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Der Zeitgeist der deutschen Digitalisierung. Hinkt Deutschland hinterher?

Hausarbeit 2018 32 Seiten

Medien / Kommunikation - Mediengeschichte

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Definition und Abgrenzung der „Digitalisierung“
1.2 Digitale Transformation in Deutschland

2 Gigabit Nation – Glasfaser für alle.
2.1 Definition Breitbandanschluss
2.2 Deutschland im Vergleich
2.4 Aktuelle Situation in Deutschland

3 Digitale Bildung
3.1 Kritik am Digitalpakt#D
3.2 Definition grundlegender Digitalkompetenzen
3.3 Die Debatte um digitale Bildung – Status Quo
3.4 Deutschland im Vergleich mit anderen Ländern

4 E-Government in Deutschland
4.1 Definition E-Government
4.2 Definition Open Data
4.2 E-Government in Deutschland – Status Quo
4.2 Deutschland im Vergleich

5. Herausforderungen im Zuge der Digitalisierung
5.1 Die fehlende Vertrautheit der Deutschen
5.2 Öffentliche Einrichtungen als Treiber der Digitalisierung

7 Fazit

Quellenverzeichnis

Literaturquellen

Internetquellen

1 Einleitung

Digitalisierung ist in aller Munde und vor allem ein wichtiger Aspekt um in Zukunft Wettbewerbsfähig zu bleiben. Das gilt für Staaten ebenso, wie für Unternehmen. Wer sich nicht weiterentwickelt, wird es in Zukunft schwerer haben erfolgreich zu sein. Deutschland hängt im Vergleich zu vielen anderen Ländern hinterher und muss aufholen, was andere Nationen bereits erfolgreich etabliert haben. Die Bertelsmann Stiftung fasst mit ihrer Publikation „Smart Country – Vernetzt. Intelligent. Digital.“ die Digitalstrategien verschiedener Länder zusammen und behauptet Deutschland hätte einen Nachholbedarf. Der Wille zur digitalen Transformation sei wenig ausgeprägt und der deutsche Staat soll als Vorbild agieren. Beschäftigte der öffentlichen Verwaltung sollen die Entwicklung aktiv mitgestalten und sich auf den Gebieten E-Government und Open Data weiterentwickeln. Lehrer sollen Schülern grundlegende Digitalkompetenzen vermitteln und Universitäten sollen ihre Lernmethoden und Lehrinhalte auf die Erfordernisse des digitalen Zeitalters abstimmen. Öffentliche Einrichtungen sollen zum Treiber der Digitalisierung werden und frei verfügbares WLAN anbieten. Teile der Bevölkerung die digitale Kompetenzen nicht an einer Bildungseinrichtung erwerben, sollen an Volkshochschulen und Bibliotheken Angebote zur digitalen Weiterbildung erhalten. Der Netzausbau soll zügig vorangetrieben und Glasfaser auch im Strukturschwachen Raum verlegt werden. Außerdem sollen Kommunen mit Steuergeldern in den Ausbau der Breitbandnetze investieren dürfen. Diese Studienarbeit setzt Deutschland mit anderen Ländern in einen Vergleich, gibt einen Überblick über die aktuelle Situation in Deutschland und vergleicht die Ergebnisse der Recherche mit den genannten Thesen der Bertelsmann Stiftung.

1.1 Definition und Abgrenzung der „Digitalisierung“

Der Begriff Digitalisierung kann, je nach Zusammenhang, unterschiedlich definiert werden, hat seinen Ursprung jedoch in der Umwandlung von analogen Informationen in digitale Formate. Mit Digitalisierung ist in dem Kontext dieser Studienarbeit die digitale Transformation gemeint, welche durch die technologische Entwicklung zu gesellschaftlichem Wandel führt und sich auf Wirtschaft, Kultur, Bildung und Politik auswirkt und meint die vollständige Weiterentwicklung ins Informationszeitalter.1 Diese wird durch die Umstellung konventioneller, analoger Prozesse auf digitale Lösungen, die zeit- und kosteneffizienter sein sollen und erhebliche Erleichterungen in allen Bereichen schaffen sollen, erreicht. Dies beginnt bei dem Austausch, der Bereitstellung und der Verarbeitung von Informationen über digitale Netzwerke und geht noch über die automatisierte Produktion durch Robotik hinaus. Die wohl wichtigste Entwicklung innerhalb der Digitalisierung ist die „Künstliche Intelligenz“ (KI), die es schon heute ermöglicht komplexere Aufgabenstellungen komplett zu automatisieren. So kann eine KI in der Form eines Chatbots einem Kunden ohne Wartezeit spezifische Fragen beantworten, ist aber auch im Stande viel komplexere Sachverhalten, wie beispielsweise das Prüfen von Verträgen, zu automatisieren. Jobs die auf komplexen Wissen aufbauen, könnten in Zukunft komplett durch KI ersetzt werden.

