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Leben und Tod im Krieg. Perspektivwechsel in Erich Maria Remarques Roman "Im Westen nichts Neues"

Seminararbeit 2018 13 Seiten

Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Krieg und dessen verschiedenen Aspekte
2.1 Krieg als Tod
2.2 Krieg als Verhängnis
2.3 Krieg als politische Realität
2.4 Die vom Krieg zerstörte Generation
2.5 Krieg als moralisches Problem
2.6 Kampf zwichen Leben und Tod

3. Fazit

4. Literaturverzeichnis

1. Einleitung:

Platon, einer der berühmtesten und wichtigsten Philosophen der Welt, meinte: „Nur die Toten haben das Ende des Kriegs gesehen“.1 Dies schlägt Erich Maria Remarque in seinem weltbekannten Roman Im Westen nichts Neues auch vor und bringt die zwei Begriffe, nämlich Krieg und Tod, zusammen und schildert im Kontext des Weltkrieges. Krieg tritt mit verschiedenen Aspekten in dem Leben hinein. Er hinterlässt jedoch viele Eindrücke bei den einfachen Menschen, die ihnen bisher unbekannt waren. In diesem Roman Im Westen nichts Neues taucht dieses Phänomen vom Krieg verschiedenartig auf, wobei sich die verbreiteten Räume von der Folgerung des Krieges durchleuchtet, zum Beispiel, ‚Krieg als Tod’: Mit dem Blick auf Krieg versucht Remarque, die beide Phänomene, nämlich Krieg und Tod zusammenzusetzen und anhand der Schilderung einer ganz subjektiven Erzählung es überzuprüfen. Krieg wurde hier nicht nur als Ursache vom Tod sondern auch im Sinne Tod selbst gemeint. Danach hat der Erzähler durch diese Darstellung den ‚Tod als Verhängnis’ verstanden, und unter den Begriff ‚Krieg’ ist eine Kluft zwischen Leben und Tod, als ein moralisches Problem und nicht zuletzt als eine politische Realität zu betrachten, was mehr oder weniger eine zerstörte Generation hinter sich lässt, was der Erzähler in diesem Roman anhand des Begriffs ‚Tod’ zu verstehen gegeben hat. Der Roman stellt einige ganz relevante Fragen, die mehr oder weniger auch für heutige Generation wichtig gelten. In wiefern kann man ein Bild vom Krieg auβer Tod verstehen, ist eine Tatsache, die man nach und nach in Diskussion stellen soll. Wie kann man vom Krieg entkommen? Gibt es einen Weg dafür oder kann man selbst herauskommen? In wie weit kann man Krieg hinsichtlichder Politik betrachten? Melden die Soldaten oder Jungen im Krieg freiwillig, bzw. gibt es freiwillige Meldungen überhaupt zu dieser bestimmten Zeit des Kriegs? Wie befassen sich die Jungen den Krieg? Wird der Krieg von den Jungen als einen Beruf oder Schicksal wahrgenommen? Gibt es immer mehr jungere Leute im Krieg mit der vergehenden Zeit? Solche Fragen sollen nicht nur im Kontext des Kriegszeit sondern auch während Friedenszeiten gestellt, und in Diskussion gebracht. Diese Hausarbeit versucht, diese im Folgenden kurz zu erläutern und zu analysieren, wobei die Untersuchung der verschieden Aspekte und Perspektive des Todes im Roman Im Westen nichts Neues im Vordergrund steht.

Nach der Einleitung wird im zweiten Teil dieser Arbeit eine kurze Zusammenfassung bzw. Inhaltswiedergabe sowie einige allgemeine Information über dieses Buches für ein besseres Verständnis gegeben. Danach wird die unterschiedliche Aspekte des Kriegs untersucht, wo die Zusammensetzung des Kriegs mit dem Tod, mit dem moralischen Problem einige Beispiele sind. Am Ende folgt ein kurzes Fazit.

Als Literaturgrundlage sind vor allem die Arbeit von Alan F. Bance – Im Westen nichts Neues: A bestseller in context und das Buch Im Westen nichts Neues. Ein Bestseller der Kriegsliteratur im Kontext: ; Entstehung, Struktur, Rezeption, Didaktik zu nennen. Erwähnt soll auch die kommentierte Ausgabe dieselbes Buches.

