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Cyberphysische Systeme.Von der analogen zur digitalen Bildung

Studienarbeit 2018 33 Seiten

Medien / Kommunikation - Mediengeschichte

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Fragestellung und Zielsetzung
1.2 Aufbau des Assignments

2 Bildungsentwicklung der letzten 100 Jahre
2.1 Bildung
2.2 Lehr- und Lernmittel
2.3 Entwicklung der Bildung ausgehend von 1920

3 Bildungsstufen in verschiedenen Zeitfenstern
3.1 Elterliche Bildung
3.2 Vorschulbildung
3.3 Schulbildung
3.4 Berufsausbildung
3.5 Studium

4 Analoge und digitale Bildung
4.1 Entwicklung elterlicher, schulischer und beruflicher Bildung
4.2 Anforderungen der digitalen Bildung an den Menschen
4.3 Entwicklung der digitalen Lehr- und Lernmittel
4.4 Nutzung digitaler und analoger Lehr- und Lernmittel

5 Zusammenfassung und Ausblick

Literaturverzeichnis

Anhangsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Diese digitalen Medien werden in der Schule genutzt

Abbildung 2: Digitales Kinderzimmer

Abbildung 3: Analoge und digitale Bildung

Abbildungen, die nicht mit Quellenangabe versehen sind, sind vom Verfasser selbst erstellt

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Digitale Medien sind heutzutage aus dem Alltag der Menschen nicht mehr wegzudenken. Social Media, digital-vernetzte Maschinen in der Industrie, die im Haushalt Einzug erhalten haben, sind nur oberflächliche Beispiele für den digitalen Wandel und den damit verbundenen Änderungen im Leben der Menschen des 21. Jahrhunderts. Wie ist aber diese zukünftige Entwicklung weiter voranzutreiben und zu bewerkstelligen obliegt den zukünftigen Generationen, die durch ihre Bildung einen erheblichen Einfluss auf die Sicherung des Standorts Deutschland haben und haben werden. Um dieser immer mehr digitalen Bildung Rechnung zu tragen, benötigt das Bildungssystem auf allen Ebenen einen geregelten und fördernden Charakter. Deshalb befasst sich diese Arbeit mit dem Thema des aktuellen Standes von digitaler Bildung. Um dieses Thema bearbeiten zu können, bedarf es einer Grundlage, die aus der Entwicklung der Bildung der vergangenen 100 Jahre ausgearbeitet wird. Diese Grundlage dient im Folgenden für weitere Ausführungen. Die Bildung in verschiedenen Bildungsstufen, angefangen bei der elterlichen Bildung bis hin zur Vorschul- und Schulbildung wird diesbezüglich untersucht. Die Bildung im Bereich der Berufsausbildungen und des Studiums, die für das weitere Arbeitsleben von prägender Bedeutung sind, schließen das dritte Kapitel ab. Die Untersuchung endet mit dem vierten Kapitel, in dem näher auf die digitale Bildung der heutigen Zeit Bezug genommen wird, woraus sich eine qualitative Grafik ableiten lässt, die einen Überblick über die Anwendung von analoger und digitaler Bildung in den jeweiligen Bildungsstufen erzielt. Ausgehend von diesen Erkenntnissen werden Bedingungen aufgeführt, die benötigt werden, um den digitalen Entwicklungsverlauf nicht zu bremsen, sondern vielmehr zu beschleunigen. Der globale Wettbewerbsdruck ist dafür ein passendes Indiz, da Bildung und Wirtschaft, im Sinne der Anpassung an neue und zunehmend digitale Gegebenheiten korrelieren. Die Ausarbeitung wird durch die Zusammenfassung der Resultate abgerundet und schließt mit einem Ausblick, der auch einen persönlichen Hinweis zur Anwendung digitaler Bildung und digitalen Lehr- und Lernmedien darstellen soll.

1.1 Fragestellung und Zielsetzung

Wie weit ist die digitale Bildung schon vorangeschritten und in welchem Stadium des digitalen Vormarsches befinden wir uns aktuell soll diese Arbeit als Fragestellung bearbeiten. Hierfür werden eine zeitliche Entwicklung der Bildung und der Bildungsmittel aufgezeigt. Der aktuelle Stand der Anwendung von digitaler Bildung und Bildungsmitteln soll erfasst und erarbeitet werden, wie auch eine Ableitung eines zukünftigen Trends. Bedingungen werden aufgeführt, die notwendig sind, um die Entwicklung und Anwendung von digitaler Bildung weiter fort zu führen.

