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Kennzahlensysteme. Eine vergleichende Darstellung gängiger Konzepte

Seminararbeit 2018 20 Seiten

BWL - Controlling

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Kennzahlen
2.1 Einführung in die Kennzahlen
2.2 Kennzahlenvergleiche

3 Kennzahlensysteme
3.1 Arten von Kennzahlensystemen
3.2 Ordnungssysteme
3.3 Rechensysteme
3.4 Grenzen von Kennzahlensystemen

4 Repräsentative Kennzahlensysteme
4.1 Das DuPont-Kennzahlensystem
4.1.1 Vorteile des DuPont-Kennzahlensystems
4.1.2 Nachteile des DuPont-Kennzahlensystems
4.2 Das ZVEI-Kennzahlensystem
4.2.1 Aufbau des ZVEI-Kennzahlensystems
4.2.2 Wachstumsanalyse
4.2.3 Strukturanalyse
4.3 Das RL-Kennzahlensystem
4.3.1 Aufbau des RL-Kennzahlensystems
4.3.2 Der allgemeine Teil des RL-Kennzahlensystems
4.3.3 Der Sonderteil des RL-Kennzahlensystems
4.4 Die Balance Scorecard
4.5 Zweck der Balance Scorecard
4.6 Vier Perspektiven der Balance Scorecard
4.6.1 Die Kundenperspektive
4.6.2 Die Finanzperspektive
4.6.3 Die Geschäftsprozessperspektive
4.6.4 Die Lern- und Entwicklungsperspektive
4.7 Einführungsgründe für die Balance Scorecard

5 Fazit

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1. Kennzahlensysteme (Eigene Darstellung in Anlehnung an Jung, 2014, S. 164)

Abbildung 2: Schema des DuPont-System (Jankowiak, 2018)

Abbildung 3: Kennzahlensysteme (Horváth, 1997, S. 512)

Abbildung 4: RL-Kennzahlensystem (Reichmann & Lachnit, 2006)

Abbildung 5: Allgemeiner Rentabilitätsteil des RL-Kennzahlensystems (Reichmann & Lachnit, 2006)

Abbildung 6: Allgemeiner Liquiditätsteil des RL-Kennzahlensystems (Reichmann & Lachnit, 2006)

Abbildung 7: Die vier Perspektiven der Balance Scorecard (Weller, 2000)

Abbildung 8: Verbesserungseffekte einer Balance Scorecard (Fiedler & Gräf, 2012)

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

In den meisten Unternehmen werden heutzutage Kennzahlen als Instrument der Pla- nung, Steuerung und Kontrolle gebildet und entwickelt. Die Kennzahlen dienen zur Überprüfung und Darstellung der Wirkung zuvor getroffener Entscheidungen. Albert Einstein sagte einmal “Nicht alles was zählt, kann gezählt werden, und nicht alles was gezählt werden kann, zählt”. Das Zitat soll verdeutlichen, das ein Problem in der feh- lerhaften Anwendung von Kennzahlen und Kennzahlensystemen besteht. Kennzahlen können in ihrer Wirkungsweise die Schwächen und Stärken eines Unternehmens sichtbar machen, Prognosen generieren und die Leistung eines Unternehmens wider- spiegeln. Sie dienen der Visualisierung und Selektion spezifischer Informationen. Die Implementierung eines Kennzahlensystems stellt Unternehmen vor eine große Heraus- forderung. Daher ist es unumgänglich, dass Erfahrungen im Bereich der Planung, Um- setzung und Bedienung eines Kennzahlensystems gesammelt werden (Reichmann, 2011). In der vorliegenden Arbeit wird zunächst der Begriff der Kennzahlen erläutert. Folgend werden einige Kennzahlensysteme vorgestellt, die durch ihr Dasein Anklang in der Wirtschaft gefunden haben. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, durch die Erläute- rung von Kennzahlen und Kennzahlensystemen, ein Grundverständnis über diese Komplexen Konstrukte zu erlangen.

