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Sicherheit am Arbeitsplatz. Formulieren von Sicherheitsregeln zum Erkennen und Vermeiden von Unfallgefahren

Unfälle sind keine Zufälle!

Unterrichtsentwurf 2019 28 Seiten

Pädagogik - Schulpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

A. Darstellung der längerfristigen Unterrichtszusammenhänge
1. Übergeordnetes Ziel der Unterrichtsreihe
2. Aufbau der Unterrichtsreihe/ des Unterrichtsvorhabens
3. Einbindung der Stunde in die längerfristigen Unterrichtszusammenhänge

B. Schriftliche Planung der Unterrichtsstunde 1. Ziel der Unterrichtsstunde/ angestrebter Kompetenzzuwachs
2. Anmerkungen zur Lerngruppe
3. Zentrale Entscheidungen zur didaktischen Schwerpunktsetzung

C. Literaturangaben
Raumplanung
Arbeitsblatt (in A3)
Arbeitsblatt (antizipierte SuS Lösung)
Hilfestation 1 (Hinweise)
Hilfestation 2 (Fotos)
Hilfestation 3 (Lückensätze)
Hilfestation 4 (Wortschatz)
Sternchenstation
Blitzlicht
Spiel Küchenlauf

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten1

A. Darstellung der längerfristigen Unterrichtszusammenhänge

1. Übergeordnetes Ziel der Unterrichtsreihe

Die SuS beherrschen die Grundlagen der Küchenarbeit und arbeiten sachgerecht unter Berücksichtigung hygienischer, ökologischer und ökonomischer Gesichtspunkte sicher mit Nahrungsmitteln, Materialien und Arbeitsgeräten.

2. Aufbau der Unterrichtsreihe/ des Unterrichtsvorhabens

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3. Einbindung der Stunde in die längerfristigen Unterrichtszusammenhänge

Das Unterrichtsvorhaben „Arbeiten in der Schulküche, aber sicher — Einführung zum sicheren und sachgerechten Arbeiten in der Schulküche“ hat das übergeordnete Ziel, dass die SuS die Grundlagen der Küchenarbeit beherrschen und dass sie unter Berücksichtigung hygienischer, ökologischer und ökonomischer Gesichtspunkte sicher und sachgerecht mit Nahrungsmitteln, Materialien und Arbeitsgeräten arbeiten können. Dieser Kompetenzzugewinn entspricht der Kompetenzerwartung für ein „erstes Grundverständnis zentraler Dimensionen von Arbeit im Haushalt“. Die Unterrichtsreihe lässt sich im Rahmen des Kernlehrplans für die Hauptschule vom Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen legitimieren. Sie ist für die Jahrgangsstufe 5/6, zweite Stufe, dem Inhaltsfeld 1: Ernährungsphysiologische und gesundheitliche Aspekte der Nahrungszubereitung mit dem inhaltlichen Schwerpunkt: Schulküche und ihre Einrichtung zuzuordnen.2

Die SuS der Hauptschule XY werden allerdings erst in der Jahrgangsstufe 8 zum ersten Mal in Hauswirtschaft unterrichtet. Da die SuS dieses Jahrgangs die Aspekte noch nicht kennengelernt haben und dieser Kompetenzbereich für ein gesundheits-förderliches Verständnis grundlegend notwendig ist, ist die Behandlung dieses Inhaltsfeldes somit erforderlich. Im Rahmen eines kompetenzorientierten begründeten Hauswirtschaftsunterrichts zielt die Unterrichtseinheit vor allem auf ein erstes Grundverständnis zur Einrichtung, zu Funktionsbereichen und zu Arbeitsmitteln in der Schulküche ab (SK).3

