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Bewertung des Sachanlagevermögens nach HGB und IFRS

Hausarbeit 2018 13 Seiten

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Gang der Untersuchung

2 Definition von Sachanlagevermögen

3 Vergleich von HGB und IFRS
3.1 Erstbewertung
3.1.1 Herstellungskosten
3.1.1.1 Komponentenansatz
3.1.1.2 Fremdkapitalkosten
3.1.1.3 Rückbauverpflichtungen
3.1.2 Anschaffungskosten
3.2 Folgebewertung

4 Kritischer Vergleich

5 Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Vorteil der Neubewertungsmethode 6

1 Einleitung

Die Globalisierung hat zur Folge, dass die Vernetzung der weltweit tätigen Unternehmen weiter zunimmt. Eine einheitliche Erstellung der Jahresabschlüsse ist für die Vergleichbarkeit der Unternehmen deshalb von hoher Bedeutung. Die nationalen Abschlüsse haben zwar viele Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede, die auf nationale und wirtschaftliche Umstände zurückzuführen sind.[1]

Der International Accounting Standards Board (IASB) hat hierfür internationale Rechnungslegungsvorschriften herausgegeben um vergleichbare Jahresabschlüsse zu ermöglichen. Die International Financial Reporting Standards (IFRS) werden von vielen Ländern zumindest für kapitalmarktorientierte Unternehmen vorgeschrieben.[2]

In Deutschland muss der Jahresabschluss von Unternehmen nach den Regeln des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) aufgestellt werden. Beim Konzernabschluss für kapitalmarktorientierte Mutterunternehmen sind jedoch die IFRS maßgeblich.[3]

1.1 Problemstellung und Zielsetzung

Zwischen dem HGB und den IFRS gibt es einige Unterschiede bei den Bilanzierungs- und den Bewertungsgrundsätzen. Insbesondere beim Sachanlagevermögen können diese Unterschiede zu großen Abweichungen führen. Diese Bilanzposition ist daher ideal für eine nähere Betrachtung in dieser Seminararbeit.

1.2 Gang der Untersuchung

In den folgenden Punkten werden die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden des Sachanlagevermögens nach dem HGB und den IFRS beschrieben und anschließend werden diese einem kritischen Vergleich unterzogen.

2 Definition von Sachanlagevermögen

Das Sachanlagevermögen ist ein Teil des Anlagevermögens und beinhaltet körperlich greifbare Güter. Sachanlagen können sowohl abnutzbar sein, als auch keiner planmäßigen Abnutzung unterliegen.[4] Nach dem HGB beinhaltet das Sachanlagevermögen folgende Güter:

1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken;
2. technische Anlagen und Maschinen;
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung;
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau.[5]

Nach der internationalen Rechnungslegung wird das Sachanlagevermögen folgendermaßen definiert: Sachanlagen umfassen materielle Vermögenswerte, die für Zwecke der Herstellung oder der Lieferung von Gütern und Dienstleistungen, zur Vermietung an Dritte oder für Verwaltungszwecke gehalten werden und die erwartungsgemäß länger als eine Periode genutzt werden.[6]

3 Vergleich von HGB und IFRS

3.1 Erstbewertung

Die Erstbewertung wird nach dem HGB und nach den IFRS zu den Anschaffungs- oder Herstellungskosten durchgeführt.[7]

3.1.1 Herstellungskosten

Die Herstellungskosten beinhalten nach dem HGB die Materialkosten, die Fertigungskosten, die Sonderkosten der Fertigung und die anteiligen Material- und Fertigungsgemeinkosten. Zudem dürfen angemessen Aufwendungen, im Zeitraum der Herstellung, für die allgemeine Verwaltung, für soziale Einrichtungen des Betriebs, für freiwillige soziale Leistungen und für die betriebliche Altersvorsorge bei der Ermittlung der Herstellkosten berücksichtigt werden. Forschungs- und Vertriebskosten finden keinen Ansatz nach dem HGB. Zinsen für das Fremdkapital dürfen nicht hinzugerechnet werden, außer sie dienen zur Finanzierung der Herstellung des Vermögensgegenstandes.[8]

Nach den IFRS beinhalten die Herstellungskosten im Wesentlichen die selben Bestandteile. Die Verwaltungs- und andere allgemeine Gemeinkosten finden keinen Ansatz.[9] Fremdkapitalkosten, die dem Vermögenswert zugeordnet werden können, werden vollumfänglich bei den Herstellungskosten hinzugerechnet.[10]

3.1.1.1 Komponentenansatz

Die IFRS geben vor, dass die Herstellungs- und die Anschaffungskosten in mehrere Komponenten aufgeteilt werden müssen, wenn deren Wert 5% der gesamten Kosten übersteigen und unterschiedliche Nutzungsdauern oder Abschreibungsmethoden haben. Beispiele für Komponenten bei Flugzeugen sind: Triebwerke, Fahrwerk und Cockpit.