1.2 Aufbau des Assignments

Diese Arbeit beginnt mit der Darstellung der Entwicklung der Bildung und den Bildungsmitteln im Zeitraum der letzten 100 Jahre. Die Grundlage wird in erster Linie erarbeitet und erläutert, um weitere Ausführungen einordnen zu können. Die Darstellung der zeitlichen Entwicklung wird ebenfalls auf der Ebene der jeweiligen Bildungsstufen erarbeitet. Daraus folgt die kritische Auseinandersetzung mit der Entwicklung der Bildung und den Bildungsmittel, die zum heutigen aktuellen Stand von analoger und digitaler Bildung und Bildungsmitteln überleitet. Eine qualitative Grafik stellt den aktuellen Stand aus der Literaturrecherche dar, woraus benötigte Bedingungen abgeleitet werden. Eine Zusammenfassung der Resultate sowie ein Ausblick schließen den Umfang dieser Ausarbeitung ab.

2 Bildungsentwicklung der letzten 100 Jahre

2.1 Bildung

Was Bildung wirklich ist, was Bildung ausmacht und wie Bildung am sinnvollsten erfolgt, ist als Fragestellung nicht einfach zu beantworten. Eine Unterscheidung zwischen Bildung als Zustand und als Prozess ist ebenfalls notwendig, um den Kern der Bildung zu erläutern.1 Bildung soll einerseits die Persönlichkeit jedes einzelnen entwickeln und eine Grundlage für ein erfülltes Leben darstellen. Bildung soll ferner dafür Sorge tragen, dass der heutige Arbeitsmarkt mit gut ausgebildeten Fachkräften versorgt werden kann, damit der globale Wettbewerb erfolgreich bestritten werden kann. Bildung ist als Aufgabe öffentlicher Einrichtungen zu verstehen, da es sich um eine Aufgabe für und durch die gesamte Gesellschaft handelt.2 Wilhelm von Humboldt hat es im 19. Jahrhundert so formuliert, dass Bildung die Formung des Menschen im Hinblick auf sein Menschsein darstellt, dass sich durch geistige, physische, soziale und kulturelle Merkmale ausprägt. Bildung ist als soziale Interaktion zu verstehen und fußt auf freier und individueller Selbstentfaltung.3 Bildung ist seit der 1960 Jahren mehr als die Erlaubnis zur Bildung, sondern soll dem Bürger das Recht auf Bildung progressiv ermöglichen. Das bedeutet, dass der Staat für den Ausbau der Schulen, Hochschulen und der Förderung benachteiligter Gruppen verantwortlich ist.4 Bildung ist aktive Teilnahme an der Gesellschaft, sodass aus Sicht des einzelnen der Bildungsgrad die Möglichkeit der Teilnahme an der Gesellschaft beschreibt und festmacht. Durch Bildung entsteht letztlich die Fähigkeit der Teilnahme an der Gesellschaft.5

2.2 Lehr- und Lernmittel

Lehrmittel stellen ursächlich das Medium dar, mit dem Wissen erarbeitet werden kann. Lehrmittel können somit sowohl in analoger Form beispielsweise Bücher, als auch in digitaler Form beispielsweise als Tablet mit entsprechender Software verfügbar sein. Lernmittel hingegen stellen die Form der Utensilien dar, die zur erfolgreichen Teilnahme beispielsweise am Schulunterricht ermöglichen. Zu den typischen Lernmitteln des Schulunterrichtes gehören Schreibutensilien, Zeichen- und Rechenmaterialien.6 Die Liste der analogen Bildungsmittel kann erweitert werden um Tafel, Papier, Kreide und Stift. Diese analogen Bildungsmittel begründen die sogenannte Buchschule.7 Die digitalen Lernmittel bzw. (beziehungsweise) die digitalen Ressourcen sind definiert als Lehrmaterial, dass für das Verarbeiten am Computer aufbereitet ist. Hierzu zählen sowohl Zubehör wie CDs, DVDs und USB-Sticks, als auch Online Dienste (Webseiten, Dateien auf Servern) und Dateien als Text, bewegtes oder starres Bild.8