Des Weiteren lässt sich die Unterrichtsreihe mit dem schulinternen Arbeitslehre- Hauswirtschaft-Curriculum begründen. Hier wurde festgelegt, dass im Kernunterricht des 8. Jahrgangs die Inhalte der Unterrichtsreihe zu Beginn als Grundlagenvermittlung stattfinden soll.4 Zudem orientiert sich das Unterrichtsvorhaben am Prinzip der Ernährungsbildung nach REVIS, in dem die Unterrichtsreihe die Bereiche „Welche Grundtechniken des Umgangs mit Nahrungsmitteln sollte ich kennen und können?“ beinhaltet. Bezugnehmend auf die REVIS-Bildungsziele und Kompetenzen „gestalten die SuS ihre eigene Essbiographie reflektiert und selbstbestimmt“ (REVIS-Bildungsziel 1) und „handeln sicher bei der Kultur und Technik der Nahrungszubereitung und Mahlzeitengestaltung“ (REVIS-Bildungsziel 3). Dazu gehört, dass die SuS Handlungsmöglichkeiten situationsgerecht entwickeln und zur weiteren Gestaltung der Essbiographie nutzen können. Des Weiteren, dass sie Techniken der Nahrungszubereitung kennen, verstehen, reflektieren und anwenden können.5

Auch wird die Unterrichtsreihe durch die Lebenswelt der SuS legitimiert. Sie befinden sich in einem Alter, in dem sie auch im privaten Haushalt immer mehr zur Selbstständigkeit im Haushalt erzogen werden. Der Hauswirtschaftsunterricht der Hauptschule XY beginnt im 8. Jahrgang und hat zunächst das Erlernen von Grundlagen als Ziel. Es geht um erste Kompetenzentwicklungen, die in kurzen Unterrichtseinheiten von den SuS erworben werden sollen. Diesbezüglich sieht auch der Kernlehrplan für das Fach Hauswirtschaft an Hauptschulen im Hinblick auf die Kompetenzen zunächst einmal Kompetenzentwicklungen in einer begrenzten Anzahl inhaltlicher Felder vor.6 Die SuS sollen Schritt für Schritt in den Unterricht eingeführt werden und Wissen über Grundlagen erwerben, weshalb das Kennenlernen der Schulküche und deren Einrichtung das erste Ziel darstellt. Im bisherigen Unterrichtsverlauf haben sich die SuS mit der Struktur von Küche und einer sinnvollen Zuordnung der verschiedenen Arbeitsbereiche beschäftigt. Außerdem wurde der Blick der SuS auch auf ergonomische Aspekte und den Sinn kurzer Wege gelenkt. Die SuS haben erfahren, wie sie den „Arbeitsplatz Küche“ durch eine geschickte Bestückung der Schubladen und Schränke an ihre Bedürfnisse anpassen können. Darüber hinaus haben sich die SuS mit dem Thema Hygiene vertraut gemacht. Hygienisches Arbeiten in der Schulküche ist eines der zentralen Themen im Hauswirtschaftsunterricht, da mangelnde Hygiene bei der Nahrungszubereitung immer wieder zu schweren Infektionskrankheiten führt.7 Aus diesem Grund sehen die Sicherheitsrichtlinien für den Hauswirtschaftsunterricht auch regelmäßige Hygienebelehrungen der Schülergruppen vor.8 Die Hygieneregeln, die bei der Nahrungszubereitung und bei dem anschließenden Verzehr der Speisen eingehalten werden müssen, werden durch regelmäßiges praktisches Arbeiten in der Schulküche eingeübt. Das Wissen um hygienisches Arbeiten zur Gesundheitsvorsorge ist eine wichtige Alltagskompetenz, die die SuS im Rahmen des Unterrichts erwerben sollen.