Die Anwendungsbeispiele der Digitalisierung sind breit gefächert und entwickeln sich stetig weiter. „Während im 20. Jahrhundert die Informationstechnologie […] Privathaushalt und Arbeitsplatz modernisiert […], stehen seit Anfang des 21. Jahrhunderts […] Automatisierung, Flexibilisierung und Individualisierung in der Digitalisierung im Vordergrund […] und mündet in die vierte industrielle Revolution, die wiederum mit dem Begriff Industrie 4.0 (auch „Enterprise 4.0“) verbunden wird.“2 Industrie 4.0 ist zusammengefasst eine Ersetzung des Menschen, durch eine Mischung aus KI und Robotik. Diese Entwicklung wird sich auf den Alltag aller Menschen und die Berufslandschaft auswirken und deutliche Veränderung zur Folge haben. Ein Großteil der Menschen sind der Meinung, die digitale Transformation habe einen großen Arbeitsverlust zur Folge. Experten prognostizieren, dass viele Stellen im Industrie- und Dienstleistungssektor durch digitale Systeme oder Roboter ersetzt werden. Richard David Precht setzt die Folgen der bevorstehenden Transformation mit denen der großen industriellen Revolution Anfang des 19. Jahrhunderts gleich. Er, und auch viele andere Akteure des Marktes wie zum Beispiel Elon Musk, sind der Meinung, dass ein bedingungsloses Grundeinkommen notwendig sein wird, damit die Welt nicht aus der Balance gerät. Auf der anderen Seite prognostizieren Experten einen großen Fachkräftemangel, der mit den benötigten Kompetenzen einer digitalisierten Welt einhergeht.3 4

1.2 Digitale Transformation in Deutschland

Um die Potenziale der Digitalisierung ausschöpfen zu können, bedarf es der Umsetzung einer entschlossenen und allumfassenden Digitalisierungsstrategie, geeigneten Rahmenbedingungen für Start-Ups, Innovationen im öffentlichen Sektor und einem Ausbau digitaler Kompetenzen in allen Alters- und Gesellschaftsgruppen.5 In Sachen digitaler Bildung, zeigt sich die Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag entschlossen, die Schulen mit den erforderlichen Mitteln auszustatten, um die Teilhabe in der digitalisierten Welt der Zukunft sicherzustellen.6 Hierfür sind Vereinbarungen zwischen Bund und Ländern die Voraussetzung. Zudem will die Bundesregierung für Existenzgründer die Bürokratie auf ein Mindestmaß reduzieren und Bedingungen für Wagniskapital verbessern. Diese Intentionen sprechen für einen innovativen Gedankenansatz im öffentlichen Sektor und der Etablierung geeigneter Rahmenbedingungen für Start-Ups.7

Eine entscheidende Voraussetzung der Ausschöpfung der digitalen Transformation bildet der Ausbau einer flächendeckenden Glasfasernetz-Infrastruktur.8 Die Bundesregierung antwortet auf die Forderungen von Fachleuten in ihrem Koalitionsvertrag mit zwölf Milliarden Euro für den Ausbau von Gigabit-Netzen und appelliert an die Zusammenarbeit zwischen Telekommunikationsanbietern und Staat.9 2014 wurde die „Netzallianz Digitales Deutschland“ gegründet die, laut dem Legislaturbericht der Digitalen Agenda 2014-2017, bis zum Jahre 2025 100 Milliarden Euro investieren will, um in Deutschland eine gigabitfähige Infrastruktur aufzubauen.10 Alexander Dobrindt behauptete 2017, Bund und Unternehmen wollen insgesamt 80 Milliarden Euro in den Ausbau einer gigabitfähige Internetinfrastruktur stecken. Vodafone Chef Hannes Ametsreiter, hielt diese Summe zu dieser Zeit schon für zu gering.11 Vorhaben wie diese wurden oftmals ausgesprochen und nicht umgesetzt oder nicht erreicht.