Remarque hat diesen Roman während seiner depressive Phase nur in sechs Wochen fertig gestellt. Der Roman ist aus der Sicht des Soldaten Paul Bäumer geschrieben. Erich Maria Remarque hieß eigentlich Ernst Paul Remark (1898 - 1970). Der Sohn eines Buchbinders meldete sich 1916 nach dem Notexamen als Kriegsfreiwilliger und kam an die Westfront.2 Es wird seit seinem Erscheinen im Jahr 1928 und der Publikation von Übersetzungen in mehr als 55 Sprachen zur adäquaten literarischen Abbildung dieses Kriegs erklärt, die sich einer politischen Einordnung enthält und das Kriegsgeschehen aus der Perspektive des ‚einfachen‘ Soldaten schildert.3 Im Jahr 1930 verfilmte Lewis Milestone (1895 – 1980) – ein Regisseur aus den USA– diesem Roman Im Westen nichts Neues. Die Nationalsozialisten verbrannten 1933 Remarques Bücher und entzogen ihm 1938 die deutsche Staatsbürgerschaft. 1939 emigrierte er nach New York, und 1947 wurde er Staatsbürger der USA.

Erich Maria Remarques Roman Im Westen nichts Neues teilt sich in zwölf Kapitel auf. Er hat seine Kriegserfahrung in diesem Buch geschrieben. Der Roman befasst sich mit der Lebensführung eines Soldates in Front und dessen Eindrücken, bzw. Impressionen von dem Krieg. Der Roman Im Westen nichts Neues behandelt die Kriegerlebnisse des 18-jährigen Paul Bäumers, ein Soldat von Beruf, der sich mit seiner Kompanie 9 km hinter der Westfront wegen des andauerenden ersten WeltKriegs befindet. Dieser Roman ist von der Perspektive Paul Bäumer, in Ich –Erzähler verfasst. Paul Bäumer gehört zu einer Gymnasiasten– Gruppe von Soldaten an der Westfront im Ersten Weltkrieg. In einem ruhigen Moment erinnert er sich hinter der Front zurück an seine Schulzeit, was als Rückblende, zur Kenntnis genommen werden kann. Diese Retrospektivität gibt einen gewissen Essenz zu der Erzählung, denn dieser Vergleich spielt eine große Rolle in diesem Kontext von Gegenwart und Vergangenheit. Die patriotischen Reden seines Lehrers Kantorek hatten die ganze Klasse überzeugt, sich freiwillig zu melden. Unter der harten Grundausbildung von Unteroffizier Himmelstoß wird Bäumer klar, dass alle in der Schulzeit leiteten Werte beim Militär keine Bedeutung mehr haben.Sie wurden an die Westfront verlegt, wo sie von einer Gruppe alter Frontsoldaten um den erfahrenen Katczinsky in die Gefahren an der Front heranführen wurden. Zwischen Katczinsky und Bäumer hat sich ein Vater-Sohn ähnliches Verhältnis entwickelt4. Auf diese Weise lernt Paul, den Schwierigkeiten des Lebens und verschiedenen Situationen ins Auge zu sehen und diese Situation und Grausamkeit des Lebens gut ankommen und gleichzeitig zu überleben. Er wehrte sich gegen den wirklichen Feind – den Tod.

„Ich bin Jung, ich bin zwanzig Jahre alt; aber ich kenne vom Leben nichts anderes als die Verzweiflung, den Tod, die Angst und die Verkettung sinnlosester Oberflächlichkeit mit einem Abgrund des Leidens.“ (S. 233)

Bei einem kurzen Heimataufenthalt stellt Bäumer fest, wie sehr ihn die Erlebnisse an der Front verändert haben. Es ist ihm unmöglich, mit seiner Familie die grausamen Erfahrungen aus den Schützengräbern mitzuteilen. Entmutigt kehrt er zurück zu den Menschen, die ihm nun am nächsten sind, d.h. seinen Kameraden an der Front. Bei einem Angriff wird er durch Splitter verwundet und verbringt ein paar Wochen im Lazarett. In den nächsten Monaten verfälltBäumers Gruppe an der Front. Einer nach dem anderen stirbt durch die Gas – und Granatenangriffe, im Trommelfeuer oder im Kampf Mann gegen Mann.5 Der Aufbau des Romans führt episodenhaft typische Kriegssituationen auf, die anhand von Rückblenden, die Hintergrundinformationen liefern. Der Schluss des Romans zeigt einen Wechsel der erzählerischen Perspektive - von der reinen Ich/ Wir- Erzählung hin zur Er- Erzählung, was auch in diesem Zitat klar zu sehen ist: „Er fiel im Oktober 1918 [...] als wäre er beinahe zufrieden damit, dass es so gekommen war“(S.259).