2 Kennzahlen

Im folgenden Kapitel wird darauf eingegangen, welche Bedeutung Kennzahlen für den Unternehmen haben. Es wird unteranderem definiert, was Kennzahlen sind, welche Dimensionen sie aufweisen und welche Funktion ihnen Kennzahlen zukommt. Außer- dem wird erläutert wie Kennzahlen verglichen werden können.

2.1 Einführung in die Kennzahlen

Kennzahlen gelten als klassisches Hilfsmittel eines Controllers. Mit der Hilfe von Kenn- zahlen ist es möglich, Zusammenhänge und Ergebnisziele eines Unternehmens in messbarer Form wiederzugeben. Kennzahlen ermöglichen einen zusammengefassten Einblick über Informationen betrieblicher Sachverhalte. Sofern diese Sachverhalte quantifizierbar sind, können diese durch Kennzahlen zahlenmäßig abgebildet werden. Ziel ist es, auf diese Weise einen Überblick für die Unternehmensführung zu schaffen, durch den die Position auf dem Markt im Vergleich zu der Konkurrenz ermittelt werden kann (Horváth & Gleich & Seiter, 2015). Kennzahlen unterscheiden sich in ihrer Di- mension. Einige zeigen Dimensionen, wie zum Beispiel Km/h oder Grad Celsius auf, während bei anderen Kennzahlen keine genaue Skalierung zu finden ist. Wenn bei einer Kennzahl keine exakte Dimension angegeben ist, deutet dies darauf hin, dass eine genaue Angabe nicht benötigt wird. Somit können Kennzahlen von unterschiedlicher Relevanz sein. Dieser Aspekt wird vor allem dann deutlich, wenn Grenzwerte über- oder unterschritten werden (zum Beispiel Öl- und Reifendruck) (Fischer, 2009).

2.2 Kennzahlenvergleiche

Kennzahlen haben die Funktion, dass sie Unternehmen ihre Stärken und Schwächen aufzeigen können. Sie bilden eine wichtige Entscheidungsgrundlage, da sie von Unter- nehmen als Kontroll- und Planungsinstrument genutzt werden. Sie werden mit anderen Kennzahlen verglichen, um die eigene Aussagekraft zu erhöhen. Hierbei kann zwi- schen innerbetrieblichen und außerbetrieblichen Vergleichen unterschieden werden. (Jung, 2014). Ein Kennzahlenvergleich kann durch einen Soll-Ist-Vergleich, Zeitver- gleich, Betriebsvergleich oder einen Branchen vergleich vollzogen werden.

„Kennzahlen stellen ein wichtiges Hilfsmittel für Planung (Sollgrößen) und Kontrolle (Ist-Größen) dar” (Horváth, Gleich & Seiter, 2015, S.286). Beim Soll-Ist-Vergleich wird der tatsächliche Zustand im Unternehmen (Ist-Kennzahlen) mit dem anstrebsamen Tatbestand, abgebildet durch die Soll-Kennzahlen, verglichen und Differenzen ermittelt (Jung, H., 2014).

Eine weitere Form des Kennzahlenvergleichs ist der Zeitvergleich. Hierbei werden Kennzahlen aus der Vergangenheit, mit denen der Gegenwart verglichen, wodurch die Entwicklung dieser Kennzahlen aufgezeigt werden kann (Jung, 2014).

Durch den Betriebsvergleich kann ein Urteil über die ökonomische Situation eines Un- ternehmens gewonnen werden, in dem zur Analyse die zeitliche Entwicklung quantita- tiver Daten herangezogen wird (Jung, 2014).

Außerbetrieblich findet nur ein Branchenvergleich statt. Hierbei werden die im Unter- nehmen angefallenen Kennzahlen, mit den anderer Unternehmen die der gleichen Branche angehören, verglichen. Die Betriebsgegebenheiten wie zum Beispiel die Grö- ße des Unternehmens, sind beim Vergleich absoluter Kennzahlen zu berücksichtigen. Demzufolge sind Verhältniszahlen in diesem Fall besser geeignet. Vom Branchenver- gleich geht jedoch die Gefahr aus, schlechte Kennzahlen mit noch schlechteren zu vergleichen. Dadurch kann die Leistung des Unternehmens besser dargestellt werden, als sie es tatsächlich ist (Jung, 2014).