2 Gigabit Nation – Glasfaser für alle.

Im Koalitionsvertrag schreibt die Bundesregierung, dass bis 2025 eine flächendeckende Gigabit-Netz-Infrastruktur errichtet werden soll. Bis 2025 soll in jeder Gemeinde Glasfaser möglichst direkt ins Haus etabliert sein und appelliert dabei an die Zusammenarbeit zwischen Telekommunikationsanbietern und dem Staat. Die Bundesregierung rechnet in dieser Legislaturperiode mit einem öffentlichen Finanzierungsbedarf von zehn bis zwölf Milliarden Euro, die in einem „Gigabitinvestitionsfond“ bereitgestellt werden sollen. Diese Fördermittel seien ausschließlich für den Glasfaserausbau gedacht. Unterversorgte Gebiete in ländliche Regionen sollen systematisch aufgebaut werden und die Förderbedingungen auch für den privatwirtschaftlichen Glasfaserausbau erleichtert werden.12 Ähnliche Versprechen gab es schon in der Vergangenheit, die jedoch nicht zu 100% umgesetzt wurden. Deutschland liegt im Vergleich zu anderen Ländern im Thema Internetgeschwindigkeit und vor allem im Thema Glasfasertechnologie weit hinten. Experten nennen Deutschland ein „digitales Entwicklungsland“. Firmen wie die Telekom haben in dem Ausbau einer Glasfaser-Infrastruktur durch eigene Mittel lange keinen wirtschaftlichen Mehrwert gesehen.

2.1 Definition Breitbandanschluss

Breitbandanschlüsse sind Übertragungskanäle mit einer hohen Übertragungsgeschwindigkeit. Von Breitband spricht man, laut der Internationalen Fernmeldeunion (ITU), wenn die Datenübertragungsrate über 2048 kBit/s hinaus geht.13 Die häufigsten Anbindungen an das Internet kommen über

- das Telefonnetz, dessen Infrastruktur auf Kupferkabeln basiert,
- über Kabelanbieter, welche Kupferkoaxialkabel verwenden, über die auch das Kabelfernsehen übertragen werden
- über Glasfaserkabel, welche die Daten nicht über elektrische Impulse, sondern über Lichtsignale übertragen.

„Glasfaseranschlüsse direkt ins Haus“ (FTTH) sind in Deutschland kaum verbreitet. Glasfaserleitungen werden in Deutschland eher als Datenfernleitungen (Backbone) eingesetzt. Diese übertragen die Daten bis zum nächstgelegenen Verteilerkasten. Für die weitere Datenübertragung in die Privathaushalte werden vorhandene Kupferkabel verwendet. Das hat jedoch einen Verlust der Datenübertragungsrate zur Folge. Kupferkabel kommen in der DSL-, der VDSL- und der VDSL2-Vectoring-Technik zum Einsatz. Bei DSL werden, ab der Vermittlungsstelle (dem Internetprovider) bis hin zum Empfänger, Kupferkabel eingesetzt. Bei VDSL und VDSL2-Vectoring werden erst ab dem Verteilerkasten zum Empfänger Kupferkabel eingesetzt. DSL ermöglicht eine Downloadgeschwindigkeit von 16 Mbit/s und eine Uploadgeschwindigkeit von bis zu 3 Mbit/s. Bei VDSL wird eine Downloadgeschwindigkeit von bis zu 50 Mbit/s und eine Uploadgeschwindigkeit von bis zu 10 Mbit/s erreicht. Beim VDSL2-Vectoring werden durch Techniken am Verteilerkasten bis zu 100 Mbit/s Down- und 40 Mbit/s Uploadgeschwindigkeit erreicht.14 Beim sogenannten Super-Vectoring werden 250Mbit/s erreicht.15 Beim Internet über TV-Kabel, auch DOCSIS genannt, konnten Übertragungsraten ab 500 Mbit/s Downloadgeschwindigkeit erreicht werden. Hier werden Kupferkoaxialkabel anstelle von Kupferkabel ab dem Verteilerkasten eingesetzt. Die DOCSIS Technologie kann im Gegensatz zu Kupferkabelleitungen eine höhere Reichweite erreichen und hat das Potential in Zukunft bis zu 10Gbit/s Downloadgeschwindigkeit zu erreichen. Hinzu kommt, dass für den Fortschritt dieser Technologie nicht am Netz gebaut werden muss. Aus Kundensicht wird lediglich ein neues Modem benötigt.16