2.3 Entwicklung der Bildung ausgehend von 1920

Eine der noch heute bestehenden und wichtigsten Reformen der Bildungspolitik ist im Jahr 1920 umgesetzt worden. Die vorher nicht bestehende Grundschulpflicht aller Kinder innerhalb des damaligen deutschen Reiches ist durch diese Reform aufgehoben worden, sodass seitdem die Eltern der Kinder verpflichtet sind ihre Kinder zur Grundschule zu schicken.9 Die Unterrichtspflicht ist lange Zeit nicht als gleichwertige Ergänzung der Schulpflicht angesehen worden, wodurch sich innerhalb der Geschichte eine seit dem 16 Jahrhundert etablierte Unterrichtspflicht entwickelte. Die Schulpflicht hielt erst 350 Jahre später Einzug im damaligen deutschen Reich.10 Die allgemeine Schulpflicht begründete somit die staatliche Aufgabe der Erziehung seiner Bürger vom Kindesalter an. Die Schule war somit schichtunabhängig und schaffte die Erfüllung der Unterrichtspflicht, die meist im Elternhaus selbst durchgeführt wurde, ab. Kinder ab dem vollendeten 6. Lebensjahr sind seit dieser Reform verpflichtet, die staatlichen Volksschulen zu besuchen.11 Die Schulpflicht beinhaltet neun Volksschuljahre sowie eine dreijährige Berufsschulpflicht, sofern der Weg des Abiturs und Studiums nicht gewählt wird. Die Schulpflicht endet mit der Erreichung des 18. Lebensjahres nach insgesamt zwölf Schuljahren. Diese Rahmenbedingungen haben als Ergebnis der Anstrengungen der Weimarer Verfassung bis zur Gründung der Bundesrepublik Deutschland Bestand und gelten als Vorreiter des heute allgemeingültigen Schulgesetzes.12 Während des Zweiten Weltkriegs galt die Schule als Vorbereitung auf die ideologischen Inhalte des antisemitischen deutschen Reiches.13 Nach dem 8. Schuljahr und dem Volksschulabschluss brachen die meisten Schüler die Schule ab und traten eine Arbeitsstelle an. Eine direkte Folge der Bildungspolitik der Kriegsanfangszeit bedeutete das Fehlen von Facharbeitskräften. Das daraufhin verabschiedete Reichsschulpflichtgesetz legte eine Schulpflicht bis zum 18. Lebensjahr fest, um dem Umstand entgegenzuwirken.14 In den Folgejahren des Zweiten Weltkriegs kam es durch die Alliierten zu Überlegungen das deutsche Bildungssystem zu verändern. Eine der Ergebnisse dieser Entwicklungen war die Gesamtschule, die als weitere neben den drei Schulformen bestand. Insgesamt erkannte man auch durch die Untersuchung mittels Studien, dass das deutsche Bildungssystem nicht zeitgemäß war und in technologischen sowie wissenschaftlichen Bereichen mit Nachteilen behaftet war. Die Erreichung eines hohen Bildungsstandes ist bis dato geprägt durch den sozialen Stand eines jeden Menschen.15 Die vier alliierten Mächte trafen 1947 eine Entscheidung und verabschiedeten das Kontrollratsdirektiv 54. Enthalten waren zehn Richtlinien, die für das Bildungssystems umgehend umgesetzt werden sollten. Beispielsweise, dass die Bildungsmöglichkeit für jeden gewährleistet werden sollte. Auch war darin die Beschulungszeit, der Aufbau des Schulsystems und die Ausbildung der Lehrer durch einen nachzuweisenden Universitätsabschluss vereinbart.16 Durch das Düsseldorfer Abkommen (1955 ) ist die flächendeckende dreigliedrige Schulform verabschiedet. In den 1960er Jahren ist vermehrt – auch durch die erstmals von der SPD geführte Regierung – die Notwendigkeit einer Restauration des Schulsystems gefasst worden. Alarmierend wurde Mitte der 1960er Jahre darauf hingewiesen und durch Studien untermauert, dass der Bildungsnotstand im Land einen wirtschaftlichen Schaden nach sich ziehen würde, womit der Begriff der Bildungskatastrophe federführend durch Georg Picht geprägt wurde.17 Picht stellte unmissverständlich klar, dass die wirtschaftliche Kraft des