3 Kennzahlensysteme

In diesem Kapitel geht es darum, das Grundverstänis von Kennzahlensystemen zu fördern. Die Zusammensetzung eines Kennzahlensystems zu erklären und Grenzen von Kennzahlensystemen aufzuzeigen. Es werden Gängige Konzepte vorgestellt und unter anderem auf Vor- und Nachteile eingegangen. Unteranderem wird mit Hilfe von Darstellungen versucht, die Konzepte visuell etwas näher zu bringen.

3.1 Arten von Kennzahlensystemen

Aufgrund der Vielfalt von Kennzahlen, kann deren Verwendung häufig zu Widersprü- chen oder Verwirrung führen. Daher ist es von Vorteil die Kennzahlen in Beziehung zueinander in ein Ordnungssystem einzufügen (Britzelmaier, 2017). Diese sogenann- ten Kennzahlensysteme bilden die Kennzahlen geordnet ab. Somit kann die Unter- nehmung über einen Sachverhalt in seiner vollständigen Gesamtheit informiert werden (Horváth, Gleich & Seiter, 2015). Unter einem Kennzahlensystem versteht Reichmann „eine Zusammenstellung von quantitativen Variablen, wobei die einzelnen Kennzahlen in einer sachlich sinnvollen Beziehung zueinander stehen, einander ergänzen oder erklären und insgesamt auf ein gemeinsames übergeordnetes Ziel ausgerichtet sind“ (Reichmann, 2006, S.22).

Kennzahlensysteme sind hierarchisch aufgebaut und charakterisiert durch zwei Er- scheinungsformen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1. Kennzahlensysteme (Eigene Darstellung in Anlehnung an Jung, 2014, S. 164).

3.2 Ordnungssysteme

Bei Ordnungssystemen werden Kennzahlen meist nur ausgewählten Sachverhalten zugeordnet. Ordnungssysteme sind jedoch sehr flexible gestaltbar, wodurch sich weite- re Kennzahlen über mehrere Ebenen zuordnen lassen. Die Kennzahlen stehen dabei lediglich in einem inhaltlichen, strukturierten Zusammenhang und sind nicht mathema- tisch miteinander verbunden (Georg, 2015).

3.3 Rechensysteme

Die mathematische Verknüpfung der Kennzahlen ist beim Rechensystem garantiert, sodass bereits die Veränderung einer Kennzahl Auswirkung auf vor- und nachstehen- de Kennzahlen haben kann. Jede Kennzahl stellt ein Resultat vorstehender Kennzah- len dar, auf nachstehende Kennzahlen folgt ein rechnerischer Einfluss (Jung, 2014).

3.4 Grenzen von Kennzahlensystemen

Kennzahlensysteme sind auf quantifizierbare Größen limitiert, wobei nichtquantifizier- bare Größen unberücksichtigt bleiben. Zudem darf kein Widerspruch zwischen den einzelnen Kennzahlen bestehen (Britzelmaier, 2017). Desweiteren muss berücksichtigt werden, dass das zur Analyse verwendete Zahlenmaterial über mehrere Perioden er- halten bleiben muss um einen Vergleich durchführen zu können, der aussagekräftig ist. Eine einseitige Führungsausrichtung ist die Folge dessen, dass die Unternehmensfüh- rung nur mit Informationen versorgt wird, die dem Kennzahlensystem entzogen wer- den. Häufig wird nur ein Zielaspekt von Kennzahlensystemen berücksichtigt, wobei viele weitere Ziele unberücksichtigt bleiben (Gleich, Munck, 2018).

