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Intermedialität im Unterricht

Am Beispiel des Romans und des Hörspiels "Emil und die Detektive"

Ausarbeitung 2019 35 Seiten

Didaktik - Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Die Sachanalyse
1.1 Das Hörspiel und der Roman ‚Emil und die Detektive‘ eignen sich für unterschiedliche Klientel
1.1.1 Die Umsetzung durch Beschreibungen und direkte Geräusche
1.1.2 Die Umsetzung durch Text und Sprache
1.1.3 Die Berechtigung des Hörspiels und des Romans

2. Die didaktische Bedeutung des Unterrichtsinhaltes
2.1 Der Gegenwartsbezug
2.2 Der vermutete Zukunftsbezug
2.3 Die exemplarische Bedeutung
2.4 Die Struktur des Inhalts

3. Die Lernziele
3.1 Der Lehrplanbezug
3.2 Die Formulierung der Lernziele
3.2.1 Kognitive Lernziele
3.2.2 Affektive Lernziele
3.2.3 Soziale Lernziele

4. Die Kompetenzziele dieser Unterrichtseinheit
4.1 Die Aspekte nach Spinner und Tulodziecki in dieser Unterrichtseinheit

5. Die didaktisch-methodische Analyse der Unterrichtseinheit
5.1 Die erste Unterrichtsstunde
5.2 Die zweite Unterrichtsstunde

6. Das Tafelbild
6.1 Tafelbild
6.2 Tafelbild
6.3 Die Hausaufgabe der 2. Stunde

7. Die verwendeten Medien
7.1 Für die erste Unterrichtsstunde
7.2 Für die zweite Unterrichtsstunde

8. Quellen

Anhang

Anhang 1: Emil und die Detektive S. 56-57

Anhang 2: Emil und die Detektive S. 57-58

Anhang 3: Die 11 Aspekte nach Spinner

Anhang 4: Die Medienkompetenzen nach Tulodziecki

Aufgabenblatt A: Warum lese ich den Roman ‚Emil und die Detektive‘?

Aufgabenblatt A: Warum lese ich den Roman ‚Emil und die Detektive‘?

Aufgabenblatt B: Wiederholung der Vorteile des Romans

Aufgabenblatt C: Warum höre ich das Hörspiel ‚Emil und die Detektive‘?

Aufgabenblatt C: Warum höre ich das Hörspiel ‚Emil und die Detektive‘?

1. Die Sachanalyse

Diese Ausarbeitung einer Unterrichtseinheit behandelt das Buch ‚Emil und die Detektive‘ von Erich Kästner. Dies ist ein Kinder- und Jugendroman. Es existieren verschiedene Konzepte der Deutschdidaktik im Umgang mit Kinder- und Jugendliteratur. „Aber Literatur ist immer häufiger Medienverbundliteratur, und die kulturelle Praxis, in die wir heranwachsende einzuführen haben, ist mit immer zunehmender Selbstverständlichkeit eine Praxis des Um-gangs mit allen ästhetischen Medien.“ (vgl. Abraham 2006, S. 121). In dieser Unterrichtseinheit wird ein Konzept entwickelt, welches das Hörspiel im Zusammenhang mit dem Roman ‚Emil und die Detektive‘ als ästhetisches Phänomen betrachtet. Die Unterrichtseinheit ist eingebettet in die Thematik des Kinder- und Jugendromans. Der Roman ‚Emil und die Detektive‘ wird über einen längeren Zeitraum nähergehend behandelt.

In der Sachanalyse werden die zu analysierenden Textstellen im Hörbuch sowie im Roman hinsichtlich ihrer Vorteile analysiert. Die Textstelle, welche Thema der Unterrichtseinheit ist, behandelt jene Stelle, in der Emil gegenüber dem Mann mit dem Hut eingeschlafen ist, jedoch aufwacht, als dieser verschwunden ist. Nach einigen Gedankengängen merkt Emil letztendlich, dass sein Geld geklaut wurde. Diese Textstelle befindet sich im Roman von Erich Kästner auf Seite 56 bis 57 parallel zum Beginn des 5. Kapitels ‚Emil steigt an der falschen Station aus‘. Im Hörspiel nach Erich Kästner befindet sich diese Textstelle in Track 2 und 3. Sie beginnt in Track 2 ab 7:00 Min. und dauert bis Track 3 bis 00:18 Min. Die wortgenauen Translationen befinden sich im Anhang 1.