In der aktuellen Unterrichtsstunde erkennen und benennen die SuS Gefahrenquellen in der Küche, indem sie einen Tatort (Gefahrenquellen für Unfällen in der Schulküche) untersuchen. Des Weiteren entwickeln sie Regeln, um Unfälle in der Küche zu vermeiden. In den anschließenden Unterrichtsstunden werden weitere Grundlagen der Küchenarbeit, z.B. Spülen von Hand und der sachgerechte Messereinsatz thematisiert. Die Kenntnisse und das Erlernte dieser Reihe können längerfristig beobachtet, wiederholt, gefestigt und als Grundlage der Bewertung herangezogen werden. Da die SuS in ihrem Alltag oftmals wenige Erfahrungen mit der Kultur und Technik der Nahrungszubereitung gesammelt haben, ist es von Bedeutung, den SuS grundlegende Kenntnisse in diesem Bereich zu vermitteln. Dieses Thema hat für die SuS eine hohe Relevanz im Hinblick auf den Sicherheitsaspekt, da sie sich sowohl in der Gegenwart, aber besonders auch in der Zukunft mit der Nahrungszubereitung und mit dem gefahrenfreien Arbeiten in der Küche auseinandersetzten müssen. Weiterhin hat das Thema einen längerfristigen Alltagsbezug, da sich der sachgerechte Umgang in der Schulküche auch auf die häusliche Küche übertragen lässt.

Im dem Unterrichtsvorhaben wird die Selbstständigkeit und Unabhängigkeit der SuS gefördert. Die SuS können auf Grund ihres Lernzuwachses selbstständig verschiedene Speisen sachgerecht und unter hygienischen, ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten herstellen und müssen nicht auf Fertigprodukte zurückgreifen. Durch das Unterrichtsvorhaben wird somit auch das Prinzip der Chancengleichheit abgedeckt, somit wird ein Zugang zu gleichen Lebenschancen geschaffen. Des Weiteren machen die SuS Selbstwirksamkeitserfahrungen durch die Ergebnisse ihrer Lernprodukte bei der Nahrungszubereitung, was sie motiviert.

Während des Unterrichtsvorhabens wird die individuelle F ö rderung beispielsweise durch Hilfskarten berücksichtigt. Hauswirtschaftsunterricht findet an der Hauptschule Heidenoldendorf im Pflichtunterricht und/oder im Wahlpflichtunterricht bis zur 10. Klasse statt. Aus diesem Grund ist der Lernprozess nachhaltig, weil die erworbenen Kompetenzen während der Hauswirtschaftsstunden immer wieder angewendet werden. Zudem können die SuS die erworbenen Kompetenzen auch im Privatleben anwenden. Durch die praktische Anwendung bei den Unterrichtsstunden kann der Lern- und Kompetenzzuwachs an verschiedenen Stellen überprüft werden.

B. Schriftliche Planung der Unterrichtsstunde

1. Ziel der Unterrichtsstunde/ angestrebter Kompetenzzuwachs

Die SuS identifizieren Gefahrenquellen in der Küche, indem sie einen Küchentatort untersuchen. Sie entwickeln anhand der gefundenen Gefahrenquellen Regeln zur Vermeidung von Unfällen in der Küche. Sie stellen die Notwendigkeit von Sicherheitsregeln und deren Einhaltung für die Unfallvermeidung in der Küche fest.

2. Anmerkungen zur Lerngruppe

Erst seit Beginn des zweiten Halbjahres unterrichtet der LAA das Fach Hauswirtschaft in der Lerngruppe 8a der Hauptschule XY. Ausgehend von diesem geringen Zeitraum ist die Diagnostik des Leistungsvermögens noch nicht abgeschlossen. Aus dem bisherigen Unterrichtsverlauf zeigt sich ein überwiegend positives und engagiertes Arbeitsverhalten der SuS. Die Lerngruppe umfasst 15 SuS und ist hinsichtlich der Herkunft/Nationalität, der Sprache, der Kultur, der Religionszugehörigkeit und des Leistungsvermögens heterogen. Dennoch wurde bei der Einteilung darauf geachtet, dass geschlechtergemischte und leistungsheterogene Küchenteams gebildet werden. Die Küchenteams erhalten eine Gruppenfarbe. Die SuS werden dahingehend trainiert, ihre Lernprodukte so von den anderen abzuheben.