2.2 Deutschland im Vergleich

Im weltweiten Vergleich von Speedtest.net vom August 2018 liegt die Durchschnittsgeschwindigkeit des Internets in Deutschland 2018 auf Platz 27. Island, Rumänien, Ungarn, Luxemburg und die Schweiz liegen in der weltweiten Top 10.17 Anfang 2017 lag Deutschland im weltweiten Vergleich der durchschnittlichen Höchstgeschwindigkeiten auf Platz 45.18 Nach dem Stand Juni 2017 waren nur ca. 2,1 Prozent aller stationären Breitbandanschlüsse in Deutschland Glasfaseranschlüsse. Der OECD Standard lag bei 22,3 Prozent.19 Deutschland verbucht Ende 2017 ungefähr 32,5 Millionen Internetnutzer mit Breitbandanschlüssen, von denen ca. 24,7 Millionen Anschlüsse auf Kupferkabeln basierten und ungefähr 9,9 Millionen dieser Verbindungen basieren auf VDSL Leitungen. Im „Jahresbericht 2017“ der Bundesnetzagentur wird berichtet, dass die Verbreitung von VDSL Leitungen, mit theoretischen Datenübertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit/s, durch die Vectoring-Technologie weiter zunehmen wird. Auf Glasfaser-Koaxial-Anschlüssen kommt die Bundesnetzagentur auf ca. 7,7 Millionen Nutzer. Diese Anschlüsse ermöglichten zu dieser Zeit Verbindungsraten von bis zu 400 Mbit/s im Download und nur ca. 4,1 Millionen dieser Nutzer benutzen tatsächlich eine Verbindung ab 100 Mbit/s. Ende 2017 waren ca. 2,7 Millionen Glasfaseranschlüsse verfügbar, aber nur ungefähr 700.000 Anbindungen wurden genutzt.20

Glasfaseranschlüsse sind generell die schnellsten Internetanschlüsse und können die höchsten Übertragungsgeschwindigkeiten generieren. Nach der OECD Statistik von Dezember 2017 ist Südkorea der Spitzenreiter mit einem Anteil von 76,8 Prozent. Dicht dahinter Japan mit 76,7 Prozent. Lettland liegt nach diesem Stand bei 64,6 Prozent, überholt von Litauen mit 70,8 Prozent. Schweden liegt bei 61,8 Prozent, Finnland bei 45,8 Prozent. Spanien überholt Ende 2017 Norwegen mit 45,7 Prozent. Norwegen liegt bei 43,1 Prozent. Deutschland liegt im Dezember 2017 beim Ranking für Glasfaserverfügbarkeit auf Platz 31 mit 2,3 Prozent.21

In Korea erreicht der Internet Anbieter SK Broadband mit der Glasfasertechnologie bis zu 2,5 Gbit/s Up- und Downloadgeschwindigkeit und bis Ende des Jahres sollen 5 bis 10 Gbit/s verfügbar gemacht werden. Derart hohe Geschwindigkeiten konnten durch die sogenannte GPON Technologie realisiert werden, die in der Theorie bis zu 52.5 Gbit/s Übertragungsgeschwindigkeit pro Kabel erreichen kann - und das über mehrere hundert Kilometer.22 23 Dieser Fortschritt ist unter anderem der frühen Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes, dem dadurch entfachten Wettbewerb und der frühen Aufklärung der Bürger über das Potential der digitalen Transformation zu verdanken.24 25 Das zeigt, dass die Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes, die richtigen durch den Staat gesetzten Impulse und der dadurch entstehende Wettbewerb die Innovation ankurbeln kann. Auch Schweden und Estland haben 1992 begonnen den Telekommunikationsmarkt zu liberalisieren, die richtigen wirtschaftlichen Impulse zu setzen und ihre Bürger über das besagte Potenzial aufzuklären.26 Der Telekommunikationsmarkt wurde zwar in Deutschland schon seit 1984 liberalisiert, staatliche Unterstützung floss jedoch noch bis Ende 2018 vor allem in die Vectoring Strategie der Telekom.27 28

