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Rosa Parks. Die Mutter der afroamerikanischen Bürgerrechtsbewegung

Seminararbeit 2018 17 Seiten

Geschichte - Amerika

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2.Die geschichtliche Entwicklung der afroamerikanischen Bevölkerung in den USA
2.1.Die Sklaverei
2.2.Segregation – Rassentrennung

3.Rassismus zur Glanzzeit des Ku-Klux-Klans in den USA
3.1.Der Ku-Klux-Klan
3.2.Die bekanntesten Fälle von Gewalt und Terror an Afroamerikanern
3.2.1. Emmett Till
3.2.2. Jeremiah Reeves

4. Civil Rights/Black Rights Bewegungen
4.1. NAACP
4.2. MIA

5. Rosa Parks Werdegang
5.1 Rosas Weg zur Mutter der Bürgerrechtsbewegung
5.2 Rosa Parks Weigerung

6. Rosa Parks Verhaftung und der Prozess
6.1.Die Verhaftung
6.2. Der Prozess

7. Der Montgomery Bus Boykott

8.Fazit

9. Bibliographie
9.1 Bücher
9.2 Internet – Quellen
9.2.1 Internetseiten
9.2.2.Internet – Artikel

1.Einleitung

„The only tired I was, was tired of giving in”1 Das bekannte Zitat von Rosa Parks ging um die ganze Welt. Es zeigte, wie entschlossen die afroamerikanische Bevölkerung war, sich gegen die Diskriminierungen und Rassentrennungsgesetze aufzulehnen. Seit der Antike wurden Sklaven gekauft und verkauft, unter unmenschlichen Bedingungen wie Tiere gehalten und zur Arbeit gezwungen. Den Höhepunkt erreichte der Sklavenhandel zur Kolonialzeit, als Sklavenhändler Schwarze von Afrika nach Amerika verschleppten und sie zwangen, auf Baumwollplantagen zu arbeiten. Gebrandmarkt als minderwertig und als Heiden, bleibt bis heute noch das Bild des faulen, dummen und tanzenden Schwarzen in den Köpfen der Menschen. Aufgrund der Diskriminierungen und des immer größer werdenden Unmutes bei den Afroamerikanern begann 1955 die Zeit des Widerstandes und Kampfes gegen Segregation und Rassentrennung. Zu verdanken ist das dem Handeln von Rosa Parks, die sich weigerte, den Aufforderungen der Weißen Bevölkerung nachzugeben und ihr Menschenrecht einforderte. Die folgende Proseminararbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie aus einer unscheinbaren Persönlichkeit die Mutter der Bürgerrechtsbewegung NAACP werden konnte und welche persönliche Entwicklung die afroamerikanische Bürgerrechtskämpferin durchlebte. So war es notwendig, sich mit ihrer Biographie, sowie mit Zeitungsartikeln und Internetrecherchen zu beschäftigen. In der vorliegende Proseminararbeit werden zunächst Sklaverei und Segregation definiert, sowie über die Terrorgruppe „Ku-Klux-Klan“ berichtet. Anschließend werden die Bürgerrechtsorganisationen NAACP und MIA erklärt. Rosa Parks Werdegang zur Mutter der Bürgerrechtsbewegung NAACP, der Verlauf des Prozesses und der Montgomerie Bus Boykott werden in dieser Proseminararbeit ausführlich beschrieben. Abschließend folgt eine Zusammenfassung der Proseminararbeit in Form eines Fazits.

2. Die geschichtliche Entwicklung der afroamerikanischen Bevölkerung in den USA

2.1. Die Sklaverei

Sklaven sind Menschen, die wie Eigentum gekauft und verkauft werden und gezwungen werden, ohne Lohn zu arbeiten2. Zu Beginn der Kolonialisierung in Amerika wurden zunächst Leibknechte, sogenannte minderbemittelte Europäer, aber auch europäische Strafgefangene zum Aufbau des Landes eingesetzt. Aufgrund der Tatsache, dass Afrikaner wegen ihres kräftigeren Körperbaus imstande waren, deutlich mehr schwere Arbeiten zu leisten als Europäer, begann der afrikanische Sklavenhandel. Schwarze Afrikaner wurden als minderwertige Menschen angesehen, zudem galten sie als unchristlich, dämonisch und als Heiden.3

Die Sklaven wurden aus ganz Afrika in die nordamerikanischen Kolonien gebracht.4 Sie wurden in Ketten gehalten und über Bord geworfen, wenn sie krank wurden. Auf dem Festland wurden sie verkauft und gebrandmarkt wie Tiere. Außerdem mussten sie unter unmenschlichen Bedingungen in der heißen Sonne auf Baumwollplantagen arbeiten. Bei Arbeitsverweigerung wurden sie ausgepeitscht, gehängt und lebendig verbrannt, da die Weißen zu dieser Zeit glaubten, über die Schwarzen verfügen zu können.5

Nach der Unabhängigkeit der USA von Großbritannien gaben die nördlichen Staaten den Einsatz von Sklavenarbeit auf, der Süden jedoch nicht, da die Sklaven aufgrund der Arbeit auf den Baumwollplantagen zum Wirtschaftswachstum beitrugen.6