1.1 Das Hörspiel und der Roman ‚Emil und die Detektive‘ eignen sich für unterschiedliche Klientel

Vergleicht man die obig definierte Hörbuchstelle des Hörspiels ‚Emil und die Detektive‘ mit der Romanstelle, so fällt auf, dass erstere sehr stark an den Roman angelehnt ist und keine neuen Texte für das Hörbuch erstellt worden sind. Die im Roman sowie im Hörspiel verwendete Sprache ist jugendgerechte Sprache, welche Rezipienten im jugendlichen Alter zum Lesen und Hören motiviert. Diese jugendgerechte Sprache zeichnet sich augenscheinlich durch kurze, einfache Sätze, direkte Rede aber auch eine vergleichsweise wenig komplexe Handlungslogik aus. Die Texte des Sprechers wurden genau aus dem Buch übernommen, jedoch fehlen einige Passagen. Die Inhalte des Romans werden im Hörspiel anders verpackt und umgesetzt. Aus diesen Gründen eignen sich die beiden Medien für unterschiedliche Klientel und führen zu unterschiedlicher Medienerfahrung. Der Roman ist ganz auf seine Schriftlichkeit angewiesen. Er kann nur durch Text Informationen oder Gefühle dem Leser vermitteln. So lässt der Roman dem Rezipienten die Möglichkeit, die Umsetzung der Situation eigenständig zu interpretieren. Das Hörspiel hingegen setzt den Roman lautlich um. Es interpretiert den Roman selbst durch „Original-Ton, Material- und Sprachzitat, Reihung, Rhythmisierung, Montage, Collage“ (Morgenroth 1989, S. 44). Das Hörspiel ist ein Schauspiel ohne Bilder in szenischer Form (vgl. Müller 2010, S. 657). Dies wird im weiteren Verlauf der Sachanalyse detaillierter erläutert. Die Sachanalyse geht von konkreten Beispielen der beiden Medienformen aus. Sie formuliert am Ende die daraus resultierende Daseinsberechtigung beider Medienformen.

1.1.1 Die Umsetzung durch Beschreibungen und direkte Geräusche

Im Roman werden die Umgebungsgeräusche des Zuges, in welchem sich die Szene abspielt, nicht dargestellt. Vielmehr wird durch die Aussage „Als er aufwachte, setzte sich die Bahn eben wieder in Bewegung.“ (Kästner 1984, S. 56) deutlich, dass sich Emil im Zug befindet. Diese Information wird somit ausschließlich durch Text sowie eher indirekt beschreibend vermittelt. Im Hörspiel hingegen wird diese Information zwar ebenfalls wortgetreu per Sprecher dargestellt, allerdings wird darüber hinaus durch eine direkte Geräuschkulisse deutlich, dass sich die Szene im Zug abspielt. Dies geschieht direkt am Anfang der Szene, in der man die Geräusche des Zuges wahrnimmt. Am Ende, jedoch außerhalb der analysierten Szene, wiederholt sich das Geräusch und bildet eine Art Rahmen. Diese Geräuschkulisse tritt somit vereinzelt auf. Dies ist laut Lader 2001 typisch für ein Hörspiel (vgl. Lader 2001, S. 109). Dadurch, dass dieses Geräusch am Anfang sowie am Ende auftritt, wird suggeriert, dass dieses Geräusch in einer wirklichkeitsgetreueren Darstellung durchgehend auftritt. Das Hintergrundgeräusch dient somit als Ersatz für eine Art Hintergrundkulisse und zur besseren Imagination der Szene.

Während der Roman die Umgebung eher beschreibt und damit dem Rezipienten im höheren Maße die Möglichkeit bietet, sich selbst eine visuelle als auch auditive Vorstellung der Situation zu machen sowie seine Fantasie anregt, übernimmt das Hörspiel in Teilen diese Aufgabe. Dies hat zur Folge, dass sich der Rezipient direkt im Geschehen befindet. Es findet eine eher direkte Vermittlung der Situation statt, in welcher der Rezipient sich nur noch die visuelle Umgebung des Zuges in Eigenleistung vorstellen muss. Folglich kann ein Hörspiel stärker als ein Roman, ein „emotional stärkeres (Mit-)Erleben bewirken“ (Müller 2010, S. 660).