1981 hatte der Bundeskanzler Helmut Schmidt Pläne, mit einem jährlichen Budget von 3 Milliarden Euro, die alten Kuper-Telefonleitungen durch Glasfaser zu ersetzen. Ab 1985 sollte die Bundespost in 30 Jahren die Republik mit Glasfaser ausbauen. Helmut Schmidt wollte Deutschland zur Leitfigur des Glasfasereinsatzes machen. 1983 wurde das Projekt von Schmidts Nachfolger Helmut Kohl gestoppt. Stattdessen investierte Kohl in den Bau von TV-Kabelnetzen, obwohl zu dieser Zeit schon klar war, dass die Zukunft der Glasfasertechnologie gehören soll.29 30 Bereits Anfang der 90er Jahre nahm Südkorea die Möglichkeit des Internets ernst. Korea hatte konkrete Pläne entworfen das Land zu vernetzen und die Bürger an den Nutzen des Internets heranzuführen. 2004 verzeichnete Korea bereits ca. 11 Millionen am Internet angeschlossene Haushalte.31 2005 konnte Korea bereits 26 Mbit/s und über 36 Millionen Nutzer erreichen. 2007 stieg Südkorea auf FTTH Verbindungen um und erreichte 100 Mbit/s.32 33 34 2005 hatte Deutschland rund 7 Millionen DSL Verbindungen mit 16 Mbit/s Downloadgeschwindigkeit.35 Über Glasfaser hatten die Internetanbieter nicht nachgedacht. Hätte die deutsche Regierung unter Kohl den Plan von Helmut Schmidt fortgesetzt, hätte Deutschland heutzutage wohlmöglich die beste Glasfaser-Infrastruktur der Welt.

2.4 Aktuelle Situation in Deutschland

Südkorea ist zwar wegen 51 Millionen Einwohner, im Bezug auf die Einwohnerzahl, mit Deutschland vergleichbar, jedoch beschränkt sich der Zugang zu Höchstgeschwindigkeiten im Gigabitbereich auf die Ballungsgebiete, wie zum Beispiel Seoul, in der 48 Prozent der gesamten südkoreanischen Bevölkerung leben. Insgesamt 80 Prozent der südkoreanischen Bevölkerung leben in Städten mit über 100.000 Einwohnern.36 Wenn man den prozentualen Anteil an Menschen in Großstadtgebieten dem Anteil an Glasfaseranschlüssen von 76,8 Prozent gegenüberstellt, wird klar, dass dieser Wert durch die Einführung von Glasfasernetzen in Großstädten erreicht werden konnte. Die Bevölkerungsdichte in Südkorea liegt bei 513 Einwohnern pro Quadratkilometer. Das heißt, dass in Südkorea schneller mehr Menschen an neue Netztechnologien angebunden werden können, was den Umstieg auf bessere Technologien aus wirtschaftlicher Sicht rentabel macht.37 In Deutschland leben fast 70% der Einwohner in Gebieten mit weniger als 100.000 Einwohnern.38 Da Deutschland viele kleine Gemeinden hat, müssen diese die Möglichkeit kriegen sich um den Ausbau von Glasfasernetzen kümmern zu können. Genau diese 70 Prozent der Bevölkerung sind es, die den Weg zur Gigabit Nation verzögern.

[...]


1 Vgl. Litzel (2017), https://www.bigdata-insider.de/was-ist-digitalisierung-a-626489/.

2 Vgl. Bendel (2018), https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/digitalisierung-54195.

3 Vgl. Kemmer (2016), https://www.gruenderszene.de/allgemein/elon-musk-cnbc-tesla-grundeinkommen.

4 Vgl. Precht (2018), https://www.youtube.com/watch?v=B_JSKu5dlAw.

5 Vgl. Bertelsmann (2017), S.15.

6 Vgl. Koalitionsvertrag (2017), Zeile 1715 – 1721.

7 Vgl. Schulze (2018), https://www.gruenderszene.de/business/eu-gesetzt-gmbh-gruendung.

8 Vgl. Bertelsmann (2017), S.18.

9 Vgl. Koalitionsvertrag (2017), Zeile 1630 – 1642.

10 Vgl. Legislaturbericht Digitale Agenda 2014-2017 (2017) S.12.

11 Vgl. Heuzeroth (2017), https://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article162653572/Deutschland-soll-endlich-Gigabit-Internet-bekommen.html.