1861 begann der Bürgerkrieg zwischen dem Norden und dem Süden. Rund 179.000 afroamerikanische Truppen kämpften für den Norden, der 1865 gewann und infolgedessen die Sklaverei abschaffte. Mit dem 13. Zusatz zur Verfassung wurde die Sklaverei in den USA offiziell verboten.7

2.2. Segregation – Rassentrennung

Nachdem sich die Truppen des Nordens aus dem Süden zurückgezogen hatten, wurden die Diskriminierungen gegenüber den Schwarzen wieder hergestellt.8 Die Rassentrennung, die Segregation von Schwarzen und Weißen, die von 1896 bis 1964 dauerte, begann.9 Der Grundsatz besagte zwar seperated but equal, jedoch mussten sich die schwarzen Bürger von nun an von öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Krankenhäusern oder öffentlichen Verkehrsmitteln fernhalten. Es wurden in öffentlichen Gebäuden getrennte Toiletten, getrennte Wasserspender und getrennte Aufzüge errichtet. Auch separate Kinos und Universitäten wurden geschaffen. In Bussen und Zugabteilungen wurden Bereiche mit Schildern „Nur für Weiße“ und „Nur für Schwarze“ gekennzeichnet.10

Die Einrichtungen der schwarzen Bürger hatten eine schlechtere Qualität als die Einrichtungen der Weißen. Schwarze Schulen bekamen weniger Subventionen vom Staat. Dies führte dazu, dass sie schlechter ausgestattet waren und oft weniger qualifiziertes Lehrpersonal hatten. Das Gleiche geschah bei Universitäten und Krankenhäusern. Durch die sogenannten Jim Crow Gesetze war es Schwarzen fast unmöglich, wählen zu gehen oder sich für Wahlen zu qualifizieren.11 Erst durch den Civil Rights Act von 1964 wurde die Rassentrennung gesetzlich verboten.12

3. Rassismus zur Glanzzeit des Ku-Klux-Klans in den USA

3.1. Der Ku-Klux-Klan

Im Jahr 1866 wurde eine weiße rassistische Terrorgruppe gegründet, die als Ku-Klux-Klan bekannt wurde. Ihre Mitglieder ermordeten und folterten Tausende von schwarzen Bürgern. Der Klan kämpfte um das Überleben der weißen Rasse und um ein starkes, gottesfürchtiges Amerika. Die bekanntesten Symbole des Ku-Klux-Klans waren die weiße Kutte und das brennende Kreuz, welches das Licht Jesu Christi symbolisierte.13

Der Klan versuchte, seine politischen Ziele mit Terror und Gewalt zu erreichen. Die Mitglieder hinderten die Schwarzen an der Wahrnehmung und Ausübung ihrer damals neu erworbenen Bürgerrechte durch Einschüchterung, Brandstiftung, körperlicher Gewalt und Mord. Der Ku-Klux-Klan wurde 1870 aufgelöst, jedoch 1915 als nativistische Massenorganisation neu gegründet und verbreitete bis 1944 als einheitliche Organisation, Furcht und Angst im Süden Amerikas.14 Seit 1950 besteht der Klan aus mehreren voneinander unabhängigen Gruppen. Die bedeutendste Gruppe unter ihnen war der White Night of the Ku-Klux-Klan im Bundesstaat Mississippi.15

3.2. Die bekanntesten Fälle von Gewalt und Terror an Afroamerikanern

3.2.1. Emmett Till

Emmett war ein afroamerikanischer Jugendlicher, der im Alter von 14 Jahren in der Zeit der Rassentrennung von Anhängern des Ku-Klux-Klans aus rassistischen Motiven ermordet wurde.16

Als er nämlich im Sommer 1955 seinen Onkel und dessen Familie in Money, Mississippi besuchte, wurde er beschuldigt, sich von einer weißen attraktiven Ladeninhaberin mit bye Baby verabschiedetet zu haben. Daraufhin verschleppten der Ehemann der Frau und Anhänger des Ku-Klux-Klans den Jungen, schlugen ihn und warfen Emmet, dessen Hals mit Stacheldraht umwickelt war, in den Tallahatchie River.17

Die Täter wurden von der Polizei verhaftet, ein Prozess folgte. Doch bereits während der Verhandlung wurde deutlich, dass der Fall die weißen Zuschauer und den weißen Richter eher amüsierte, da während des kompletten Prozesses im Zuschauerraum geplaudert und gelacht wurde.18

Nach fünf Verhandlungstagen kam die rein weiße, männliche Jury zum Urteil: Nicht schuldig. Dabei wurde die Tat der Mörder von deren Verteidigern keinesfalls geleugnet.19

3.2.2. Jeremiah Reeves

Jeremiah Reeves war ein achtzehnjähriger Lebensmittellieferant, der eines Nachmittags zu einer seiner Kundinnen, einer weißen Frau, eingeladen wurde. Ein neugieriger Nachbar erblickte das nackte Paar durch das Schlafzimmerfenster. Als die weiße Frau dies bemerkte, schrie sie lauthals: „Vergewaltigung!“. Die NAACP-Niederlassung von Montgomery und Martin Luther King Jr. arbeiteten daran, Reeves zu befreien, doch die Bemühungen waren erfolglos. Nachdem er mehrere Jahre im Todestrakt verbracht hatte, wurde Reeves am 28. März 1958 auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet.20