1.1.2 Die Umsetzung durch Text und Sprache

Die auffälligste sowie charakteristischste Eigenschaft des Romans ist, dass er nur mit Text arbeitet. Er muss alle Ereignisse und Gefühle mit „bildkräftiger“ (Bräutigam 1971, S. 19) schriftlicher Sprache ausdrücken. Aus diesem Grund arbeitet der Roman mit detaillierteren Beschreibungen der Situation. Eine dieser detaillierten Beschreibungen ist in der untersuchten Textstelle z.B. jene, die direkt nach Emils Aufwachen beschrieben wird. Sie fehlt im Hörspiel und beschreibt, dass Emil beim Schlafen von der Bank gefallen ist. Im Roman werden diese Handlungen fast szenisch beschrieben: „Er war, während er schlief, von der Bank gefallen, lag jetzt am Boden und war sehr erschrocken.“ (Kästner 1984, S. 56). Ebenso werden innere Monologe im Roman eingesetzt, die im Hörspiel ebenso nicht existieren: „Jetzt war die nächste Frage: Ist das Geld noch da?“ (Kästner 1984, S. 56). Der Leser nimmt somit an der inneren Gedankenwelt des Protagonisten teil. Besonders markant wird die Eigenschaft des Romans im Unterschied zum Hörspiel deutlich, wenn Gefühle beschrieben werden. Diese können selbstverständlich nur durch Worte transportiert werden: „Sein Herz pochte wie ein Dampfhammer.“ (Kästner 1984, S 56). Die Gefühle werden so nicht nur deskriptiv vermittelt, sondern der innere Zustand von Emil wird beschrieben. Es scheint, dass je detaillierter die Beschreibungen sind, desto eher wird eine bestimmte Realität an den Rezipienten gebracht. So arbeitet der Roman zudem mit detaillierten Beschreibungen der Handlung. Diese werden vor allem durch Verben zum Ausdruck gebracht, wie zum Beispiel im Roman auf Seite 56: „Er klopfte sich mechanisch den Anzug sauber“. Das Adjektiv ‚mechanisch‘ drückt zudem den paralysierten Zustand Emils aus.

Es werden zwar viele Passagen des Romans in das Hörspiel übernommen, dieses hat jedoch andere Stärken. Die Textstellen im Roman werden im Hörspiel von einem Sprecher gesprochen. Die gesprochene Sprache des Erzählers ermöglicht es, mit dieser zu spielen, diese zu verändern. Durch hastiges Erzählen, durch ängstliches oder ruhiges Erzählen wird zudem immer die Gefühlslage Emils oder die Atmosphäre der Situation transportiert. Das Hörspiel orientiert sich dabei am Roman und setzt diesen um. Am Ende der analysierten Hörspielszene wird die Sprachgestaltung des akustischen Erzählers konkret deutlich. Hier wird eine ängstliche sowie panische Stimmung erzeugt, indem mit der Sprache gespielt wird: „Also, er griff sich langsam in die rechte innere Tasche. [Erzähler wird beim letzten Satz langsamer]. Das Geld war fort! [Der Erzähler erzählt ängstlich] Emil befühlte die Jacke von außen. Er durchwühlte die Tasche [panisch].“ (Kästner 1984, S. 57). Aber nicht nur mit Hilfe der Stimmlage des Sprechens transportiert der Sprecher eine bestimmte Atmosphäre. Ebenso ist eine Rhythmisierung des gesprochenen Textes möglich, in dem der Sprecher beispielsweise Pausen macht oder schneller spricht.

Der Rezipient des Romans genießt den Vorteil, in die Gedankenwelt des Protagonisten sowie die Umwelt des Romans einzutauchen und sich diese selbst durch Phantasie zu erschaffen. Das Hörspiel vermittelt die Gefühle Emils direkt durch den Erzähler. Die Gefühlslage als auch sich abspielende Situationen dringen wesentlich direkter an den Rezipienten und unterstreichen auch hier den Erlebnischarakter.

1.1.3 Die Berechtigung des Hörspiels und des Romans

Der Roman wirkt durch die jugendgerechte Sprache und Handlung motivierend. Dies verleitet dazu, weiterzulesen. Dies ist wichtig, da Lesen in der Schule einen großen Anteil des Lernens und des Unterrichts ausmacht. Der Roman ‚Emil und die Detektive‘ eignet sich vor allem für Klientel, die ruhig sowie mit Hilfe ihrer Phantasie und ihrem Gefühl ein Medium konsumieren wollen. Die eher indirekt beschreibende Vermittlung fördert dies zusammen mit der Tatsache, dass ein Roman überwiegend alleine konsumiert wird. Das Lesen des Romans dauert relativ lange (vgl. Abraham 2006, S. 90), dies bietet dem Roman die Möglichkeit, den Rezipienten mehr an den Gefühlen und Gedanken der Protagonisten teilnehmen zu lassen sowie ihn dazu anzuregen, sich in diesen hineinzuversetzen.