12 Vgl. Koalitionsvertrag (2017), Zeile 1630 – 1652.

13 Vgl. Leimeister (2016), http://www.enzyklopaedie-der-wirtschaftsinformatik.de/lexikon/technologien-methoden/Rechnernetz/Breitbandkommunikation/index.html.

14 Vgl. Heise Magazin (kein Datum), https://www.heise.de/thema/VDSL.

15 Vgl. Sawall (2018), https://www.golem.de/news/250-mbit-s-telekom-schaltet-super-vectoring-fuer-2-9-millionen-frei-1809-136418.html.

16 Vgl. Chip Magazin (2017), https://www.chip.de/news/Giga-Speed-per-Kabelnetz_125916573.html.

17 Vgl. Brandt (2017), https://de.statista.com/infografik/1064/top-10-laender-mit-dem-schnellsten-internetzugang/.

18 Vgl. IT-Daily.net (2017), https://www.it-daily.net/analysen/16102-internet-geschwindigkeit-weltweit-deutschland-auf-platz-25.

19 Vgl. OECD (2017), https://www.oecd.org/internet/oecdbroadbandportal.htm „Percentage of fibre connections in total fixed broadband“.

20 Vgl. Bundesnetzagentur (2017), S. 51.

21 Vgl. OECD (2018), https://de.statista.com/statistik/daten/studie/415799/umfrage/anteil-von-glasfaseranschluessen-an-allen-breitbandanschluessen-in-oecd-staaten/.

22 Vgl. Chong (2018), https://www.cnet.com/news/south-korea-gets-super-duper-fast-internet/.

23 Vgl. Wikipedia (2018), https://de.wikipedia.org/wiki/Lichtwellenleiter.

24 Vgl. International Telecommunication Union (2003), https://www.itu.int/ITU-D/ict/cs/korea/material/CS_Kor.pdf, S. 5.

25 Vgl. Sutter (2010), http://edition.cnn.com/2010/TECH/03/31/broadband.south.korea/index.html.

26 Vgl. Bertelsmann (2017), S. 33, S. 43, S. 61.

27 Vgl. Rzepka (2018), https://www.zdf.de/nachrichten/heute/groko-gibt-breitband-ziel-von-dobrindt-auf-100.html.

28 Vgl. Bundesnetzagentur (2017), www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/Downloads/EN/BNetzA/PressSection/ReportsPublications/AeltereDaten/TKLiberalisationId2053pdf.pdf?__blob=publicationFile.

29 Vgl. Berke (2018), https://www.wiwo.de/politik/deutschland/digitalpolitik-altkanzler-schmidt-wollte-glasfaser-spitzenreiter-werden/20811640.html.

30 Vgl. Der Spiegel (1982), http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14352080.html.

31 Vgl. Chon, Hyunje, Kyungran, Youngeum (2005), https://sites.google.com/site/koreainternethistory/publication/brief-history-korea-eng-ver.

32 Vgl. Eun-Jueng (2005), https://publishup.uni-potsdam.de/opus4-ubp/frontdoor/deliver/index/docId/705/file/48_sp_lee.pdf.

33 Vgl. Matsumoto (2007), http://www.lightreading.com/ethernet-ip/ethernet-equipment/korea-goes-big-on-ftth/d/d-id/636392.

34 Vgl. International Telecommunication Union (2003), https://www.itu.int/ITU-D/ict/cs/korea/material/CS_Kor.pdf.

35 Vgl. Uehlcke (2005), https://www.zeit.de/2005/23/DSL.

36 Vgl. Wikipedia (2017), https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_St%C3%A4dte_in_S%C3%BCdkorea.

37 Vgl. Wikipedia (2018), https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Staaten_der_Erde#Tabelle.

38 Vgl. Die Zeit (2017), https://www.zeit.de/feature/deutsche-bevoelkerung-stadt-land-unterschiede-vorurteile.

Details

Seiten
32
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783668911130
ISBN (Buch)
9783668911147
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v462886
Institution / Hochschule
SRH Hochschule Riedlingen
Note
1,3
Schlagworte
Digitalisierung Geschichte aktuell Vergleich

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Titel: Der Zeitgeist der deutschen Digitalisierung. Hinkt Deutschland hinterher?