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Möglichkeiten der Gesprächsbeendigung nach der methodischen Anleitung für Kurzgespräche von Timm H. Lohse

Referat (Ausarbeitung) 2005 14 Seiten

Sozialpädagogik / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Gedicht von Hugo von Ball
1.2. Persönliche Erfahrungen beim Ferienjob

2. Der Anfang vom Ende in der Makrostruktur der Beratung

3. Vier Beendigungsszenarien in der Mikrostruktur
3.1. Das Gespräch ergebnisorientiert beschließen
3.2. Einen Entschluss fassen zum Gesprächsende
3.3. Sich verbinden
3.4. Sich bescheiden

4. Ein Fallbeispiel zum Schluss

1. Einleitung

1.1. Gedicht von Hugo von Ball

„Seepferdchen und Flugfische

tressli bessli nebogen leila

flusch kata

ballubasch

zack hiti zopp

zack hitti zopp

hitti betzli betzli

pusch kata

ballubasch

fasch kitti bimm

zitti kitillabi billabi billabi

zikko di zakkobam

fisch kitti bisch

violabimini bimini bimini

fusch kata

ballubasch

zick hiti zopp“ (Kiepenheuer 1991, S. 125)

Dies als Beispiel, wie eine Gesprächsbeendigung nicht aussehen sollte und schon gar kein Gesprächsanfang, aber dazu später.

1.2. Persönliche Erfahrungen beim Ferienjob

Als Beispiel aus einem anderen Bereich der Kommunikation, als der Beratung, möchte ich kurz von meinen Erfahrungen durch einen Ferienjob berichten.

Bis dahin dachte ich über den Schluss von Gesprächen, dass sie eben der Verabschiedung und der Höflichkeit dienen.

Bei meinem Ferienjob geht es darum, umweltbewusste Bürger zu einer tatkräftigen Unterstützung des Umweltschutzes in ihrer Region in Form einer Fördermitgliedschaft beim BUND (Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland) zu bewegen.

Nach einer gelungenen Gesprächseröffnung muss nach eigener Erfahrung, neben der Überzeugungs- und Abschlussphase v. a. der Schluss gelingen. Hier werden die Weichen für eine dauerhafte Mitgliedschaft, oder baldige Stornierung, gelegt.

Nachdem alle Fragen zu der abgeschlossenen Sache geklärt sind und ich mich darüber vergewissert habe, dass die Klarheit auch auf Seiten des Unterstützers herrscht, liegt es in den Schlussformulierungen das weitere Verhältnis des Bürgers zu einer Mitgliedschaft beim größten deutschen Umweltschutzverband positiv zu beeinflussen.

Aufgrund der Rückmeldung über die Kündigung der Mitgliedschaften, ergibt sich aus meiner Beobachtung ein Zusammenhang von fokussierten Bemerkungen am Ende des Gespräches zur Dauer der Mitgliedschaft und dem tatsächlichen „Dabeibleiben“ der Bürger.

Als Begründungen habe ich keine wissenschaftlichen Quellen. Mir fällt nur die Alltagsweisheit ein: „Dein Gegenüber behält von einer Unterhaltung am längsten den ersten und den letzten Satz!“

Angenommen diese Aussage stimmt, dann fallen Sätze wie „Umweltschutz hört nächstes Jahr nicht auf.“ ins Gewicht, wenn das Mitglied ihr Formular mit „Stornierungsgedanken“ in die Hand nimmt, von Umweltproblemen in den Nachrichten liest oder hört, die Abbuchung des Mitgliedsbeitrages auf dem Kontoauszug sieht oder den Beitrag gegenüber dem Partner verteidigen möchte.

Insofern, habe ich die Bedeutung von Gesprächsbeendigungen früher gnadenlos unterschätzt.