Das Hörspiel nach Erich Kästner richtet sich eher an Rezipienten, die ein kurzweiliges mediales Erlebnis konsumieren möchten. Dies nicht nur deshalb, weil das Hören des Hörspiels relativ kurz dauert (vgl. Abraham 2006, S. 90). Dies wird durch Weglassen von Textpassagen wie beispielswese folgender erreicht: „Er war, während er schlief, von der Bank gefallen, lag jetzt am Boden (Kästner 1984, S. 57). Vielmehr jedoch auch deswegen, weil das Konsumieren des Hörspiels weniger Eigenleistung und Vorstellungsvermögen des Rezipienten verlangt. Diese mediale Form gibt mehr Strukturen der vermittelten Lebenswelt vor und übermittelt diese direkt an den Rezipienten, welcher sie nur noch aufzunehmen braucht. Geräusche und Gefühle beispielsweise werden in ihrer Umsetzung vorgegeben. Das sich Hineinversetzen in den Protagonisten Emil findet ebenfalls, jedoch weniger statt. Der Rezipient des Hörspiels ‚Emil und die Detektive‘ befindet sich eher in einer Situation, die einem direkten, realen Erleben als Außenstehender nahekommt. Das Konsumieren des Hörspiels ist besonders durch ein Gruppenerlebnis möglich, da sich das Hörspiel an mehrere Hörer gleichzeitig richten kann.

Obwohl der Roman als auch das Hörspiel von ‚Emil und die Detektive‘ denselben Inhalt haben, setzen sie diesen, wie beschrieben, unterschiedlich um. Hierdurch werden unterschiedliche Rezipienten angesprochen. Jene, welche das Medium direkt wie ein Erlebnis konsumieren möchten sowie jene, welche sich mehr in Ruhe ihrer Phantasie hingeben möchten.

2. Die didaktische Bedeutung des Unterrichtsinhaltes

2.1 Der Gegenwartsbezug

Die Ästhetik des Romans besitzt einen großen Gegenwartsbezug. Der Roman begegnet einem oft im alltäglichen Leben: In der aktiven Gestaltung der Freizeit, oder auch in der passiven Wahrnehmung einer einen Roman lesenden Person. Der Gegenwartsbezug in Bezug auf die Ästhetik des Hörspiels liegt eventuell bei Radiosendern für Kinder und Jugendliche. Er kann ebenso in Hörspielen gefunden werden, welche zu Hause, beispielsweise bei You-Tube, gehört werden. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, dass für Kinder der 5. Klasse das Hörspiel ein relativ neues Medium darstellt, welches die Lehrperson vielleicht wieder in Erinnerung rufen oder einführen muss. Allgemeine Medienästhetik und damit einhergehende Kompetenz ist eine Kompetenz, welche die Schülerinnen und Schüler im Alltag regelmäßig anwenden können.

2.2 Der vermutete Zukunftsbezug

Das Umgestalten des Romans zu einem Hörspiel hat für die Zukunft Bedeutung. So können die Kinder beispielhaft lernen, wie bestimmte Medienformen in andere Medien umgewandelt werden und wie sich ihre Ästhetik dadurch verändert. Darüber hinaus wird ein Bewusstsein geschaffen, dass ein Medium auf andere Medien übertragbar ist. Dies ist besonders vor dem Hintergrund der Intermedialität bedeutsam.

2.3 Die exemplarische Bedeutung

Die exemplarische Bedeutung zeigt sich in der Medienübertragung, welche in diesem Fall eine Übertragung vom Roman zum Hörspiel darstellt. Die Schülerinnen und Schüler können sich in die Lage versetzen, wie man darüber hinaus Medienformen in andere Medien überträgt. Sie werden sich zudem immer bewusst machen, dass sich die jeweilige Ästhetik entsprechend verändert. Sie erkennen durch das Beispiel der Unterrichtseinheit Zusammenhänge, welche sie auf ihre Umwelt übertragen können und erlangen Medienkompetenz.