Landes auf die Bildungspolitik und die Bestrebungen der Politik im Bereich Bildung, Forschung und Entwicklung direkt miteinander korrelieren, sodass eine falsch geführte Bildungspolitik einen erheblichen Schaden anrichten kann.18 Eine der unmittelbaren Neuerungen war die Ablösung der Volksschule durch die Hauptschule, die seitdem auch getrennt von der Grundschule im Schulsystem vorgesehen war. Aufgrund der ungleichen Verteilung der Absolventen von höheren Bildungsgängen, machte sich sozialpolitische Unzufriedenheit breit. Die Chancengleichheit wurde angemahnt, sodass ein Bürgerrecht auf Bildung zwar bestand, jedoch nicht von allen gleichermaßen wahrgenommen werden konnte. Durch die Teilhabe der Schüler an der Gestaltung des Schulalltags, der verstärkten Konzentration auf Wissenschaft und Forschung, die Abschaffung des Züchtigungsrechts der Lehrkräfte, konnten erste Schritte in Richtung Emanzipation, Autonomie und Handlungsfähigkeit bewerkstelligt werden.19 Die, durch die Ölkrise entstandene wirtschaftliche Rezession 1973, sind mehrere Bereiche der Politik vor bildungspolitische Inhalte in den Vordergrund getreten. Verminderte finanzielle Mittel für die Bildungspolitik machten einen Ausbau auf allen Bildungsebenen äußerst schwierig und die Einführung des Numerus Clausus an Hochschulen hat die Chancenungleichheit in ähnlicher Weise wiederaufgebaut, wie sie vor der Reformzeit der 1960er Jahre bestand. Durch die Verweigerung eines Studienplatzes durch den Numerus Clausus ist eine Ausbildung anstatt dessen eher zu bekommen, als für einen Schüler, der einen Real- oder Hauptschulabschluss besitzt. Diese Bewertungs- und Zulassungsthematik filtert ebenfalls den Zugang zur weiterführenden Schule, sodass eine Auslese bis hin zum Vorschulzeitraum erfolgt.20 In den 1980er Jahren gelang die Anerkennung der Gesamtschulabschlüsse. Insgesamt wurde jedoch aufgrund des enormen Widerstands gegen die Gesamtschule, der Ausbau auf ein geringes Niveau herabgesetzt.21 Im Zuge der Wiedervereinigung sind die Einheitsschulen in der ehemaligen DDR (Deutsche Demokratische Republik) an das System der BRD (Bundesrepublik Deutschland) bis auf die Einführung einer Hauptschule angeglichen worden.22 Eine Mittelschule wurde in diesem Zusammenhang als Äquivalent zur westdeutschen Hauptschule eingeführt. Die 1990 Jahre beinhalteten einen Paradigmenwechsel in der Bildungspolitik, als das Ziel ausgemacht wurde, dass Bildungspolitik eine Qualitätsfrage darstellt, die nur durch eine Strategie von „unten“ in eine effiziente Richtung gesteuert werden kann. Als Vergleichsmethodik der Schulautonomie galten Mitte der 1990 Jahre die Schulvergleichsarbeiten als erste Versuche. Fünf Jahre später brachte ein PISA-Schock großes Aufsehen, als die Ergebnisse des ersten offiziellen europäischen Vergleichs vorgestellt wurden. Die PISA- Studie (Programme for International Student Assessment) erhöhte die Priorität der Bildungspolitik schlagartig. Dass die Hauptschule in den wenigsten Ländern als eigenständige Schule Bestand hat, ist nur eine Folge dieses Schocks.23 Bis zum heutigen Zeitpunkt hat eine regelrechte Bildungsexpansion stattgefunden, die ihren ursächlichen Beginn in den 1950er Jahre hat. Begünstigt durch die fortschreitende Digitalisierung ist eine Lösung auf lange Sicht im Hinblick auf Fachkräftemangel und vergleichsneutrale Hochschulsektoren im europäischen Vergleich in Deutschland nur schwer auszumachen.24 Wieder mal ist die Bildungspolitik gefragt, nicht zuletzt auch aufgrund des demografischen Wandels, eine Richtung vorzugeben. Eine erste Annäherung an diese Problematik versucht der Bildungsbericht in mehreren zusammengefassten Punkten darzustellen.25