2. Krieg und dessen verschiedenen Aspekte

2.1 Krieg als Tod:

Krieg scheint in diesem Roman als einen anderen Name bzw. Ausdruck für „Tod“. Die Situationen im Krieg ändern sich nie. Die Soldaten, die entweder freiwillig oder zwinglich da sind, haben keine Idee, wie lange sie noch überleben werden und zwar überleben können. Jeder wollte weiter Leben aber es gibt keinen anderen Weg zum Entflüchten.

Kemmerich ist tot, Haie Westhus stirbt, mit dem Körper Hans Kramers werden sie am Jüngsten Tage Last haben, ihn aus einem Volltreffer zusammenzuklauben, Martens hat keine Beine mehr, Meyer ist tot, Beyer ist tot, Hämmerling ist tot, hundertzwanzig Mann liegen irgendwo mit schüssen, es ist eine verdammte Sache, aber was geht es uns noch an, wir leben. [...] Aber unsere Kameraden sind tot, wir können ihnen nicht helfen, sie haben Ruhe – wer weiss, was uns noch bevorsteht. [...] Das Leben ist kurz. (S. 126)

Die Soldaten sind im Trommelfeuer und fühlen sich zum Tode verurteilt, auf dem Schlachfeld „stohnt das zerrissene Leben sich mühsam dem Schweigen zu“(S. 252) , oder es heiβt einfach: „das Leben ist zu Ende“. An fast unzähligen Situationen wird der Krieg direkt oder metaphorisch mit dem Tod in Verbindung gebracht, ohne die vernünftigen Interpretationen von dem Tod „erklären“. Die Gleichsetzung von Krieg und Tod häuft sich gerade am Schluss des Romans, in jenem Kapitel, das die Trennung von Front und Etappe aufhebt und damit die Allgegenwärtigkeit des Todes auch in zuvor noch relativ gesicherten Bereichen aufzeigt: „der Feldzug geht weiter – das Sterben geht weiter“ (S. 250). Den Gedanken des alles beherrschenden Todes unterstützt schlieβlich auch die Handlungsführung, indem die gesamte Gruppe nach und nach ausgelöscht wird – an der Front, im Lazarett, in der Etappe, vor dem Kriegsgericht; in allen Lebensbereichen lauert der Tod 6.

Er war vorübergesunken und lag wie schlafend an der Erde. Als man ihn umdrehte, sah man, dass er sich nicht lange gequält haben könnte; – sein Gesicht hatte einen so gefassten Ausdruck, als wäre er beinahe zufrieden damit, dass es so gekommen war. (S. 259)

Am Ende deutet Remarques mit diesem Zitat darauf hin, dass die Soldaten endlich in dem Tod die Ruhigkeit gefunden haben. Im Krieg gibt es keinen anderen Ausweg, sich zu frieden und zu befreien. Sie sind damit zufrieden geworden und am Ende die reine Einsamkeit gefunden.

[...]


1 http://zitate.net/krieg-zitate(am 16/09/2018)

2 Erich Maria Remarque: Im Westen nichts Neues.,Erstausgabe:Ullstein Verlag, Berlin 1929.

3 Vgl. Heinz Ludwig Arnold (Hg.): Erich Maria Remarque. München 2001 (Edition Text+Kritik, Nr. 149). S.9.

4 Erich Maria Remarque: Im Westen nichts Neues. Köln: Kiepenheuer & Witsch 292009. S. 37.

5 Vgl. Hubert Rüter: Erich Maria Remarque, Im Westen nichts Neues. Paderborn, München, Wien, Zürich: Schöning, 1980. S.112.

6 Vgl. ebd., S. 96.

Details

Seiten
13
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783668937420
ISBN (Buch)
9783668937437
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v465597
Institution / Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Note
3,0
Schlagworte
leben krieg perspektivwechsel erich maria remarques roman westen neues soldat literatur moderne westfront Generation

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Titel: Leben und Tod im Krieg. Perspektivwechsel in Erich Maria Remarques Roman "Im Westen nichts Neues"