Regelmäßige Großreparaturen und Wartungen die für die Fortführung der Nutzung unausweichlich sind, werden nach den IFRS ebenfalls bei den Herstellungs- und Anschaffungskosten separat aktiviert und abgeschrieben.

Im HGB ist ein Komponentenansatz nicht geregelt und in der Literatur umstritten. Das Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) erkennt ihn aber als alternative Methode für die planmäßigen Abschreibungen an. Großreparaturen und Wartungen sind nach dem IDW aber hiervon ausgeschlossen.[11]

3.1.1.2 Fremdkapitalkosten

Im HGB besteht eine Aktivierungswahlrecht für die Fremdkapitalkosten im Zeitraum der Herstellung eines Vermögensgegenstandes. Bei der Anschaffung dürfen hingegen keine Fremdkapitalkosten aktiviert werden.[12]

Nach den IFRS müssen die Fremdkapitalkosten bei der Anschaffung und bei der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswertes aktiviert werden. Ein qualifizierter Vermögenswert zeichnet sich dadurch aus, dass ein beträchtlicher Zeitraum notwendig ist, um ihn in einen gebrauchs- oder verkaufsfähigen Zustand zu versetzen.[13] In der Literatur ist die Definition für einen beträchtlichen Zeitraum unterschiedlich. Ein Zeitraum über zwölf Monate wird i.d.R. akzeptiert. Zeiträume über sechs Monate werden häufig auch noch anerkannt. Betriebsgebäude oder Fertigungsanlagen benötigen einen längeren Zeitraum um in einen gebrauchs- oder verkaufsfähigen Zustand versetzt zu werden und gelten deshalb als typische Beispiele für qualifizierte Vermögenswerte.[14]

Bei einer Mittelaufnahme eigens für das Projekt werden die Fremdkapitalkosten als unmittelbar zuzurechnende Fremdkapitalkosten aktiviert. Bei einer nicht gezielten Mittelaufnahme werden die Fremdkapitalkosten mit Hilfe eines Finanzierungskostensatzes (gewogener Durchschnittssatz aller Fremdkapitalkosten) ermittelt.[15]

3.1.1.3 Rückbauverpflichtungen

Im HGB wird der Ansatz von Rückbauverpflichtungen (u.a. Abbruch-, Abräum- und Wiederherstellungskosten) ausgeschlossen. Zukünftige Kosten für den Rückbau sollen den Wert einer Sachanlage nicht erhöhen. Um die Kosten trotzdem zu berücksichtigen, werden Rückstellungen gebildet.

Die IFRS gehen anders mit den Rückbauverpflichtungen um. Hier wird eine Aktivierung der Kosten verlangt. Mit der Folge, dass die Anschaffungs- und Herstellungskosten erhöht werden. Der IAS 37 gibt an, welche künftigen Verpflichtungen rückstellungspflichtig sind. Ein Beispiel hierfür sind Mietereinbauten, welche nach dem Ende der Mietzeit entsorgt werden müssen.[16]

[...]


[1] Vgl. Wiley: IFRS, 2017, S.4

[2] Vgl. Wiley: IFRS, 2017, S. XII

[3] Vgl. Kohs, C: Bilanzierungsunterschiede, 2014, S. 1

[4] Vgl. Nickenig, K.: Betriebliches AV, 2017, S. 4

[5] Vgl. Beck, C.H: HGB, 2018, S. 69-70

[6] Vgl. Wiley: IFRS, 2017, S. 188

[7] Vgl. Beck, C.H: HGB, 2018, S. 59 / Vgl. Wiley: IFRS, 2017, S. 188

[8] Vgl. Beck, C.H: HGB, 2018, S. 61

[9] Vgl. Wiley: IFRS, 2017, S. 192

[10] Vgl. Wiley: IFRS, 2017, S.336

[11] Vgl. Kohs, C: Bilanzierungsunterschiede, 2014, S. 23-24

[12] Vgl. Beck, C.H: HGB, 2018, S. 61

[13] Vgl. Wiley: IFRS, 2017, S.334-336

[14] Vgl. Kohs, C: Bilanzierungsunterschiede, 2014, S. 24-25

[15] Vgl. Kohs, C: Bilanzierungsunterschiede, 2014, S. 25

[16] Vgl. Kohs, C: Bilanzierungsunterschiede, 2014, S. 25

Details

Seiten
13
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783668940970
ISBN (Buch)
9783668940987
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v468070
Institution / Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, München früher Fachhochschule
Note
2,00
Schlagworte
Bewertung Sachanlagevermögen

Autor

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