2.4 Die Struktur des Inhalts

Ziel der Unterrichtseinheit ist es, die Ästhetik des Hörspiels herauszuarbeiten und somit die Intermedialität des Romans ‚Emil und die Detektive‘ zu verdeutlichen. Dabei wird diese Intermedialität der Ästhetik des Romans gegenübergestellt. Aus diesem Grund ist es notwendig, die Ästhetik des Romans zeitlich vorher zu besprechen, ehe die Ästhetik des Hörspiels herausgearbeitet werden kann. Der Inhalt ist somit klar aufeinander aufgebaut. Dadurch wird die Hörspielästhetik besser verständlich. Dieses Verständnis wird zusätzlich noch gefördert, indem die herausgearbeiteten Eigenschaften des Romans und des Hörspiels jeweils die gleiche Stelle in der Erzählung betreffen, diese Stelle jedoch je nach Ästhetik eine andere Ausprägung hat. Beispielsweise stehen sich im Bereich der Umsetzung sowie Übertragung auf den Hörer der Text auf der einen Seite sowie das Wort und Geräusche auf der anderen Seite gegenüber. Diese Charakteristika des Hörspiels als auch des Romans müssen deutlich herausgearbeitet werden und ihre teilweise gegensätzlichen Charakteristika sollten klar zur Geltung kommen. Die Unterrichtseinheit ist eingebettet in die Thematik ‚Der Roman Emil und die Detektive‘. An diesem Beispiel wird Intermedialität deutlich. Gerade diese Intermedialität könnte ein Verständnisproblem auslösen das es zu berücksichtigen gilt. Am Ende der Unterrichtseinheit besitzen die SuS ein exemplarisches Wissen über einen intermedialen Gegenstand. Sie können zudem die genauen Eigenschaften eines Romans und eines Hörspiels gegenüberstellen.

3. Die Lernziele

3.1 Der Lehrplanbezug

Die Unterrichtseinheit wird in einer 5. Klasse der Mittelschule unterrichtet. Das Thema ist im ‚LehrplanPLUS‘ in Bayern unter der folgenden Kategorie zu finden:

D5 Lernbereich 2: Lesen- mit Texten und weiteren Medien umgehen, D5 2.4 Weitere Medien verstehen und nutzen:

- „Die Schülerinnen und Schüler erkennen und werten angeleitet sprachliche und nichtsprachliche Darstellungsmittel unterschiedlicher Print- und Hörmedien und nutzen diese für eigene kurze Produktionen. […] Schülerinnen und Schüler wählen Print- und Hörmedien (z. B. aus Bibliotheken) begründet aus und nutzen sie zur anregenden und genussvollen Freizeitgestaltung.“ (LehrplanPLUS D5 2.4.).

3.2 Die Formulierung der Lernziele

Richtziel: Die Schülerinnen und Schüler erlangen Medienkompetenz im Literaturunterricht.

Grobziel: Die Schülerinnen und Schüler lernen Aspekte der Intermedialität des Romans ‚Emil und die Detektive‘ kennen.

Feinziele:

1. Die Schülerinnen und Schüler lernen Aspekte der Ästhetik des Romans kennen.
2. Die Schülerinnen und Schüler lernen die Ästhetik des Hörspiels kennen und produzieren es.
3. Die Schülerinnen und Schüler können sich über die Vorzüge des Hörspiels sowie des Romans eine Meinung bilden.
4. Die Schülerinnen und Schüler verstehen die Handlungslogik des Romans.

3.2.1 Kognitive Lernziele

Die SuS kennen in Grundzügen die Ästhetik des Romans sowie die Ästhetik des Hörspiels. Sie besitzen Medienkompetenz und können unter verschiedenen Medien eines begründet auswählen. Sie können die Eigenschaften eines Hörspiels durch den Vergleich mit einem Roman bestimmen. In Gruppenarbeiten sowie in Lehrer-Schüler-Gesprächen können sie über die spezifischen Eigenschaften von Hörspiel und Roman reflektieren. Zudem sind die SuS in der Lage, ein Hörspiel eigenständig zu produzieren. Die SuS erhalten ihre Arbeitsaufträge überwiegend durch Arbeitsblätter. Die Arbeitsblätter stellen jedoch nur einen Erarbeitungsprozess dar. Abweichungen der Ergebnisse des Arbeitsblattes werden durch die Lehrperson korrigiert. Die Aufgabenlösung dauert meistens ca. 20 Minuten.