2. Der Anfang vom Ende in der Makrostruktur der Beratung

Erkenntnis leitend war für mich die Frage: Wie ist in sozialpädagogischem Sinne ein Gespräch gut beendet?“

In der Fachliteratur bin ich vor allem auf die Aussage gestoßen, dass am Anfang die Bedingungen für ein gutes Ende geschaffen werden müssen. Diese Aufgabe ist sehr vom Beratenden zu leisten, da der Ratsuchende zu Beginn einer Beratung noch nicht viel ans Ende denkt. Auch die Notwendigkeit eines Endes hat dieser meist nicht im Sinn, sondern er ist voll von seinem Problem oder einer Vielzahl von Problemen, und gerade wenn er die Möglichkeit des Ausdruckes gegenüber eines „Ratgebers“ sieht, sprudeln sie aus ihm heraus.

Vorweg meine eigene Überlegung was die zwei Hauptgründe für die Notwendigkeit eines Beratungsendes sind.

Zum einen die begrenzten Geldmittel, des Ratsuchenden, der Institution, der Krankenkasse.

Zum anderen die Zielvorstellung schlechthin jeder professionellen Hilfe, dass der Hilfesuchende kurz- und längerfristig lernt sich selbst und ohne professionelle Hilfe zu helfen.

Im Grunde geht es darum mustergültig einen Lösungsweg damit zu beginnen, ein gewünschtes und erreichbares Ziel ins Auge zu fassen. Dabei kann eine Formulierung im Präsenz – wie in vielen Projektmanagementtheorien -, für die Zielformulierung von großem Vorteil sein. Dadurch entsteht eine gewisse Verbindlichkeit und ein ernsthaftes Überprüfen, ob es wirklich das ist, was man will und ob man es sich zutraut. Wie z. B.: „Ich habe einen besser bezahlten und meiner Qualifikation angemessenen Arbeitsplatz eingenommen.“ Sobald dieser Zustand Wirklichkeit geworden ist, ist der Unterstützungsprozess erfolgreich abgeschlossen und kann - auch vorzeitig - beendet werden.

Dazu schreibt Magaret Schubert: „Das Ende hat seine Wurzeln im Anfang“. (Schubert 1982, S. 118)

Weiter liegt für sie, dass Geheimnis eines guten Abschlusses im „Einverständnis, das zwischen Sozialarbeiter und Klient über die Aufgabe erzielt wird, die sie zu lösen hoffen, und über die Umstände, unter denen der Kontakt beendet werden soll.“ (ebd.)

Hier sind auch unter dem Begriff „Umstände“ all die Faktoren mit rein genommen, die auch eine Rolle spielen, wie z. B.: der wichtige Faktor der zur Verfügung stehenden Zeit.

Frau Schubert warnt davor sich zuviel vorzunehmen, wenn sie schreibt: „Versucht der Sozialarbeiter, bewusst oder unbewusst, aus dem Klienten eine völlig neue Persönlichkeit zu machen, ]…[ oder hat er den Wunsch, seinen Klienten in allen Schwierigkeiten zu stützen, denen dieser ausgesetzt ist, dann ist überhaupt kein Ende abzusehen.“ (Schubert 1982, S. 118)

Auch für Nando Berladi gehört zu einer wirkungsvollen Hilfe durch Beratung, dass „…ein Einverständnis über gemeinsam realisierbare Ziele im Rahmen der vorgegebenen Arbeitsmöglichkeiten hergestellt wird.“ (Berladi u. a. 1996, S. 55)

Später erhebt er diesen Anspruch noch mal unter den zu treffenden Arbeitsabsprachen. „Realistische Zielformulierungung: Was soll erreicht werden? Welche Teilziele und kleinen Schritte sind möglich?“(ebd. S. 57)

Speziell für das Erstgespräch stellt er klar, dass noch nicht an die genannten oder versteckten Probleme gegangen werden soll. Vielmehr müssen strukturelle Fragen geklärt werden. Dazu zählen, wenn ich den Autor richtig verstanden habe die drei Fragen: Ist eine gute Zusammenarbeit möglich aufgrund von spontaner Sympathie? Wenn ja, wie soll diese Hilfebeziehung aussehen? Und schließlich, welche Ziele sollen erreicht werden? (ebd. S. 70)

[...]

Details

Seiten
14
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638437387
Dateigröße
448 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v46581
Institution / Hochschule
Evangelische Fachhochschule Freiburg
Note
1,3
Schlagworte
Möglichkeiten Gesprächsbeendigung Anleitung Kurzgespräche Timm Lohse Seminar

Autor

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