4 Repräsentative Kennzahlensysteme

Im folgenden Abschnitt werden vier Kennzahlensysteme vorgestellt. Neben diesen Systemen existiert eine immense Auswahl an verschiedensten Kennzahlensystemen. Diese werden je nach Bedarf und Geltungsbereich im Zusammenspiel mit der vorherr- schenden Situation verwendet und angepasst. Die Kennzahlensysteme mit der höchs- ten Bedeutung in der Praxis sind das DuPont-, das ZVEI-, das RL-Kennzahlensystem und die Balance Scorecard (Botthof, Hölzl & Raslan, 2008)

4.1 Das DuPont-Kennzahlensystem

Das vom Chemiekonzern „DuPont de Nemours“ im Jahre 1919 entwickelte DuPont- System of Financial Control, auch Return on Investmentsystem genannt, ist wahr- scheinlich das älteste Kennzahlensystem der Welt. Dieses wurde vom Konzern eigens entwickelt und genutzt, zudem wird es seither stetig weiterentwickelt. Das DuPont- Kennzahlensystem legt den Fokus auf rein monetäre Größen, womit es die Grundlage für heutige Kennzahlensysteme schafft. Im Fokus des Systems liegt nicht das Anstre- ben der Gewinnmaximierung eines Unternehmens, sondern das Return on Investment (RoI), die Gesamtkapitalrendite. Das RoI lässt sich in Kapitalumschlag und Umsatzren- tabilität spalten. Eine Kennzahl wird als Spitzenkennzahl verstanden, sobald sie eine Gesamtaussage des Untersuchungsbereichs erlaubt. Erstellt wird sie auf Grundlage aller im Kennzahlensystem befindlichen Kennzahlen (Horváth, Gleich & Seiter, 2015). Das System ist gegliedert durch eine Baumstruktur, aufgebaut durch sich gegenseitig beeinflussende Zielgrößen, die durch diese Struktur realisiert werden. Dadurch kann erreicht werden, die Inkonsistenz der einzelnen Kennzahlen zu vermeiden und einzel- ne Kennzahlen leichter zu analysieren. Das Produkt, das die Umsatzrentabilität und den Kapitalumschlag umfasst, erlaubt es den RoI zu ermitteln. Die Division von Umsatz und Gewinn berechnet die Umsatzrentabilität und die Addition von Umlaufvermögen und Anlagevermögen bildet das Gesamtvermögen. Die Baumstruktur könnte weiter betrieben werden ohne das System zu beeinträchtigen (Britzelmaier, 2017).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Schema des DuPont-System (Jankowiak, 2018).

4.1.1 Vorteile des DuPont-Kennzahlensystems

Ein Vorteil des DuPont-Kennzahlensystems besteht darin, dass die verwendeten Kennzahlen überwiegend dem betrieblichen Rechnungswesen entnommen werden können. Dadurch können diese Kennzahlen mit denen anderer Unternehmen vergli- chen werden. Dieser Vergleich kann auch branchenübergreifend erfolgen.

4.1.2 Nachteile des DuPont-Kennzahlensystems

Die Nutzung von monetären Größen birgt jedoch auch Nachteile. Durch die Nutzung dieser Größen können nicht ausschließlich die richtigen Schlüsse gezogen werden. Die nicht monetären Größen, auf die das System verzichtet, haben unter anderem einen erheblichen Einfluss auf den Erfolg des Unternehmens. Vorrangig dient das DuPont- System der Analyse. Im Detail ist die koordinierende Steuerung mittels des DuPont- Systems insofern nicht möglich. Das ZVEI-Kennzahlensystem, welches im weiteren Verlauf erläutert wird, möchte die Monozielausrichtung des DuPont-Kennzahlensystem aufheben (Weber & Schäffer, 2006).

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Details

Seiten
20
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783668943971
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v468372
Institution / Hochschule
Hochschule Fresenius Idstein
Note
2,3
Schlagworte
Controlling

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Titel: Kennzahlensysteme. Eine vergleichende Darstellung gängiger Konzepte