3. Zentrale Entscheidungen zur didaktischen Schwerpunktsetzung

Innerhalb dieser Unterrichtsreihe sollen die SuS ihre neue Lernumgebung entdecken und in kooperativen Lernformen gestärkt werden. Die Anforderungen und Lernsituationen müssen an die SuS angepasst werden, damit Erfolgserlebnisse entstehen können. Eine altersgerechte Aufbereitung von Unterrichtsgegenständen ist somit unabdingbar. Bei der gewählten Lerngruppe handelt es sich um eine achte Jahrgangsstufe, die erst seit wenigen Wochen im Fach Hauswirtschaft unterrichtet wird. Lernspiele greifen, auch bei Jugendlichen, Verhaltensweisen auf und kombinieren diese mit lernpsychologischen Erkenntnissen. Deklaratives und prozedurales Wissen bleibt besonders dann im Gedächtnis, wenn es ganzheitlich durch Handlungserfahrungen individuell konstruiert wird.

Um Handlungskompetenzen aufbauen zu können, müssen SuS aktiv an den Lernprozessen beteiligt sein. Lernen ist immer ein aktiver Prozess und keine reine Präsentation von Wissen durch die Lehrkraft. „Stichproben ergaben, dass Schüler, die im problemorientierten Unterricht eigene Arbeitsgruppen gebildet hatten, ihre Ergebnisse auch nach Jahren fast zu 100% reproduzieren konnten“9. Forschend-entwickelnder Unterricht weist einen handlungsorientierten Charakter auf und wirkt sich positiv auf das Langzeitlernen aus. Zusätzlich werden die SuS durch den praktisch vermittelten Unterrichtsstoff motiviert10.