3 Bildungsstufen in verschiedenen Zeitfenstern

3.1 Elterliche Bildung

Ab dem Zeitpunkt unserer Geburt ist jeder Mensch mit Blick auf die Erziehung zum großen Teil geprägt durch die Eltern. Verantwortlich für diese Formulierung ist nicht nur die Gleichsetzung von Bildung und Erziehung, wie das im Duden für Bildung aufgeführte Synonym.26 In Zeiten der Weimarer Republik hatte die Demokratisierung einen Effekt auf die Erziehung der Kinder, dass sich durch die Abkehr vom Siezen der Eltern hin zu persönlicherem äußerte. Ein tüchtiges, braves, frommes, ehrliches, treues und bescheidenes Kind war aus den Werten dieser Zeit und der folgenden nationalsozialistischen gewünscht. Die Kindererziehung galt aber speziell zur Zeit der NS (Nationalsozialisten) als Aufgabe des Staates, sodass sich durch die Hitlerjugend und den Bund deutscher Mädchen (BDM) vom Staat gesteuert Vereinigungen entwickelten, in der die Erziehung zum großen Teil geführt wurde.27 Nach dem Zweiten Weltkrieg teilte sich die Erziehungsfrage in zwei Lager auf, da in Westdeutschland eine demokratische Neugestaltung herbeigeführt werden sollte, wohingegen im Osten Deutschlands eine marxistisch-leninistische Erziehung angestrebt wurde. Aus diesem Gedankengut entwickelte sich ein autoritäres Denken, dass mit der gesellschaftlichen Indoktrination gipfelte.28 Freie Entwicklung war demgegenüber ein vorherrschendes Thema im westlichen Deutschland, beispielsweise durch die Antipädagogik der 1970er Jahre, die ein antiautoritäres Erziehungsmuster vorgibt, sodass eine Manipulation und Entmündigung der Kinder nicht erfolgen kann. Ergebnis der Erziehung des 21. Jahrhunderts ist die freie und demokratische Erziehung. Sie sollte durch Regeln und Grenzen die Vorbereitung und Grundlage des späteren Lebens bilden.29

3.2 Vorschulbildung

Die Begründung des Kindergartens und die öffentliche Kleinkindererziehung geht zurück auf Friedrich Fröbel.30 Zusätzlich entstanden bis Ende der 1920er Jahre der Montessori- Kindergarten, der auf die wissenschaftliche Pädagogik Maria Montessoris, und der Waldorf- Kindergarten, der auf die anthroposophischen Lehre Rudolf Steiners, zurückgehen. Die gesetzliche Grundlage des Kindergartenwesens ist im Reichjugendwohlfahrtsgesetz 1922 festgeschrieben worden.31 Während des Zweiten Weltkriegs versuchte die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt (NSV) die Trägerschaften der Kindergärten zu unterstellen, um dem Gehorsamkeitsprinzip des Führers Folge zu leisten, dass allerdings nicht gänzlich erfolgreich war.32 Inkludiert ist der Kindergarten ins staatliche Bildungssystem innerhalb der DDR seit Ende des Zweiten Weltkriegs, hingegen ist im Westen Deutschlands der Kindergarten als reine Nothilfe angesehen. Die Kindergärten wurden trotzdem kontinuierlich ausgebaut. Die Kindergärten wurden im Zuge der Bildungsreformen restauriert. Das Bild der bloßen Verwahranstalten der Kinder sollte dadurch eliminiert werden. Mit der Wiedervereinigung ist auch der Anspruch auf einen Kindergartenplatz gesetzlich geregelt worden. Entwicklungen im Hinblick auf den demografischen Wandel, die flächendeckende Möglichkeit eines Kindertagesstättenplatzes sind bis zum heutigen Datum Thema der Politik und zeigen auf, welche Veränderung der Kindergarten und die Kleinkindererziehung in den letzten 100Jahren erfahren hat.33