3.2.2 Affektive Lernziele

Durch das Erstellen eines Hörspiels mit Hilfe von Instrumenten sind die SuS in der Lage, den künstlerischen Wert eines Hörspiels wahrzunehmen. Durch anregende Gruppengespräche wird die spontane Meinungsäußerung geübt. Durch das Festlegen eines Gesprächs- oder Diskussionsziels wird das sich Einigen in einer Gruppe bzw. in einer Diskussion eingeübt.

3.2.3 Soziale Lernziele

Durch Gruppenarbeiten sowie Lehrer-Schüler-Gespräche können sich die SuS in Gruppengespräche einbringen, ihre Meinung vertreten, die Meinung andere verstehen und zu einer Einigung kommen. Zudem können sie durch das gemeinsame Erarbeiten des Hörspiels zielgerichtet in Gruppen arbeiten.

4. Die Kompetenzziele dieser Unterrichtseinheit

Neben den inhaltlichen Zielen sollen die Schülerinnen und Schüler zusätzlich Kompetenzziele erreichen, welche mit den Lernzielen im Zusammenhang stehen. Die Kompetenzziele leiten sich dabei von den Lernzielen der Unterrichtseinheit ab. Die Medienkompetenzen, welche die Schülerinnen und Schüler erlangen, richten sich nach der Klassifikation nach Spinner und Tulodziecki welche im Anhang nachgesehen werden können.

4.1 Die Aspekte nach Spinner und Tulodziecki in dieser Unterrichtseinheit

Die Schülerinnen und Schüler entwickeln in beiden Unterrichtsphasen zum Hörspiel sowie zum Roman die erste Kompetenz nach Spinner: ‚Beim Lesen und Hören Vorstellungen entwickeln‘. Dabei entwickeln sie diese nicht nur nebenbei beim Lesen oder Hören, sondern das Entwickeln von Vorstellungen sollte aktiv, beispielsweise durch Zeichnen, gefördert werden (vgl. Spinner 2006, S. 8). Diese Kompetenz betrifft einerseits das direkte Ziel der Unterrichtseinheit, wie sie in der Sachanalyse dargelegt wurde, die jeweilige Ästhetik des Hörspiels und des Romans herauszuarbeiten. Die Vorstellungen, welche sich die SuS jeweils beim Hören sowie Lesen machen können, liegen im Phantasiespielraum, welchen ihnen das jeweilige Medium lässt. Wie in der Sachanalyse beschrieben, werden beispielsweise Ton-Geräusche anders verarbeitet als textlich beschriebene Geräusche. Andererseits bilden sich die SuS beim Konsum der beiden Medien inhaltlich die gleichen Vorstellungen. Denn die dramaturgische Handlungslogik bleibt durch das unterschiedliche Medium eher unberührt. Hieraus leitet sich das Feinziel ab, dass die Schülerinnen und Schüler die Handlungslogik des Romans nachvollziehen können. Die Kompetenz nach Spinner ‚5. Narrative und dramaturgische Handlungslogik verstehen‘ wird somit ebenfalls durch das praktische Hören und Lesen gefördert . Durch die Auseinandersetzung mit dem Hörspiel sowie dem Roman setzen sich die SuS nämlich intensiver mit dem Text auseinander.

Aus dem beschriebenen Feinziel, dass die SuS die Handlungslogik des Romans nachvollziehen können, begeben sich die SuS auch immer ein wenig in die Position der teilnehmenden Protagonisten. Hierdurch, sowie durch die Produktion und das Handeln im Hörspiel, können die SuS ‚Perspektiven literarischer Figuren nachvollziehen‘. Dies ist die 4. Medienkompetenz nach Spinner. Diese Kompetenz bezieht sich allerdings auf kein direktes inhaltliches Ziel der Unterrichtseinheit. Sie stimmt somit mit der Sachanalyse nicht überein. Vielmehr handelt es sich um eine Kompetenz, die während der Erstellung des Hörspiels sowie dem Befassen mit der narrativen Logik beinahe nebenbei erworben wird.

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Details

Seiten
35
Jahr
2019
ISBN (eBook)
9783668923201
ISBN (Buch)
9783668923218
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v463819
Institution / Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Note
2,3
Schlagworte
Unterricht Ausarbeitung Roman Emil Medien im Unterricht Intermedial Jugend Referendariat Unterrrichtsentwurf Vorbereitung schriftlich Reflexion Artikulation Uni Vorlage Emil und die Detektive Hörspiel Vergleich Didaktik Methodik

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Titel: Intermedialität im Unterricht