Über die Konstruktion von neuen Wissensstrukturen sollen neue Handlungsschemata angeregt werden, welche wiederum in der Handlungskompetenz an sich münden11. Nach Piaget stehen Spiele und kognitive Entwicklung in einem engen Zusammenhang. Das Spiel bietet hierzu die Möglichkeit der Assimilation der Wirklichkeit, um neue Informationen in die individuellen Schemata anzupassen. Es erfolgt eine Umstrukturierung und Neuorganisation kognitiver Strukturen durch Akkomodation12. Gehirnpsychologische Erkenntnisse verweisen auf einen untrennbaren Zusammenhang von Emotionen und Lernen. Folglich haben eine angstfreie Atmosphäre und ein gutes Klassenklima bedeutende Auswirkungen auf den Unterricht13. Durch die Spielaktivität tritt der schulische Leistungsgedanke zunächst in den Hintergrund und durch den Wettbewerbscharakter (Küchenrallye, Hygiene-Domino, Spiel: Küchenlauf) entwickeln die SuS den nötigen Ehrgeiz, um das Lernziel zu erreichen14. Lernspiele können durch ihre Struktur Spannung und zeitgleiche Entspannung schaffen. Emotionen und Spannung können als Anreize zur Motivation dienen. In diesem Zusammenhang bedeutet Motivation, dass die SuS durch Lernspiele in Bereitschaft versetzt werden, ihre sensorischen, kognitiven und motorischen Fähigkeiten auf die Erreichung von Lernzielen umzulenken. Deshalb ist das Spiel „Küchenlauf“ so angelegt, dass verschiedene Lerntypen angesprochen werden (siehe Materialauswahl). Aus neurobiologischer Perspektive fördern Motivation und ein innerer Bezug zum Gelernten die Informationsverarbeitung im Gehirn15. Das Lernen mit allen Sinnen fördert nach konstruktivistischen Lernvorstellungen nachhaltige Lernprozesse durch eine optimale neuronale Vernetzung. Durch den positiven Aufforderungscharakter des Spiels wird die intrinsische Motivation ebenso wie die Kreativität, Kommunikation und das Regelbewusstsein gestärkt. Neben den Emotionen spielt auch die natürliche Neugier der Lernenden eine bedeutende Rolle. Dieses Explorationsbedürfnis der SuS kann zur Erkundung der Schulküche genutzt werden (siehe Küchenrallye, Entdeckung von Gefahren, etc.). Aktivierende Unterrichtsmethoden (wie Spiele zur Erkundung der neuen Lernumgebung Schulküche oder zur Vertiefung von Verhaltensregeln) stellen einen Weg zum selbstständigen Lernen dar. Einer der Schwerpunkte dieser Unterrichtsreihe ist die Auseinandersetzung mit Unfallgefahrenquellen in der (Schul-)küche. Haushaltsunfälle sind die häufigsten Unfälle, ob Verbrennungen, Schnittverletzungen oder Stürze. Ursachen sind oft Unachtsamkeit und Unwissen. Die Zahl der häuslichen Unfälle wird oft unterschätzt. Durch Stürze, Verbrennungen oder Schnittverletzungen ereignet sich im privaten Haushalt alle zehn Sekunden ein mehr oder weniger schwerwiegender Unfall. Kinder, Säuglinge und vorwiegend ältere Menschen sind die Hauptbetroffenen der Unfälle.16 Die Zahl der Verletzten ließe sich deutlich verringern, wenn die Gefahren erkannt und Unfallrisiken vermieden werden könnten. Im Hauswirtschaftsunterricht arbeiten die SuS zeitweise selbstständig an ihrem Arbeitsplatz, was mit erhöhten Gefahrensituationen verbunden ist. Sie müssen wissen, dass kleine Unachtsamkeiten schmerzhafte Folgen haben können und sich bewusst werden, dass jeder Einzelne für die Sicherheit am Arbeitsplatz mit verantwortlich ist. Neben den Hygienebelehrungen ist es die Aufgabe der Lehrperson auch über Unfallverhütung regelmäßig zu belehren.17 Daher ist es von großer Bedeutung, dass die SuS mit diesem Thema konfrontiert werden. Wesentlich dabei ist, dass die Unfallgefahren nicht nur identifiziert werden, sondern auch Vermeidungsstrategien entwickelt werden. Ein im Hauswirtschaftsunterricht eingeübtes achtsames und sorgsames Verhalten hilft Unfälle im Haushalt zu vermeiden. Die in der aktuellen Unterrichtsstunde besprochenen Unfallgefahren sind exemplarisch in die Kategorien Verbrennungen bzw. Verbrühungen, Stolper- und Rutschgefahren, Gefahrenquellen elektrischer Geräte und Schnittverletzungen eingeteilt. Aus jeder Kategorie werden mindestens zwei Unfallgefahren exemplarisch in einer jeden Koje dargestellt. Diese Arten von Unfallgefahren und -quellen wurden gewählt, da sie die häufigsten Ursachen für Unfälle im Küchenbereich darstellen18, was sich auch in der Schulküche bestätigen lässt. Schwerpunkte dieser Unterrichtsstunde sind die Identifizierung von Gefahrenquellen von Unfällen im Haushalt und die Erstellung von Vermeidungsregeln bzw. -strategien für Gefahrenquellen.