3.3 Schulbildung

Die im Anhang 1 aufgeführte Tabelle zeigt die Entwicklungen der Bildungsabschlüsse der letzten Jahrzehnte bis 1945 und davor. Legt man diese Entwicklung als Grundlage voraus, ist eine Veränderung des Schulsystems und der Schulbildung offensichtlich. In den Jahren von 1920 bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs war eine Unterscheidung nach Ober- und Unterschicht allgegenwärtig.34 Die Schulklassen bestanden aus mehreren Jahrgängen und einer großen Anzahl an Schülerinnen und Schülern.35 Die untere Schicht wurde durch die Volksschule unterrichtet, hingegen besuchte die Oberschicht eine Vorschule, die speziell auf das Gymnasium vorbereitete.36 Unterschieden wurde zwischen dem Gymnasium, das nur von männlichen Schülern besucht werden durfte. Für die weiblichen Schüler gab es das sogenannte Lyzeum, in dem Hauswirtschaft, Handarbeiten und Religion unterrichtet wurde.37 Unter der nationalsozialistischen Regierung wurden die jüdischen Lehrer entlassen und der Zugang zur Hochschule nur den rasseentsprechenden Abiturienten gewährt.38 Es entwickelte sich ab 1946 im Osten Deutschlands eine Koedukation, die im Westen erst mit der 1968 Revolution herbeigeführt wurde.39 Ebenfalls in den 1960er Jahren ist die körperliche Züchtigung verboten worden. Die ethnische Trennung als auch die Geschlechtertrennung ist seit dieser Zeit nicht mehr präsent. Über diesen Zeitraum entwickelte sich von strengen und auf Gehorsam ausgelegte Schulstunden zur individuellen Entfaltung der Schüler durch selbstständiges Denken, Kreativität, eigene Ideen und Kritikfähigkeit.40 Die folgenden Jahrzehnte bis heute sind geprägt von einer zunehmenden Digitalisierung auch durch die zunehmende computerbasierte Lehre über digitale Inhalte und Informatik, nicht zuletzt auch durch die Ergebnisse der PISA-Studien.41

[...]


1 Vgl. Kooperative Dürnau (o. J.), o. S.

2 Vgl. Bundeszentrale für politische Bildung (o. J. a), o. S.

3 Vgl. Lüttjen, J., Bleck, A. (2015), S. 7ff

4 Vgl. Zeit Online GmbH (2015), S. 1.

5 Vgl. Zeit Online GmbH (2015), S. 2.

6 Vgl. Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (o. J.), o. S.

7 Vgl. Schröder, H. (2008), S. 10.

8 Vgl. Martignoni, F. ((2011), S. 1.

9 Vgl. Bundeszentrale für politische Bildung (o. J. b), o. S.

10 Vgl. Tagesspiegel online (2014), o. S.

11 Vgl. Bundeszentrale für politische Bildung (2014a), o. S.

12 Vgl. Roland Detsch (o. J.), o. S.

13 Vgl. FW GbR (o. J. a), o. S.

14 Vgl. FW GbR (o. J. b), o. S.

15 Vgl. Bundeszentrale für politische Bildung ((2014b), o. S.

16 Vgl. Michael, B./ Schepp, H. (1993), S. 233f.

17 Vgl. Bildungszentrale für politische Bildung (2017), o. S.

18 Vgl. Picht, G. (1964), S. 16f.

19 Vgl. Bundeszentrale für Politische Bildung (2017), o. S.

20 Vgl. Zeit Online GmbH (1976), o. S.

21 Vgl. Bildungszentrale für politische Bildung (2017), o. S.

22 Vgl. Bundeszentrale für politische Bildung (2012), o. S.

23 Vgl. Bundeszentrale für politische Bildung (2017), o. S.

24 Vgl. Bundeszentrale für politische Bildung (2014 b), o. S.

25 Vgl. Zeit Online GmbH (2018), o. S.

26 Vgl. Bibliographisches Institut GmbH (o. J.), o. S.

27 Vgl. LizzyNet gGmbH (o. J), o. S.

28 Vgl. Mettler, A. (2015), o. S.

29 Vgl. Heidenfelder, C. (o. J.), o. S.

30 Vgl. Berger, M. (2000), S. 1ff.

31 Vgl. Kindergarten-Museum e.V. (2000), o. S.

32 Vgl. Berger, M. (o. J.), o. S.

33 Vgl. Kindergarte-Museum e.V. (2000), o. S.

34 Vgl. Delveaux de Fenffe, G./ Frietsch, M. (o. J.), o. S.

35 Vgl. Medienwerkstatt Mühlacker Verlagsgesellschaft mbH (o. J.), o. S.

36 Vgl. Delveaux de Fenffe, G./ Frietsch, M. (o. J.), o. S.

37 Vgl. Lueg, A. (2008), o. S.

38 Vgl. Delveaux de Fenffe, G./ Frietsch, M. (o. J.), o. S.

39 Vgl. Lueg, A. (2008), o. S.

40 Vgl. Bausch, U. M. (2016), o. S.

41 Vgl. Gesellschaft für Informatik (2008), S. V f.

Details

Seiten
33
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783668930230
ISBN (Buch)
9783668930247
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v468175
Institution / Hochschule
AKAD University, ehem. AKAD Fachhochschule Stuttgart
Note
2,0
Schlagworte
Bildung Bildungspolitik Entwicklung

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Titel: Cyberphysische Systeme.Von der analogen zur digitalen Bildung