein als „Geistesblitz“ oder „Erleuchtung“ bekannte, spontane ganz plötzliche Idee, die das Problem lösen kann, kommt in der III. Phase (Illumination). In der IV. Phase unterläuft der Lösungsansatz einer Bewertung, da nicht jede Idee auch wirklich zum Ziel führt. Hier müssen wir entscheiden, ob eine Idee wertvoll ist. Neue Kriterien werden im Hinblick auf Umsetzung, Angemessenheit und Nutzen beurteilt werden. Die letzte und V. Phase ist die der Ausarbeitung der zielführenden Idee. Diese Phase dauert meist am längsten und ist die schwerste. Das Produkt wird hier eventuell noch einmal mit Bezug auf einzelne Schritte angepasst.16

Ich biete den Zuhörern an, dass die Flipchart-Inhalte auf Wunsch als Ergänzung digitalisiert und in das Handout integriert werden können. Mit Microsoft Office Lens ist dies für mich komfortabel per Mobiltelefon durch einfaches Abfotografieren möglich.17

Die nächste Folie beginnt mit dem Hinweis, dass die Ausgangsbasis für die Anwendung einer Kreativitätstechnik die Einstellung der am Prozess beteiligten Personen ist. Ebenso ist es wichtig, dass die Rahmenbedingungen im Unternehmen passend sind. Auf Folie 3 (Rahmenbedingungen) sind die einzelnen mentalen und lokalen Rahmenbedingungen für eine kreative Atmosphäre als Stichworte (im Text fett markiert) dargestellt. Das Büro der Mitarbeiter soll als persönlicher Raum wahrgenommen werden. Dies dient dem Aufbau der Identität, die durch die notwendige innere Sicherheit Kreativitätsentfaltung erst möglich macht. Entscheidend ist auch der Blick in die Welt außerhalb der Büroräume. Können Mitarbeiter aus dem Fenster in die Weite schauen, erholt sich der Geist. Akustik, Klima und Beleuchtung sind wichtige Elemente. Das Mobiliar soll sich schnell und einfach entsprechend der Mitarbeiterbedürfnisse verändern lassen. Die Vielfältigkeit im Büro wird erhöht und somit vermehren sich auch originelle Ideen. Arbeitet ein Team am gleichen Projekt, sollten die Büros nicht zu weit auseinander liegen. So können sich die Teamkollegen schneller über Ideen austauschen.18

[...]


1 Vgl. Renz (2016), S. 24–26.

2 Vgl. Brede (2008), S. 45–46.

3 Vgl. Brede (2008), S. 43–44.

4 Vgl. Hilsenbeck Dr. (2010), S. 6.

5 Vgl. Gerharz Dr. (2008).

6 Vgl. Thiele (2000), S. 85.

7 Vgl. Rucker (2016).

8 Vgl. Marsh/Sink (2010).

9 Vgl. Ranadive (2013).

10 Vgl. Müller-Stevens Dr. (2018).

11 Vgl. Windolph (2016).

12 Vgl. Duarte (2012).

13 Vgl. Sternberg (2009), S. 3.

14 Vgl. Stangl.

15 Vgl. Hartel (2013), S. 51–52.

16 Vgl. Csikszentmihalyi (2010), S. 79.

17 Vgl. Wirth.

18 Vgl. Pöppel Prof. (2011).

Details

Seiten
19
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783668924048
ISBN (Buch)
9783668924055
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v462820
Institution / Hochschule
SRH Hochschule Riedlingen
Note
1,0
Schlagworte
kreativitätstechniken unternehmen

Autor

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Titel: Kreativitätstechniken erfolgreich im Unternehmen einsetzen