Der Einstieg in die gezeigte Stunde ist problemorientiert und erfolgt durch die Absperrung und Verhüllung der Schulküche. Erste Vermutungen werden seitens der SuS aufgestellt. Antizipierte Schülerantworten könnten lauten „Ist es dort gefährlich“, „Ist es zu einem Unfall gekommen?“ oder „Das sieht nach einem Tatort aus!“. Der LAA knüpft an die Antworten an und fragt nach Verhaltensregeln beim Betreten eines Tatortes. Die SuS sollen auf spielerische Weise an das Thema herangeführt werden, indem sie zu Detektiven ernannt werden, die das Problem in der Küche erkennen sollen. Ihnen wird erlaubt, vorsichtig ihre Stammkojen zu betreten, ohne etwas anzufassen oder etwas zu sagen. Die Regeln bei der Detektivarbeit werden den SuS vorab erklärt, um mögliche Verletzungen wie z.B. durch das Messer im Spülbecken, zu vermeiden. Diese Vorgehensweise soll den SuS einen handelnden Umgang mit dem Thema ermöglichen, sie werden für eine erfolgreiche Arbeit diszipliniert und motiviert.19 Der Vorhang wird entfernt und die SuS und der LAA entdecken durch das Eintreten in die Schulküche zusammen den Tatort. Durch die Fragen des LAAs: „Hat sich euer Verdacht bestätigt?“ und „Was könnte eure Aufgabe sein?“ wird das Stundenthema seitens der SuS formuliert. Der LAA notiert das Stundenthema: „Unfallgefahren erkennen + benennen“ auf der Flipchart. Um die Motivation der SuS nicht zu unterbrechen, wird die Vermutungsphase aus didaktischem Grund weggelassen. Jede Koje zeigt die gleichen Unfallarten (Verbrennungen bzw. Verbrühungen, Stolper- und Rutschgefahr, Gefahrenquellen elektrischer Geräte und Schnittverletzungen) auf. In der Erarbeitungsphase ist die Aufgabe der SuS die Spurensicherung, bei der die SuS die Gefahrenquellen identifizieren und die daraus resultierende Gefahr ableiten, die aus diesen Situationen entstehen können. In den Stammgruppen (rot, schwarz, grün und blau) sollen mindestens acht Unfallgefahren von den SuS gefunden und bearbeitet werden. Dies ist für die spätere Erstellung des Plakates zur Unfallvermeidung wichtig. Zwei weitere Unfallgefahren können als Bonus für die schnelleren SuS genutzt werden, diese finden aber aus zeitökonomischen Gründen erst in der nächsten Unterrichtsstunde Berücksichtigung. Um zu gewährleisten, dass sich jeder einzelne SuS mit der Aufgabe beschäftigt, arbeiten sie zunächst in Einzelarbeit. Bei der Spurensicherung (Think) erhält jeder SuS ein eigenes Arbeitsblatt inklusive Klemmbrett.

[...]


1 Im Verlauf der schriftlichen Ausarbeitung werden die aufgeführten Kürzel aus Gründen der Lesbarkeit verwendet.

2 vgl. Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes NRW, 2011, S.28.

3 vgl. ebd.

4 vgl. Schulinterner Lehrplan für das Fach Hauswirtschaft der Hauptschule XY, der Jahrgangsstufe 8, S.1

5 vgl. EVB, S.1.

6 Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes NRW, 2011, S.28ff.

7 vgl. BMELV.

8 vgl. RISU, S.72.

9 Schmidtkunz, Lindemann, 1999, S.54

10 vgl. ebd., S.55

11 Glaserfeld, 2001, S.18

12 vgl. Kreuzer, 1987

13 vgl. Bender, 2013, S.53

14 vgl. Müller, 2005

15 vgl. Bender, S.53

16 vgl. GBE.

17 vgl. RISU, S.73

18 vgl. Niedersächsisches Kultusministerium.

19 vgl. Meyer, 1994 (Band II), S.129

Details

Seiten
28
Jahr
2019
ISBN (eBook)
9783668973275
ISBN (Buch)
9783668973282
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v464797
Institution / Hochschule
Universität Paderborn
Note
2
Schlagworte
UPP Unterrichtsentwurf 2.Staatsexamen Hauswirtschaft Tatort Schulküche Sicherheit am Arbeitsplatz Unfallgefahren

Autor

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Titel: Sicherheit am Arbeitsplatz. Formulieren von Sicherheitsregeln zum Erkennen und Vermeiden von Unfallgefahren