4. Civil Rights/Black Rights Bewegungen

4.1. NAACP

Die Nationale Organisation für die Förderung farbiger Menschen, kurz NAACP genannt , wurde am 12. Februar 1909 gegründet und ist bis heute die führende, größte und am meisten anerkannte Bürgerrechtsorganisation der Vereinigten Staaten. Sie hat mehr als eine halbe Million Mitglieder und Unterstützer in der ganzen Welt. Die Organisation führt Kampagnen zur Erreichung der Chancengleichheit zwischen Schwarzen und Weißen durch. Zusätzlich setzt sie sich für die Förderung farbiger Menschen ein und stellt die politische, erzieherische, soziale und wirtschaftliche Gleichheit der Rechte aller Menschen sicher und beseitigt die Diskriminierung aufgrund der Rasse.21

4.2. MIA

Die Montgomery Improvement Association, kurz MIA genannt , wurde am 5. Dezember 1955 nach der Verhaftung und Verurteilung von Rosa Parks von schwarzen Ministern und Gemeindeleitern in Montgomery, Alabama, gegründet. Unter der Leitung von Ralph Abernathy, Martin Luther King Jr. und Edgar Nixon, war die MIA maßgeblich an der Führung des Montgomery-Bus-Boykotts beteiligt, einer erfolgreichen Kampagne, die die nationale Aufmerksamkeit auf die Rassentrennung im Süden richtete und King ins nationale Rampenlicht brachte.22

5. Rosa Parks Werdegang

5.1 Rosas Weg zur Mutter der Bürgerrechtsbewegung

Rosa Louise McCauley wurde am 4. Februar 1913 in Tuskegee, Alabama, geboren. Anfangs übernahm Ihre Mutter Leona McCauley Rosas Bildung, jedoch den Großteil der Erziehung verdankt Rosa ihren Großeltern, bei denen sie in Pine Level aufwuchs. Ihr Großvater war für sie ein großes Vorbild, auch in Bezug auf Widerstand und Kampf gegen die Jim Crow Gesetze. Ihm zuzusehen, wie er sich tagtäglich bei den Weißen als „Mr. Edward“ vorstellte anstatt seinen Vornamen zu nennen und die Hände der Weißen schüttelte, zu dieser Zeit strengstens verbotene Handlungen, waren die ersten nachhaltigen Eindrücke für Rosa, sich gegen Rassismus aufzulehnen.23 Ihre Kindheit war geprägt durch Terror und Gewalttaten des Ku-Klux-Klans. Schon früh sah sie die brennenden Kreuze und Fackelzüge des KKK durch die Straßen der schwarzen Gemeinden.24

[...]


1 Parks Rosa, My Story. New York 1992 S.116.

2 Vgl. Steele Philip, Rosa Parks and her Protest for Civil Rights. 1 December 1955. London 2007. S. 12

3 Vgl. Morgan, Kenneth, Slavery in America. A Reader and Guide. Georgia 2002. S.52.

4 Vgl. Morgan 2002, S. 51

5 Vgl. Steele 2007, S.13

6 Vgl. ebda, S.13

7 Vgl. Steele 2007, S.13

8 Vgl. ebda, S.14.

9 Vgl. Dippel Horst, Geschichte der USA. München 2010. S. 42.

10 Vgl. Steele 2007, S.14.

11 Vgl. ebda, S.15.

12 Vgl. Dippel 2010, S. 42.

13 Vgl. Steele 2007, S 16.

14 Vgl. David Mark Chalmers, Hooded Americanism. The History of the Ku Klux Klan. New York 1987. S 28.

15 Vgl. Vander Zanden, James W.,The Klan Revival, in: American Journal of Sociology 65, 1960, 456

16 Vgl. Steele 2007, S 16.

17 Vgl. Steele 2007, S 17.

18 Vgl. Brinkley Douglas, Rosa Parks. New York 2000. S.101.

19 Vgl. Steele 2007, S 17.

20 Vgl. Brinkley 2000, S.70-71.

21 Vgl. https://www.naacp.org/nations-premier-civil-rights-organization/ (15.01.2019)

22 Vgl. Flechter Michael, Ralph Abernathy’s widow says march anniversary overlooks her husband’s role, in: The Washington Post, in: https://wapo.st/2RsevjE 2013 (16.01.2019)

23 Vgl. Brinkley 2000, S. 22.

24 Vgl. Brinkley 2000, S. 24.

Details

Seiten
17
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783668935389
ISBN (Buch)
9783668935396
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v468166
Institution / Hochschule
Fachhochschule Burgenland
Note
2
Schlagworte
rosa parks mutter bürgerrechtsbewegung

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Titel: Rosa Parks. Die Mutter der afroamerikanischen Bürgerrechtsbewegung